STADTRADELN-Star Blog: Maisach im Landkreis Fürstenfeldbruck


Fazit nach 3 Wochen Stadtradelstar

Bild Geschrieben am 03.07.2021 von Barbara Helmers
Team: Grüne Maisach & Freunde
Kommune: Maisach im Landkreis Fürstenfeldbruck

Völlig klar: Das Radl ist ein fantastisches Verkehrsmittel.
Und wird als Alternative zum Auto immernoch unterschätzt.

Etwa die Hälfte aller privaten Autofahrten entfallen auf kurze Strecken unter 6 km. Da ist man mit dem Radl oft genauso schnell, in der Stadt schneller.

Mir haben die 3 Wochen wahnsinnig viel Spaß gemacht und ich werde sicher weiter viel Radln.

  • Und mich dafür einsetzen, dass Radfahrende mehr Raum, Komfort und Sicherheit bekommen. Denn Gleichberechtigung der Verkehrsteilnehmenden ist nicht nur eine Frage der Fairness, es ist auch ein wichtiger Baustein für den Klimaschutz.
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    Was braucht die Radlpendlerin?

    Geschrieben am 03.07.2021 von Barbara Helmers
    Team: Grüne Maisach & Freunde
    Kommune: Maisach im Landkreis Fürstenfeldbruck

    Untergrund
    Eigentlich ist ja das "Stadtradeln" in meinem Fall eher ein Landradeln. Große Teile der Strecke sind nicht auf Asphalt sondern Schotter. Hat mich früher mit dem MTB wenig interessiert. Jetzt mit Gravelbike spielt es durchaus eine Rolle, ob der Schotter zumindest nicht zu grob ist. Für die per Rad pendelnde Radler*in ist auch der Zeitfaktor relevant, daher ist ein glatter Untergrund einfach wichtig.

    Arbeitsplatz
    Super, wenn der Arbeitsplatz mit einer Dusche ausgestattet ist.

    Vorfahrt
    Vielleicht liegt es daran, dass besonders seit Corona immer mehr Menschen auch mal aufs Radl steigen? Und so die Perspektive des Radfahrenden besser einnehmen können, auch wenn sie gerade Auto fahren? Ich beobachte jedenfalls, dass mir Autofahrer immer häufiger die Vorfahrt schenken, was mir erspart, absteigen und wieder anfahren zu müssen. Auch der Abstand beim Überholen ist immer seltener zu knapp. Für mich ist das das Unangenehmste am Radln überhaupt: wenn hinter einem jemand angerauscht kommt, den ich nicht sehen kann und der dann knapp an mir vorbeizieht; ganz besonders blöd fühlen sich Lkw samt Anhänger an.

    Sicherheit
    Wer kennt sie nicht, die tollen Radwege, die plötzlich enden und einen zwingen, eine enge, gewundene Landstraße mit Autos zu teilen? (Nach Türkenfeld)
    Oder Radwege, die einen zwingen, minutenlang zu warten, bis man die Straße überqueren kann, weil der Weg plötzlich auf der anderen Straßenseite weitergeht? (Bei Aich)
    Oder der Überweg über eine Straße gar nicht existiert, sondern frau über eine Kante und Schotter rumpeln muss (FFB Richtung Buchenau)
    Davon gibt es noch viel viel viel zu viele! Das ist zeitraubend, demotivierend und auch gefährlich und sollte sich schnell ändern.

    Wegfindung
    Richtig toll ist die Beschilderung für Radfahrende im Landkreis FFB und auch Landsberg. Ich habe dank der Wegweiser ganz viele neue Wege gefunden und es spart viel Zeit.

    Radtransport im ÖPNV
    Wenn der Weg weit oder die Zeit knapp ist, kann es eine Möglichkeit sein, eine Teilstrecke mit dem ÖPNV zu bestreiten. Schön, wenn es dann möglich ist, das Rad mitzunehmen.

    BildBild

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    Eine Familie ohne Auto - Woche 1

    Bild Geschrieben am 22.06.2021 von Barbara Helmers
    Team: Grüne Maisach & Freunde
    Kommune: Maisach im Landkreis Fürstenfeldbruck

    Als ich gefragt wurde, ob ich Stadtradelstar sein möchte, hab ich ohne lang zu überlegen ja gesagt.

    Mir war schon klar, dass der Weg zur Arbeit eigentlich ein klein wenig zu weit ist um mit dem Rad zu pendeln, aber ich wollte mich unbedingt auf dieses Experiment einlassen.

    Und wie es fast immer ist: Es kommen andere Erkenntnisse heraus, als man denkt.

    Die Kondition
    war sehr schnell wieder besser. Hinter Eresing ist ein fieser, langer Anstieg. Beim ersten Mal klang ich noch nach Hogwarts-Express, aber nach dem dritten Mal geht es schon ganz gut. Vielleicht so wie Berliner S-Bahn ungefähr.

    Das Arbeiten
    nach 46 km Radeln geht entgegen meiner bisherigen Vorstellung, danach völlig hinüber zu sein, sehr gut - wenn nicht
    gar besser. Wach, konzentriert, Kopf frei, keinen Stress im Straßenverkehr im Hinterkopf -sondern lauter schöne Dinge gesehen: Hasen, Zugspitze, Blumenwiesen, Wald.

    Früh aufstehen
    Ist nicht mein Ding, schon gar nicht um 5 Uhr. Der Trick ist: Früher Schlafen. Das wird jedoch nicht immer funktionieren, Stichwort Gemeinderatssitzung.

    Zeit
    Damit zu einem Problem: der Zeit. Davon habe ich, wie viele, immer zu wenig. Da erscheint die Zeit, die man länger braucht wenn man radelt, als Nachteil. Ich stelle fest: mitnichten. Denn jetzt ist der Weg zur Arbeit gleichzeitig Sport, Zeit zum Nachdenken, Entspannung und Ausflug. Wenn ich abends heimkomme, ist das schon alles erledigt.

    Alternativen
    brauchte ich doch, denn bei Gewitteransage mag ich nicht Radeln. Also Zug gefahren. Das dauert tatsächlich länger, als mit dem Auto, aber ich konnte endlich mal richtig schön Zeitung lesen.

    Die Familie
    macht auch mit. Wir haben "nur" ein Auto und sehen das Ganze auch als Testlauf, ob es nicht wirklich auch ganz ohne eigenes Auto geht. Bisher gab es keinerlei Probleme. Alles war mit Bus oder Bahn zu machen und zur Bandprobe mit schwerem Instrument könnte es mit dem Carsharing Auto gehen.

    Einkaufen
    machen wir schon länger mit dem Lastenrad, jetzt jedoch konsequent immer. Überhaupt, der Knackpunkt ist, nicht lang zu überlegen: Auto oder nicht? Denn da gewinnt oft der innere Schweinehund und der behauptet, es ginge schneller, es sei schon spät, man könne ja morgen usw. Das ist das Beste am Stadtradeln: diese Diskussionen mit Herrn Schweinehund entfallen einfach. Kein Auto, Punkt.

    Fazit
    der ersten Woche ist: ich bin total begeistert. Ich bin 300 km in einer Woche gefahren, es hat riesigen Spaß gemacht, mancher Kilometer war auch eine Quälerei (hinter Eresing...) - aber danach ging es weiter.

    Ich freue mich sehr auf die nächste Woche!

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