Tag der Erinnerung

Bild Geschrieben am 11.06.2021 von Christine Böckmann
Team: Radeln gegen Rassismus
Kommune: Magdeburg

Heute vor 21 Jahren wurde Alberto Adriano in Dessau von Neonazis getötet. Wir nehmen das zum Anlass, in Sachsen-Anhalt heute an alle Todesopfer rechter Gewalt zu erinnern. (Mehr dazu: https://www.warumadriano.de/)

So radel ich in Magdeburg nach Olvenstedt zum Gedenkstein für Frank Böttcher. Frank Böttcher wurde 1997 nachts an einer Haltestelle von einem Naziskin erstochen. Jedes Mal, wenn ich hier stehe, berührt mich die brutale Gewalt. Gut, dass wir heute gemeinsam mit vielen Initiativen in Sachsen-Anhalt an Menschen wir Frank Böttcher und die rechte Gewalt erinnern.
Auch weil uns seine Geschichte und die der anderen Betroffenen berühren und wir wollen, dass es anders wird, heißt unser Team „Radeln gegen Rassismus“. Die Unterschiede und die Vielfalt machen das Leben doch erst interessant. „Leben und leben lassen“ sollte doch möglich sein, oder?

Da ich wieder mit dem Faltrad unterwegs bin und gestern drei unangenehme weil viel zu enge Überholmanöver erleben musste, nutze ich auf der Olvenstedter Chaussee auf dem Hinweg den „Fußweg, Radfahrer*innen frei“. Seitdem das Pflaster erneuert wurde, geht´s sogar einigermaßen. Auf dem Rückweg in Richtung B1 ist´s unangenehmer. Fährt man auf der Straße, wird man oft eng überholt oder auf den nicht benutzungspflichtigen Radweg gehupt. Fährt man auf dem Radweg, wird´s eng, v.a. wenn Fußgänger*innen unterwegs sind, und unübersichtlich (und heute sehr zugewachsen, s. Foto).

Später auf dem Westring: Durch die Markierung des Schutzstreifens hat sich die Situation merklich entspannt. Wenn man allerdings auf dem roten Streifen parkenden Autos ausweichen muss, hat man wieder die Autos im Nacken. Hier sollte öfter kontrolliert werden. Und dass Schutzstreifen und rote Markierungen einfach so im Nichts vor Kreuzungen enden, ist für mich immer das Signal: Ab hier bist du Freiwild.

An der Kreuzung Südring – Halberstädter – Wiener Straße frage ich mich, warum man die Fahrradspur nicht komplett rot markiert. So bleibt beim Geradeausradeln die bange Frage, ob das Auto links neben mir wahrnimmt, dass ich da direkt neben ihm unterwegs bin.

Insgesamt werden es rund 12km im Stadtverkehr. Vieles ist besser geworden. Einiges bleibt verbesserungswürdig und auch im Straßenverkehr wünsche ich mir mehr „Leben und leben lassen“.

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