STADTRADELN-Star Blog: Heike Rohn


Fazit: Wir können/wollen nicht ganz aufs Auto verzichten

Geschrieben am 27.06.2021 von Heike Rohn
Team: Die Ärgertherapeuten
Kommune: Bad Segeberg im Kreis Segeberg

Drei Wochen bei jedem Wetter (überwiegend warm) und zu jeder Tages- und Nachtzeit mit dem Rad insgesamt zu zweit 1740 km gefahren. Es gab keinen Tag, an dem ich nicht aufs Rad gestiegen bin. Ein paar Reifenpannen und ein kaputtes Vorderrad aufgrund einer Kollision mit einem Auto waren auch dabei. Außerdem habe ich mir einen neuen Helm gegönnt: Seit zwei Jahren liebäugele ich mit dem Hövding Airbag fürs Rad. Nun durfte er bei mir einziehen und mich auf meinen Fahrten begleiten. Dieses Jahr habe ich weniger Radtouren aus reinem Spaß an der Freude gemacht. Meistens waren es Fahrten zur Arbeit oder anderen Terminen. Das bedeutet auch, dass ich während der vergangenen drei Wochen nicht viel mehr Rad gefahren bin als sonst. Nur vor dem Fahren morgens um 5:00 Uhr zum Frühdienst hatte ich etwas Angst. Die war aber unbegründet, da ich keine Probleme mit dem Aufstehen hatte und die morgendliche Luft genossen habe. Wie auch letztes Jahr gab es Momente, in denen ich auch in Zukunft nicht aufs Auto verzichten möchte, bzw. kann. Zum Beispiel, wenn meine Mutter gerne am Grillabend mit ihren Enkelkindern teilnehmen möchte und nur den Hinweg mit Rollator schafft, bzw. durch das schwüle Wetter zu schwach ist, den Weg zu Fuß zu meistern. Genau dann bin ich froh, dass ich sie mit dem Auto nach Hause fahren kann.

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doch schon wieder Donnerstag

Geschrieben am 24.06.2021 von Heike Rohn
Team: Die Ärgertherapeuten
Kommune: Bad Segeberg im Kreis Segeberg

Jetzt sind schon fast drei Wochen vorbei. Kurz nach meinem letzten Beitrag, hatte ich eine unangenehme Begegnung mit einem Auto, so dass ich mein "Stadt-Rad" zur Reparatur bringen musste, da das Vorderrad so verbogen war, dass das Rad nicht mal mehr zu schieben war. Zum Glück ist mir nichts passiert. Dieses Erlebnis hat mir deutlich gemacht, wie schnell man als Radfahrender "unter die Räder" eines Autos kommen kann. Ich dann sofort wieder rauf auf mein geliebtes Gravelbike und nur schnell weiter fahren. Das kaputte Rad hat dann mein Mann auf dem Hinterrad geschoben und ich bin mit unseren beiden Rädern schiebenderweise nebenher zur Werkstatt gegangen. Nicht nur die Autofahrer sind eine Gefahr. Letzte Woche beim Durchfahren einer schlecht einsehbaren Unterführung, habe ich, um mich bemerkbar zu machen, die Fahrradklingel betätigt und bin äußerst rechts gefahren. Leider kam mir ein flotter Rennradfahrer genau auf meiner Spur entgegen. Zum Glück konnte er mir ausweichen. Eine Entschuldigung wäre auch nicht schlecht gewesen...
Vorgestern habe ich privat einen gebrauchten Grill günstig ergattert. Das Abholen gestaltete sich etwas umständlicher, als wenn ich schnell mal mit dem Auto vorgefahren wäre: Den Grill auf dem Rad drapiert, mit rechts gehalten und mit links das Rad geschoben.
Letztens fahre ich nachmittags schnell nach Hause, wollte ja noch so viel erledigen. Nach 16 km, bemerke ich, dass das Hinterrad fast platt ist. Also den letzten Kilometer bis nach Hause schieben. Dann schnell im Sauseschritt den Reifen flicken, ach nee, lieber schnell den anderen geflickten aufziehen, das geht schneller. Dann geht´s los zur Bandprobe nach Wahlstedt und später wieder nach Hause. Am nächsten Morgen um 5:30 Uhr will ich zur Arbeit fahren, da bemerke ich, dass der Reifen wieder Luft gelassen hat. Also noch mal ordentlich Luft drauf geben und los. Nach 14 km noch mal nachpumpen und anstelle von Pause auf der Arbeit, heißt es Rad flicken. Bis jetzt hält der Reifen.
Mal sehen, was die letzten beiden Tage noch bringen.

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...etwas verspätet

Geschrieben am 15.06.2021 von Heike Rohn
Team: Die Ärgertherapeuten
Kommune: Bad Segeberg im Kreis Segeberg

Der Plan war, nach einer Woche, also am Sonntag, zu schreiben. Nun ist es doch erst/schon Dienstag geworden.
Am 6.6. sollte es los gehen. Am 4.6. ist dann unser Auto stehen geblieben und wurde in die Werkstatt geschleppt. Also starteten wir bereits am 5.6. mit dem Verzicht aufs Auto. Zum Glück erstmal zum Spätdienst bei gutem Wetter. Nach Feierabend zeigten sich die ersten Schwierigkeiten: Um 21:00 Uhr Feierabend, kurz vor 22:00 Uhr zu Hause, duschen, runterkommen, schnell (gaaaanz schnell) schlafen und um 5:30 Uhr wieder los. Das klappte überraschend gut und die frische Luft früh am Morgen ist herrlich.
Am Mittwoch musste ich dann doch noch mal das Auto nutzen, da es repariert war und natürlich nicht drei Wochen in der Werkstatt stehen kann. Also rauf aufs Rad, die paar Kilometer zur Werkstatt, Auto nach Hause bringen, wieder aufs Rad zum Einkaufen.
Auf jeden Fall zeigen die, in der vergangenen Woche gefahrenen Kilometer, bereits, dass wir dieses Jahr mehr mit dem Rad fahren, als letztes Jahr. Bei mir sind es bereits 386 Km.

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Der letzte Tag und Fazit

Geschrieben am 12.09.2020 von Heike Rohn
Team: Die Ärgertherapeuten
Kommune: Bad Segeberg im Kreis Segeberg

Der letzte Tag ist angebrochen. Ich sitze am Frühstückstisch und warte auf meinen Mann, der mit dem Rad aus Rickling vom Nachtdienst kommt. Auch ich bin in den letzten drei Wochen immer mit dem Rad abends hin nach Kuhlen, morgens wieder nach Hause. Das fiel mir nicht schwerer als wenn ich mit Auto gefahren wäre. Mit dem Rad habe ich dann noch einen kleinen Umweg von jeweils drei km gemacht, damit ich mich noch etwas länger sportlich betätige. Das einzige Problem dabei zeigte sich gerade in den letzten Tagen. Bei Dunkelheit durch einsame Gegenden werde ich in Zukunft wieder mit dem Auto. Das bedeutet für uns, dass wir wieder eine gute Planung haben müssen, wer mit dem Auto hin und mit dem Rad zurück fährt...und umgekehrt.

Ein sehr ärgerliches Erlebnis habe ich letzte Woche in Wahlstedt gehabt. Ich fuhr auf der Straße, da kein Radweg vorhanden war. Ich hatte mich gerade über den Autofahrer hinter mir gefreut, der mit dem Überholen abwarten konnte, bis kein Gegenverkehr kommt, (das kenne ich auch ganz anders) da überholt der mich, in dem Moment hängt sich der Beifahrer aus dem Fenster und schreit mich an. Ich konnte ihn aufgrund des Schrecks und seines aggressiven Geschreis nicht gut verstehen. Es könnte sein, dass er mich darauf aufmerksam machen wollte, dass ich doch den Radweg (wo?) nutzen solle. Ich war nach diesem Erlebnis so sauer und hatte übrigens auch Angst, dass diese Typen mir vielleicht noch an einsamer Strecke auflauern würden, dass ich mir das Kennzeichen nicht gemerkt habe. Ab diesem Erlebnis wollte ich mir nicht mehr gefallen lassen, von Autofahrern diskriminiert zu werden und überlege noch, welche Kamera ich mir kaufe, um solche Taten aufzuzeichnen und sie dann zur Anzeige zu bringen.

Ein weiteres Ärgernis sind die Radwege in unserem Kreis. Sie sind oft eine Zumutung. Tiefe Schlaglöcher, Baumwurzeln, die sich unter dem Radweg erheben, plötzliche endende Radwege, so dass ich über einen Acker schieben musste (so passiert, als ich nach Kiel gefahren bin) oder auch einfach hohe Kantsteine, die das Rad beschädigen. Warum kann ich eigentlich die "Radar-Funktion" nicht nutzen?

Trotz dieser negativen Erkenntnisse , die ich auch bereits vor den letzten drei Wochen kannte, werde ich weiterhin überwiegend mein Rad benutzen. Die Challenge beim Stadtradeln hat uns einige Kilometer mehr gebracht. Schön wäre jedoch, wenn mehr Menschen öfter das Rad nutzen würden. Leider kannte keiner meiner Bekannten diese Aktion. Warum eigentlich nicht? Wie könnte es mehr beworben werden? Wie könnte das Interesse der Kommunen gesteigert werden, so dass die Medien sich mehr einbringen?

Heute Mittag ist die Abschluss-Radtour. Ich bin auf die anderen Teilnehmer gespannt und auf deren Ergebnisse und Erkenntnisse.
Auch wenn ich heute viele negative Dinge geschrieben habe, habe ich immer noch viel Freude am Radfahren. In drei Tagen lassen wir wieder das Auto stehen und fahren mit dem Rad in den Urlaub. Jeden Tag höchstens 100 km über den Nordseeküstenradweg nach Dänemark und zurück über den Ostseeküstenradweg.

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Ein Drittel ist noch zu meistern

Geschrieben am 05.09.2020 von Heike Rohn
Team: Die Ärgertherapeuten
Kommune: Bad Segeberg im Kreis Segeberg

Zwei Drittel haben wir nun hinter uns. Und es funktioniert! Diese Woche bin ich manchmal klitschenass vom Regen, die Tour zur Arbeit oder nach Hause gefahren. Da ich sowieso danach duschen wollte, war das nicht schlimm. Nur mein Rad tat mir Leid, so nass wurde es. Wenn möglich, habe ich es dann erstmal trocken gewischt. Nein, der Regen war nicht schlimm, schlimm war, dass die Tour zum Nachtdienst über Landstraßen, die bei Sonne herrlich zu fahren sind, leider schon ziemlich dunkel waren um 20:00 Uhr. Bei Dunkelheit fahre ich nicht gerne durch einsame Gegenden, das werde ich nach den drei Wochen auch nicht mehr machen. Gedanken mache ich mir auch schon über meinen Termin, den ich am Montag in Kiel habe. Kann ich nach dem Nachtdienst ohne Schlaf danach, insgesamt 100 km an einem Tag fahren? Oder soll ich für die Hintour die Bahn nehmen und zurück mit dem Rad fahren? Ich werde berichten....

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Die erste Woche ist rum

Geschrieben am 30.08.2020 von Heike Rohn
Team: Die Ärgertherapeuten
Kommune: Bad Segeberg im Kreis Segeberg

So, das war eine aufregende erste Woche. Am Montag der Termin der feierlichen Autoschlüsselübergabe vor dem Rathaus im Beisein der Segeberger Zeitung. Darauf folgend der tägliche suchende Blick in diese Zeitung und am Samstag endlich den Artikel entdeckt.
Der tägliche Weg zur Arbeit machte mir keine Probleme, den habe ich vorher auch schon meistens mit Rad zurück gelegt. Nur, dass ein Familienmitglied ins Krankenhaus kam und ich nun einen Rollator besorgen wollte, den dann auch mit Rad transportiert habe und abends nach anderen notwendigen Radtouren, die ich sonst mit Auto gemacht hätte, ganz schön kaputt war, das war nicht geplant. Trotz dieser Schwierigkeiten, weiß ich nun, dass auch solche Dinge mit Rad machbar sind.

Als Problem gestaltete sich für mich das Fahren durch einsame Gegenden nach dem Spätdienst im Dunkeln. Daher war ich froh, dass ich dann anstelle von 21:00 Uhr bereits um 20:00 Uhr Feierabend machen durfte, damit ich nicht im Dunkeln fahren musste. Das kann man mal machen, jedoch ist das nicht immer möglich, allein aus Rücksicht auf die Kollegen und darauf, dass ich dadurch meine wöchentliche Arbeitszeit nicht erreiche.

Für andere Touren, die ich vorher gar nicht gemacht hätte, weil ich dafür nicht extra das Auto nehmen wollte, habe ich mich dann mal eben aufs Rad geschwungen, auch um das schöne Wetter zu genießen. Okay, bei einer Tour hat es geregnet, aber nur einmal: Immer.

Übrigens: Es hat bereits eine Spinne ein Netz zwischen Auto und Carport gesponnen.

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1. Tag

Geschrieben am 23.08.2020 von Heike Rohn
Team: Die Ärgertherapeuten
Kommune: Bad Segeberg im Kreis Segeberg

Jetzt ist also soweit. Heute startet die Challenge und wir verzichten drei Wochen aufs Auto. Vorgestern noch schnell mit dem Auto los und zwei Kisten Selter geholt, damit wir die nicht mit dem Rad holen müssen. Samstag Abend dann mit dem Rad die 17 km zum Nachtdienst, da nach dem Dienst bereits Sonntag ist und das Stadtradeln startet. Es fühlt sich jedoch nicht viel anders an als sonst, denn ich bin bereits in den letzten Wochen sowieso nur in Ausnahmefällen mit dem Auto zur Arbeit gefahren. Dennoch mache ich mir Gedanken; Morgen ist der Pressetermin mit dem Bürgermeister und feierliche Autoschlüsselabgabe. Was ist, wenn ein Notfall eintritt? Was ist eigentlich ein Notfall? Wie wird es wenn ich Spätdienst habe? In der Dunkelheit nach Hause durch einsame Gegenden fahren war noch nie meine Lieblingsaktivität. Wir werden sehen.

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