Halbzeit - Gedanken zur Mobiliätswende

Bild Geschrieben am 27.05.2021 von Jörg Bartel
Team: Amtshaus Stemwede
Kommune: Stemwede im Kreis Minden-Lübbecke

Im Rahmen meines "Halbzeitfazits" ein paar Gedanken zum Thema Mobilitätswende:

Ziel ist es ja, möglichst viele Alltagswege mit dem Rad zurückzulegen. Einer meiner Alltagswege ist die Reise nach Cuxhaven-Duhnen, wo wir unseren Wohnwagen stehen haben. Während des STADTRADELN habe ich für die Reise über Pfingsten natürlich auch das Rad genutzt. Für den Hin- und Rückweg habe ich jeweils unterschiedliche Routen gewählt.

Während ich auf dem Hinweg eine Route westlich von Bremen (Innenstadt vermeiden) mit Fährfahrt über Nordenham genutzt habe, ging es zurück auf einer Route, die östlich an Bremen vorbei führte.

Ganz bewusst war der Hinweg geprägt von Nebenstraßen. Dies erfordert einen etwas größeren Aufwand bei der Routenplanung, belohnt dafür in der Regel aber mit vor allen Dingen wenig Verkehr und tollen landschaftlichen Ausblicken. Oftmals sind die Routen auch nicht länger als die üblichen Routen an klassifizierten Straßen. Meistens hat man auch Glück mit guten Straßenverhältnissen.

Für den Hinweg kann ich jedenfalls feststellen, ist das alles eingetreten. Dann hatte ich noch gute Windverhältnisse, so dass ich die 215 km in unter 7 Stunden bewältigen konnte. Richtig Glück hatte ich, als ich den Sonnenaufgang im Moor erleben durfte.

Auf dem Rückweg habe ich bewusst einige klassifizierte (Kreis-, Landes und Bundes-) Straßen gewählt. Diese sind in der Regel mit Radwegen ausgestattet. Der Vorteil dieser Routenplanung ist, dass man weniger abbiegen muss und die Route dadurch einfacher und in der Regel schneller zu fahren ist. Dafür fährt man neben Hauptstraßen und es besteht die Gefahr, dass Radwege in einem schlechten Zustand sind.

Auch hier lag ich mit meinen Annahmen richtig. Gefühlt jeder zweite Radweg (2 Beispiele habe ich beigefügt) war mit dem Schild "Radwegschäden" versehen. Häufig endeten die Versuche, den zu nutzen dann doch wieder auf der Straße.
Am Rande: Wetter war bescheiden, dank Gegenwind waren die durchgeregneten Klamotten immer schnell wieder trocken.

Mein Fazit nach diesen beiden Marathons lautet daher:
wenn die Mobilitätswende gelingen soll, muss die (überregionale, regionale und kommunale) Routenplanung mehr auf Nebenstraßen verlagert werden oder die bestehende Infrastruktur muss in einen nutzbaren Zustand versetzt werden.

Die Mobilitätswende kann gelingen, dafür braucht es allerdings radfahrfreundliche Infrastruktur.

Und wer glaubt, dass neue Radwege die Lösung sind, sollte sich im Vorfeld auch ehrlich machen, dass diese zu bewirtschaften und zu unterhalten sind. Dafür sind dann eben auch entsprechende Mittel dauerhaft einzuplanen und bereitzustellen.
Radwege nutzen keinem etwas, wenn sie so zugewachsen sind, dass man sich darauf nicht begegnen kann oder wenn diese solche "Huppelstrecken" sind, dass Radfahren keine Freude macht.

Wenn man schon den Verkehr auf der Hauptstraße an der einen Seite ertragen muss, dann wenigstens auf einem ordentlichen Radweg.

Herzliche Grüße aus Stemwede
Jörg Bartel

P.S. Ich komme aus dem MÜHLENKREIS (Minden-Lübbecke). Wir haben hier richtig viele gute erhaltene Mühlen, die auf guten Radstrecken wunderbar besucht werden können.
Und unsere beiden Gemeinde Stemwede Maskottchen STEMMI und WEDI lieben Mühlen. Da durfte natürlich ein Foto vor der an der niedersächsischen Mühlenstraße gelegenen Mühle in Emtinghausen nicht fehlen. Auch wenn das für die Aktion "MÜHLENKREISRADELN" sicherlich nicht zählt. Grüße ins Kreishaus, tolle Idee.

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