STADTRADELN-Star Blog: Riegel am Kaiserstuhl im Landkreis Emmendingen


Haben Kleider ein Verfallsdatum?

Bild Geschrieben am 01.07.2021 von Daniel Kietz
Team: RADhaus
Kommune: Riegel am Kaiserstuhl im Landkreis Emmendingen

Dieses Jahr ist der Wurm drin. Ersichtlich an der Anzahl meiner nicht geschriebenen Blogeinträge. Irgendwie verläuft das Radeln diesmal nahezu unbemerkt, ereignislos und völlig unspektakulär. Da helfen auch keine Starallüren. Und nun ist die SR-Saison schon fast vorbei.
Ein Blick in den Kalender lässt aber Hoffnung aufkeimen - Bürgermeisterversammlung in Freiamt: 15km, 287 Höhenmeter; und das Beste: der Wetterbericht sagt schwere Regenschauer voraus. Das könnte was werden.
Googelmaps prophezeit 1h und 7min. Fahrzeit. Vermutlich wird hier nicht an meine Fähigkeit geglaubt, den Akku rechtzeitig zu laden und so starte ich dennoch rechtzeitig, wohlwissend, dass im Kurhaus eine geniale Schwarzwälder Kirschtorte aus dem Cafe Duft auf mich wartet und die Gefahr besteht, dass meine Kollegen sich an dieser vor meinem Eintreffen gütlich tun würden.
Stellt sich noch die Frage nach der Kleidung. Standesgemäß - und vor allem in Anbetracht elektrischer Unterstützung - wähle ich den blau-grauen Anzug. Da man sich als Radfahrer im Straßenverkeht aber auffällig kleiden soll, binde ich mir noch die roteste Krawatte um, die im Schrank zu finden ist.
Die Fahrt beginnt trocken. Feucht wird es erst, als sich die ersten Schweißperlchen auf der Stirn bei der ersten Steigung festsetzen - es handelt sich dabei um die Straßenbrücke über die B3. Aufgrund meiner ingenieurmäßigen Vorbildung finde ich aber auch gleich die Ursache: der Elektroantrieb ist ausgeschaltet.
Der Rest der Fahrt verläuft dagegen dank Antrieb wenig spektakulär. Einige erstaunte Blicke überholender Rennradfahrer und ein immer nasser werdendes Hemd sind noch das Erzählenswerteste. Wobei es sich diesmal nicht um die innere Feuchtigkeit handelt sondern um den einsetzenden Regen und mein Unvermögen, den richtigen Zeitpunkt für das Anziehen einer Regenjacke zu finden.
Nach 40 min. ist das Ziel erreicht und ich komme tatsächlich in den Genuss der genialen Schwarzwälder Kirschtorte.
Über die Versammlung gibt es nichts zu berichten (ist ja schließlich nichtöffentlich ;-) Aber zum Ende hat sich draußen alles zusammengebraut, was das Schwarzwälder Wetter zu bieten hat. Extra für mich haben sich alle dunklen Wolken versammelt um sich auf der Stelle direkt über mir zu ergießen. Allerdings bin ich bestens gewappnet: Regenüberschuhe, Regenhose, Goretexjacke und Helmüberzug - Ausrüstung ist halt alles.
Ich widerstehe den Angeboten meiner lieben Kollegen, das Rad in den Kofferraum zu laden und mich nach Hause zu fahren, auch wenn sie mir versprechen, es keinem weiterzuerzählen. Außerdem lockt ja eine berauschende Talabfahrt.
Diese wird allerdings zur großen Herausforderung, da ich mangels Scheibenwischer die Brille in der Tasche anstatt auf der Nase trage und ich wegen des starken Regens mindesten ein Auge zukneifen muss. Andererseites ist wenig Verkehr und so komme ich wohlbehalten ins Tal - dem Herrn sein Dank. Komisch ist nur das Gefühl in den Beinen - irgendwie nass. Zuhause angekommen (siehe Bild) entledige ich mich meines professionellen Regenoutfits (ohne Bild) - und siehe da, die Anzughose sieht aus wie frisch aus der Waschmaschine, nass bis zum Anschlag. Kann es sein, dass Regenhosen schon nach 20 Jahren undicht werden? Ein Verfallsdatum kann ich trotz intensiver Suche nicht finden. Naja, jedenfalls bin ich froh, dass das nicht auf der Hinfahrt passiert ist. Wäre ja zu peinlich gewesen.
So endet also dieser kleine Ausflug mit 32km auf dem Konto. Besser gesagt, hätte enden können, denn meine Frau möchte tatsächlich noch für eine Besorgung nach Malterdingen! Da komme ich ja gerade her, es regnet immer noch in Strömen und meine Regenkleider sind ja unbrauchbar bzw. nass. Andererseits locken noch einmal 10km fürs Konto und bei Platz 176 zählt ja schließlich jeder Meter. Und dann gibt es ja noch die im letzten Blogbeitrag erwähnte Stadtradeln-Star-Mutter, die mit all ihrer Lebenserfahrung das ultimative Regenhilfsmittel hat: einen Regenponcho. Und was soll ich sagen: nach 10km wieder trocken zuhause - außer den nassen Füßen.
So, nun habe ich ja tatsächlich aus einem kleinen Ereignis viele Worte gemacht - scheint eine Bürgermeistereigenschaft zu sein ;-)
In diesem Sinne wünsche ich allen Radlern auf der Zielgeraden noch viel Spaß.

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Vom Nutzen der Vergesslichkeit

Geschrieben am 29.06.2021 von Daniel Kietz
Team: RADhaus
Kommune: Riegel am Kaiserstuhl im Landkreis Emmendingen

Die Zeit vergeht wie im Flug - und das obwohl Radfahren ja angeblich entschleunigt.
Die zweite Stadtradelnwoche ist vorbei und es wird Zeit für eine erste Zwischenbilanz - aber bitte nicht der eigenen, denn die sieht hundsmiserabel aus, auch wenn die Stadtradeln-Star-Mutter nicht nur selbst viele Kilometer fährt, sondern auch den Stadtradeln-Star-Sohn zur Sammlung derselben ermuntert.
Deutlich erfreulicher ist dagegen die Bilanz der RRR (Riegeler Radlerinnen und Radler): im Landkreis derzeit auf Platz 1, dicht gefolgt von den WRR aus Wyhl.
Da stellt sich nun die große Frage, was wohl das Geheimnis dieses Erfolges sein könnte.
Hypothese Nr. 1: in Riegel wird beim Aufschreiben der Kilometer geschummelt. Da ich aber davon ausgehe, dass das Schummel-Gen in der ganzen Republik gleichmäßig verteilt ist, scheidet das wohl eher aus.
Hypothese Nr. 2: Die Riegeler sind die ultimativen Sportskanonen. Ein Blick in die Teilnehmerliste offenbart tatsächlich einige Athleten, die durch eine ausgesprochene Fitness hervorstechen. Aber die meisten sind sportlich betrachtet so gewöhnlich wie Du und ich (ok, vielleicht doch etwas besser als ich - aber das ist ja auch keine Kunst).
Beides sind daher keine wirklich überzeugenden Gründe. Auf dem Heimweg kommt mir dann aber die Erleuchtung. Zuhause angekommen, stelle ich fest, dass ich meinen Hausschlüssel, den Geldbeutel und die Jacke im Rathaus vergessen habe. Also noch einmal die 1,1km zurück und wieder heim. Als ich daheim die Türe aufschließen möchte, kann ich diesen in meiner Tasche nicht finden - ich habe tatsächlich nur den Geldbeutel und die Jacke geholt und den Schlüssel immer noch im Rathaus liegen lassen. Also noch einmal zurück um den Schlüssel zu holen. So wurde aus einer Heimfahrt von 1,1km immerhin eine Strecke von 5,5km.
Als ich diese Peinlichkeit einem nicht genannt werden wollenden Familienmitglied erzähle, gesteht er mir unter dem Siegel der Verschwiegenheit (also bitte nicht weitererzählen), dass ihm letzte Woche ähnliches passiert ist - aber mit 5 mal hin- und herfahren. Sollte dieses Phänomen der Vergesslichkeit nicht seine Ursache im Familien-Gen haben, sondern noch mehr Riegeler davon betroffen sein, würde uns das natürlich in der Kilometerbilanz ganz weit nach vorne katapultieren. Da mir für eine detailliertere wissenschaftliche Untersuchung dieser Hypothese jedoch jegliche Kompetenz fehlt, entscheide ich mich für die allerwahrscheinlichste aller Hypothesen: Die RRR lieben den fairen Wettbewerb, haben ein großes Herz für die Gemeinschaft und haben die Leidenschaft für das gemeinsame Radfahren entdeckt.
In diesem Sinne wünsche ich noch eine kilometerreiche und unfallfreie Woche.

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Ein tierisches Fazit

Geschrieben am 21.06.2021 von Daniel Kietz
Team: RADhaus
Kommune: Riegel am Kaiserstuhl im Landkreis Emmendingen

Ein Fazit ist ja eigentlich etwas schönes: man hält an, schaut zurück, sammelt sich und macht sich dann meist erneut auf den Weg.
Und für die erste Woche habe ich das auch bitter notwendig: trotz Ebike und kaum Abendterminen schaffe ich gerade mal lausige 60km. Das katapultiert mich so ziemlich ans Tabellenende der Stadtradeln-Stars, obwohl ich in dieser Wertung eigentlich deutlich besser abschneiden möchte als letztes Jahr (was ja keine Kunst sein sollte). Eine Fahrt im Vollregenschauer ohne Regenkleidung, Familienausflug mit leerem Akku und große Anmeldeprobleme meiner Bürgerinnen und Bürger beim Stadtradeln heben die Radellaune auch nicht merklich.

Da bleibt tatsächlich nur der hoffnungsvolle Blick nach vorne: immer ein Regenjäckchen ins Gepäck und ab und zu auch mal ein paar Umwege fahren um die Gastronomie unserer Nachbargemeinden zu unterstützen.
Viele unserer Bürgerinnen und Bürger machen es vor, wie es geht. Und wer Angst vor Datentracking hat, kann die gefahrenen Kilometer auch direkt eintragen.

In diesem Sinne: Holen wir den inneren Schweinehund aus uns heraus und spannen ihn vors Rad.

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Vom Fazit aufs Fahrrad

Bild Geschrieben am 14.06.2021 von Daniel Kietz
Team: RADhaus
Kommune: Riegel am Kaiserstuhl im Landkreis Emmendingen

Ich beginne mal mit dem Fazit Nr. 5 vom letzten Jahr: in voller Euphorie "nächstes Jahr unbedingt wieder" geschrieben. Nun ist also dieses nächste Jahr. Hätten wir uns vor einem Jahr gedacht, was uns in diesem erwartet? Sicherlich nicht.
Deshalb freue ich mich tatsächlich unglaublich auf das diesejährige Stadtradeln - auch wenn meine BürgerInnen die Messlatte hoch gehängt haben - der Titel " meiste km pro Einwohner im Landkreis" will verteidigt werden.

Zum Fazit Nr. 4 ist folgendes zu sagen: die gespendetet Regio-Jahreskarte hat sich großer Beliebtheit erfreut und wurde fleißig genutzt, weshalb ich für das Folgejahr gerne wieder eine zur Verfügung stelle.

Dieses Jahr bin ich auf jeden Fall perfekt gerüstet: das beim letzten Stadtradeln gewonnene E-Bike - das übrigens auch gerne ausgeliehen wird - steht die nächsten Wochen zu meinen Diensten und meine Sekretärin hat den Terminkalender laut Fazit Nr. 3 fahradtauglich perfektioniert - fast schon langweilig ;-)

Den Autoschlüssel habe ich nun auch abgegeben, so dass den Fahrradwochen nichts mehr im Wege steht.
Jetzt bleibt mir nur noch die Bitte an meine Bürgerinnen und Bürger:
auf in den Sattel und Kilometer bolzen was das Zeug hält.

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