Donnerstag, 6.Mai

Bild Geschrieben am 06.05.2021 von Wilhelm Ehrmann
Team: Radeln ohne Alter Neukirchen-Vluyn
Kommune: Neukirchen-Vluyn im Kreis Wesel

Am Dienstag hatte ich geschrieben, wegen schlechter Radweg-Verhältnisse am Beispiel eines Abschnitts am Bendschenweg sei in Neukirchen-Vluyn noch einiges zu erledigen.
Weil ich in der Stadt Besorgungen zu machen habe, will ich das heute mit der Überprüfung dieser "steilen These" verbinden.

Mein Fazit vorweg: In den zurückliegenden Jahren ist in Neukirchen-Vluyn eine Menge für die Radfahrer getan worden:
Einige Strecken wurden mit gänzlich neuen Radwegen bestückt, bei anderen Straßen gibt es nun immerhin Markierungen auf der Fahrbahn, die einen Radweg andeuten (ohne m.E. so die Gefährdung der Radler/-innen erheblich zu reduzieren).

Allerdings sind (ohne den Anspruch auf Vollständigkeit) ergänzend zum Bendschenweg einige Straßen zu listen, bei denen dringend etwas für die Radfahrer/-innen getan werden muss:

1. Ich beginne mit einer Stelle des Vluyner Südrings, die mir selbst heute eine gefährliche Situation beschert hat: Kurz nach der Einmündung der Pastoratstraße endet der bis dahin vorbildlich gestaltete Radweg und "verendet" auf der Straße. Das Schild "Fußweg" besagt: Schau, dass du ab hier allein zurecht kommst!
In meinem heutigen Erleben bog ein PKW in dem Moment in den Südring ein, als ich mich auf das Ende des Radweges fokussierte und das Fahrzeug daher sehr spät erst wahrnahm. Glück gehabt! Hier muss eine bessere Lösung her und wenn dies erst einmal eine Markierung des Radweges auf der Fahrbahn und ein Warn-Hinweis für die PKW- Fahrer/-innen ist.

2. Die Radfahrer wurden auch im weiteren Verlauf des Vluyner Südrings nicht berücksichtigt. Erst am Kreisverkehr zeigt mir die Fahrbahn-Markierung, dass ich nun wieder mit Schutz durch eine eigene Spur rechnen kann.

3. Freude kommt allerdings nur kurz auf.
Die Situation auf der Niederrhein-Allee (Landstraße 140) im Vluyner Zentrum ist bekannt und eine Lösung beabsichtigt. Hoffentlich wird sie bald realisiert.

4. Am Springenweg wundere ich mich über das Fehlen eines Radweges. Die Straße scheint dafür breit genug zu sein. Als eine der Verbindungen zum Ortsteil Neukirchen und als möglicher Weg von Schüler:innen zum Schulzentrum ist diese Straße sicher bedeutend genug für eine solche Sicherheits-Maßnahme.

5. Ich folge dem weiteren Verlauf der Niederheinallee Richtung Neukirchen. Das geht gut auf der linken Seite der Fahrbahn. Nun möchte ich in die Krefelder Straße einbiegen.
Eine abenteuerliche Lösung wird mir angeboten: Die Querung der Straße über die Fußgänger/-innen-Ampel ist ok. Dann aber gilt es, an der alten Sparkasse um die Ecke zu biegen. Selbst wenn ich die Behelfsampel unberücksichtigt lasse: ich kann nur hoffen, dass mir niemand entgegen kommt - ich sehe ihn/sie erst zu spät. Also steige ich ab, obwohl das Schild (siehe Foto) mir ja eigentlich einen Radweg verheißt.

6. Die Krefelder Straße dürfte wohl eine der meist genutzten Strecken Richtung Kapellen und Krefeld als Alternative zur Autobahn sein. Ich wundere mich hier noch mehr als beim erwähnten Springenweg über das Fehlen eines Radweges. Die Planer haben vermutlich überlegt, dass vor Hotel und Restaurant Radler/-innen und Passant/-innen schlecht einspurig unterwegs sein können (siehe Foto).
Ein schwarzes Rad auf weißem Schild wäre auch im weiteren Verlauf der Straße nicht hilfreich, da der Fußweg z.B. genutzt wird, um den Klingerhuf zu erreichen. Auch nach der Straßenmündung Bendschenweg fehlt Richtung Ortsausgang ein Radweg. Ich bin gespannt, ob hier in absehbarer Zeit Lösungen für die Krefelder Straße erdacht werden, ob in Zuständigkeit von Land oder Stadt.

Ich möchte betonen: Durch die Aufzählung einiger Schwächen des Radwegenetzes von Neukirchen-Vluyn soll nicht der Eindruck einer "Radwege-Wüste" vermittelt werden.
Es ist muss noch einiges geschehen, aber es sind bereits mehr Verbesserungen für uns Radfahrer/-innen vorgenommen worden als ich am Dienstag gedacht habe.

Es geht nicht um die Priorisierung des Fahrrades. Wenn wir aber die Fortbewegung ohne/ (mit reduzierten) negative(n) Klimaauswrkungen fördern wollen, muss die Gleichrangigkeit von Kraftfahren, Laufen und Radeln und dabei der Schutz der schwächeren Verkehrsteilnehmer/-innen noch stärker in den Fokus rücken. Zudem muss es voran gehen bei Überlegungen zur vielfältigeren verkehrstechnischen Anbindung der umgebenden Städte um einen Anreiz zur klimaneutralen/ klimaschädigungs-reduzierten Fortbewegung etwa zur Arbeitsstätte oder zum Einkauf zu schaffen.

Die Rad-Aktivitäten dieses Tages enden mit einem schönen Erlebnis: Marion und Werner werden auf der Rikscha ausgebildet.
Na ja, die geplante Radelpause ist ausgefallen... mal sehen, was morgen wird: die Pedalen sind eingetroffen. Außerdem hat mein "Do-it-yourself-Fahrrad" einen "hinterhältigen" Platten (der wegen des geringen Schlauchdefekts sich erst sehr langsam zeigt), mich aber wegen des Wechsels auf das E-Bike nicht unterwegs "erwischen" konnte.

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