STADTRADELN-Star Blog: Idstein


Was bleibt

Bild Geschrieben am 28.06.2021 von Peter Swarovsky-Pergande
Team: Dunker Wörsdorf
Kommune: Idstein

Drei Wochen Stadtradeln in Idstein sind vorüber, 357 Radfahrer haben klimafreundlich mehr als 70.000 km zurückgelegt. Mehr oder weniger viele davon im Alltag. Dies ist mehr als ich vor dem Start dachte, aber genau wie bei der Radverkehrsinfrastruktur, gibt es noch viel Luft nach oben. Bleibt zu hoffen, dass der oder die ein oder andere in Zukunft öfter mal aufs Rad steigt.

Auf dem Emsbach-Wörsbach Rundweg liegen immer noch Bäume zwischen Wallrabenstein und der Kläranlage, nicht auszudenken was los wäre, handelte es sich um eine Straße für Autos.

Wer mit der Bahn und Fahrrad in den Rheingau möchte, darf auch bis auf weiteres zwischen Wiesbaden-Hauptbahnhof und Wiesbaden-Biebrich selbst radeln. Es fährt kein Zug mehr, der Ersatzverkehr nimmt keine Fahrräder mit. Immerhin kann man den Anschluss in beide Richtungen bekommen, man muss nur etwas schneller radeln als sonst und auf der Biebricher Allee versuchen zu überleben.

Es bleibt zu hoffen, dass in Idstein nun etwas für den Radverkehr getan, die ein oder andere sinnfreie Beschilderung endlich geändert wird. Oder vielleicht nur, das die ERA-2010 umgesetzt wird und Planungsbüros beauftragt werden, deren Mitarbeiter schon mal in Amsterdam oder Kopenhagen zur Weiterbildung verweilten.

Dann bleibt zu hoffen, dass Idstein beim Stadtradeln in 2022 wieder teilnimmt. Beschenkt sollten dann nicht die Stadtradeln-Stars werden, sondern die Alltagsradler aus der restlichen Bevölkerung. Zumal die Gerüchteküche gemeldet hat, dass Bürgermeister Herfurth nächstes Jahr selbst mit gutem Beispiel vorangehen und seinen Dienstwagen hinter dem Rathaus, mit einem Schleifchen versehen, für 3 Wochen stehen lassen möchte.

Ansonsten bleibt die Gewissheit, dass man auch länger als drei Wochen ohne Auto auskommen kann, nur einfacher sollte es werden. Heute kam noch ein Link zu einer lesenswerten Seite. https://www.moneta.ch/autofrei

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Tour de Ortsteile

Bild Geschrieben am 27.06.2021 von Dr. Birgit Anderegg
Team: Offenes Team - Idstein
Kommune: Idstein

Die vergangene Woche, die die letzte des dreiwöchigen Stadtradelns war, stand ganz im Zeichen einer Tour durch die Ortsteile:

Beruflich blieb nicht viel Zeit zum Radeln, das Wetter lud auch nicht an jedem Tag dazu ein. Aber Alltagserledigungen und Termine mußten halt dennoch sein. Und da die Woche für uns Kommunalpolitiker:innen ziemlich viele Termine bereit hielt, sind die ca. 140 Wochenkilometer quasi als "Tour de Ortsteile" zusammengekommen:

Montag - Ortsbeiratssitzung in Wörsdorf: Einer der am schlechtesten zu nutzenden Fahrradständer kommunenweit ist derjenige am DGH in Wörsdorf, leider.
Dienstag - Ortsbeiratssitzung in Idstein-Kern: Am Kulturbahnhof sind jede Menge Fahrradständer entstanden. Jetzt muß es nur noch etwas einfacher für Alltagsradler:innen werden, dorthin zu kommen.
Mittwoch - Ortsbeiratssitzung in Heftrich: Wenn man sich erstmal über die Landesstraße nach Heftrich gezittert hat, kann man sein Rad an der Willi-Mohr-Halle wunderbar parken.
Samstag - ehrenamtlicher Arbeitseinsatz beim Vereinsring in Kröftel: Ein Fahrradständer am DGH/an der Feuerwehr wäre wünschenswert.
Sonntag - dritte von drei Sonntagstouren der ULI durch die Ortsteile, um sie sich aus der Perspektive von Radfahrenden hinsichtlich ihrer neuralgischen und/oder verbesserungswürdigen Stellen anzusehen.

FAZIT: Unsere Kommune hat so weit auseinanderliegende OTs, daß man als konsequente Alltagsradlerin zwar immer nur vergleichsweise kurze Strecken fahren muß (von Idstein-Kern nach Kröftel und zurück sind es keine 25km), insgesamt aber dann schon einiges an Strecke runterschrubbelt.
Das ist auch für Termine und unter dem angeblich uns alle ja so knechtenden Zeitdruck immer möglich, wenn man es wirklich will und entsprechend plant.
Die Infrastruktur dürfte allerdings noch deutlich verbessert werden - vor allem auch zwischen den einzelnen Ortsteilen. Denn wer nicht über ein geländegängiges Rad verfügt und womöglich, wie ich, auch weiterhin unmotorisiert fährt, muß schon ein bißchen planen, um nicht völlig derangiert am Ziel anzukommen (und etliche der weniger steilen Wege sind bei schlechtem Wetter schnell schlecht befahrbar).

In drei Wochen sind so über 500 Alltagskilometer zusammengekommen, die sich gemäß Stadtradeln-Konversion auf über 75 kg eingespartes CO2 summieren. Immerhin. Ein Anfang. Und wenn immer mehr von uns dazu beitragen, haben wir gemeinsam schon einiges bewirkt.

Danke, daß Sie und Ihr alle dabei wart!

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Freunde der Sonne

Bild Geschrieben am 22.06.2021 von Peter Swarovsky-Pergande
Team: Dunker Wörsdorf
Kommune: Idstein

Heute war der längste Tag in diesem Jahr, morgens hatte es die letzten Tage zeitweise schon 20°C, die Sonne scheint durchgehend, morgens und abends haben wir eine goldene Stunde mit herrlichem Licht, die Temperaturen sind angenehm und halb Deutschland schläft noch oder sitzt vorm Fernseher. Wer jetzt nicht radelt ist selbst schuld.

Freitag hatte ich die Chance genutzt, spontan und unorganisiert mit Abstand und vielen gleichgesinnten, eine Stunde durch Wiesbaden zu radeln. Sicher gibt es noch viel zu tun, dennoch ist hier in den letzten 15 Monaten einiges passiert. Manchmal sind es die kleinen Dinge, die einen erfreuen. Auf dem ersten Ring wurde der Bordstein vor dem Hauptbahnhof abgefräst, sodass man nun ohne Akrobatik hier einfach abbiegen kann. Dies geschah einfach so, ohne sonstige Baumaßnahmen. In Idstein passiert so etwas nicht mal während der mangelhaften Sanierung von 3km Radweg.

Samstag ging es rund um Idstein durch die Wälder, Freizeitradeln ist auch mal schön, dennoch ein Stehzeug mitten auf dem Weg im Loh, 1km entfernt von jeder Straße, keine Ahnung was sich manche Menschen so denken. Nein es war kein Förster und angeblich würde ich es verstehen wenn ich drei Hunde hätte, neee glaube ich nicht.

Der Weg nach Geisenheim und zurück, hat 55 extra km fürs Team gebracht. Dank unseres großartigen Verkehrsministers, gibt es mal wieder eine gesperrte, baufällige Brücke im Land. Ab Wiesbaden-Hbf fahren keine Züge mehr in den Rheingau, auch nicht nach Frankfurt. Dank Bikel war ich dennoch pünktlich in der Schule. Auf dem Rückweg konnte noch etwas über Geologie gelernt werden.

Den Rest der Woche und damit das letzte Drittel des Idsteiner Stadtradelns ist nun Urlaub angesagt. Ab morgen werden die Füße hochgelegt, vielleicht fahr ich auch noch mal zum Baggersee. Allen anderen viel Glück, Gesundheit und allzeit eine Handbreit Luft unter der Felge.

Richtigstellung zu Birgits letztem Blog: Mein gelber Anhänger ist ein Hinterher-Hmax aus München. Der mit dem ich letzte Woche Getränke holen war, ist ein einspuriger B.O.B-Ibex.

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Wasserträger

Bild Geschrieben am 19.06.2021 von Dr. Birgit Anderegg
Team: Offenes Team - Idstein
Kommune: Idstein

Während Peter Swarovsky-Pergande mit seinem "Hinterher" für sich und seine Lieben als Wasserträger unterwegs war (habt Ihr seinen Blogbeitrag schon gelesen - der ist richtig gut!), war ich als Wasserträger:in für Tier und Pflanze unterwegs, sozusagen:

Gut, daß auch das neu installierte Bio-Bewässerungssystem für den Bürgergarten problemlos ins Lastenrad paßte. Alle Bauteile waren mühelos verstaubar, sind problemlos und bruchsicher in den Bürgergarten transportiert worden und konnten dort zusammengesetzt und "installiert" werden:

Nachdem es ja ein weiterer Dürresommer zu werden scheint, haben wir uns nämlich mal ein bißchen schlau gemacht, wie das so in mediterranen Ländern geht, die ja diesen Wasserstreß und den damit verbundenen Kummer schon seit vielen Dekaden gewohnt sind. Und spannende Möglichkeiten ge- und erfunden haben, um ohne großen Aufwand den Pflanzen zu helfen, Dürreperioden besser zu überstehen.

Das Zauberwort heißt "olla". Ollas sind unlasierte tönerne Gefäße, die fast komplett geschlossen sind und in die Erde vergraben werden. Nur ein kleiner Einfüllstutzen schaut heraus, durch den sie immer wieder mit Wasser befüllt werden können, das dann nach und nach durch die Tonwand diffundiert und die Pflanzenwurzeln versorgt.

Wir haben das Ganze nachgeahmt - mit Blumentöpfen aus Ton, die wir mit den weiten Öffnungen ineinandergesteckt haben. Der größere, untere wurde mit einem Weinkorken verschlossen (ich habe mich geopfert und extra dafür gestern noch - mit Fremdhilfe - eine Flasche geleert...). Durch das Bodenloch des kleineren, das jetzt nach oben zeigt, wird das Wasser eingefüllt. Und ein kleiner, innen lasierter (!) Tonuntersetzer verhindert, daß Insekten in das Loch fallen und ertrinken.

Denn, ja, die Tiere haben natürlich auch Durst und werden magisch von noch so kleinen Wasserstellen angezogen. Also haben wir ihnen noch zwei neue flache Tränken im ungestörten Blühstreifen aufgestellt, die auch noch im Lastenrad transportiert werden konnten.

Wer erinnert mich nochmal, für was Menschen meinen, ein Auto fahren zu müssen??? Doch nicht, weil sie ein paar Dinge transportieren wollen, oder?

PS: Man beachte, daß ich das Utensil "Strohhut" für den persönlichen Umgang mit der heutigen Gluthitze natürlich erst im Bürgergarten gegen den Fahrradhelm gewechselt habe ;-)

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Global denken, Lokal handeln

Bild Geschrieben am 19.06.2021 von Peter Swarovsky-Pergande
Team: Dunker Wörsdorf
Kommune: Idstein

Zum Glück haben wir in Wörsdorf noch gutes Leitungswasser aus eigenen Quellen und sind nicht auf Wasser aus dem Rhein angewiesen. Dennoch kaufe ich ab und zu Mineralwasser als Notfallreserve und dazu leckere Getränke, überwiegend aus der Region, natürlich im örtlichen Fachmarkt.

So ging es diese Woche mal wieder in den Getränkefachmarkt Kampmann. Die Vorräte an Mineralwasser aus dem goldenen Grund und Äppler von Heil aus Laubus-Eschbach sollten aufgefüllt werden, bevor die große Hitze kommt. Hier gibt es auch die leckeren Bio-Säfte von Heil. Natürlich auch alles andere was das Herz begehrt. Was nicht auf Lager ist, kann per Telefon oder email bequem bestellt werden, alles zu einem günstigen Preis. Natürlich kaufe ich ausnahmslos Pfandflaschen, überwiegend aus Glas. Einweg gibt es hier sowieso nicht, warum auch.

Das immer nette Personal lädt die Kisten in Anhänger, Handwagen oder Autos. Wer keine Möglichkeit hat, selbst zu kommen wird beliefert. Lastenrad, Anhänger oder gar tonnenschwere anderweitige Fahrzeuge sind zumindest zum Getränke kaufen hier nicht nötig.

Der Vorteil von Einkaufen mit Fahrrad und Anhänger liegt natürlich darin, dass man von Tür zu Tür fahren kann. Autofreie Wohngebiete wären kein gefühltes Problem mehr, Straßen und Wege im Quartier würden viel weniger Fläche verbrauchen und versiegeln.
Meinen „Hinterher“ kann man sogar durch umstecken der Deichsel in einen Handwagen verwandeln und so die Vorräte bis in die Wohnung fahren.

Natürlich könnte man auch das Wasser der Franzosen in Plastikflaschen importieren, diese mit tonnenschwerem Gerät nach Hause schaffen und anschließend das Plastik in die Landschaft werfen, aber warum sollte man das tun?

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Morgenstund hat Gold im Mund

Bild Geschrieben am 17.06.2021 von Dr. Birgit Anderegg
Team: Offenes Team - Idstein
Kommune: Idstein

Sommerhitze und Radfahren paßt nicht zusammen?

Doch, klar - man muß nur früh genug aufstehen.

Dann ist schon vor dem 1. Kaffee die Gartenarbeit erledigt und man sieht davon nur das schöne Resultat, nicht den angefallenen Grünschnitt.

Denn der ist mit drei alltagsradelnden Fuhren des Bullit längst auf die Grünschnittstelle verbracht.

Die Hitze des Tages kann also kommen (wenn sie denn unbedingt will).

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So geht "Stadt" heute

Bild Geschrieben am 16.06.2021 von Dr. Birgit Anderegg
Team: Offenes Team - Idstein
Kommune: Idstein

Schade, daß der Artikel der IZ übers Stadtradeln am heutigen 16.6. hervorgehoben hat, welches Team wieviele km geradelt ist.

Darum geht es - in meinem Verständnis der Aktion - maximal nachrangig.

Als Rennradlerin verstehe ich, daß das Storck-Team seinen Ehrgeiz (erfolgreich) darein setzt, möglichst viele Kilometer als Team zu erradeln. Aber das sind Freizeitkilometer als sportliches Team-Event.

Stadtradeln jedoch bedeutet: Strecken, die man ohne große Überlegung ganz selbstverständlich mit dem Pkw oder zumindest nicht mit dem Rad zurücklegt, aufs Zweirad zu bringen. Und zu schauen, wie weit man damit - im Wortsinne - kommt.

Dabei kommen naturgemäß deutlich weniger Kilometer heraus. Dafür aber vielleicht auch eine Änderung der eigenen Einstellung hinsichtlich der (vermeintlichen) Selbstverständlichkeit, das Auto zu nehmen. Und darauf kommt es (mir) an.

Da ich seit August 2020 gar kein Auto mehr besitze (ist zugunsten des Lastenrades abgeschafft worden), erledige ich meine Wiesbaden-Termine normalerweise mit dem ÖPNV. Aber während des Stadtradelns ist es Ehrensache, Termine wie den gestrigen ebenfalls per Zweirad anzusteuern.

Direkter Weg über Niedernhausen - Naurod - Rambach: gerade mal eine Stunde bei schönstem Wetter. Wenn ich das mit der ÖPNV-Zeit inkl. Puffer, womöglicher Verspätungen etc. vergleiche, sind das maximal 15min mehr, die ich radelnd benötigt habe. Dafür war die Laune viel besser.

Denn in Wiesbaden hat sich in den letzten Jahren einiges getan, was die Radinfrastruktur angeht. Das wird super angenommen. Kaum kommt man in die Stadt, ist man auf einmal eine von vielen. Auf allen möglichen Gefährten. Oder zu Fuß. Echter Modalsplit also.

Und an einem Sommertag wie gestern merkt der radelnde Mensch aus Idstein:
"So geht Stadt: Inmitten von entspannten Menschen, die die Zeit draußen genießen anstatt in einer Blechkiste zu sitzen."

Städte wie Hamburg oder Berlin haben das schon lange begriffen und sogar große Einkaufsmeilen wie den altehrwürdigen Jungfernstieg komplett umgestaltet. Autos bleiben seit einiger Zeit draußen - die Lebensfreude steigt, "Sommer in der Stadt" ist jetzt Genuß put.

Städte wie Wiesbaden haben begonnen, nachzuziehen.

Hoffentlich kommt dieses (gar nicht mehr so) neue Selbstverständnis von Stadt als einem Lebensraum für unmotorisierte Menschen statt für parkende, rollende, stauende Blechkisten bald auch in Kleinstädten wie der unseren an.

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Grenzen verschieben

Bild Geschrieben am 14.06.2021 von Peter Swarovsky-Pergande
Team: Dunker Wörsdorf
Kommune: Idstein

Letztes Jahr fragte mich Thomas, wann wir uns auf dem Feldberg sehen, damals sagte ich noch: „niemals“. Nach den Erfahrungen der Woche, passiert es vielleicht doch noch mal.
Diese Woche hatte ich eine Verabredung mit dem Weiltalweg https://de.wikipedia.org/wiki/Weiltalweg, eigentlich schon seit Jahren, aber wie da hin kommen. Mit Bus und Wandern, aber wo übernachten? Oder vielleicht mit der Bahn und Fahrradbus zur Quelle? Oder eine Freundin bitten, Fahrrad und Radler mit dem Auto zum Roten Kreuz zu fahren, kam eigentlich auch außerhalb des Stadtradelns nicht in Frage. Alles irgendwie schwierig.
Nach etwas Planung und voll motiviert, ging es dann Mittwoch einfach vor der Haustür los. Nach einer Dreiviertelstunde war die Außengrenze von Idstein erreicht und die restlichen Höhenmeter bis zur Quelle der Weil, auf 738 m ü. NHN, fuhren sich erstaunlich gut. Danach wurde, mehr oder weniger gemütlich, immer entlang der Weil, bis zur Mündung in die Lahn nach Weilburg geradelt. Für den Rückweg hatte ich dann überwiegend die Bahn genutzt.
Fazit: Ein wunderschöner Tag, einfach mal machen. Nicht für jeden schönen Radweg muss man eine Bahntrasse stilllegen!

Den Rest der Woche aufs Auto zu verzichten, fiel leicht. Ich versuchte jeden Tag ein paar km zu radeln. Besonders schön, waren die Ausflüge durch das Haubental nach Auroff oder etwas Wurst kaufen in Gnadenthal, entlang meiner Lieblingsstrecke durchs Wörsbachtal.

Samstag hatten wir eine wunderschöne Dunker-Tour im kleinen aber feinen Kreis, mit Gästen aus der Kernstadt. Dr. Birgit Anderegg gab uns als „Stadtradeln-Star“ die Ehre, auch dies war eine sehr schöne Tour. Auf dem Plan stand der Wörsbach-Emsbach Rundweg. Es kam dann noch ein kleiner Abstecher nach Limburg und den Bürgergarten hinzu.

Sonntag kam es zum Gegenbesuch. Mit ein paar netten Menschen der ULI, starteten wir im Bürgergarten, um die Ortsteile Wörsdorf und Walsdorf zu erfahren. Im Vordergrund standen hier die zahlreichen Möglichkeiten zur Verbesserung der Radinfrastruktur. Da Idstein keine Insel ist und damit die Ausfahrt sich auch lohnt, gab es noch kleinere Umwege über Würges, Esch und Bermbach, um die Vernetzung zu den Nachbargemeinden zu begutachten.

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Statt Stadtradeln: Überlandradeln

Bild Geschrieben am 12.06.2021 von Dr. Birgit Anderegg
Team: Offenes Team - Idstein
Kommune: Idstein

Da keine Alltagsbesorgungen am Sonnabend zu erledigen waren, gab's statt Stadtradeln halt mal Überlandradeln, sozusagen. Danke, daß ich dafür Gast bei den Dunkern Wörsdorf sein durfte.

Fing ein bißchen beschwerlich mit mehreren umgestürzten Bäumen an, die quer über dem Radweg zwischen Wallrabenstein und Gnadenthal lagen, aber dank Peter, der unter der Woche da schon mal ein paar der großen Äste rausgesägt hatte, kam ich auch mit dem schweren Reiserad durch, das heute das Verkehrsmittel der Wahl war.

In Gnadenthal gab's leider keinen Kaffee (Samstag geschlossen), sind wir halt einfach nach Limburg weitergeradelt. Die Rosinenbrötchen (die schon eher Rosinenbrote sind) der Bäckerei Hensler sind sowieso unschlagbar - danke für diesen Tip an Thomas, der wußte, wo man noch richtig "von Grund auf" selbst bäckt. Was man schmeckt.

Auf dem Rückweg noch Rolf getroffen und "aufgegabelt" und im so vergrößerten Trupp ganz gemütlich wieder nach Idstein geschuckelt sind. Die Dunker haben die Kernstädter:innen sogar noch bis nach Idstein begleitet, so daß wir gemeinsam im Bürgergarten, der ja immer einen Besuch wert ist, diese schöne, entspannte Tour mit ihren netten Gesprächen haben ausklingen lassen.

Danke, Dunker!

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Lokale Produkte, nachhaltiges Einkaufen

Bild Geschrieben am 11.06.2021 von Dr. Birgit Anderegg
Team: Offenes Team - Idstein
Kommune: Idstein

Heute hielt der Chili-Express nochmal vor dem freiTag, dem Unverpackt-Laden in der Weiherwiese, dem der Bürgergarten die verbliebenen Bio-Chili-Jungpflanzen zum Abverkauf überlassen hat. Im Gegenzug habe ich mir wunderbare Seifenprodukte dort mitgenommen.

Weiter zum Zierrat - wie schön, daß ich Inhaberin Andrea Köllner und ihrer Tochter mit weiteren Chili-Pflanzen auch noch eine kleine Überraschung machen konnte - sie zeigt mit ihrem Unternehmen, daß das Vorurteil, nachhaltig und öko könne nicht gleichzeitig schick und trendy sein, vor 40 Jahren gestimmt haben mag - aber heute längst ad absurdum geführt wurde.

Weil Rita Gurk vom Schwanen gerade an den Aussentischen war, hat sie auch noch ein kleines Dankeschön fürs Durchhalten in der C-Zeit und für den immer freundlichen Service bekommen.

Dumm, daß ich mich verzählt hatte, so daß der Hexenbuchladen, meine letzte Station der Tour de lokale Einzelhändler:innen, im Gegenzug zu den zwei neuen Büchern nur Geld, nicht auch noch ein kleines Präsent bekam - denn die Damen dort haben es auch mehr als verdient. Hole ich aber zu anderer Gelegenheit nach - versprochen!

Fazit: Wir haben tolle, spannende Geschäfte in der Stadt, die von hochengagierten freundlichen Menschen geführt werden. Mit dem Rad kann man dort problemlos einkaufen - und ist auch ausreichend "visibel" und entschleunigt unterwegs, als daß immer noch ein paar "nachbarschaftliche" Schwätzchen abfallen.

So wird Stadt zum Dorf - im besten Sinne. Und das ist auch gut so.

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TAG 3: Versuch macht "kluch" (Hamburger Lautschrift ...)

Bild Geschrieben am 10.06.2021 von Dr. Birgit Anderegg
Team: Offenes Team - Idstein
Kommune: Idstein

Ewig hing das MTB am Haken - und als es am vergangenen Wochenende runtergenommen wurde, hat sich gleich mal der Umwerfer in den Speichen verhakelt (schon schön, daß ich nicht gleich über den Lenker abgestiegen bin ... war gerade ziemlich flott, das alles), so daß das Schaltauge ordentlich einen mitbekommen hat.

Radsport Hensel schließt demnächst (wieder ein inhabergeführter Handwerksbetrieb weniger hier in Idstein - sehr schade, zumal Kai Hensel nicht nur sehr versiert, sondern auch immer super freundlich in seiner ruhigen Art war). Radsport Ohlenmacher in Wörsdorf ist bis August dicht mit Aufträgen - schön für diese Unternehmung, aber leider dumm für die Kund:innen.

Also habe ich mich mal auf die Suche gemacht, wohin ansonsten. Der Radler am Bahnhof Wiesbaden ist ja eine tolle, soziale Einrichtung, aber bis dorthin wollte ich nun doch heute nicht fahren (Zeitgründe). Also gesucht - und gefunden: Seit kurzer Zeit gibt es den MTB- und e-Bike-Service Schäfersberg in Niedernhausen.

Herr Sode, der Inhaber, hat mir "auf Zuruf" und ebenso freundlich wie kompetent das Schaltauge gerichtet. Zu einem sehr fairen Preis. Und außerdem hat mir der Ritt dorthin und zurück auch Gelegenheit gegeben, die immer wieder als fehlend monierte Radverbindung zwischen der Kernstadt und Niedernhausen auf Herz und Nieren zu prüfen.

Hinweg: Über Ponyhof und Dasbach nach Oberseelbach und zum Bahnhof, super ausgebaut, schöne Landschaft und nur vom Ponyhof bis kurz hinter den Fischteichen geschottert, aber mit allem außer einem Rennrad bei (fast) jeder Witterung super zu fahren.

Rückweg: vom Bahnhof Niedernhausen über Niederseelbach auf dem R6 zum Gassenbacher. Ebenfalls ausreichend fest geschottert (wo nicht eh asphaltiert ist), als daß das entspannt bei (fast) jeder Witterung gefahren werden kann.

Fazit: Pendlertaugliche Routen gibt es, auch wenn sie nicht durchgehend asphaltiert sind. Ein Radschnellweg wäre zwar eine feine Sache - bis es soweit ist, gibt es aber nicht wirklich eine gute Ausrede, vom und zum Bahnhof Niedernhausen nicht mit dem Rad aus der Kernstadt zu fahren.

Empfehlung: Unbedingt mal ausprobieren - was auch für den neuen Bike-Service an Schäfersberg gilt. Den allerdings wirklich am ehesten mit e- oder MTB-Rad anfahren, denn der Schäfersberg ist an manchen Stellen schon sehr, sehr steil ;-)

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Nachtrag: TAG 2

Bild Geschrieben am 09.06.2021 von Dr. Birgit Anderegg
Team: Offenes Team - Idstein
Kommune: Idstein

Das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden - das beschreibt für mich das Alltagsradeln.

So wie gestern, an Tag 2 des Stadtradelns: Zwei Erledigungen in der Kernstadt und in Wörsdorf auf dem Zettel. Und von Wörsdorf aus einfach einen kleinen Umweg durch Feld und Wald, über Görsroth und Niederauroff - inklusive des wunderbaren Blicks vom Rosenkippel bis zum Feldberg - wieder zurück.

Dauert gerade mal eine Stunde, bläst aber den Kopf frei für die anschließenden Schreibtischstunden: So eine "kleine Flucht" ist gut für Körper und Seele und läßt sich, wenn man nur will, wirklich gut in den Tag einbauen.

Am Ende habe ich bei meinen beiden Anlaufstellen, die ich gezielt angefahren bin, nicht das bekommen, wofür ich losgefahren war. Aber die Stunde im Sattel hat mir ganz anderes geschenkt, einen Bonsai-Urlaub, sozusagen.

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Das fängt ja gut an.

Bild Geschrieben am 07.06.2021 von Peter Swarovsky-Pergande
Team: Dunker Wörsdorf
Kommune: Idstein

Heute um 11:00 war der offizielle Start des Stadtradelns mit viel Prominenz und den Stadtradel-Stars. Schön das sich mit Birgit Anderegg, auch eine echte Parlamentarierin verpflichtet hat, drei Wochen Autos nur von außen zu betrachten.
Sehr freut mich, dass sich so viele Menschen beim Idsteiner Stadtradeln angemeldet haben und auch schon an einem verregneten Wochentag so viele km gestrampelt sind.

Um 10:00 Uhr war schon ein Termin am Löherplatz um einen Drucker abzuholen. Dieser wurde extra auf heute gelegt um einen Weg zu sparen oder auch, damit er zählt ;-)
Pünktlich um 9:30 setzte dann starker Regen ein. Ohne festen Termin hätte ich das Haus sicher nicht verlassen, so ging es gut gelaunt, zuerst in die Regenhose und dann nach Idstein.
Zum Regen kamen dann noch tiefhängende Äste, Luft in der Bremsleitung und auf der Rückfahrt ein plattes Hinterrad, es kann also nur besser werden.
Schön das die Luft bis vor der Haustür hielt und zum Glück geht der Trend zum Dritt-Rad, die Reparatur kann die nächsten Tage in Ruhe erfolgen.

So ging es am Nachmittag, wie schon die letzten Montage, wieder zum VHS-Kurs nach Geisenheim. Nur dieses mal nicht komplett mit der Bahn. Bei schon fast schönem Wetter wurde heute schon in Erbach ausgestiegen und der Rest geradelt, das sparte auch Geld für eine weitere Tarifzone. Auf dem Rückweg noch mal den Rhein in die andere Richtung bis nach Nieder-Walluf angeschaut, bevor es für das restliche Stück, mit dem Zug über den Taunuskamm ging. Wir wollen es ja nicht übertreiben und Stadtradeln soll vor allem Spaß machen.

Allen Alltags und Freizeitradlern im Idsteiner Land, wünsche ich eine schöne unfallfreie Zeit, mit vielen neuen Erfahrungen, die nächsten drei Wochen.

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KickOff

Bild Geschrieben am 07.06.2021 von Dr. Birgit Anderegg
Team: Offenes Team - Idstein
Kommune: Idstein

Heute 11 Uhr: KickOff des Stadtradelns hier in Idstein. Danke an die Damen der Verwaltung, allen voran Frau Weinandy, für die Zeit heute wie im organisatorischen Vorfeld - sowie an Bürgermeister Herfurth, der sich ebenfalls die Zeit für den offiziellen Startschuß genommen und ein wirklich sehr dankenswertes, hochwertiges Präsent an Peter Swarovsky-Pergande und mich als die beiden "StadtradelnSTARs" überreicht hat. Schöne Überraschung - danke!

Ebenfalls schön: daß Idstein in diesem Jahr zum ersten Mal an dieser bundesweiten Aktion teilnimmt. Da stelle ich doch gerne drei Wochen lang meine Radkilometer in den Dienst dieser öffentlichkeitswirksamen Sache zum Thema "Verkehrswende". Die beginnt nämlich in den Köpfen. Und dann bei jeder und jedem von uns selbst - mit dem Umstellen der ganz persönlichen Gewohnheiten.

Und je mehr von uns allen öffentlichkeitswirksam nicht nur in der Freizeit oder im Training radeln, desto eher wird der eine oder die andere, an denen wir vorbeiflitzen, mal darüber nachdenken, daß auch Idstein - mit seiner vermeintlich so radfeindlichen Topografie - durchaus eine Kommune werden kann, die von Alltagsradler:innen gekennzeichnet ist.

Dafür muß sich, zugegebenermaßen, auch noch einiges in Sachen Radinfrastruktur tun (was ja bei Radwegen/-schutzstreifen und -abstellanlagen nur anfängt, aber noch lange nicht aufhört). Aber irgendwo muß man ja anfangen.

Als Idsteiner "StadtradelnSTARs" bin ich gehalten, hier drei Wochen lang ein bißchen was über meine Alltagsradelerfahrung zu berichten - vor allem auch vor dem Hintergrund der Selbstverpflichtung, als "STAR" in kein Auto einzusteigen, noch nicht mal als Beifaherin (das ist auch für mich neu, die ich zwar im August 2020 bewußt mein Auto abgeschafft habe, aber hie und da eines leihe oder als Beifahrerin unterwegs bin).

Danke an alle, die das mitverfolgen mögen.
Danke fürs Mitradeln!

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