STADTRADELN-Star Blog: Waltraud Giere


Moin leeve Lüü, wat hett Insektenstarven mit Radfahren to doon oder van Höcksken up Stöcksken komen

Bild Geschrieben am 19.09.2021 von Waltraud Giere
Team: Ludgeri-Schule Leer
Kommune: Leer im Landkreis Leer

Auf meinem Radweg zur Arbeit fahre ich die meiste Zeit durch den Hammrich, und da könnte so mancher meinen, das sei eintönig und langweilig – dem muss ich deutlich widersprechen.
Weite Wiesen und Weiden, weiter Himmel mit Blick bis zum Horizont, vereinzelte Baumgruppen, die auf ein sich darin befindliches Gehöft hinweisen, Weidetore, die ihre beste Zeit schon erlebt haben – und dadurch einen neuen Charme bekommen. In unserer Gegend gibt es überwiegend Rinderherden, aber auch Pferde und Richtung Deichland Schafe, die viele Monate auf den Weiden grasen. Rechts und links von der Straße tiefe Gräben mit Steilufern, ab und zu ein Tief, das den Weg kreuzt. Zum Wasser gehören viele Sorten Vögel, die zu manchen Zeiten mit ihrem Auftreten und ihren Geräuschen den Radfahrer (mwd) an die Wattseite einer Insel versetzen. Gänse, Reiher, Störche und Kiebitze, Schwäne und viele Sorten Hühner, dazu Möwen, Krähen und Elstern – um nur einige Beispiele zu nennen – sind hier „immer“ unterwegs – dazu muss man nicht ganz bis zum Dollart fahren. Manchmal sitzt auch ein Hase auf dem Weg und versucht, mich im Zick-Zack-Lauf auszutricksen, bis er die nächste Weidenauffahrt findet. Dieses Gesamtbild ist jeden Tag und zu jeder Zeit anders – wenn man denn die Wahrnehmung dafür sensibilisiert.
Besonders spannend ist es, wenn der Nebel so stark ist, dass man die Hand vor den Augen nicht sieht und es dabei auch noch stockdunkel ist: Die Orientierung ist jetzt etwas abenteuerlich, und dabei kommt mir dann die Tatsache zu Gute, dass ich die Strecke sehr gut kenne: Immer schön mitten auf der Straße bleiben, falls ich ein markantes Weidetor zu Gesicht bekomme, weiß ich auch schon einmal, wo ich ungefähr bin. Und dann kommen plötzlich die Schlaggeräusche, gleichmäßig und zunehmend kräftiger: Es sind die Mühlen von einem der Windparks im Rheiderland, und dieses Geräusch ist nur unter den oben beschriebenen Begleitumständen so faszinierend. Dann werde ich unsanft aufgerüttelt, weil ich soeben eine Stelle der Straße überfahren habe, wo die Baumwurzeln sich Platz nach oben verschafft haben: Aha, wieder ein markanter Punkt auf meinem Weg. Irgendwann tauchen die Reflektoren meiner Einfahrt auf: Sicher angekommen.
Wenn ich auf dem Weg zur Arbeit den kompletten Überblick habe, hänge ich meinen Gedanken nach – mal ist es ein Vertretungsplan, den ich vorüberlege, mal eine Nachbetrachtung von Erlebnissen, und so kann es auch zu Selbstgesprächen kommen. Man kennt es ja mittlerweile, wie viele Menschen allein durch die Gegend laufen/fahren, aber intensiv und laut sprechen: Die haben dann ein Handy als Partner dabei, und die interessiert es auch nicht, dass alle anderen zwangsweise zuhören müssen. Mir ist es aber peinlich, wenn andere mich hören, weil ich ja nicht nur aufgestaute Gefühle „abstrampele“, sondern auch eventuell „ordentlich vor mich hin schimpfe“. Da denkt man, man sei allein auf weiter Flur, und dann wird man plötzlich überholt, und überlegt, wie lange sich diese Person wohl schon hinter einem befunden hat… Nicht so schlimm ist es mit dem Gesang auf dem Rad, den stelle ich schnell ein, wenn jemand kommt – ganz im Gegenteil zu vielen Radfahrern (mwd), die mit lauter Musik u. ä. aus technischen Geräten die Welt um sich herum beschallen.
Ich sage dann freundlich „Moin“: Keine Antwort ist unter Radfahrern eher selten. Vielleicht hat der Überholende gerade Musik im Ohr und hört nichts, oder will nicht zurückgrüßen. Als Kind grüßte man alle, insbesondere hier auf dem Land, aber das ist für viele der jüngeren Generationen nicht mehr cool oder was weiß ich. Wenn „Morgen“ zurückkommt, sind das meistens Touristen oder vielleicht „Zugezogene“. Schön sind die regelmäßigen Begegnungen speziell morgens auf dem Weg zur Arbeit: Ich freue mich schon darauf, wir wünschen uns neben dem „Moin“ oft noch etwas dazu, formulieren eine knappe Wetterbeschreibung oder es gibt eine Begeisterungszusammenfassung eines Fußballspiels, dass der andere vermutlich auch gesehen hat, kurz und kernig und immer mit dem Effekt, dass eine positive Stimmung und irgendwie auch ein Gemeinschaftsgefühl bei beiden Beteiligten entsteht.
Irgendwann komme ich in Bingum an und treffe dort aktuell auf eine Baustelle, die zur Erschließung des neuen „Bauland Bingum II“ gehört: Hier wird es richtig interessant, was aus den neu angelegten Kanälen, dem Sandstrand und den Sandbergen, die zum Burgenbau einladen, langfristig wird – Strandkörbe habe ich noch nicht gesehen. Man kann mit dem Rad dort langfahren bzw. schieben - mit dem Auto geht nichts.
Die Emsbrücke naht, und mit ihr Geschichten aus Vergangenheit und Gegenwart:
Da gab es die Zeit, als die Brücke erweitert wurde, und kein Auto mehr passieren konnte, aber die Radfahrer: Morgens früh waren wir schnell eine tolle Gemeinschaft von Radfahrern, die aus allen Bereichen des Rheiderlandes kamen und immer zur selben Uhrzeit übersetzen wollten. Diese Mitfahrer wussten untereinander genau, wer noch fehlt oder auf wen wir nicht warten mussten. Dazu die Fährmänner – einer netter und humorvoller als der andere, und manchmal gab es auf dem Rückweg für uns sogar einen Glühwein. Bei Nebel fuhr ein Bus mit Fahrradanhänger, weil die Fähre die Ems dann nicht überqueren durfte. Trotzdem träume ich noch davon, ein Mal mit dem Fahrrad durch den Emstunnel zu fahren – aber das lasse ich wohl lieber.
Zwei Themen der Emsbrücke sind schon länger die radfahrerunfreundliche Programmierung der Druckampeln und die jetzt im Moment meiner Meinung nach inkonsequente Lösung, wer darf denn wohl auf welchem Radweg fahren?
Bei einer roten Ampel passiert es oft, dass die Autofahrer 2x Grün haben – und ich bin nicht immer bereit, eine kurze Meditationszeit vor der roten Ampel einzulegen, weil ich ja eigentlich meine geistige und körperliche Betriebstemperatur für den Arbeitsbeginn erreicht habe! Nützt nichts, wir warten im anwachsenden Pulk von Radfahrern mehr oder weniger genervt: Irgendwann wird unsere Ampel grün, und wenn ich nicht von frech weiterfahrenden rechtsabbiegenden (und inzwischen „rot-habenden“) Autofahrern am Losfahren gehindert werde, starte ich mit der Qualität eines Quarterhorses (die schnellsten Pferde der Welt auf einer Viertelmeile) explosiv aus dem Stand in kleinem Gang mit einer Reaktionsgeschwindigkeit, die manch einer mir „Oma“ nicht zutrauen würde. Später werde ich von vielen überholt – aber da ist meine Viertelmeile schon vorbei.
Die Radwege auf der Emsbrücke waren seit vielen Jahren immer für beide Richtungen auf beiden Seiten zugelassen bzw. es war nicht ausdrücklich verboten, „links“ anstatt „rechts“ zu fahren.
Seit einigen Wochen befindet sich ein Schild „Für Radfahrer Durchfahrt verboten“ auf der stadtauswärts führenden linken Seite (früher sollten per gelbem Schild die Leute links bleiben, die nach Weener wollten – weil sie später die Bundesstraße sowieso wieder zurück überqueren müssten – und diejenigen, die nach Bingum/Ditzum wollten, sollten mit der Ampel vor der Brücke auf die rechte Seite fahren). Das Schild wird gefühlt von 80% der Radfahrer noch nicht registriert. Wenn man bei dem aktuellen Verkehrsaufkommen und unter der Berücksichtigung der veränderten Fahrräder sich auf dem Radweg der Emsbrücke begegnet, ist das immer gefährlich – nicht nur wegen des böigen Windes, der dort oft herrscht: Wenn es zu einer Berührung kommt, liegt wahrscheinlich mindestens einer direkt unter einem nebenher fahrenden Auto. Konsequent wäre es, auf die ursprünglich allseits bekannte Regelung des Rechtsfahrgebotes zu kommen, die gilt in unserem Lande überall dort, wo „beide Richtungen erlaubt“ nicht ausdrücklich deklariert (Schild) ist.
Man stellt sich in Leer allerdings oft die Frage, wo eigentlich rechts ist: „Rechts ist da, wo der Daumen links ist“. Das überprüfe ich häufiger als mir lieb ist, weil die Zunahme der Geisterfahrer jeden Alters und jeden Geschlechtes erschreckend und gefährlich ist! Wenn diese dann noch blöd grinsend einem auf der falschen Seite mit einer Selbstverständlichkeit entgegenkommen, die einfach nur noch unverschämt ist, frage ich mich, was das für eine bekloppte „Challenge“ ist, um mal mit einer neudeutschen Vokabel zu sprechen. Besonders beliebt ist das „Geisterfahren“ auf beiden Seiten der Georgstraße, auf der Rathausbrücke und auf dem Hinweg von Bingum kommend zur Emsbrücke: Hier sieht der von der Emsbrücke kommende, richtig rechts fahrende Radfahrer beim rechts Abbiegen erst sehr spät, was da alles entgegenkommt…
Ich komme mal zurück zu meinem Hammrich. Jetzt kommt die Zeit, die man allgemein als „Altweibersommer“ bezeichnet, und die ist von den Farben her in der Abenddämmerung besonders schön: Nach getaner Arbeit fahre ich zunächst durch den Süderhammrich und später durch den anfangs beschriebenen Rheiderländer Hammrich der Abendsonne entgegen. Diese wunderschöne Stimmung lässt mich doch gerne mal wieder singen – das sollte ich lieber nicht tun: Im Auge ertränkt und im Magen durch Magensäure zersetzt haben die Insekten keine Chance, zu überleben! So fahre ich freundlich lächelnd mit zusammengekniffenen Augen und Lippen durch die Insektenschwärme, die das durch andere Ursachen erfolgte Insektensterben überlebt haben – und werde wieder mit einem in jeder Hinsicht neuen Anblick des Hammrichs belohnt: Vom Rad aus ist der Genuss langanhaltend und intensiv, und diese Radfahrt ist alles andere als langweilig!
Nun maak ik eerst mal `n Paus. Tschüß, Waltraud

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Moin leeve Lüü, Vandaag geiht dat um mien egen Saak mit Sack un Pack

Bild Geschrieben am 07.09.2021 von Waltraud Giere
Team: Ludgeri-Schule Leer
Kommune: Leer im Landkreis Leer

"... ich habe immer so viel Material, was ich mitnehmen muss, das kann man gar nicht alles auf dem Rad transportieren..."
Es wurde ja schon einiges zum Thema Gepäck beim Radfahren geschrieben - ich persönlich liebe die logistische Herausforderung - insbesondere beim Einkaufen: Dieser wird (wenn möglich) so geplant, dass ich grundsätzlich symmetrisch packen kann - bezogen auf das Gewicht und möglichst auch auf das Volumen. Zum Standard gehören bei mir zwei geräumige, wasserdichte Radtaschen für den hinteren Gepäckträger. Mein Rad mit 7-Gang-Nabenschaltung besitzt vorne weder Gepäckträger, noch Korb.
Die Radtaschen lassen sich in gefülltem Zustand mit allen möglichen Dingen überbauen: Z. B. Bierkiste oder Blumentopfpalette, Blumenerdesäcke, größere Balkonkästen, kleine Möbelbausätze uvm.. Alles wird mit stabilen Transportgummibändern gesichert. Die Bierflaschen wickele ich einzeln in (mehrfach zu verwendende) Küchentücher, da sie sonst bei den Straßen, die ich im Raum begrenzt von Bunde, Multi Süd und Emspark benutze, vielleicht als Scherben ankämen.
Am Lenkrad nutze ich zwei große Stofftaschen. Wenn Blumentöpfe transportiert werden, lege ich ein rechteckiges Stück Pappe als Abstellfläche unten hinein. Je nach Topfgröße passen 6 - 8 Pflanzen darauf. Die Taschenhenkel werden am Lenker verknotet (siehe Bilder): Die Astern haben den Transport gut überstanden.
Die "Luftaufnahme" zeigt einen Lebensmitteleinkauf: Kartoffeln, Zwiebeln, Obst, Gemüse und Milchprodukte befinden sich mit insgesamt 20kg in den Radtaschen, Getreide zum Brotbacken mit je 7,5kg in den Stofftaschen am Lenker.
Als Alternative zu diesen Stofftaschen gibt es auch noch die sogenannten Spindeln: Es sind quadratische Plastikbehälter, die ich mit Heubändern am Lenker verknote. In jeden Behälter passen 8-9 Blumentöpfe sowie 2 Zehner-Trails, die man am Lenker anhängt oder mit dem Heuband über den Topfpflanzen schwebend festbindet: Das sind dann allein vorne 18 Topfpflanzen und 40 Setzlinge; hinten könnte noch eine Palette mit 10 - 12 Topfpflanzen auf den Radtaschen mitfahren oder 4 - 6 Zehnertrails in 2 Blumenkästen - habe ich alles schon praktiziert - und ich selbst musste noch "obendrauf". Durch die wie bereits beschriebene symmetrische Packweise lässt das Rad sich gut fahren.
Der Haken an der Sache ist ein anderer: Die Angebote der Geschäfte, "hinter denen ich herfahre", stehen leider nicht im Zusammenhang mit den tagesaktuellen Windverhältnissen - d. h. ich fahre manchmal mit Gepäck und Rückenwind nach Hause, manchmal aber auch nicht - das macht aber nichts, man kann nicht alles perfekt planen.
Vööl Pläseer bi `t Utproberen, tschüß, Waltraud

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Moin mitnanner

Bild Geschrieben am 05.09.2021 von Waltraud Giere
Team: Ludgeri-Schule Leer
Kommune: Leer im Landkreis Leer

Ik bliev vandaag mal en bietje bi`d Platt:
Wat maakt man up Sönndag, wenn dat so dokerg is?
Een geiht na`d Kark, annerseen blifft in sien Bedd, noch annerseen spölt mit sien Mobiltje, un anner Lüü doont noch vööl mehr.
Ik was Vanmörgen all up Padd un hebb Fotos knipst. Fotos maken geiht ok good, wenn man mit Rad unnerwegens is. Ik wull de Besünnerheiden fasthollen, de van`d Dook komen. Ji köönt een lüttje Utwahl bekieken. Later gaff dat dann noch een lecker Koppke Tee to upwarmen.
Fein Avend noch, tschüß Waltraud
NEBEL-Bildunterschriften:
"Eingefangen im (Nebel-)Netz"
"Wie Sie sehen, sehen Sie nichts"
"Warten auf Futter"
"Früchte des Herbstes"
"Ein Gespinnst in der Brombeerhecke"
"Lecker Tee"

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Moin leeve Lüü, wi hebben Wekenenn...

Geschrieben am 04.09.2021 von Waltraud Giere
Team: Ludgeri-Schule Leer
Kommune: Leer im Landkreis Leer

...für Schulkinder und Lehrkräfte ist das meistens unterrichtsfreie Zeit - nicht jedoch am Einschulungstag, und der fand heute für unsere Grundschulkinder unter verschärften Coronabeschränkungen statt. Relativ kurfristig entschied sich das Ludgeri-Schul-Team für eine Open-Air-Veranstaltung: Einschulungsgottesdienst und Einschulungsfeier auf dem Schulhof, der bei uns ziemlich "grün" ist. Die aufwändigen Vorbereitungen des Teams, gute "Zuarbeit" von Eltern im Hinblick auf die Einhaltung der Coronaregeln und die Bereitschaft von Pastor Wiarda, auch außerhalb des Kirchengebäudes einen Gottesdienst zu feiern, führten zu einer sehr gelungenen Veranstaltung. Kinder älterer Jahrgänge sangen im Gottesdienst und führten später Szenen aus dem Unterrichtsalltag auf, die "frischen" Zweitklässler trauten sich auch schon, gleich 3 Lieder mit der musikalischen Unterstützung von unserem Musiker, Stephan Pohl, vor einem großen Publikum zu singen - ganz schön mutig - und das alles bei sonnigem Wetter in stimmungsvoller Umgebung: Schöner konnte der Einstieg der neuen Erstklässler in die Schule kaum sein - aber die mussten selbst auch noch getrennt von ihren Eltern die allererste Unterrichtsstunde mitmachen... Dann ging es mit dem Ranzen auf dem Rücken und bunten Schultüten auf dem Arm zurück zu den Eltern, die sicherlich noch einige Überraschungen für die Kleinen vorbereitet hatten.
Somit bin ich an jedem Stadtradeltag mit dem Rad zur Arbeit gefahren - für viel mehr war bis auf eine weitere Tour keine Zeit.
Die nächste schulische Aktion wird unser Spezialtag zum Stadtradeln sein - die Vorbereitungen laufen bereits.
För all, de an Wekenenn noch arbeiden mutten: denkt daaran, dat gifft mehr Kilometers! Mooi Sönndag, tschüß Waltraud

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Moin leeve Lüü, Vandaag geiht dat um de Tied

Bild Geschrieben am 29.08.2021 von Waltraud Giere
Team: Ludgeri-Schule Leer
Kommune: Leer im Landkreis Leer

"Ich fahre doch gerne mit dem Rad, aber das dauert viel zu lange - jeden Tag mit dem Rad zur Arbeit/Schule/..."
Wenn man zurzeit durch die Stadt Leer fahren möchte, wird man mit vielen Hindernissen konfrontiert - nicht nur Baustellen, deren Umleitungsvorschläge sich nicht jedem erschließen.
Zur "Rushhour" ist es vor allem mit dem Auto kein Vergnügen, durch die Stadt zu fahren - egal, von wo nach wo man möchte.
Probiert man es doch einfach mal aus: Die Radwege bieten viele Abkürzungen, man darf stellenweise tatsächlich falsch herum durch Einbahnstraßen fahren, teilweise 24 Stunden, teilweise zeitlich eingeschränkt auch durch die Fußgängerzone fahren, und man muss nicht nach Parkplätzen und ggf. Parkuhren suchen: Die Fahrradständer sind oft sehr nahe am Ziel kostenfrei vorhanden.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich im Winter mehr Zeit für die Gesamtverpackung von Mensch und Utensilien benötige - dafür komme ich erfrischt und vorgewärmt bei der Arbeitsstelle an. Im Sommer geht es schneller, aber die Gesamtzeit in allen Jahreszeiten ist kein Verlust gegenüber Autofahrten, sondern ein Gewinn, obwohl es rein rechnerisch ab einer gewissen km-Anzahl länger dauert als mit dem Auto zur Arbeit zu fahren (was auch mit der günstigen Lage und eigenem Parkplatz meiner Arbeitsstätte zu tun hat). Der Gewinn besteht in einer anderen Kategorie: "Ich schlage beim Radfahren mehrere Fliegen mit einer Klappe", denn ich trainiere meinen Körper/Herz-Kreislauf-System, ich bewege mich an der frischen Luft, ich bewege mich umweltfreundlich mit meinem Rad von A nach B, ich habe Freude an dieser Tätigkeit und fordere mich bei jedem Wetter heraus, mit meinem "Söbenhunnertfievtiger-ped-man-sümst" auch gegen Sturm und Regen anzufahren. Ich muss also nicht noch irgendwo hin, um gegen Bezahlung Vergleichbares zu haben. Das spart sogar Zeit - und Zeit ist nun mal eines der kostbarsten Güter in unserer Welt geworden - wie wir sie nutzen, liegt in unseren Händen - Autofahren kann manchmal auch ein Genuss sein - die anderen Vorzüge des Radfahrens hat es so nicht.
Montag und Dienstag könnte man es mal probieren, wie sich die Radfahrt zur Arbeit optimal gestaltet, wie spät man losfährt, welche Wege man testet, ob die Regenkleidung dicht ist und wie viel Zeit in welchem Gesamtumstände-Zeitfenster gebraucht wird - nur mal so, völlig unverbindlich, einfach mal machen.
Bit anner maal, Allerbest Waltraud

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Moin leeve Lüü, ik bün Waltraud un wünsk jo een heel mooi Dag!

Bild Geschrieben am 23.08.2021 von Waltraud Giere
Team: Ludgeri-Schule Leer
Kommune: Leer im Landkreis Leer

Der Countdown läuft:
Die jüngeren Schulkinder würden jetzt sagen "noch 9 mal schlafen, dann (...) geht es los mit dem Stadtradeln Leer 2021. Ich beginne meine Blogbeiträge mal mit einigen Anregungen zum Thema "Eigentlich will ich ja mit dem Rad anstatt mit dem Auto zur Arbeit/Schule/... fahren, aber...
Das Wetter. Heute scheint die Sonne, gestern schüttete es 23 Liter Wasser vom Himmel. Einmal ist es windstill, dann pfeift einem der Sturm nur so um die Ohren. Für Radfahrer (m-w-d) ist das mit der passenden Kleidung recht einfach zu lösen: Bei Sonnenschein trägt man das, worin man sich wohlfühlt und nicht unnötig schwitzt, dazu eine Sonnenbrille und den obligatorischen Helm, der den Kopf auch vor zu viel Sonne schützt.
Bei Regenwetter bevorzuge ich eine Regenhose, Gamaschen und einen Poncho, wenn der Sturm sich in Grenzen hält - sonst einen Regenmantel.
Und dann genießen wir die schöne Aussicht beim Radfahren.
Nun lat jo good gahn, Tschüß, Waltraud

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