Rückblick auf die erste Woche - Dialoggespräch von Swantje und mir

Bild Geschrieben am 14.05.2021 von Hannah Stolzenburg
Team: Kirchen Stadt Peine
Kommune: Peine im Landkreis Peine

Swantje: Hallo Hannah, na, wie war deine erste Woche ohne Auto?

Hannah: Moin Swantje! Die erste Woche war schon etwas komisch... Ich hätte fast mein Auto genommen und wäre losgedüst, wobei eigentlich auch nicht, weil es bei meinem Arbeitsplatz steht, aber ich wollte… Mein Kopf hatte das irgendwie noch nicht so auf'm Schirm...
Und bei dir?

Swantje: Bei mir war es eigentlich wie immer. Durch Corona haben wir ja alle nicht mehr so viele Präsenztermine, so dass ich nur zwei Mal mit dem Rad nach Peine musste. Einkaufen und Kinder zur Schule und Kita bringen, mache ich ja sowieso meistens mit dem Rad und Anhänger.
Irgendwie hätte ich aber gerne auch noch mehr mit dem Rad erledigt. War aber nicht nötig... Macht dir der Regen was aus?

Hannah: Ja, das stimmt. Ich bin auch nur ins Büro gefahren und habe kleinere Strecken zurückgelegt. Große Strecken noch nicht. Ich muss ehrlich gestehen, Regen ist nicht mein Favorite... Aber ich habe mir gestern bei dem Nieselwetter einfach eine Regenjacke angezogen und ab sofort wohnt eine Regenhose in meiner Fahrradtasche. Damit sollte ich es schaffen... Bei starken Regen würde ich aber vermutlich doch am liebsten das Auto nehmen....

Swantje: Naja, das ist dann eben die Herausforderung als STAR;-)
Gestern auf dem Weg zur Schule war es auch total trüb. Habe aber am Rapsfeld ein schönes Foto gemacht.

Hannah: Ich habe auch eins gemacht, aber eher ein wehmütiges... von meinem Auto, dass sein Dasein auf einem Parkplatz fristet :-P
Diese Herausforderung wollte ich ja, aber ich hoffe wirklich, dass das Wetter besser wird oder wenigstens so bleibt, dass es nicht regnet, wenn ich Fahrrad fahren muss :-D
Du bist ja auch sowieso in Form, ich eher nicht.. ich merke richtig wie die zwei Radtouren am Wochenende meine Beine beansprucht haben. Die kleinen Touren in den letzten Tagen waren dagegen kein Problem :-P
Vielleicht wird es zum Ende hin auch besser?
Swantje: In Form würde ich das nicht nennen. Kurzstrecken, die viele Leute mit dem Auto zurücklegen, sind für mich normal. Größere Touren wären für mich körperlich sicher auch eine Herausforderung, sind aber familiär bedingt gerade nicht so möglich.

Hannah: Doch schon! Ich finde aber auch die kleineren Touren viel wichtiger, wenn ich so drüber nachdenke! Dann wird das Fahrrad als Fortbewegungsmittel genutzt und nicht das Auto. Der Blickwinkel ändert sich.
Und mit der Familie seid ihr ja auch am Wochenende mit dem Rad unterwegs, nur halt keine 30 oder mehr km...
War es schon immer so, dass du im Alltag Fahrrad gefahren bist?

Swantje: Wir nutzen als Familie das Rad hauptsächlich als Fortbewegungsmittel und nicht für Ausflüge. Sind mehr in unserem Garten, als unterwegs ;-)
Seitdem ich zu Hause ausgezogen bin, fahre ich Fahrrad. In der Fahrradstadt Freiburg war das super möglich und hier im Flachland ist das Auto für mich keine wirkliche Option. Klar, aus Bequemlichkeit, zum Transport oder wenn man längere Strecken zurücklegen möchte, greifen wir auch auf das Auto zurück.
Wir möchten unseren Kindern vorleben, dass das Fahrrad ganz selbstverständlich für Kurzstrecken genutzt wird.

Du hast noch keine Familie, denen du ein Vorbild sein kannst, was treibt dich an, aufs Fahrrad zu steigen? Was sind für dich die Vorteile am Fahrradfahren?

Hannah: Als Christin und Diakonin treibt mich an, dass ich mehr auf die wunderbare Schöpfung achten möchte. Mit dem Fahrrad fahren tue ich das und vielleicht bin ich so auch eine Inspiration für Andere, so wie du für deine Kinder und auch ganz vielen weiteren Menschen!
Die Vorteile für mich, wenn ich nicht schnell ins Büro muss, sind, dass ich viel mehr sehe, einfach anders unterwegs bin. Ich bin letztes Jahr mit dem Rad und einem Freund die Ems entlang geradelt. Das war so cool und wir haben so viel gesehen, was uns sonst niemals aufgefallen wäre. Das ist hier in Peine auch so! Ich sehe mit dem Rad viel mehr, kleine Fachwerkhäuser, Bäche und Flüsse, grüne Felder oder den Raps in voller Blüte! Ich bin viel bewusster unterwegs.
So auch am Wochenende, auch ich habe mit Freund*innen ein paar Punkte abgeradelt, Enten beobachtet, Weite genossen und die Sonne mir einen leichten Sonnenbrand verpassen lassen :)
Naja und ein Nebeneffekt der ganzen Geschichte ist, dass ich wieder sportlicher unterwegs bin und ganz ehrlich, es ist überhaupt nicht schlimm! Ob ich 5km zur Arbeit radel oder mit dem Auto fahre. Das ist ein Zeitunterschied von 5 min, die ich mit dem Rad länger brauche, aber dafür kommt man frisch im Büro an und hat jeden Tag 10km geradelt. Auch Kleinvieh macht Mist, sagt man doch so gerne. Und das gilt doch hier genauso!

Ich bin gespannt wie die nächste Woche wird… Wenn der Kühlschrank wieder leer ist und ich einkaufen muss. Wird das auch so einfach klappen…?
Und vielleicht schaffen wir noch eine Radtour zusammen, so wie auf dem Foto hier rechts? Vielleicht finden wir wieder eine fotogene Wildgans ;-)

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