STADTRADELN-Star Blog: Guntram Althoff


Bilanz

Geschrieben am 30.09.2021 von Guntram Althoff
Team: Green Team
Kommune: Eltville am Rhein

Wenige Stunden vor dem Ende des diesjährigen Radelns möchte ich mich schon mal an eine erste Bilanz wagen:
Das Stadtradeln war in diesem Jahr in vielen Bereichen etwas schwächer als im Vorjahr: Es gab einen leichten Rückgang bei der Zahl der Mitradelnden (von 295 auf 255), bei der Zahl der teilnehmenden Teams (24 auf 20) und auch bei der Zahl der Gesamtkilometer (bei aktuell ca. 47.000 Kilometern wird das letztjährige Ergebnis von gut 68.000 Kilometern nicht mehr erreicht werden).
Wie in vielen anderen Kommunen auch tritt ein Gewöhnungseffekt ein, der sich auf die Zahl der Aktiven und damit natürlich auch auf das Ergebnis auswirkt.
Viel wichtiger jedoch ist die Frage, ob das Stadtradeln etwas bewirkt: Seit der ersten Teilnahme der Stadt vor zwei Jahren hat das Thema Radfahren in Eltville einen gestiegenen Stellenwert - so viel ist klar!
Leider hinkt die Rathausspitze den Bedürfnissen der Radfahrenden leicht hinterher: Immer wieder werden Gefahrenstellen gemeldet, aber es dauert sehr lange, bis Reaktionen erfolgen.
2020 habe ich massiv öffentlichen Druck machen müssen, damit der Bürgermeister dann im November 2020 endlich Tempo 30 in der Schwalbacher Straße anordnete.
Auch in diesem Jahr gab es starken Handlungsdruck, in den sich die Rathausspitze durch das Fahrradverbot am Leinpfad selber brachte - es wurde überdeutlich, dass die Radwegeführung in der Wallufer Straße eher Gefahren als Sicherheit bringt; eine in der Stadtverordnetenversammlung eingebrachte Einführung eines breiteren und sichereren Radweges hätte schon im Mai erfolgen können, statt dessen gibt es immer noch die gefährliche Radführung an 13 uneinsehbaren Ausfahrten vorbei - ein Glück, dass in dieser Zeit kein Unfall passiert ist.
Das Öffnen von Einbahnstraßen für den Gegenrichtungsverkehr, aber auch das Aufstellen von Radständern ist ganz schön, aber es sind minimale Korrekturen im Vergleich zu dem, was notwendig ist.
Der öffentliche Straßenraum muss gerechter aufgeteilt werden, die einseitige Fixierung auf den PKW-Verkehr muss geändert werden.
Und an dieser Stelle sind wir in Eltville in den letzten Jahren noch immer nicht weiter gekommen.
Ich hoffe, für uns alle, für das Klima und die Nachhaltigkeitsstadt Eltville, dass die nächsten 12 Monate uns endlich etwas weiter bringen, damit das Radfahren in Eltvillel nicht länger eine Gefahr für die Gesundheit ist!

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Fördern durch Verbieten oder Logik für Fortgeschrittene

Geschrieben am 22.09.2021 von Guntram Althoff
Team: Green Team
Kommune: Eltville am Rhein

Seit einigen Monaten nun schon ist eine der schönsten Strecken für den Radverkehr gesperrt - der Leinpfad am Rheinufer.
Angeblich aus Schutz der Fussgänger vor den bösen Radfahrenden (wenn der Schutz schwächerer Verkehrsteilnehmenden ein Grund wäre, müsste dann nicht der PKW-Verkehr auf der Schwalbacher Straße zum Schutz der Schulkinder verboten werden? - mal drüber nachdenken)
Nach den netten Beruhigungspillen (Öffnen von Einbahnstraßen für den Gegenrichtungsverkehr, Aufstellen einiger mobiler Fahrradständer an Stellen, die kein Mensch braucht) zeigt sich hier offensichtlich, wie ernst es die Rathausspitze mit dem Fördern des Fahrradverkehrs meint.
Dass der Fussverkehr 24/7 geschützt werden muss, glaubt kein Mensch, der jemals vor 9 Uhr morgens dort unterwegs war. Klar, am Wochenende ist Radfahren dort nicht angesagt - keine Frage...
Jedoch stellt sich die Frage, warum undifferenziert der Fahrrad-Berufsverkehr dort verboten wird.
Hinzu kommt, dass radfahrende Kinder auf der Wallufer Straße denkbar schlecht aufgehoben sind, vor allem auf der sich dann anschließenden Gutenbergstraße. ... Wollen Sie Menschenleben gefähren Herr Bürgermeister???
Fördern durch Verbieten ? - Finde den Fehler

Im Name der Radfahrenden bitte ich den Bürgermeister wieder auf den "Leinpfad" der Vernunft zurück zu kommen.
Verwaltungshandeln muss angemessen sein, sonst ist es rechtswidrig und daher braucht es keine Verbotskultur des Bürgermeisters, sondern eine angemessene und differenzierte Betrachtung der Situation.

Bild

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Ich glaub, es geht schon wieder los!

Geschrieben am 10.09.2021 von Guntram Althoff
Team: Green Team
Kommune: Eltville am Rhein

Und wieder ist ein Jahr vorbei und das Stadtradeln 2021 läuft.
Nachdem ich im Vorjahr der einzige Stadtradeln-Star war, freue ich mich, dass ich mit Alyce, Gerda und Dominik Verstärkung bekommen habe - vier Menschen mit Rad, die es in den nächsten 3 Wochen mit Bus und Bahn, Rad und Roller versuchen - das Auto hat Auszeit! Das zeigt mir, dass der Stellenwert des Radfahrens in Eltville weiter angewachsen ist.
Auch ist der bisherige Anmeldestand gleich zu Beginn mit fast 200 Teilnehmenden ein erfreulich guter Wert.
JA, das Radfahren gehört zu Eltville und genau das sollten wir alle (hoffentlich steigern wir die Zahl von 300 Radelnden aus dem Vorjahr noch) in den nächsten 3 Wochen zeigen!
Ich freue mich: Auf viele gute Begegnungen, schöne Touren und eine gute Entwicklung für das Radfahren in Eltville!
Auf gehts !

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Ich glaub, es geht schon wieder los!

Geschrieben am 10.09.2021 von Guntram Althoff
Team: Green Team
Kommune: Eltville am Rhein

Und wieder ist ein Jahr vorbei und das Stadtradeln 2021 läuft.
Nachdem ich im Vorjahr der einzige Stadtradeln-Star war, freue ich mich, dass ich mit Alyce, Gerda und Dominik Verstärkung bekommen habe - vier Menschen mit Rad, die es in den nächsten 3 Wochen mit Bus und Bahn, Rad und Roller versuchen - das Auto hat Auszeit! Das zeigt mir, dass der Stellenwert des Radfahrens in Eltville weiter angewachsen ist.
Auch ist der bisherige Anmeldestand gleich zu Beginn mit fast 200 Teilnehmenden ein erfreulich guter Wert.
JA, das Radfahren gehört zu Eltville und genau das sollten wir alle (hoffentlich steigern wir die Zahl von 300 Radelnden aus dem Vorjahr noch) in den nächsten 3 Wochen zeigen!
Ich freue mich: Auf viele gute Begegnungen, schöne Touren und eine gute Entwicklung für das Radfahren in Eltville!
Auf gehts !

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"Und sie bewegt sich doch" ODER Die Sicherheit auf dem Radweg zum Eltviller Schulzentrum

Geschrieben am 01.10.2020 von Guntram Althoff
Team: Green Team
Kommune: Eltville am Rhein

Mit der obigen Nutzung des berühmten Zitats von Galileo Galilei möchte ich die Haltung der Stadt Eltville im Zusammenhang mit dem Radweg vom und zum Schulzentrum Eltville kommentieren.
In diesem Blog habe ich vor gut einem Monat den sogenannten "Schutzstreifen" hinterfragt, der keinerlei Sicherheit für Radfahrende auf der Schwalbacher Straße auf dem Weg zum Schulzentrum oder zum Friedhof bringt. Auch habe ich angekündigt, nach Möglichkeiten zu suchen, wie die Verkehrssicherheit verbessert werden kann. In mehreren Schreiben mit der Kreisverwaltung wurde rasch klar, dass es baulich etwas schwierig werden kann, dass aber die Stadt als Verkehrsbehörde schon immer die Möglichkeit gehabt hat, Tempo 30 anzuordnen!

Genau dies allerdings wurde immer von der Stadt ausgeschlossen, denn der Kreis habe die Entscheidung zu treffen.

Nachdem ich als Stadtradeln-Star nun Tempo 30 als kurzfristige Lösungsmöglichkeit eingebracht habe und nachdem es eine "Pool-Nudel-Fahrt" (Schwimmhilfe als Abstandshalter auf dem Gepäckträger) mit mehreren Teilnehmenden gab, die aufzeigte, wie wenig Schutz der "Schutzstreifen" auf der Schwalbacher Straße wirklich bietet, ist der Bürgermeister endlich den Forderungen von so vielen Seiten nachgekommen und hat ab Mitte Oktober Tempo 30 auf der Schwalbacher Straße angeordnet.

Natürlich könnte man sich fragen, warum dies erst heute geschieht: Die rechtlichen Möglichkeiten der Stadt waren schon seit Jahren gegeben. Auch ist die Gefahrenlage für die Radfahrenden schon seit Jahren hoch. Und ebenfalls seit Jahren ist klar, dass der "Schutzstreifen" wirkungslos ist, wobei hinzu kommt, dass er ja auch nur auf einer Seite vorhanden ist.

Diese Fragen jedoch wollen wir nicht länger aufwerfen: Freuen wir alle uns, dass nach den Herbstferien endlich der Schulweg für die Kinder und Jugendlichen von Gymnasium und Realschule sicherer wird.

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Stadtradeln 2020 beendet ! - Stadtradeln 2020 beendet ?

Geschrieben am 17.09.2020 von Guntram Althoff
Team: Green Team
Kommune: Eltville am Rhein

In wenigen Minuten endet das diesjährige Stadtradeln, auch und gerade für mich eine ganz besondere Zeit, denn als "Stadtradeln-Star" stand in diesem Jahr für mich kein Auto zur Verfügung.
Aber die Kombination Fahrrad / ÖPNV hat mir das fehlende Auto mehr als ersetzt.
Ich habe Straßen und Wege benutzt, die ich zum Teil vorher noch gar nicht kannte. Durch die verminderte Reisegeschwindigkeit habe ich Dinge entdeckt, die mir im Auto nie aufgefallen wären.
Und ich habe - alleine in diesen drei Wochen - festgestellt, dass die Fitness sich arg verbessert hat.
Die morgendliche Radtour zur Arbeit ging immer flotter und am Ende war ich fast 10 Minuten schneller als am ersten Tag des Stadtradelns.

Aber als Lokalpolitiker habe ich auch einige "Arbeitsaufträge" aus diesen drei Wochen mitgenommen: Zwar wurden Einbahnstraßen für den Gegenrichtungsverkehr für Fahrräder geöffnet, ansonsten aber hat sich in den letzten Jahren für das Radfahren in Eltville nicht viel getan. Es wurden von Verantwortlichen viele hehre Worte gesprochen, aber de facto gibt es in der Nachhaltigkeitskommune Eltville noch immer keine substantiellen Verbesserungen für das Radfahren: Wo in Eltville so großer Wert auf PKW-Parkplätze gelegt wird, lässt sich feststellen, dass noch nicht einmal an jedem öffentlichen Gebäude in Eltville Fahrradständer vorhanden sind. Zu den Radwegen ist zu sagen, dass einige Radwege eher mehr Verkehrsgefahren als eine höhere Sicherheit bringen. Auch stellt sich die berechtigte Frage, warum auch ein Jahr nach dem Stadtradeln 2019 die Mehrzahl der über RADar! gemeldeten Schwach- bzw. Gefahrenpunkte noch immer nicht abschließend bearbeitet werden konnte! - Wenn die Motivation von Radfahrenden, "Knackpunkte" zu melden, so gering geachtet wird, sagt auch das einiges aus!

Fazit: Zum Ende des "offiziellen" Stadtradelns steht fest, dass mein persönliches Stadtradeln weiter gehen wird. Auf dem Rad, aber auch in der Politik!

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Das Meer und die Rillung

Geschrieben am 17.09.2020 von Guntram Althoff
Team: Green Team
Kommune: Eltville am Rhein

Kann man mal drüber nachdenken ... aber natürlich auch über die Rillung beim Gullideckel ( in RAD-FAHRTRICHTUNG, gesehen unterwegs - zum Glück nicht in Eltville )

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Das Pool-Nudel-Rudel-Radeln oder Der Schulweg ohne Abstand

Geschrieben am 15.09.2020 von Guntram Althoff
Team: Green Team
Kommune: Eltville am Rhein

Das Thema Sicherheit auf dem Radweg, der mitunter ja auch ein Schulweg ist, beschäftigt mich schon längere Zeit. Gerade der Radweg an der Schwalbacher Straße gerät da natürlich rasch in das Visier eines radelnden und mitdenkenden Verkehrteilnehmers.
Wenngleich meine Tocher erst im nächsten Jahr zur möglichen Dauernutzerin dieses Radweges wird, bin ich als Stadtpolitiker schon länger mit dem Radweg beschäftigt.

Gestern nun der ultimative Selbsttest.
"Bewaffnet" mit einer Pool-Nudel, die auf dem Gepäckträger befestigt, überholende Autos auf 1,50 Meter Abstand halten sollte (die Straßenverkehrsordnung schreibt diesen Mindestabstand für Autos, die Fahrräder überholen vor), ging es die Schwalbacher Straße rauf und runter, letzteres auf dem vom Bürgermeister als "Schutzstreifen" bezeichneten "Weg".
Es zeigte sich, dass die Pool-Nudel stets weit in den Straßenraum hinein ragte, der "Schutzstreifen" reichte nicht im Ansatz aus, Sicherheit zu geben!
Da aus dem Rathaus immer wieder gesagt wird, dass bei dieser Kreisstraße die Zuständigkeit nicht in Eltville, sondern im Kreishaus liegt, frage ich mich, warum nicht schon lange Verbesserungen für die Sicherheit vorgenommen wurden - (bauliche Veränderungen oder Tempo 30).

Um die ganze Sache etwas in Schwung zu bringen, habe ich daher heute einen Brief an den Landrat geschickt, in dem ich die Frage aufwerfe, ob es schon zur Kontaktaufnahme vom Rathaus in Richtung Landratsamt gekommen ist und wie der Kreis zu Veränderungen, die zu mehr Sicherheit führen, steht.

Zurück zum Selbstversuch: Der Schutzstreifen ist ein Witz, denn er bringt NULL Sicherheit!
Wir waren mit mehreren Leuten unterwegs und immerhin hatten wir den Eindruck, dass die Geschwindigkeit aufgrund der Pool-Nudeln etwas geringer wurde. Noch geringer wurde die Geschwindigkeit der Autos, als wir die Rheingaustraße sowie die Gutenbergstraße durchfuhren. Aufgrund der parkenden Autos rechts und uns als Radfahrende daneben, blieb schlicht kein Platz zum Überholen, so dass die Überholvorgänge einfach ausfielen.
Es stellt sich die Frage, ob es wirklich so sinnvoll ist, wertvolle und knappe Verkehrsfläche so verschwenderisch für den ruhenden Verkehr zu opfern...

Fazit: Sicherheit fällt nicht vom Himmel und wenn unsere Kinder es uns wert sind, sollten wir an der Schwalbacher Straße nach Lösungen suchen, die mehr Sicherheit bringen und nicht nur Sicherheit vorgaukeln!

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Die Last der Lust mit dem Lastenrad

Geschrieben am 11.09.2020 von Guntram Althoff
Team: Green Team
Kommune: Eltville am Rhein

Es gibt Dinge, die kann man nicht wirklich beschreiben - da schwächeln Beschreibungen, da hinken Vergleiche und versagen die Versuche, passende Adjektive zu finden:
So ergeht es mir gerade, doch ich versuche zumindest in der zeitlichen Reihenfolge zu bleiben, wenn mir die Beschreibung schon nicht recht gelingen will:
Ein Wallufer Partner des Eltviller Stadtradelns, der mit "Zweirädern" handelt und die dazu gehörenden "Emotionen" liefert, erklärte sich bei der Auftaktveranstaltung bereit, ein Lastenrad für ein paar Testfahrten zur Verfügung zu stellen.
Dieser Test fand statt und schon im Moment der Übergabe beschlich mich ein Gefühl der Art, dass diese ausgeliehenen 2,30 Meter und geschätzten 40 Kilo gerade mehr als nur ein Leihvorgang sein könnten.
Wenngleich die ersten 200 Meter noch recht unsicher, weil mit null Erfahrung auf solch einem Gefährt, ja noch nicht einmal einem "normalen E-Bike", fand ich rasch einen Rhythmus, einen für mich ungewohnt raschen Rhythmus. Die Gänge, die Zuschaltung und vieles mehr lief absolut flüssig und so fühlte ich mich schon nach wenigen Kilometern mit dem Rad vertraut.
Noch einen kleinen Umweg über Kiedrich, warum eigentlich nicht ...

Bei diesem Umweg folgte der bemerkenswerteste Moment des Ausleihtages: Als ich den Blitzer zwischen Eltville und Kiedrich passierte, schaute ich reflexartig auf den Tacho - ich hatte das Gefühl für die Geschwindigkeit verloren und war einen Moment lang unsicher.
Natürlich war ich weit von der Blitzgeschwindigkeit entfernt, aber der Reflex des Nachsehens zeigte: Es hat mich gepackt.
Am Tag darauf: In 25 Minuten von Erbach zunächst auf den Eichberg (bis ganz oben), runter mit kurzer Pause an der dortigen Kapelle und weiter nach Kloster Eberbach! Das alles ohne jegliche Schweißtropfenbildung.
Kurz vor der Rückfahrt noch Leergut wegbringen - zwei Kästen Getränke und vieles mehr haben dort locker Platz (ersatzweise auch ein Kind, das Lastenrad verfügt "natürlich" über einen Kindersitz).
Das subjektive Sicherheitsgefühl ist recht hoch: Ich hatte aufgrund der Masse des Rades niemals das Gefühl, Verkehrsteilnehmer zweiter Klasse zu sein, von Autofahrenden nicht für voll genommen zu werden - das jedoch ist leider ein wesentlicher Unterschied zur Realität beim "normalen Radfahren" , bei dem die Akzeptanz gleichberechtigter Verkehrsteilnehmenden noch lange nicht erreicht ist.

Noch 30 Stunden nach der Rückgabe wirkt der Rausch nach, die Fahrbemühungen auf dem eigenen Rad zeigen die Mühen der Ebene, nicht zu reden von den Anstrengungen der Anstiege !

Fazit: Ich denke, so lässt sich die Verkehrswende gestalten; mit so einem Lastenrad braucht man wirklich kein Auto mehr - zumindest nicht für die Einkäufe! Allerdings ist das Zusammenspiel von ÖPNV und Lastenrad doch arg problematisch. Bei diesem Gewicht und den Ausmaßen ist es gar nicht so einfach in die Züge zu kommen.

Und was bei "normalen" Rädern schon schwer ist, ist mit dem Lastenrad ein Ding der Unmöglichkeit : Der im Jahre 2020 immer noch extrem barrierevolle, weil zwei vielstufige Treppen und eine unschöne und übelriechende Passage beinhaltende Bahnhof Eltville ( es gibt tatsächlich weder eine Rampe noch einen Aufzug! - Bild 3 zeigt ihn - unabhängig von der Schuldfrage: Muss der Bahnhof einer Nachhaltigkeitskommune so aussehen???) verhindert de facto die Nutzung mit dem Lastenrad (aber auch mit "normale" Rädern, Rollatoren, Kinderwagen) aus Richtung Wiesbaden bzw. in den Rheingau!

Aber auch mit Lastenrad fallen die Radwege auf, die im Nichts enden, die wenig durchdachten Streckenführungen sowie die vielen Unübersichtlichkeiten, die dadurch entstehen, dass in Eltville viele Flächen, die für eine freie Sicht sinnvoll wären, für Parkplätze genutzt werden; nicht umsonst gab und gibt es in Eltville immer wieder Situationen, in denen es zu unnötigen Unfällen unter Beteiligung von PKW und Fahrrädern kommt, bei denen dann aufgrund der Größen- und Gewichtsverhältnisse, die Radfahrenden im Regelfall die Verletzungen erleiden.
Ich denke, dass eine Verkehrswende auch diesen Punkt anpacken muss!

Ansonsten träumt der Chronist noch ein wenig vom Lastenrad und wünscht uns allen eine erfolgreiche letzte Woche des Stadtradelns 2020!

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Der Stein des Anstoßes

Geschrieben am 06.09.2020 von Guntram Althoff
Team: Green Team
Kommune: Eltville am Rhein

Die Welt und das Radfahren könnten so schön sein, gäbe es da nicht die vielen Hindernisse auf dem Wege. Gemeinhin unterscheidet man da zwei Arten von Hindernissen:
Die beweglichen Hindernisse (Autos, andere Räder, Fußgehende, Tiere und ab und an auch Bälle) sowie die unbeweglichen.
Diese lassen sich wiederum unterteilen in durchaus sinnvolle, aber auch völlig sinnlose. Zu letzteren gehören zahlreiche Bordsteinkanten, die den Radfahrenden das Leben schwer machen. Wie oft werden Radfahrende auf ihren Wegen durch häufiges Aufrütteln durchgeschüttelt. Das ständige "Pok-pok" nervt und schadet zudem den Felgen.
Ach wäre es nur das "Nerven und die Felgenschäden" ...

Auf einem für den Gegenrichtungsradverkehr freigegebenen Wegabschnitt zwischen Eltville und Erbach (beim Tagungszentrum der Bundesbank) folgt auf einen gut ausgebauten Radweg eine knapp 1,20 Meter breite Passage, die sich fussgehende und radfahrende Menschen teilen müssen, zudem halt in zwei Richtungen. Die Auffahrt auf diesen Abschnitt ist so gebaut, dass sie zu Stürzen einlädt, zumal sie in spitzestem Winkel (unter 90 Grad) stattfinden muss. - Da versteht man alle, die mit dem Fahrrad den Radweg meiden und sich in den PKW-Verkehr einreihen.
Dass es auch anders geht, zeigen hunderte Kommunen in Deutschland : Unter anderem die Nachbargemeinde Walluf, die z. B. auf dem straßenbegleitenden Radweg an der alten B 42 an den Stellen, wo der Radweg Straßen schneidet, abgesenkte Bordsteine verlegt hat.
Ich habe in Eltvile gesucht und habe dann tatsächlich auch abgesenkte Bordsteine gefunden; es gibt sie: Abgesenkte Bordstein, jedoch an Zebrastreifen im Stadtgebiet. Es stellt sich die Frage, warum das bei Fusswegen machbar ist, bei Radwegen bzw. Wegen, die sich fürs Radfahren anbieten, aber nicht gemacht wird. - Und warum beim Anlegen einer Straße (z. B. Kaspar-Kloos-Str. in Erbach) ein 10 Zentimeter hoher Bordstein das Radfahren und auch das Autofahren erschwert, erschließt sich in keinster Weise, denn dies erschwert unnötigerweise allen Beteiligten das Vorwärtskommen. Ich denke, in Eltville gibt es diesbezüglich jede Menge Verbesserungspotential! - Zur Not könnte so eine "Rampe" ja auch mit etwas Teer erstellt werden.

Am eben angesprochenen Radweg zwischen Erbach und Eltville gibt es übrigens auch eine recht hässliche Schranke, die "Radfahrer vor sich selbst schützen soll", wie der Bürgermeister es einmal formuliert hat. Während ich mich frage, warum man Radfahrende an dieser Stelle vor sich selber, nicht aber vor den Autos schützt (eine Bodenschwelle auf der Zufahrt zur Tankstelle würde Wunder wirken), denke ich daran, dass Eltville im Vorjahr beim Fahrrad-Klima-Test gerade einmal den 172. Platz von 186 teilnehmenden Gemeinden belegt hat (passt das eigentlich zur Nachhaltigkeitskommune Eltville?); so titelte das Rheingau-Echo am 25.04.2019 :

"Eltville ist eine fahrradunfreundliche Kommune!" - Wie es scheint, ist die Schlagzeile nicht ganz unbegründet...

Ich hoffe, dass wir dies in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren ändern können.
Radfahrende und Verwaltung, die Politik sowie Bürger, Bürgerinnen und Bürgermeister wollen Eltville in Bezug auf das Radfahren deutlich verbessern:

Daher melden Sie bitte über Mein RADar! (hier beim Stadtradeln) alle Stellen, die gefährlich, problematisch oder verbesserungsfähig sind!

Fazit: Es gibt viel zu tun, verbessern wir gemeinsam das Radfahren in Eltville !

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Wie gut ist Eltville? - Fahrradklima-Test 2020

Geschrieben am 04.09.2020 von Guntram Althoff
Team: Green Team
Kommune: Eltville am Rhein

Jährlich führt der ADFC einen Fahrradklima-Test durch: In dieser Umfrage werden aktive Radler befragt, wie sie die Fahrradsituation in ihrer Kommune bewerten. In Form von Schulnoten erfolgt dann zum Ende der Aktion eine Bewertung aller Kommunen. 2019 belegte Eltville von den in Hessen teilnehmenden Kommunen mit einer 4,3 den zweitletzten Platz.

Seit dem 1. September läuft die Aktion 2020 : Wir Radelnden können entscheiden und bewerten, ob sich die Situation des Fahrradverkehrs in Eltville verbessert hat !

Wesentliche Veränderung seit dem letzten Jahr ist die Öffnung von Einbahnstraßen für den Gegenrichtungsverkehr mit Fahrrädern - ob das für eine Verbesserung ausreicht?


Hier der link: https://fahrradklima-test.adfc.de/

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"Against all odds"

Geschrieben am 02.09.2020 von Guntram Althoff
Team: Green Team
Kommune: Eltville am Rhein

Nun ja, natürlich nicht gegen alle Widerstände (wie von Phil Collins besungen), wohl aber gegen die übliche Fahrtrichtung einer Einbahnstraße fahren zu dürfen - das gibt es in vielen Städten schon seit gefühlten hundert Jahren. Eltville hat sich in diesem Punkt bisher immer extrem zurückgehalten - um der Wahrheit die Ehre zu geben: Es gab keine einzige Straße, in der dies möglich war!
Im letzten Jahr wurde dies u. a. über RADar! eingefordert und "schon ist es da"!

Mit zunächst kleinen, beinahe schüchternen Schildchen, wurde dies dem geneigten Autofahrer signalisiert. Mittlerweile haben die Schilder in einigen Straßen "Verstärkung bekommen" : So gibt es nunmehr auch Markierungen auf dem Straßenbelag, die den Autofahrenden signalisieren, dass mit Gegenverkehr zu rechnen ist.
Dennoch habe ich - wie viele andere auch - schon einige brenzlige Situationen erlebt, in denen die PKW-Lenkenden aufgrund der Verkehrssituation die Bodenmarkierung einfach zu spät sahen.
Als Berufspendler nach Wiesbaden habe ich dort eine Verbesserungsidee gesehen, die auch an einigen Stellen in Eltville Sinn machen würde.
"Leitzylinder" - so heißen die Dinger tatsächlich - in einem quietschigen Orange machen endgültig klar, dass die Straße nicht dem Auto alleine gehört und trennen Hauptverkehrsspur sowie den Gegenrichtungsverkehr auch rein physisch.
Gerade in Straßen, in denen es viele Auswärtige gibt, sind die Leitzylinder hilfreich: Denn, wer mit der Suche nach dem richtigen Weg beschäftigt ist, rechnet nicht auch noch mit so einer Überraschung.
Fazit: Eine gute Idee - auch und gerade für Eltville !

P. S. Zukünftige Bilder werde ich so einstellen bzw. aufnehmen, dass sich niemand beim Zusehen den Hals verrenken muss, sprich die Kamera richtig ausrichten ... ich bitte um Nachsicht!

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Das Kloster und das Rad

Geschrieben am 31.08.2020 von Guntram Althoff
Team: Green Team
Kommune: Eltville am Rhein

Das Stadtradeln hat gleich durchgestartet: Quasi von 0 auf 100 läuft es "rund" . Schon 8.000 Kilometer sind im Sack !!! Ein toller Auftakt!

Zu einer Tour durch den Rheingau gehört fast immer auch ein Besuch von Kloster Eberbach. Auch bei unserem Familienausflug gestern war das nicht anders.
Anders allerdings war, dass wir uns dem Kloster mit dem Rad näherten: Ein unglaublich schönes Gefühl, beim Anrollen nicht schon an die Parkplatzsuche denken zu müssen!
Der Parkplatz war - wie fast immer - pralle gefüllt und einige Fahrzeuge standen auch in einer den Ordnungsbehörden missfallenden Position. Als Radler konnten wir dagegen bis auf Klostergelände rollen.
Beim Verlassen des Geländes sahen wir die abfahrbereite "172" , die wir links liegen ließen, dafür machten wir noch den schönen Abstecher zum Wacholderhof! Auch hier Parkplatznöte - zumindest für die PKW.
Fazit des Tages : Für Radler gibt es auch an den schönsten Orten im Rheingau keine "herkömmlichen" Parkplatzprobleme - dazu an anderer Stelle noch ein paar weitere Gedanken!

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Eröffnungstag

Geschrieben am 28.08.2020 von Guntram Althoff
Team: Green Team
Kommune: Eltville am Rhein

28.08.2020 - 07:00 Uhr :

Verdächtige Ruhe auf den Eltviller Kilometerzählern. Heute geht es los und ich freue mich auf die Eröffnungsfeier heute um 14 Uhr, aber auch und gerade auf drei Wochen intensive und spannende Wochen, in denen ich die vier Räder des Autos gegen das Zweirad eintausche.
Ich habe mich verpflichtet, in den nächsten drei Wochen "kein Auto von innen zu sehen" , sprich nur mit Fahrrad und ÖPNV unterwegs zu sein. Um dies noch einmal zu verdeutlichen, habe ich während der Eröffnung des diesjährigen Stadtradelns den Schlüssel meines Autos dem Bürgermeister übergeben.

Uns allen nun viel Freunde und gute Er-FAHR-ungen !

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Noch 4 Wochen

Geschrieben am 28.07.2020 von Guntram Althoff
Team: Green Team
Kommune: Eltville am Rhein

STADTRADELN 2020

Ich freue mich – ich freue mich sogar riesig auf das Eltviller Stadtradeln 2020 !

Nach der erstmaligen Teilnahme im Vorjahr etabliert sich die Veranstaltung, die den Fokus in Eltville für drei Wochen auf das Radfahren lenkt.

Schon heute fahre ich viel mit dem Fahrrad, drei Wochen Auto-Pause fallen mir daher nicht sehr schwer, zumal ich zukünftig eh ganz ohne eigenes Auto auskommen möchte.

Ich bin auch darauf gespannt, welche Überraschungen in positiver und negativer Hinsicht ich in diesen drei Wochen erleben werde – ich bin gespannt, ob sich auch mein ganz persönlicher Fokus ändern wird, meine Sicht aufs Radfahren, meine Einstellung zu verkehrlichen Fragen …

Ich bin gerne dabei, aber ich glaube, es ist für mich auch wichtig, beim Stadtradeln dabei zu sein. Wir sind in der Verkehrswende und als Mitglied im Stadtparlament stehe ich immer wieder vor Entscheidungen, die das Zusammenspiel der Verkehrsteilnehmer betreffen: aktuelles Beispiel ist die Neugestaltung des Matheus-Müller-Platzes, wo es um ein gutes Miteinander von Autos, Fahrrädern, Fussgängern und ÖPNV geht!

Ob meine Überlegungen und das Versprechen, regelmäßige Berichte einzustellen sowie drei Wochen "kein Auto von innen zu sehen"  ausreichen, um ein Stadtradeln-Star zu sein; es ist nicht meine Wortwahl und es war auch nicht meine Entscheidung. Die Organisatoren haben diesen Begriff vorgegeben und wenn ich sehe, wie viele Menschen das Radfahren intensiver als ich betreiben, wäre schon der Begriff „Sternchen“ bei mir übertrieben.

Sei es drum – ich freue mich auf diese Herausforderung und darauf, ein Teil dieses zweiten Eltviller Stadtradelns zu sein.

Möge es Eltville voranbringen, auf dem Weg zu einer fahrradfreundlichen Stadt mit einer gleichberechtigten Mobilität


Guntram Althoff

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