Thilo, der Demo-Hopper

Bild Geschrieben am 06.06.2021 von Thilo Braun
Team: Modis ITO GmbH Erfurt
Kommune: Erfurt

Ja, den Eindruck könnte man bekommen. Am Dienstag, den 01.06., auf der Critical Mass (CM) in Jena gewesen, wie üblich Ordner-Aufgaben übernommen. Ich bin einfach ein Fan der beiden sehr klugen, jungen Frauen, die die CM Jena organisieren. Deshalb habe ich irgendwann angefangen, dort mitzufahren. Und da ich im Moment Urlaub habe und Kilometer für's Stadtradeln sammle (BTW, mein eigenes Stadtradeln-Bäumchen ist, Stand heute morgen, zu mehr als drei Vierteln errradelt), bin ich natürlich standesgemäß mit dem Fahrrad angereist.
Die CM war leider diesmal kleiner als erhofft. Noch immer galt eine Auflage zur Teilnehmerbegrenzung, und das hat wohl auch einige Interessenten abgeschreckt. So kamen statt der erhofften und durchaus üblichen 150 nur knapp 70 Teilnehmende zusammen.
Danach hatte ich eigentlich vor, mit der Bahn zurück nach Erfurt zu fahren, aber eine wirklich liebe Freundin aus Weimar wollte mit dem Rad zurück, also habe ich sie begleitet, um ihre Gegenwart und das Gespräch mit ihr zu genießen. Danach war aber wirklich Schluss, und die Strecke Weimar-Erfurt habe ich dann tatsächlich mit der Bahn zurückgelegt.

Am Donnstag, dem Weltfahrradtag, dann die Fahrraddemo in Weimar, wo ja auch grad ein Radentscheid läuft. Wie mein Stadtradeln-Star-Kollege Christoph schon in seinem Blogeintrag (https://login.stadtradeln.de/specials/blog?L=1&sr_post_id=6237) geschrieben hat, war es gut, dass erfahrene Ordner aus Erfurt dabei waren. Denn natürlich muss man die Seitenstraßen absperren, wenn der Demo-Zug vorbeifährt, da vielen Autofahrenden nicht bekannt ist, dass die StVO aus mehr als nur einem Paragrafen besteht. So wissen sie gewöhlich nichts von §27 StVO, der es verbietet, einen geschlossenen Verband zu unterbrechen, selbst wenn die eigene Ampel Grün zeigt oder man eigentlich Vorfahrt hätte. Wir Corker erinnern dann mit freundlich quergestellten Rädern daran.

Und Samstag dann die große Fahrraddemo in Erfurt, um die Stadt daran zu erinnern, dass 12.700 Menschen den Radentscheid für eine bessere Radinfrastruktur unterschrieben haben und nicht wieder nur mit leeren Absichtserklärungen abgespeist werden wollen.
Aber so ist das halt. Noch immer gibt es zu viele Menschen - insbesondere Entscheidungsträger - die ernsthaft motorisierten Individualverkehr, also ein Mobilitätskonzept aus dem 19. Jahrhundert, für Modernität halten. Völlig ungeachtet, was das für das Klima, die Lebensqualität und die Gesundheit der von Lärm- und Abgasterror betroffenen Menschen bedeutet.Ich nehme an, das liegt auch daran, dass die Entscheidungsträger nicht da wohnen, wo die unangenehmen Seiten ihrer Entscheidungen zu Tage treten.

BildBildBildBildBildBildBildBildBild

Teilen: Facebook | Twitter