Über sich hinauswachsen

Geschrieben am 07.06.2021 von Nicole Wittig
Team: tellermeer_feiermaker
Kommune: Gießen

Nachdem ich in der Woche schon den Lahnradweg bis Weilburg kennen gelernt hatte, strebte mir für Sonntag eine etwas weitere Tour im Kopf herum. Der Lahnradweg bis nach Limburg

Das Lahntal kann man zum Einen sehr angenehm und staunend mit dem Zug durchqueren, um nach Limburg zu gelangen. Aber zum Anderen führt der Radweg ebenfalls dort lang. Also, warum nicht mit dem Rad? So machte ich mein Gravelbike und mich startklar und schwang mich aufs Bike.

Bis Weilburg kannte ich die Strecke ja schon, schön, aber bekannt. Ab Löhnberg verändert sich das Lahntal mehr und mehr, wird "wilder", schöner und es gibt wahnsinnig viel in der Natur zu bestaunen. Man muss das einfach selbst gesehen und erlebt haben, um genau zu wissen, was ich damit meine. Hin und wieder musste ich beim Staunen aufpassen, den Radweg nicht in die Lahn zu verlassen, weil ich mit meinen Augen irgendwo hängen geblieben war - aber ich habe es unfallfrei und trocken durchs Lahntal nach Limburg geschafft!

In Limburg angekommen grübelte ich darüber nach, ob ich den Weg auch zurück schaffen würde, klar ich sitze viel auf dem Rad, meine Ausdauer ist zur Zeit gut und meine Beine fühlten sich auch noch nicht schlapp an - also, warum nicht? Und wenns wirklich nicht mehr geht, dann gibt es ja mehrere Möglichkeiten in die Bahn umzusteigen! Nach einem leckeren Eiskaffee und dem kurzen Abstecher zum Limburger Dom ging es gemütlich wieder auf den Lahnradweg und zurück an der Lahn entlang immer weiter Richtung Gießen. Ich möchte nicht verheimlichen, dass es irgendwann ein mentaler Kampf wird, "ob man noch kann", vor allem auch, da ich allein unterwegs war. Aber als ich dann in Weilburg ankam, wusste ich genau, was mir noch bevorsteht und da war für mich schlagartig klar, dass ich das komplett bis zurück nach Kleinlinden schaffen kann. Und ich habe es geschafft!

Ich bin keine "Radsportlerin" in dem Sinne (Rennrad, auf den Boden schauend, nur auf Anschlag fahrend - oder was man sich sonst noch so vorstellen mag), normalerweise findet man mich nämlich in der Handballhalle im Tor stehend. Seitdem wir wegen Corona nicht mehr trainieren und spielen dürfen, fand ich eine kleine Leidenschaft zum Laufen mit einer lieben Arbeitskollegin und eine riesige Leidenschaft zu Edda, meinem Gravelbike. Seitdem versuche ich mich nicht nur auf der Straße mit ihr, sondern auch im Wald und auf Wiesen - bergauf und bergab. Und mit jedem Kilometer mehr, den wir gemeinsam machen, fühlen wir uns sicherer und sicherer miteinander. Ich genieße die Zeit auf Edda, das ist entschleunigte Zeit, die ich für mich ganz allein habe und die ich in vollen Zügen genießen kann - denn dazu braucht man keine Radsportlerin sein!

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