Unser Schulweg – ein Kuriosum

Bild Geschrieben am 02.06.2021 von Anja Szyltowski
Team: KGS Rastede RASTEDE
Kommune: Rastede

Heute war ein ganz normaler Schul- und Arbeitstag und ich habe wieder nur ein paar mickrige Kilometer zwischen meinem Zuhause und der KGS zurückgelegt. Als Familie sind wir heute zusammen 62,5 Kilometer geradelt und haben damit mehr als 9 kg CO2 eingespart. :-)

Außerdem konnte ich 5 (!) weitere Schüler*innen für das smarteste Unterteam der KGS gewinnen. Im Team „SF 13 und Freunde – Brains travel on Bikes“ nehmen wir alle Schüler*innen auf, die sonst ohne Team wären. Daher melden sich nach und nach Schüler*innen aus verschiedenen Jahrgängen an, die sonst nie miteinander zu tun hätten. Radfahren verbindet!!

Nun aber zum autofreien Familienleben: Leider gehört unser Schulweg von der Buchenstraße in den Ortskern zu den eher unschönen Strecken in Rastede. Ich glaube, da erzähle ich an sich niemandem etwas Neues. Andererseits: je genauer man sich das einmal anschaut, desto verrückter kommt es einem vor. Daher hier ein paar kuriose Details:

Da wir direkt beim Fahrradhändler Stückemann wohnen, ist der kürzeste Weg zur Schule eigentlich die Strecke entlang der Oldenburger Straße beginnend am Orteingangsschild. Aber zwischen 7.30 und 8.00 Uhr braucht man für diese Strecke ganz, ganz starke Nerven. Wenn man es überhaupt schafft, die Oldenburger Straße zu überqueren, muss man dann auf dem linksseitigen Fußweg, der für Radfahrer*innen freigegeben ist, eine Lücke zwischen den Schüler*innen-Massen finden und möglichst ohne Zögern im Strom mitfahren, sonst landet man ganz schnell im Graben. Die morgendliche Sternfahrt von bis zu 2000 Schüler*innen ins Zentrum von Rastede bringt den kleinen Ort definitiv an seine Grenzen.
Mit den Kindern fahre ich daher morgens nicht auf diesem direkten Weg zur Schule, sondern wir nehmen einen Umweg durch das Wohngebiet Cäcilienstraße (Foto1). Das ist schon irgendwie ärgerlich, da es einiges an Zeit kostet. Aber heute stellte sich das Ganze plötzlich als Gewinn heraus, weil ich dadurch nämlich beim Stadtradeln ein paar Meter mehr eintragen kann.

Nachdem wir dann das Hirschtor passiert haben, müssen wir auf dem Zwei-Richtungsradweg auf der linken Seite der Oldenburger Straße diverse Einmündungen und Einfahrten passieren. Da nützt es leider nicht viel, dass wir auf dem Radweg Vorfahrt haben, wenn Autos nach links abbiegen in die Lindenstraße oder zu Lidl und Esso. Denn die können die Radfahrer*innen, die links hinter ihnen ankommen, nur ganz schlecht sehen und kommen oft erst im letzten Augenblick zum Stehen. Hier bin ich schon so oft gerade noch so mit dem Schrecken davon gekommen, dass ich es einmal genauer wissen wollte: Im Unfallatlas des statistischen Bundesamts kann man tatsächlich sehen, dass im Jahr 2019 auf der Oldenburger Straße an den Einmündungen Lindenstraße, Feldbreite, Alte Schlossgärtnerei sowie an der Einfahrt zu Lidl jeweils mehrere „richtige“ Unfälle mit Beteiligung von Fahrradfahrer*innen stattgefunden haben. Der Abschnitt zwischen Lindenstraße und Feldbreite ist sogar rot markiert, weil sich hier Unfälle häufen.

Heute hatte ich auch am Nachmittag Unterricht und bin daher ein zweites Mal zur KGS gefahren. Um 14.00 Uhr und ohne Kinder habe ich mich entschieden, die Oldenburger Straße am Ortseingangsschild (bei Stückemann) zu überqueren und den Fußweg mit Freigabe für Radfahrer*innen auf der linken Seite zu nehmen. Hier hofft man ja immer, dass einem niemand entgegenkommt und tatsächlich hatte ich Glück. Kurios wurde es aber kurz vor dem Kreisverkehr (bei der Gärtnerei Müller): Hier wird der Weg nämlich plötzlich zum reinen Fußweg (Foto 2). Wenn ich mich richtig verhalten will, muss ich nach rechts fahren und eine Runde um den Kreisverkehr drehen, um auf der anderen Seite weiterfahren zu können. Dabei müsste ich 3 (!) Straßen überqueren (Foto 3). Das ist quasi mein Scheideweg: Keine Kinder dabei, sonst niemand zu sehen – da könnte ich doch fix auf dem Fußweg weiterfahren… Nein, heute nicht, denn – haha – jeder Meter zählt beim Stadtradeln!
Auf dem Nachhauseweg kam mir auf dieser Strecke dann doch ein Liegerad entgegen. Dieses Mal hatte ich Pech, denn ich war auf der Seite mit dem Graben (Foto 4) und bin daher abgestiegen, um den Gegenverkehr durchzulassen. KGS-Schüler*innen können übrigens die spannendsten Geschichten darüber erzählen, wo, wann und wie sie schon einmal in diesem Graben gelandet sind. Der ist nämlich an vielen Stellen so zugewachsen, dass man gar nicht merkt, dass das er bis zu 1 m tief ist, bevor man tatsächlich drin liegt.

So, nun aber genug geschimpft. Die vielen schönen Seiten von Rastede, die einem entgehen, wenn man mit dem Auto unterwegs ist, sind auf den weiteren Fotos zu sehen.

Herzlichen Glückwunsch an die Firma „ESD Feuerschutz“ für die meisten geradelten Kilometer pro Kopf in Rastede sowie an die Grundschüler aus Kleibrok, die viel, viel, viel mehr Kilometer pro Kopf zurückgelegt haben als die „Großen“ von der KGS. Weiter so!! :-D

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