7.Mai: Muss ich mehr Essen, wenn ich mehr Radfahre?

Geschrieben am 07.05.2021 von Hermann Nieratschker
Team: Stadt Gronau
Kommune: Gronau im Kreis Borken

Gute Frage! Jeder kennt die Bilder von Radprofis, die vor großen Tellern sitzen und Berge von Nudeln in sich hineinschaufeln. Das wirft natürlich die Frage auf: muss ich mehr Essen, wenn ich mehr Radfahre? Klare Antwort: es kommt drauf an! Statistisch gesehen nimmt jeder Deutsche 20 Prozent zu viel an Kalorien auf. Mit diesen 20 Prozent kann er täglich 16 km zügig Radfahren. Wenn also die Arbeitsstelle max 8 km vom Wohnort entfernt ist kann Jede oder jeder Radfahrer die Strecke zurücklegen ohne mehr Essen zu müssen.
Aber wie effektiv ist Radfahren denn überhaupt? Um diese Frage zu klären habe ich einige Daten zusammengetragen und ein bißchen gerechnet. Hier das Ergebnis: Laut Kalorienrechner ist der Tagesbedarf eines sportlichen männlichen Radfahrers der 120 km fährt ( 8 Stunden mit 15 km/h ) ca 5000 kcal. Dies sind ungefähr 3000 kcal mehr, wie derselbe Mann bei reiner Bürotätigkeit benötigt. Diesen Mehrbedarf von 3000 kcal könnte er theoretisch durch 0,33 l Olivenöl oder Walnussöi etc decken. (Diese Kalorienzufuhr wäre zwar etwas einseitig, ist aber für den Vergleich ganz anschaulich). Ein PKW (Kompaktwagen 6l Diesel auf 100 km) käme mit der Ölmenge von 0,33l nur 5,5 km weit. Also kommt der Radfahrer mit der selben Energiemenge 22 mal soweit wie der Autofahrer. Noch effektiver wird das Radfahren in Velomobilen. Dieses sind vollverkleidete Liegeräder die aufgrund ihrer sehr guten Aerodynamik einen deutlich geringeren Luftwiederstand haben.Mit diesen fährt man bei gleichem Energieeinsatz ca 50 % schneller oder kommt etwa doppelt so weit (Luftwiederstand geht exponentiell ein ). Wenn es ein gutes Netz von Radschnellwegen gäbe, hätte ich auch schon ein Velomobil.

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