Interviewreihe "Radlerstimmen" (STADTRADELN-Start in 6 Tagen)

Bild Geschrieben am 26.05.2021 von Florian Kretschmann
Team: Schwietering Powercyclists
Kommune: Aachen

Bevor es mit dem Stadtradeln losgeht, gibt es seit gestern bis zum Start von STADTRADELN jeden Tag ein Gespräch mit Radfahrenden, die mir auf meinen Wegen begegnen. Dabei kommen Themen zu sprechen wie bspw. die Motivation sich auf das Rad zu schwingen sowie Wünsche für den Radverkehr für die Zukunft.

Heute habe ich
Sarah D.,
26 Jahre,
berufstätig,
aus Aachen,
mit einem täglichen Arbeitsweg von 3,5km getroffen.

Fahrradverhalten: Sie erledigt das meiste mit dem Rad und fährt gelegentlich Fahrradtouren in ihrer Freizeit

Warum haben Sie sich für das Fahrrad als Verkehrsmittel für den Weg zur Arbeit entschieden?
Es ist die schnellste, flexibelste und bequemste Art die 3,5km zur Arbeit zu fahren. Zum einen da ich innerstädtisch wohne und es auch keine Parkplätze bei der Arbeit gibt und zum anderen da ich auf dem Heimweg Erledigungen machen kann und jederzeit spontan anhalten kann. Außerdem tut die Bewegung an der frischen Luft gut, da ich den ganzen Tag im Büro sitze.

Wie rüsten Sie sich für schlechte Witterungsbedingungen?
Da ich das Wetter in Aachen kenne, habe ich sicherheitshalber immer meine Regenhose zusammengefaltet in meiner Tasche dabei. Diese lässt sich sogar über die Schuhe ziehen und verhindert, dass meine Schuhe durch das Spritzwasser nass und dreckig werden. Man sieht zwar äußerlich ziemlich nass aus, jedoch bin ich immer wieder begeistert wie schön trocken man sich fühlt.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft für den Radverkehr im Allgemeinen?
Ich wünsche mir, dass mehr nach der Devise "Wer Straßen säht, wird Verkehr ernten" gehandelt wird. Das zeigt sich beim Kfz-Verkehr, wenn Straßen ausgebaut werden und diese danach immer noch voll bleiben. Das gilt im Umkehrschluss natürlich auch für alle anderen Verkehrsarten, also z.B. auch für den Radverkehr. Wenn viel und gute Radinfrastruktur vorhanden ist, steigt auch der Radverkehrsanteil, auch wenn aktuell noch wenig Radfahrende auf einer Strecke unterwegs sind. Außerdem würde ich mich über ein faires Miteinander im Verkehr freuen und weniger "Autofahrer gegen Radfahrer" und eine damit verbundene Versteifung der Positionen. Darüber hinaus erachte ich es als sinnvoll, die vorhandenen Flächen im städtischen Raum fairer zu verteilen, bzw. gleichmäßiger zu bepreisen. Was ich damit meine ist, dass sich jeder bewusst machen sollte, das 10qm als Anwohnerparkplatz im öffentlichen Straßenraum 30€ im Jahr kosten, während ein Kinderzimmer von 10qm etwa 100€ im Monat, bzw. 1.200€ im Jahr kosten. Der Vergleich mit dem Quadratmeterpreis kann bei manchen Debatten die Augen über die Ungerechtigkeiten öffnen.

Vielen Dank für das Interview!

____________________________________________________________________
Das nächste Interview Radlerstimmen folgt morgen

Teilen: Facebook | Twitter