STADTRADELN-Star Blog: Richard Hackländer


Rückblick auf 3 Wochen Stadtradeln

Bild Geschrieben am 29.06.2021 von Richard Hackländer
Team: Christen mit Schwung
Kommune: Kaiserslautern

Liebe Stadtradlerinnen und Stadtradler,
drei Wochen Stadtradeln gehen heute Abend zu Ende. Über mir höre ich den Donner und es regnet in Strömen. Wer überlegt da nicht zweimal, ob er wirklich mit dem Rad noch los muss?
Als Stadtradlstar habe ich drei Wochen komplett aufs Autofahren verzichtet. Überraschenderweise fiel es mir gar nicht so schwer, konsequent nur mit dem Rad unterwegs zu sein. Im Protestantischen Kirchenbezirk Kaiserslautern bin ich zu evangelischen KiTas geradelt oder ich habe beispielsweise zu einer Begehung die Prot. Kirche Schopp aufgesucht, die nach einem steilen Stich auf den letzten Metern mit herrlichem Ausblick über das Moosalbetal belohnte. Aufs Auto zu verzichten war sicherlich auch deswegen leicht, weil pandemiebedingt Präsenztreffen von Videokonferenzen abgelöst worden sind. Den wöchentlichen Großeinkauf habe ich auf mehrere kleine Einkäufe unter der Woche aufgeteilt. Es kostet zugegeben etwas mehr Zeit, aber dafür ist alles frisch.
Gerne denke ich auch an die Radtouren zurück, organisiert von den Teams des Stadtradelns oder auch mein Solo zu meiner Mutter in Mannheim. Fahrradfahren macht einfach Spaß. Aber es gab auch zwei schwierige Situationen:
1. Heute Abend spielt Deutschland gegen England in der Europameisterschaft. In meiner Familie sind solche Fußballspiele Anlässe, um gemeinsam mit Bier zu feiern. Aber was tun, wenn die Bierkiste leer ist und der nächste Getränkeladen oder der nächste Vollsortiment-Supermarkt eben nicht fußläufig entfernt ist? Aus ökologischen Gründen bevorzuge ich Mehrwegflaschen aus Glas, aber eine Kiste mit dem Fahrrad zu transportieren, ist doch eine wackelige Geschichte! Ist es dann wirklich sinnvoll, einen Getränkedienst zu ordern und sich die Kiste bringen zu lassen? Oder soll ich gar selbst brauen wie weiland Martin Luthers Frau Käthe? 
2. Heute wurde wieder die Komposttonne geleert. Aber ihr Volumen reicht mir nicht, um allen Grünschnitt zu entsorgen. Zwei 200l-Säcke stehen bei mir und warten auf die Autofahrt zur Grünschnittsammelstelle. Sicher, ich könnte lernen ordentlich zu kompostieren. Aber das würde wahrscheinlich nicht reichen für meinen Garten, in dem es blüht und wuchert. Ich frage mich, was diejenigen machen, die nicht (mehr) Auto fahren. Lassen die Getränke, Möbel etc. anliefern? Und beauftragen Sie jemanden für den Garten bzw. für die Entsorgung?
Aufs Auto möchte ich nicht ganz verzichten. Aber ich möchte die jährlichen Kilometer deutlich reduzieren, indem ich stattdessen das Fahrrad nehme. Bis gestern habe ich mit 350 Litern immerhin 28 Liter Benzin gespart und zugleich auch was für meine Fitness getan. Manche haben mich schon gefragt: Warst du im Urlaub? Sonnengebräunt konnte ich dann antworten: Nein, aber beim Stadtradeln komme ich an die frische Luft – und das tut mir gut. Auf den nächsten Urlaub freue ich mich schon. Und klar ist, dass ich mein Fahrrad mitnehme!
Ich verabschiede mich für diese drei Wochen, die besonders waren. Ich freue mich, dass so viele mitgemacht haben für ein fahrradfreundliches Kaiserslautern. Der Regen hat nachgelassen, ich radle jetzt noch schnell zur Abschlussveranstaltung ans Rathaus!
Es grüßt Sie und Euch ganz herzlich
Richard Hackländer

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Ein schweißtreibender Sonntag mit Erinnerungen

Bild Geschrieben am 21.06.2021 von Richard Hackländer
Team: Christen mit Schwung
Kommune: Kaiserslautern

Meine Mutter hat mir mit ihrer Einladung nach Mannheim einen Floh ins Ohr gesetzt. Der freie Sonntag ist der einzig mögliche Termin, am Wochenende danach stehen Bezirkssynode und zwei Jubelkonfirmationen an. Also nehme ich den Hörer in die Hand und melde mich zum Mittagessen an. Die Wetter-Nachrichten bringen mich dann doch ins Nachdenken. Die ganze Woche war es heiß und trocken, doch für den Sonntag sind 60% Regenwahrscheinlichkeit angekündigt.
Als Jugendlicher habe ich mit dem Radwandern angefangen. Es hat mir Spaß bereitet, mit großem Gepäck tage- oder wochenlang quer durch Deutschland radeln. Inzwischen komme ich kaum mehr dazu, nehme aber in den Urlaub das Fahrrad mit, um Land und Leute vom Sattel aus kennenzulernen. Die Zeiten haben sich geändert: Früher habe ich mit einem Textmarker die beabsichtigte Streckenführung auf Karten im Maßstab 1:150.000 eingezeichnet. Einige Stadtradler haben mir nun ein Navi fürs Radeln empfohlen. Damit will ich die Tour bewältigen. Die App., frisch auf dem Smartphone installiert, hat in Nullkommanichts die Tour geplant und führt mich über Frankenstein, Bad Dürkheim, Maxdorf und Ludwigshafen zum Stadtteil Lindenhof in Mannheim.
Bis Frankenstein kenne ich die Strecke, nachdem ich dort letztes Jahr ein Taufgespräch hatte. Zwischen Hochspeyer und Frankenstein führt ein Fahrradweg mit glattem Asphalt an der Straße entlang und ich bin flott unterwegs. Das unangenehmste Teilstück kommt dann, denn ich muss auf der B37 hochfahren zum Ruheforst. Viele lassen ihre Verstorbenen inzwischen im Grünen unter einem Baum beisetzen und genießen den Wald, wenn sie zur Grabstätte gehen. Ich kenne aber auch Gemeindeglieder, die nicht mehr so mobil sind und zu ihrem Leidwesen den Weg zum Grab nicht mehr schaffen. Gut, dass es hier immerhin einen Bus gibt, der zum Parkplatz auf 347 m über NN fährt.
Die Abfahrt macht Spaß, ab dem Isenachweiher begleitet wieder ein Radweg die Strecke. In der Vorderpfalz treffe ich vermehrt auf Radelnde. Alles ist topfeben, asphaltierte Wirtschaftswege führen abseits der Straßen über Wiesen und Felder – kein Wunder, dass hier das Radfahren für viele zum Alltag gehört. Seit Frankenstein begleitet mich das Geläut der Glocken, die zum Gottesdienst oder zum Vaterunser einladen. Ausnahmsweise radle ich weiter. In Ludwigshafen holen mich bei der Musikschule die Erinnerungen ein. Zweimal in der Woche fuhr ich mit dem Rad die 10 km vom nördlichsten Stadtteil Pfingstweide in die Innenstadt, um in der Musikschule Oboe zu spielen. Und auf der anderen Rheinseite komme ich an der JH Mannheim vorbei, wohin ich früher radelte, damit mein blauer Jugendherbergsausweis um ein weiteres Jahr verlängert wurde.
Überrascht stelle ich um 11 Uhr fest, dass ich schon am Ziel bin. Frischgeduscht und mit Ersatzklamotten genießen meine Mutter und ich auf dem Balkon Spargel mit Schinken und Salzkartoffeln. Wir lassen uns Zeit und trinken später noch einen Tee zu leckeren Muffins, bevor ich mich wieder auf den Rückweg mache. Das Wetter ist trocken, und so verzichte ich auf die Schlechtwetter-Option Zug. Eigentlich wollte ich mir auf den Rückweg ja Zeit nehmen, um für den „Artenfinder Rheinland-Pfalz“ Naturbeobachtungen am Wegesrand zu dokumentieren, aber für den Abend sind Gewitter gemeldet. Nur eine Rast am Herzogweiher unterhalb der Klosterruine Limburg gönne ich mir und fotografiere dort Graureiher, Kormoran und diverse Libellen.
Der Pfälzerwald umfängt mich mit frischer Luft und angenehmer Kühle. Ab Frankenstein gibt es vereinzelt Regentropfen, die aber an solch einem heißen Tag dankbar begrüßt werden. Ich komme nach 123 km wieder zu Hause in Kaiserslautern an und werde mit großem Hallo begrüßt. Eigentlich müsste ich noch im Garten die Blumen gießen, aber kurze Zeit später nimmt mir der einsetzende Regen diese Arbeit ab. Ich danke Gott für diesen schönen Sonntag!

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Feiern & Radeln, Teil 2

Bild Geschrieben am 14.06.2021 von Richard Hackländer
Team: Christen mit Schwung
Kommune: Kaiserslautern

Am Sonntagmorgen radele ich zur Stiftskirche. Am Vorabend waren noch alle Plätze in der Außengastronomie belegt, viele haben die Freiheiten genossen, die wir vor der Pandemie als selbstverständlich ansahen. Nun ist es ruhig in der City und ich fahr mit meinem Rad durch die Fußgängerzone. In der angenehm kühlen Stiftskirche trifft sich an diesem Sonntag um 10 Uhr nur eine kleine Gemeinde, das Wetter lockt wohl mehr nach draußen.
Wieder wie gestern vormittags schwarz-weiß gekleidet, nachmittags im Radlerdress. Bernd Krüger vom Team „Christen mit Schwung“ hat zur Landstuhler Radrunde eingeladen. Seine Ortskenntnisse sind bewundernswert. Über Bremerhof, Wasserwerk, Alte Schmelz, Breitenau, Gelterswoog und Forsthaus Steigerhof radeln wir zur Burgruine Nanstein. Die Tour ist mit 48 km angekündigt und 14 Stadtradler sind dabei. Zwischen Alte Schmelz und Breitenau verliert die Hälfte den Anschluss, aber in Breitenau kommen wir wieder zusammen. „Mit Engeln reisen“, denke ich mir. An einigen Stellen durch den Wald wird es anspruchsvoll. Zwei rollen sich unfreiwillig ab, stehen aber ohne große Blessuren wieder auf. Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weiterradeln… Wobei ein Helm schon sinnig ist. Wir werden auf der Strecke belohnt mit dem Blick auf die Air Base Ramstein. Dort stehen die Flieger, die bereits im Landeanflug zu sein scheinen, wenn sie über mein Pfarrhaus fliegen. Und in der Burgschänke Nanstein kehren wir ein, trinken ein Bierchen oder genießen ein Eis. „Wir sind ja nicht auf der Flucht“, höre ich eine Radlerin sagen. Schließlich ist Sonntag. Als wir aufbrechen, vergessen wir nachzuzählen. Erst am Silbersee merke ich, dass einer fehlt. Martin wird angerufen, der Anschluss ist nicht mehr möglich, doch eine Flasche Wein wird zum Trost versprochen. Wir radeln beim künftigen Amazon-Großlager vorbei bis zum Opel-Kreisel, der innen zu meiner großen Überraschung einen Radweg bereithält. Am Vogelwoog trennen sich unsere Wege, es geht nach Hause. 52 km habe ich an diesem Sonntag geradelt.
Epilog: Am späten Abend telefoniere ich mit meiner Mutter in Mannheim und erzähle vom Stadtradeln und der Sonntagstour. Ich werde eingeladen, in die Quadratestadt zu kommen, es seien schließlich nur 65 km… Mit dem Fahrrad? Vielleicht in Kombination mit dem ÖPNV? Meine Mutter! Schaun mer mal.

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Feiern & Radeln, Teil 1

Bild Geschrieben am 14.06.2021 von Richard Hackländer
Team: Christen mit Schwung
Kommune: Kaiserslautern

Was für ein Wochenende! Nach den regnerischen Wochen zeigt sich das Wetter seit Beginn des Stadtradelns von seiner schönsten Seite. Stadtradeln leicht gemacht. Denn bei Regen überlege ich mir sonst schon, ob ich bei meinem Termin nass ankommen möchte.
Was für ein Wochenende! Am Samstag und am Sonntag feier ich jeweils morgens einen Gottesdienst und nachmittags fahre ich bei Stadtradeln-Touren mit. Alles mit dem Fahrrad. Ob das gut geht?
Am Samstagmorgen kleide ich mich an mit weißem Hemd, schwarzer Hose und gleichfarbigen Schuhen, nehme meine großen Packtaschen und „packe meinen Koffer“: Der schwarze Talar mit dem weiße Beffchen stopfe ich in den Kleidersack, der zusammengerollt in die Packtasche passt. Hoffentlich knickt nicht das Beffchen. In die andere Tasche kommt mein Tablet, Liedblätter und Geschenke für die Seniorinnen und Senioren. Denn es geht hinauf zum Kursana Domizil in die Alex-Müller-Str. Wer mich so bepackt sieht, könnte meinen, ich hätte eine mehrtägige Tour vor mir. Dabei sind es nur 850 Meter. Oben angekommen begrüßen mich die Mauersegler mit ihren grellen Rufen. Ich entdecke ihre typischen Nistkästen unter den Dächern der Wohnblocks. Als Radfahrer sieht man einfach mehr.
„Atemlos durch die Stadt“? Ich habe Zeit zum Durchschnaufen. Denn im Seniorenheim werde ich zunächst getestet, während der Speisesaal nebenan sich mit einer erwartungsfrohen und dankbaren Gemeinde füllt. Die Pandemie verhindert noch den Gemeindegesang, so dass ich solo aus dem neuen Gesangbuch singe. Denn beim klassischen Liedgut könnten viele auch ohne Liedblatt einstimmen. ;-)
Für den Nachmittag ziehe ich meine Radlerhose und ein rotes Hemd an. Ich möchte von weitem zu sehen sein, wenn ich beim Radpilgern der Stiftskirche der Schlussmann bin, um sicherzustellen, dass keiner unbemerkt liegen bleibt. Ich bin gewissermaßen der barmherzige Samariter, der in der Not mit Werkzeug und Erste-Hilfe-Tasche da ist. Gott sei Dank geht alles gut. Pfr. Matthias Jung, der Initiator des monatlichen Radpilgerns, führt die Gruppe von 15 Leuten an. Alle Altersgruppen sind bei dieser leichten Tour zum Klostergarten in Otterberg vertreten. Zunächst fahren wir den Lautertal-Radweg entlang. Ab dem Kreuzhof folgen wir wegen des Neubaus der Radlerbrücke der Umleitung. nach Otterbach. Der z.T. geschotterte Wirtschaftsweg ist inzwischen gut befahrbar. Gegenseitige Rücksichtnahme ist uns auf der Tour wichtig. Die E-Biker und schnellen Radelnden warten immer wieder und lernen, auch dem Langsamsten noch eine Trinkpause zu gönnen.
Die Sonne entfaltet ihre Kraft und wir genießen es, entlang des kühlen Otterbachs im Schatten nach Otterberg zu radeln. Das Streckenprofil ist flach, Stadtradeln leichtgemacht! Im Klostergarten werden wir mit Abstand von Bärbel Nittner durch den Klostergarten geführt. Pfingstrose, Christrose, Passionsblume, Johannisbeere… beim Vortrag merke ich erst, wie viele Pflanzen biblische Bezüge haben. Ein einladender Garten mit Sitzgelegenheiten inmitten eines Blütenmeeres. Ich sehe viele Insekten wie den Zottigen Bienenkäfer, Wildbienen und die Lederwanze und bekomme gleich die Erklärung. An diesem „Segensort“ des Bistums Speyer wird nicht gespritzt. Ich muss an den Wochenpsalm, Psalm 36, denken, den wir am Morgen noch gebetet haben: „Herr, du hilfst Menschen und Tieren.“ Hier im Klostergarten gibt es ein harmonisches Miteinander und vieles zu entdecken. Auch Wildwuchs wird zugelassen, der Mensch bestimmt nicht allein. Dieser Ort im Schatten der Abteikirche ist eine Oase in unserer schnelllebigen Zeit, ich komme bestimmt wieder.
Für die Rückfahrt nehmen wir den gleichen Weg, insgesamt bin ich an diesem Samstag 29 km gefahren und habe „by the way“ einige Leute kennengelernt.

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Kalendercheck fürs Stadtradeln

Bild Geschrieben am 01.06.2021 von Richard Hackländer
Team: Christen mit Schwung
Kommune: Kaiserslautern

In acht Tagen ist es soweit! 3 Wochen lang will ich komplett aufs Auto verzichten und möglichst viel mit dem Fahrrad unterwegs sein! Meinen Kalender habe ich gerade noch mal gecheckt. Geht alles mit dem Fahrrad oder dem ÖPNV? Wenn das Wetter wie heute lockt, dann ist das kein Problem. Vieles findet in den drei Wochen bei mir in der Innenstadt statt oder läuft per Videokonferenz. Aber halt, einen Termin muss ich noch verlegen: die Auto-Inspektion! Das habe ich doch glatt übersehen... :-)

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