STADTRADELN-Star Blog: Bonn


Die Bilanz

Bild Geschrieben am 26.09.2021 von Christian Szyska
Team: Auf dem Leinpfad
Kommune: Bonn

21 Tage Stadtradeln liegen hinter mir. Hat sich etwas verändert? Wenig. Einen Einkauf habe ich anders gestaltet: um dem Vorsatz der absoluten Autoabstinenz zu huldigen, transportierte ich - statt mit dem Auto - einen Kasten Sprudel, indem ich die Flaschen in die Rad Taschen steckte. Ging auch und brachte sogar fünf Zusatzkilometer für die Gesamtbilanz. Leider besitze ich immer noch keinen Anhänger.
Genial auch wieder unser Team „Auf dem Leinpfad“. Dietmar, Markus, Stephan und ich waren in dieser Konstellation zum zweiten Mal dabei. Öfter noch beim berühmten Winterpokal. Angefeuert haben wir uns gegenseitig bei den Fahrten zur Arbeit, in der Freizeit und im Urlaub. Es wurde wieder eine grandiose Erfahrung.

Die Bilanz dieses Jahr entwickelte sich bei mir etwas verhaltener als früher. Vielleicht, weil kein Fahrradurlaub in der Zeitspanne lag. Unser Team „Auf dem Leinpfad“ war weniger zurückhaltend.
Der ADFC- CO2 Einsparrechner wirft für unsere Gesamtstrecke folgende Zahlen aus:
Eingespartes CO2 810.84 kg
Eingesparte Fahrkosten: 2097.00€
Vermeidung von Umweltkosten: 174.75€
Vermeidung von Unfallfolge- und Staukosten: 990.25 €

Neueste Untersuchungen zeigen, dass das Radfahren einen gesellschaftlichen Nutzen von 30 Cent/km generiert. Demnach hätte ich in den 21 Tagen Stadtradeln einen Nutzen von etwa 644 € erbracht, das Team insgesamt einen von 1754,50 €. Statt eines gesellschaftlichen Schadens von 430 €, bzw. 1547 €, den die gleiche
Strecke erzeugt hätte, wäre ein Auto das Verkehrsmittel meiner bzw. unserer Wahl gewesen.
Doch interessiert das wirklich? Vielleicht tragen diese Zahlen ein wenig zur Motivation bei, das Rad oder wenigstens ein Pedelec zu nutzen. Vielleicht mögen diese Zahlen und die der vielen anderen Teilnehmenden bei Skeptikern einen Denkprozess in Gang setzen. Doch viel wichtiger für uns waren und sind die vielen schönen Momente und Gedanken beim und über das Radfahren, von denen ich ein paar in den vorigen Beiträgen aufgezeichnet habe.
Ich hoffe, Stadtradeln war ein Spaß für alle, dass alle gut und unfallfrei durch die Zeit gekommen sind – ist ja nicht selbstverständlich – und viel Kraft und Zuversicht für die Zukunft des Radfahrens gewonnen sind.

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fast das Finale: die critical mass

Bild Geschrieben am 26.09.2021 von Christian Szyska
Team: Auf dem Leinpfad
Kommune: Bonn

„Ob noch jemand kommt?“ fragt heute niemand mehr. Vor zehn Jahren war das anders. Da zitterten am letzten Freitag der Wintermonate gegen 18 Uhr ein paar Radfahrende vor der Uni weiteren Teilnehmenden entgegen. Ob die kritische Masse von sechzehn Personen erreicht würde, war keineswegs sicher. An Tag 20 des Stadtradelns, dem letzten Freitag im September, füllte sich der Hofgarten schon lange vor Abfahrt. In Nachbarschaft zum Klima Camp.
Nach der beeindruckenden Großdemonstration von FFF anlässlich des Klimastreiks war die Stimmung euphorisch. Musik wummerte aus lastenradgestützten Anlagen. Bunte Fahnen flatterten im Wind, Menschen begrüßten einander, redeten, diskutierten. Engagierte von foodwatch reichten Getränke und Speisen an. Es schien, dass alles was in Bonn ein Rad besitzt hier startbereit stand. Sogar politische Prominenz wurde gesichtet: OB Katja Dörner und weitere Lokalpolitiker*innen von Grünen, Volt und Linken.
Nach 18 Uhr machte sich der bunte Zug auf den Weg. Blaulichter der Polizeieskorte auf Fahr- und Motorrädern blitzten genauso wie die vielen Leuchten und Lämpchen auf Rädern und Anhängern. Zunächst in den Bonner Norden. Auf den Bürgersteigen blieben die Menschen stehen, hoben die Daumen, winkten und zeigten Unterstützung selbst viele Autofahrende hupten freudig mit.
Gelegentlich die ein oder andere verständnislose Person, die von rechts oder links versuchte, den Verband zu durchbrechen. Fahrradpolizisten oder korkende Mitfahrende verhinderten schlimmeres und versuchten, die erregten Fahrzeugführerinnen zu beruhigen und ihnen den Sinn der Aktion zu erklären.
Erster Höhepunkt: die Umfahrung des Potsdamer Platzes. Der größte Kreisverkehr Bonns reichte nicht aus, alle Mitfahrenden aufzunehmen.




Eine zusätzliche Runde zeigte eindrucksvoll, dass die Bonner Radfahrenden ihren Verkehrsraum einfordern.




Dann südlich zurück in die Stadtmitte, die schon traditionelle Querung der Kennedybrücke, eine Runde durch Beuel, kurz durch die Altstadt und dann nach über zwei Stunden und zweiundzwanzig Kilometern wieder auf dem Hofgarten. Wahrscheinlich die meistgetrackte Strecke beim Stadtradeln.

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Mit 400 Menschen durch die Stadt radeln

Bild Geschrieben am 23.09.2021 von Peter Laffin
Team: Critical Mass Bonn
Kommune: Bonn

Am vergangenen Wochenende fanden in mehr als 130 Städten Fahrrad-Demonstrationen als "Kidical Mass" statt. Hier fahren Kinder und Erwachsene mit Polizeischutz durch die Stadt und erleben, wie es wäre, wenn man richtig viel Platz zum Fahrradfahren hätte. Mit der Veranstaltung wollen die Teilnehmenden für kinderfreundliche Innenstädte werben udn gleichzeitig Lust aufs Radeln machen.

In Bonn hatten wir schon vor mehreren Monaten mit den Vorbereitungen begonnen. Unterstützt durch das Team in Köln (1000 Dank euch für die Orga!) und inspiriert durch zahlreiche Telkos mit anderen Veranstaltern kamen schnell viele gute Ideen zusammen: abwaschbare Tattoos für die Kids, Urkunden am Ende der Tour, Musik an den Rädern, Luftballons und selbstgebastelte Plakate und einiges mehr. Am Ende waren wir bei bestem Wetter mit gut 400 Radelnden etwas mehr als eine Stunde in Bonn unterwegs und konnten die abwechselungsreiche Route sicher fahren.

Wir sind immer wieder gern bei Fahrrad-Demos dabei. Sie geben einen Vorgeschmack darauf, wie angenehm und entspannt innerstädtische Mobilität eigentlich sein könnte. Bei so vielen Personen, die in einer Gruppe fahren, kommt es kaum zu Zusammenstößen, Staus oder Beschimpfungen. Auf einer Spur, wo sonst nur ein Auto hinter dem anderen fahren könnte, schlängeln sich Radelnde aneinandervorbei, manchmal vier nebeneinander und es bleibt trotzdem sicher. Die radelnde Masse ist insofern flexibler und kann dem Individuum mehr persönliche Freiheit in Sachen Tempo und Fahrbahnnutzung geben. Wenn ich mir 400 Autofahrer in einer langsamen Kolonne vorstelle, wirkt das weniger freundlich und gewiss auch weniger harmonisch.

Das ist ein Hauptgrund, öfters vom Auto aufs Rad umzusteigen: der Umgang untereinander ist harmonischer. Vielleicht liegt es daran, dass man den Gegenüber tatsächlich ins Gesicht schauen kann. Oder auch weil man mit geringerem Tempo als ein Auto unterwegs und somit weniger angespannt ist. Möglicherweise liegt es aber auch an der frischen Luft und körperlichen Bewegung, die so friedlich stimmt.

Ich hoffe sehr, dass wir beim nächsten Stadtradeln noch mehr Teilnehmende erreichen, so dass sich die Infrastruktur in Bonn weiter den Bedürfnissen Radelnder entsprechend anpasst. Mit dem Radentscheid wurde der politische Rahmen beschlossen und die Umsetzung läuft jetzt an.

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#mdRzA

Bild Geschrieben am 21.09.2021 von Christian Szyska
Team: Auf dem Leinpfad
Kommune: Bonn

Gibt es ein besseres Argument für mdRzA als solch ein Morgen?

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Einkaufen mit dem Rad. Was sonst?

Bild Geschrieben am 19.09.2021 von Christian Szyska
Team: Auf dem Leinpfad
Kommune: Bonn

Die Nachricht ist von Simon. „Lust auf einen Kaffee?“ „11 Uhr?“ „OK, wie immer?“ „Ja!“. Samstagvormittagsroutine. Es ist kurz vor neun. Die großen Taschen an den Gepäckträger und auf geht’s. Zunächst nach Beuel auf den Markt, denn dort kann ich die bei uns so beliebten Wildschweinbratwürste kaufen. Das ist schnell erledigt, vor dem Café Cultura sehe ich Jörg. Kurz das Rad abgestellt und ein kleiner Schnack. 9:25 über die Kennedybrücke zum anderen, den Biomarkt am Martinsplatz. Hier ist schon einiges los, doch am Gemüsestand kann ich schnell das Grünzeug für die nächste Woche kaufen. Einmal kurz durch die Stadt – 9.50 - zur Kölnstraße. Die erste Überraschung für heute: Vor meinem bevorzugten Bioladen hat die Stadt einen Fahrradbügel aufstellen lassen. Jetzt kann die von Autos befreite Fläche – ca 8 qm – wirklich als Fahrradparkplatz genutzt werden. Auch die bislang übliche Rückeroberung des Geländes durch den MIV ist damit unterbunden. Also Rad angeschlossen und rein zu Denn's. 10.20: Ich hänge die inzwischen deutlich schwereren Packtaschen ans Rad. Zurück in die Innenstadt. Bis 11 habe ich noch etwas Zeit.
Komme an der Einfahrt der Marktgarage vorbei. Langsam stauen sich die Autos in die Garage. Vor Urzeiten habe ich das auch mal gemacht. Ich kann mich lebhaft an das lange Warten auf einen Parkplatz, die länger werdenden Arme beim Schleppen der Einkäufe und das nervende Anstehen am Kassenautomat erinnern. Mit dem Rad fahre ich bis direkt vors Geschäft, rein, raus und weiter. So macht es sogar Spaß, in viele Läden zu gehen. Mit der Zeit hst sich auch mein Einkaufsverhalten geändert. Jetzt brauche ich nicht mehr den Einkaufswagen bis an die Belastungsgrenze zu beladen. Das Fleisch nicht mehr aus der Kühltheke, sondern vom Metzger, italienische Pasta im Feinkostladen, Kaffee bei der Rösterei. Ob das teuerer ist? Ja klar. Aber es schmeckt besser. Und leisten kann ich es mir auch. Das Geld geht ja nicht für‘s Auto drauf. Ich wende den Blick von der wartenden, CO2 erzeugenden Schlange. Die Armen, sie haben noch nicht einmal mit dem Shoppen begonnen – und ich bin so gut wie fertig.
Da kommt schon Simon. Wir setzen uns ins Café, wo ich für die drei Euro, die ich nicht fürs Parken zahlen muss, einen leckeren Cappuccino bestelle.

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Halbzeit

Bild Geschrieben am 16.09.2021 von Christian Szyska
Team: Auf dem Leinpfad
Kommune: Bonn

Gut die Hälfte der drei Wochen Stadtradeln sind bereits Geschichte. Gibt es etwas Besonderes zu berichten was die alleinige Mobilität mit dem Rad angeht? Ehrlich gesagt, nicht viel. Auch sonst fahre ich halt meistens mit dem Rad.
Das Auto vermisse ich nicht. Generell nutze ich ziemlich selten ein motorisiertes Verkehrsmittel. Obwohl ich Autofahren cool finde. Ein bisschen den rechten Fuß bewegen – zack werden riesige Kräfte freigesetzt, die den Wagen mit mir darin in Bewegung setzen. Und das in übermenschlicher Geschwindigkeit.
Wahrscheinlich kann der Menschen allein beim Autofahren so einfach so viel bewirken. Sicher auch ein Grund dafür, dass so viele vom Autovirus befallen sind.
Aber dafür solch ein Aufwand? Solche bekanntermaßen schädliche Folgen? Allein bei der Verursachung von Lärm und Abgasen fühle ich mich schon schuldig. Allgemein dürfte das wohl eher verdrängt werden wie so viele Folgen menschlicher Verhaltensweisen und Gewohnheiten. Dazu noch die ganzen anderen Auswirkungen der motorisierten Mobilität. Da genieße ich lieber den Vortrieb des Rads.
Der klappte in diesen Tagen gut. Auch der gelegentliche Regen konnte mich nicht aufhalten. Die Wege von und zur Arbeit, Einkaufen, Sport und Begegnungen. Mit dem Rad normal.
Allein das mit den Wasserkästen ist noch nicht so ideal. Die Flaschen habe ich auf die Satteltaschen verteilt und den Kasten direkt zurückgegeben. Hier fehlt mir noch der Anhänger. Die momentan gehypten Lastenräder kommen für mich nicht in Frage. Einmal zu teuer, zum anderen wüsste ich nicht, wohin damit bei Nichtgebrauch.
So werde ich nun auch die verbliebenen Tage brav in meinem km-Buch dokumentieren.

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Mit allen Sinnen Radfahren -

Bild Geschrieben am 15.09.2021 von Christian Szyska
Team: Auf dem Leinpfad
Kommune: Bonn

Stinkbombe? Eindeutig stank es nach Schwefelwasserstoff in der Nähe der Kläranlage. Nicht so schön. Doch was die Welt der Düfte angeht, so bietet das Radfahren dem sensiblen Zeitgenossen hohen Genuss. Klar, in den Innenstädten eher weniger, aber sobald es aufs Land geht, passiert da Einiges.
Meine olfaktorische Reise beginnt oft in den Herseler Auen. Den Abgasschwaden der Kölnstraße entkommen, erreicht im späten Frühjahr ein zart süßer Erdbeerduft meine Nase. Auf dem Leinpfad, früh am Morgen, lockt vor Üdorf der zimtige Geruch von frischgebackenen Rosinenschnecken, den die Bäckerei Klein verströmt. Eigentlich ein Grund, kurz anzuhalten und sich mit dem frischen Hefeteilchen einzudecken.
Auch der Rhein verbreitet eine olfaktorische Signatur. Besonders wenn das Hochwasser wieder zurückgeht oder bei extremen Niedrigwasser steht an den Ufern der fischig modrige Odeur des trocknenden Schlamms.
Im Frühjahr verströmen Holunderblüten ihren betörenden Wohlgeruch. Weniger betörend sind die herben Ausdünstungen der Ziegen, die auf den Uferwiesen in Widdig grasen. Eine Attraktion sind sie dennoch für Familien mit kleinen Kindern. Unangenehmer noch riechen die Hühnerställe in der gleichen Gegend.
Führt mich mein Weg westwärts über die Felder, umweht mich der Pferdegeruch vom Gestüt Aluta, der viele Mädchenherzen höher schlagen lassen würde.
Es lässt sich sagen: die Landwirtschaft bietet wahres Orchester an Düften. Blüht der Lauch, liegt ein leichter Knoblauchduft in der Luft. Ähnlich, wenn auch kräftiger, wirkt die Lauchernte auf das Riechorgan ein.
Einige Bauern haben sich auf Kräuter spezialisiert. Thymian, Rosmarin und Koriander, die Ausdünstungen hier muten fast mediterran an. Die verschiedenen Arten von Petersilie erinnern dann wieder eher an die heimische Küche. An anderer Stelle riecht es unverkennbar kohlig, da wo Spitz-, Weiß,- Rot- und Rosenkohl wachsen und geerntet werden.
Kurz im Jahr ist die Zeit der süßen Düfte von Pflaumen oder gar Kirschen, Äpfel und Birnen riecht man schon häufiger. Passiert man die endlosen plastiküberdachten Erdbeerfelder, entsteht der Eindruck, man führe durch eine Marmeladenfabrik.
Auch eine olfaktorische Reise geht irgendwann zu Ende. Fährt man entlang des Rheins, holt einen die „Stinkestrecke“ durch die Chemiewerke in Wesseling wieder in die harte Realität unseres hyperindustiralisierten Zeitalters zurück. Oder der Weg führt in die nächste Ortschaft wo sich der Radfahrende den Raum wieder mit dem MIV teilen muss, dessen schädliche Ausdünstungen die kurz erwachte Sensibilität der Riechzellen wieder abtötet.
(Bild: Schnittlauchblüte im Vorgebirge)

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Das Team "Auf dem Leinpfad" - Markus J. Sauerwald

Bild Geschrieben am 14.09.2021 von Christian Szyska
Team: Auf dem Leinpfad
Kommune: Bonn

Ich pendle jeden Tag von Bonn nach Köln und zurück. Ein Weg beträgt zwischen 37 und 38 km, in der Regel komme ich auf 76-78 km pro Werktag, rund 380 km pro Woche

Ich fahre mit dem Rad, weil ich körperlich dazu in der Lage bin. Ausschlaggebend war, dass die vergleichbare Strecke mit dem Rad vor der Pandemie mit Auto oder Zug zurückgelegt mich zeitlich fast gleich, oft sogar länger, beansprucht hat.

Als ich mit dem Pendeln begann, konnte ich auf den reichen Erfahrungsschatz anderer Radler, insbesondere der Rheinradpendler zurückgreifen, die ein ideales Streckennetz zwischen den beiden Städten ausgearbeitet hatten. Dieses ist in Bezug auf Sicherheit und Haltezeiten (vor Ampeln, Kreuzungen oder Schranken) optimal ausgestaltet.

Beeindruckt hat mich der Zusammenhalt zwischen den Dauerpendlern, die Hilfsbereitschaft auf der Strecke, das namentliche bekannt sein und der gelegentliche Austausch bei Verabredungen an populären Haltepunkten, etwa der Rheinpromenade in Wesseling oder der Schweizer Aussicht in Widdig.
(siehe: https://login.stadtradeln.de/specials/blog?L=0&sr_post_id=7524)

Positiv ist auch die Wirkung. Als Chef eines kleinen Unternehmens habe ich Vorbildfunktion und habe innerhalb des Unternehmens viele Nachahmer gefunden. Dass die Stadt Köln in der Innenstadt fast alle Parkplätze bewirtschaftet hat, ist meiner Idee, sich mit dem ÖPNV oder per Rad oder zu Fuß in das Unternehmen zu bewegen, zugute gekommen. Innerhalb der Unternehmensräumlichkeiten haben wir sichere Einstellmöglichkeiten für die Räder in Büros geschaffen und eine kleine Werkstatt eingerichtet.

Der Krankenstand ist seit mehreren Jahren kontinuierlich gesunken und auch die für die Pandemie so spezifische Frage, wie man sicher an den Arbeitsplatz gelangen könne, nicht mehr aufgekommen.

Markus J. Sauerwald, Rechtsanwalt, Verlagsleiter im RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH & Co. KG in Köln.

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Mein Ausflug auf die A 61 fun-fact:

Bild Geschrieben am 13.09.2021 von Christian Szyska
Team: Auf dem Leinpfad
Kommune: Bonn

Auf meinen Bericht über die Radbefahrung der A 61 hin schickte mir Claus Vaske einen Ausschnitt des Messtischblattes 5207 aus der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg. Dort ist u.a. ein „Radfernweg Köln-Altenahr“ verzeichnet, mehr oder weniger auf der Trasse der heutigen A 61. Offensichtlich schwebte der Gedanke an eine ciklabe Verbindung ins Ahrtal schon vor fast hundert Jahren im Raum. Vielleicht weiß jemand, ob dieser Radweg wirklich existiert hat? Würde mich sehr interessieren.

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Einkaufen per Fahrrad

Bild Geschrieben am 12.09.2021 von Peter Laffin
Team: Critical Mass Bonn
Kommune: Bonn

Viele werden sich fragen, wenn es ums Leben ohne Auto geht, wie man denn überhaupt für eine ganze Familie einkaufen soll. Ich bin schon mit vier Einkaufstüten durch viel zu enge Gassen geradelt. Mir sind die Beutel auch schon unterwegs gerissen, ein Joghurt dank Wildwuchs der Sträucher am Radweg ausgelaufen oder auch einiges vom Gepäckträger gefallen.

Mit ein paar Spanngurten oder abnehmbaren Körben vorn und hinten lässt sich vorausschauend viel Platz auch auf normalen Fahrrädern organisieren. Mit meinem Trekkingrad für die Stadt kann ich im Rucksack, mit zwei Beuteln am Lenker, bzw. in Körben (eher leichtes Zeug rein!) und ggf. dem Stauraum auf dem Gepäckträger auch schon einiges mitbringen. Der bisherige Rekord im Lastenrad liegt allerdings bei zwei Bierkästen und vier Beuteln inklusive Rucksack sowie Windelkarton hinten. Dann aber ohne Kids.

Mit etwas weniger Beladung lassen sich übrigens auch zwei Kinder unterbringen. Im Supermarkt gibt es ja manchmal auch etwas für die beiden, was dann während der Rückfahrt für Ruhe vorn sorgt. Das alles funktioniert sehr gut, bis der Faktor Auto im Straßenverkehr hinzukommt. Bundesstraßen mit aufgemalten Radstreifen sind ebenso zu meiden wie gemischte Rad- und Fußwege. Hier entstehen leider immer wieder Situationen, wo mit soviel Zuladung das Manövrieren echt schwierig wird.

Wenn ich mit dem Lastenrad einkaufen will, muss ich beim Kauf neben der Kindertauglichkeit auch darauf achten, dass ausreichend Zuladung möglich ist (bei uns sind es 100kg). Mit dem restlichen Rad und Fahrer*in kommen da schnell knapp 190kg zusammen. Das zu Manövrieren ist in oben genannten Situationen nicht immer leicht.

In jedem Fall sollte man einen ausreichend starken Elektromotor auswählen, damit man das Schlachtschiff auch gut in Gang bekommt, wenn man z.B. an der Ampel losfährt und einige leistungsstarke Autos hinter einem warten. Entsprechende Beratung gibt es in den Radläden eures Vertrauens.

Mit den richten Wegen, die ich meist abseits der Hauptstraßen finde, bringt das Einkaufen auch viel Spaß mit sich. Wenn wir mit dem Lastenrad voll Einkauf und Kids unterwegs sind, erhalten wir immer wieder ein freundliches Lächeln bei Passanten.

Auch der Baumarkt wurde von unserem Lastenrad bereits öfters besucht. Ob nun mehrere Säcke Erde, Blumen, Spielsand oder auch Bretter und kleine Kommoden: all das passt leicht ins Lastenrad.

Ebenfalls wichtig ist der Innenraum. Hier kann ich Ecken für z.B. Kisten nutzen. Auf der anderen Seite ist er rund. Die Sitzbänke sind bei unserem Babboe City nicht leicht demontierbar. Das stellt aber kein grüßeres Problem dar. Wenn es mal regnet, ist das Dach echt hilfreich beim Einkaufen. Wenn aber mal wieder eine Kommode von 80cm Länge transportiert wird, kommen beide beim nächsten Mal bestimmt raus.

Besonders leicht ist übrigens das Parken beim Einkaufen. Ich finde eigentlich auf jedem Parkplatz eine Lücke für das Rad. Bei den normalen Radständern sollte man aufgrund der Länge des Rades allerdings darauf achten, nicht andere Radler*innen oder Fußgänger zu blockieren. Ich habe übrigens keine Skrupel, auf einem "normalen Parkplatz" meine Lastenkutsche abzustellen. Von der Länge kann ich mit einem Kleinwagen mithalten und im Zweifel haben die benachbarten SUVs endlich mehr Platz zum Aussteigen. In jedem Fall besser, als auf engem Gehweg auch noch das Rad als Behinderung aufzustellen. Und sind wir wieder daheim, fahre ich mit dem Rad durch den Garten bis an die Haustür, was das Ausladen sehr erleichtert.

Alles in allem also ein klares Votum dafür, den Schritt zu wagen. Klar ist das Auto bequemer. Aber in einer Zeit, in der die Städte von zuviel Autos verstopft sind, ist es eine Alternative für viele junge Familien. Glücklicherweise sehe ich immer mehr Lastenräder in der Stadt und hoffe, dass auch bald die Infrastruktur sich entsprechend entwickelt. Deshalb freuen wir uns schon auf die nächste Kidical Mass am 18.9.. Mehr dazu nächstes Mal.

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#stadtradeln = greenwashing?

Bild Geschrieben am 09.09.2021 von Christian Szyska
Team: Auf dem Leinpfad
Kommune: Bonn

Natürlich frage ich mich, ob so eine Aktion wie Stadtradeln überhaupt sinnvoll ist oder sein kann. Radfahren? Commuten? Ballern? Kullern? Viele Begriffe für die Fortbewegung auf zwei Rädern ohne Motor. Radeln hört sich an wie: "Komm, wir packen die E-bikes auf das SUV und fahren rauf zur Waldau, radeln zum Bahnhof Kottenforst lecker Kuchen essen. Dann tun wir auch was für die Umwelt."

Viele meinen, diese Aktion sei reines greenwashing. Wir, die Kommunen machen ein bisschen auf Radfahren, zeigen, dass es unter unseren Bürgern den ein oder anderen Gutmenschen gibt, der, ein wenig naiv, dem Autowahn eine Absage erteilt und haben somit ein gutes Gewissen und tun was fürs Klima.
Befremdlich ist auch: kaum eine der teilnehmenden Städte kann eine Radinfrastruktur vorweisen, die sicheres Radfahren ermöglicht. So wie es die Oberbürgermeisterinnen von Köln und Bonn sagen: In ihren Städten, oder auf bestimmten Straßen in ihnen würden sie nicht mit dem Rad fahren. Es stellt sich dann irgendwann die Frage, ob so eine Aktion nicht auch haftungsrechtliche Fragen aufwirft: Inwieweit darf eine Kommune Menschen zu einer Fortbewegungsart aufrufen, durch die sie extremen Risiken ausgesetzt werden?


Die Gründe gegen eine Teilnahme am Stadtradeln halte ich für stichhaltig. Ich persönlich habe mich trotzdem für eine Teilnahme entschieden. Durch das Stadtradeln konnten viele Menschen mobilisiert werden, sich für eine Verbesserung der Situation einzusetzen. Viele kamen dadurch mit den Ideen zu einer Verkehrswende in Kontakt. Viele, unter anderem auch ich, schafften es, sich zu vernetzen und in anderen Kontexten und Organisationen für die Verbesserung der Bedingungen für das Radfahren zu arbeiten und so vorsichtige Schritte zu einer Verkehrswende anzuregen.

Bei einer der ersten Abschlussveranstaltungen zum Stadtradeln Bonn hielt ein „Sieger“ eine flammende Rede zur Situation in Bonn und den Anforderungen an ein modernes Radwegenetz. Der damalige Bürgermeister Nimptsch stand verlegen daneben und schaute zu Boden.

Später ergriff ich selbst das Wort auf der Abschlussveranstaltung 2019. Sie stand ganz im Schatten des Unfalltodes von Lingshuang Jiang, die Opfer eines Abbiegeunfalls an der Bornheimer Straße wurde. Nicht nur, dass ich die bekannten Kritikpunkte der Radfahr-Situation in Bonn Auf zählte : „Wir schwärzen hier Papier und weißen Asphalt“, ich appellierte angesichts des Unfalls an den anwesenden OB Sridharan und die übrigen Zuständigen, solange die Infrastruktur nicht verbessert wird, wenigstens Trixi-Spiegel an den Ampelkreuzungen zu installieren. Gleichzeitig meinte ich, dass, wenn die Stadt die Infrastruktur nicht verbessert, die Radfahrenden dies selbst in die Hand nehmen müssen.
Natürlich wurden später die Trixispiegel im Rat abgelehnt. Mit Mehrheit der CDU, FDP und BBB natürlich. Für mich bedeutete die Veranstaltung den Beginn meines Engagements für den Radentscheid in Bonn. Viele der späteren Mitstreiter haben sich auch durch das Stadtradeln gefunden, die gemeinsame Unzufriedenheit sollte nicht im Frust enden. Es wurden Energien entwickelt, um in der Stadt möglichst alle dem Radfahren gegenüber positiv eingestellte Kräfte zu bündeln. Mit dem https://www.radentscheid-bonn.de/ sind wir dem Ziel ein wenig näher gekommen. CDU und FDP dagegen wurden bei den letzten Kommunalwahlen in die Opposition geschickt und Sridharan abgewählt.

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Statt Stau oder Gedränge. #mdRzA

Bild Geschrieben am 08.09.2021 von Christian Szyska
Team: Auf dem Leinpfad
Kommune: Bonn





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#mdRzA: Schweizer Ausblick in Widdig, der Perle am Rhein

Bild Geschrieben am 07.09.2021 von Christian Szyska
Team: Auf dem Leinpfad
Kommune: Bonn

Mein Arbeitsweg führt mich über den Leinpfad. Sicher der wichtigste Fernradweg Deutschlands, fast immer entlang des Rheins. Von Koblenz kommend die erste Steigung lässt die Radelnden den „Schweizer Ausblick“ erklimmen. Hier hat eine Gruppe von Widdigern einen Rastplatz gestaltet: zwei Bänke laden zum Verweilen ein, zum Blick auf den meist ruhig dahinfließenden Strom. Ein paar Blumenarrangements und eine Art Hecke umfassen die aufgeschotterte Fläche, für die Fahrräder gibt es einen Ständer.
Der Platz wird gut angenommen. Frühmorgens halten die RadpendlerInnen kurz an, um ein Bild vom Sonnenaufgang über dem Strom zu knipsen. So wie die junge Radfahrerin, die ich dort treffe. Sie blickt auf ihr handydisplay und erklärt: „Ich zeige das gleich meinen Kollegen, damit sie mir endlich glauben, dass ich den schönsten Arbeitsweg der Welt habe.“ JoggerInnen machen den Schweizer Ausblick zum Wendepunkt und immer wieder stoppen Radreisende und PedelecfahrerInnen um zu verschnaufen oder die Aussicht und die Ruhe am Strom zu genießen. Zuweilen ereignen sich internationale Treffen, der Leinpfad als beliebter Radwanderweg zieht Menschen aus allen Ländern und Kontinenten an.

Natürlich mache auch ich hier oft ein Bild, einige Jahre war es sogar täglich ein Triptychon für die sozialen Netzwerke, so dass eine ganze Sammlung von Bildern mit allen Farben des Lichts und jedem Wetter entstanden ist.
Abends und Nachts steigt hin und wieder eine Party; ob es die Anwohner schätzen? Keine Ahnung.

Über der Idylle schwebt ein Damoklesschwert. Die Rheinspange, die A 553 soll zwischen der A 59 und der A 555 eine Verbindung schaffen. Inklusive einer Autobahnbrücke. Eine – und wohl die wahrscheinlichere Trasse soll kurz hinter dem Schweizer Ausblick geführt werden. Es wäre ein ungeheurer Eingriff in die Natur und widerspricht jeglicher Bemühung zur Abwendung des Klimakollapses.
Einige Bürgerinitiativen beiderseits des Rheins kanalisieren den Protest. Teils ganz gegen die Rheinspange, teils gegen eine bestimmte Trasse. Ich kann nur an alle appellieren, hier den Widerstand zu unterstützen.
https://weact.campact.de/petitions/keine-neue-autobahn-im-kolner-suden-nein-zur-rheinspange-a-553
https://www.rheinspange.org/

Aber warum eigentlich „Schweizer Ausblick?“ Die Schweiz ist von diesem Punkt aus beim besten Willen nicht zu sehen. Allein die Gipfel des Siebengebirges erscheinen am Horizont. Die Erklärung erhielt ich vom ehemaligen Widdiger Ortsvorsteher Herrn Velten: Der Rastplatz liegt am Ende der Schweizer Straße. Die hat ihren Namen vom „Schweizerhaus“, welches einmal dort stand. In diesem Haus wohnten vor vielen vielen Jahren Schweizer, die sich zeitweise zum Kühehüten und -melken bei den örtlichen Bauern verdingten. Anscheinend wenn die Almen im Winterschlaf waren.

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#mdRzA - oder wie alles begann

Bild Geschrieben am 06.09.2021 von Christian Szyska
Team: Auf dem Leinpfad
Kommune: Bonn

'Am Anfang war der Stau
Genervt vom stop and go überlegte ich, welche Alternativen möglich wären. ÖPNV erschien mir teuer, kompliziert und unzuverlässig, zu Fuß war die Strecke Bonn-Hürth definitiv zu weit.
Radfahren ist meine Lieblingssportart. Also warum nicht das Praktische mit dem Nützlichen….? Also, ab jetzt mit dem Rad. Als erstes Pendlergefährt diente ein „classic“ Moutainbike, noch ohne jegliche Federung. Statt ca. 35 Minuten über oft verstopfte Autobahnen und Straßen ging es nun gut eine Stunde über Landwirtschafswege. Statt Hektik, Stau und Lärm zu ertragen entdeckte ich wunderbare Landschaften, frische Luft und Ruhe.
Sowohl ich als auch mein Rad – oder besser - meine Räder (auch bei mir gilt die Radformel n + 1) veränderten sich. Die Kondition nahm zu, das Gewicht ging zurück. Entspannt komme ich bei der Arbeit an und erholt wieder nach Hause. Sukzessive wurde das Rad den Erfordernissen angepasst, bald dann durch ein Rennrad ersetzt.
War zunächst ein Regen noch Anlass, das Fahrzeug zu wechseln, mutierte ich zum Allwetterfahrer. Von 35 Grad im Sommer bis –15 Grad im Winter, mit allen Formen von Niederschlägen bin ich inzwischen auf Du und Du. Wobei zu bemerken wäre, dass es wahrlich selten richtig regnet. Im Schnitt ein Mal pro Monat. Außer in 2021. Aber das war ja auch das Regenreichste seit der Beginn der Aufzeichnung im Jahre 1848.
Und ich kann nur bestätigen, was allgemein zu lesen ist: RadpendlerInnen werden weniger krank. Maximal ein kleines Naselaufen oder ein Hüsteln befielen mich, wenn viele Kollegen aufgrund von Grippewellen und Ähnlichem lange Phasen niedergestreckt lagen.
Nicht nur die Gesundheit profitiert – auch Zeit spare ich immens. Das Radeln an sich dauert länger als das Autofahren. Gebe ich unumwunden zu. Doch es ist halt Sport – und den würde ich ja sonst auch treiben. Rechnet man alles zusammen, ist der Zeitaufwand mindestens gleich – oder sogar zugunsten des Radfahrens.
Neben dem Gewinn an Lebensqualität und Gesundheit lässt sich noch der soziale Aspekt nennen. Den Respekt, der der Leistung gehuldigt wird und die Freunde, die durch das Radfahren gewonnen werden.
Es lohnt sich!

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Urlaub ohne Auto

Bild Geschrieben am 05.09.2021 von Peter Laffin
Team: Critical Mass Bonn
Kommune: Bonn

Aktuell hält mich die Quarantäne der Kids vom ausgebiegen Radeln ab, deshalb mal ein Rückblick auf unseren Urlaub.

Vor ein paar Wochen waren wir zum Familienbesuch in Braunschweig. Als passionierte Lastenrad-Fahrer, die damit gern auch die Kids transportieren, überlegten wir also, wie wir in Braunschweig die vielen unterschiedlichen Familienmitglieder besuchen können. ÖPNV wäre eine Möglichkeit - ein geliehenes Lastenrad aber eine viel verlockendere!

Vom ADFC Braunschweig (DANKE nochmal!) gibt es das Angebot, kostenlos für drei Tage Lastenräder auszuleihen. Insofern waren wir mit "Heinrich dem Lastenlöwen" unterwegs und hatten großen Spaß. Deshalb hier ein paar Tipps für den autofreien Urlaub:

  • Sucht vor Ort nach Leihmöglichkeiten für Lastenräder oder insgesamt Fahrräder für Kids und euch (Händler, gemeinnützige Einrichtungen, direkt durch die Stadt)! Sowohl an der Nordsee als auch in Großstädten gibt es da meist einige Möglichkeiten. Hier lohnt sich das Vergleichen per Telefonat.
  • Sendet Gepäck per Post voraus und später wieder zurück. Das macht die Reise mit der Bahn viel entspannter. So ein Umzugskarton kann schnell mal zwei Koffer ersetzen. Mehr als 20kg solltet ihr allerdings nicht hineinpacken. Dann direkt an die Ferienwohnung, das Hotel oder so liefern lassen und vorher dort anlündigen.
  • Verreist mit Kindern mit der Bahn! Hier können diese laufen, es gibt (meist gutes) WLAN und Medienangebot, die Toilette ist im ICE sauber und mit etwas Planung und vorausschauender Buchung auch günstig. Mindestens 15 MInuten Umsteigezeit sollte man allerdings schon bei der Planung der Reise einberechnen.
  • Orte mit Kurtaxen bieten oftmals die Möglichkeit, vor Ort mit Bus&Bahn kostenlos zu fahren. Bei unserem letzten Aufenthalt im Harz fuhr der Bus halbstündig durch den Ort.

  • Viel Spaß beim Radeln und den Planungen für den nächsten Urlaub!
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    Brötchen holen oder fahn fahn fahn auf der Autobahn….

    Bild Geschrieben am 05.09.2021 von Christian Szyska
    Team: Auf dem Leinpfad
    Kommune: Bonn

    Sonntag morgen. Rauf auf’s Rad und ab zum Bäcker. Nun ja, nicht so direkt: der gerade zurückgekehrte Sommer lockt zu einer kleinen Tour. Während die aufgehende Sonne den Nebel vertreibt, radele ich Richtung Witterschlick. Kurz vor Ramelshoven treffe ich Dietmar, gleichfalls Mitglied des Bonner Teams „Auf dem Leinpfad“ beim diesjährigen Stadtradeln.
    Wir vier sind eingefleischte Radpendler, die sommers wie winters auf den MIV pfeifen und #mdRzA fahren. „Heute war ich auf der A 61“ strahlt er mich an und somit ist es entschieden: Das probiere ich auch.
    Über die B 56 lenke ich mein Rad zur Anschlussstelle Miel. Mit einer angenehmen Steigung geht es hinauf zur Autobahn. Ich muss kaum runterschalten. Ganz anders, als wenn es gilt, mit über 10 % Steigung die Schnecke zur Nordbrücke hinaufzuschnaufen. Die Strecke ist frei. Kein Wunder. Bekanntlich ist sie seit dem Hochwasser in RP und NRW gesperrt. Fast lautlos gleite ich über den Asphalt. Er ist wunderbar glatt. Keine Schlaglöcher, keine Unterwurzelungen, keine lästigen Asphaltflicken. Ohne große Anstrengung werde ich schneller, der leichte Rückenwind unterstützt dabei. Auf den ersten beiden Kilometern erhöht sich mein Schnitt um gut einen km/h.




    Nun, bei 10 Millionen Euro, die der Autobahnbau in Deutschland pro Kilometer kostet, sollte das so sein. 17 Millionen Euro will NRW in 2021 in neue Radwege investieren. 56 Kilometer sollen dabei herauskommen
    Dann nähere ich mich dem Grund des seltenen Radelglücks. Hier hat der Schießbach bei Miel die A 61 unterspült und „abgeschossen.“ Seit knapp zwei Monaten beschert dieser Vorfall der Region phantastische Ruhe und saubere Luft.
    Zwei Betonsperren schützen die Baustelle. Einige Bagger und Baustellenfahrzeuge stehen herum. Ansonsten herrscht sonntägliche Stille. Ich wechsele die Spur und fahre zurück. Es sind es noch fünf Kilometer bis zur Raststelle Peppenhoven. Die Autobahn ist zweispurig ausgebaut mit einem ziemlich breiten Standstreifen. Zwei Drittel einer Spur ergäben einen guten Zweirichtungsradweg. Zwei Spuren könnten geschottert werden und mit Gleisen versehen. An den Kreuzen intelligente hubs. Dann würde der Verkehr ruhig und emissionsfrei bleiben. Den Rest lassen wir entsiegeln um der Natur ihren Raum zurückzugeben. Wäre wohl die vernünftigste Lösung. Leider will es niemand einsehen. Aber ein bisschen wage ich doch zu träumen: vielleicht werden die Oberflächen der zu bauenden Radschnellwege in und um Bonn annähernd so gut wie diese Autobahn.
    An der verwaisten Raststätte Peppenhoven wechsele ich auf den asphaltierten Landwirtschaftsweg. Ein kleiner Kaffeestop in Rheinbach, dann noch zur Tomburg, ein Blick in das ebenfalls flutgeschädigte Ahrtal bei Dernau und schließlich mit den letzten Sonntagsbrötchen zurück zum Frühstück.

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