Viel Luft nach oben

Geschrieben am 07.06.2021 von Florian Kretschmann
Team: Schwietering Powercyclists
Kommune: Aachen

1. Woche STADTRADELN
Neben meinen alltäglichen Arbeitswegen mit dem Rad bin ich diese Woche drei kleinere Touren gefahren. Einmal entlang des Rheins, dann im Sauerland und am Ende konnte ich mit meinem Fahrrad in der Eifel einfach vor mich hinradeln. Im Kopf die anstehende Radreise nach Norddeutschland, unter den Füßen die von Wurzelaufbrüchen vibrierenden Pedale. Da dachte ich mir, ich blogge einfach mal was Aktuelles (und Kurzes) zum Thema "Vernachlässigung des Radverkehrs" in Deutschland.

Radweg vs. Straße
Immer häufiger fällt mir sowohl in Aachen, wie auch in anderen Städten auf, wie schlecht manche Radwege bezüglich der Oberfläche sind. Ich meine als Alltagsradler gewöhnt man sich ja (leider) schon irgendwann an die schlechte Radverkehrsführung, aber dann kann es ja nicht sein, dass es zusätzlich auf manchen Strecken noch hubbeliger zugeht als auf einem Wurzel-Trail im Wald, während die parallel laufende Straße perfekt und frisch gemacht scheint... Bei baulich getrennten Radwegen oder gemeinsamen Geh- und Radwegen ist der Oberbau meistens durch Wurzeln aufgebrochen, oder einfach so aufgeplatzt. Dadurch, dass beim Straßenbau der Schwerverkehr maßgeblich für die Dimensionierung ist, kann es sein dass der Straßenbau bei einer Tiefe von ca. 70cm beginnt und daher auch deutlich resistenter gegen Aufbrüche ist. Für Radwege reicht da scheinbar eine einfache, wenige Zentimeter dicke Deckschicht. Nun sind ja Radwege schon deutlich schmaler und nicht ganz so tief verbaut, da kann es ja von den Kosten her eigentlich nicht viel ausmachen, diese Radwege besser auszubauen. Jeder kennt dieses Gefühl über eine schön asphaltierte Bahntrasse o.ä. zu fahren, da will man doch gleich 5x entlangfahren. Was müsste es dann für ein Gefühl sein, wenn die Radwege in der Stadt die gleiche Oberflächenqualität hätte? Dann würde man ja fast förmlich durch die Stadt "gleiten".

Fahrradmitnahme mit der Bahn
Nachdem ich in der ersten STADTRADELN-Woche viel mit dem Fahrrad in der Bahn unterwegs gewesen bin, sind mir noch eine Menge Sachen aufgefallen, die für den einen die Lust an Radreisen hemmen könnten. Zur Erkundung von NRW hatte ich als Alltagsradler meine Fahrräder anfangs nur in Regionalzügen mitgenommen, wo es ja auch mittlerweile durch den Ausbau von Fahrradabteilen auch mehr Abstellmöglichkeiten gibt. Bei der Fahrradmitnahme im Fernverkehr wird es leider sehr kompliziert, wie sich diese Woche bei der Planung des ersten Urlaubs herausgestellt hat. Geplant ist mit dem Zug nach Norddeutschland zu fahren, dort einige Touren mit Bett+Bike abzuradeln und am Ende auch wieder mit der Bahn zurückzufahren. Für die Buchung von Fernverkehrstickets mit Fahrradmitnahme bin ich nach kurzer Recherche auf die Vorgehensweise der entsprechenden Buchungsweise gestoßen:

1. Bei der Verbindungssuche Häkchen bei "Fahrradmitnahme möglich" setzen
2. Versuch eine Verbindung buchen
3. Feststellen das die meisten Fahrradstellplätze schon ausgebucht sind
4. Nach mehreren Versuchen eine Verbindung finden die passt
5. Nach bahn.de ist es jetzt noch erforderlich, zusätzlich einen Fahrradstellplatz (kostenfrei) zu reservieren.
6. Nach langer vergeblicher Suche nach der Reservierungsmöglichkeit feststellen, dass dieser Schritt bei Sparpreisen überhaupt nicht notwendig ist...

Leider spart die Bahn mit Details wenn es um die Mitnahme von Fahrrädern in Fernverkehrszügen angeht. Im Zweifel wird auf der Webseite auf die Servicenummer verwiesen, wo ich nach 15min Wartschlange aufgelegt habe nach dem die Musik verstummt war. Wie es mit Tandems und Fahrradanhänger und Co funktioniert mag ich mir (erstmal) nicht ausmalen.

Dennoch muss man sagen, dass sich mittlerweile vieles in puncto Radverkehr ändert. Die Wege werden besser, Schleichwege werden freigegeben, Fahrräder werden in Fahrradstraßen über das Auto gestellt und am Ende hat auch alles mit der Buchung eines Fahrradtickets im Fernverkehr geklappt und ich freue mich demnächst meine erste (Fern-)Radreise anzutreten. Die ausgewiesenen Themenrouten sind ja in der Regel sehr gut befahrbar und bieten immer ein schönes Fahrerlebnis mit faszinierenden Ausblicken. Ich bin gespannt und Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude!

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