Freundin besuchen - Kassel mit Zug und Fahrrad

Bild Geschrieben am 18.06.2021 von Nicole Wittig
Team: tellermeer_feiermaker
Kommune: Gießen

Es war soweit, es ging am letzten Samstag des Stadtradelns nach Kassel, um eine Freundin zu besuchen. Diesmal aber nicht allein, sondern mit meiner Edda im Schlepptau. Auf dem Hinweg im Zug wurden wir zudem noch begleitet - auch wenn die Begleitung den Rückweg schon am selben Tag antrat, weil eine gemeinsame Tour am Sonntag zeitlich leider nicht passte. So sollte es dann mit Edda allein über eine vorher am Radroutenplaner Hessen geplante Strecke zurück nach Gießen gehen - nach Bedarf hier und da anpassbar oder aber auch mit dem Zug beendbar. Die Planung war also so, dass ich möglichst immer in der Nähe von Bahnhöfen unterwegs bin, sodass ich die Tour so gestalten kann, wie ich es will und kann.

Auf dem Weg mit dem Fahrrad gab es eine Menge zu erleben:
- neue unbekannte Radwege
- viele andere Radfahrer
- ganz viel Natur und Stille zum Genießen
- und viele Erfahrungen

Aber von Anfang an:
Von Kassel (Nähe Auestadion) ging es erst einmal in Richtung Orangerie. Von dort aus ließ sich der Fuldaradweg super leicht finden. Aber nicht nur der Fuldaradweg war angeschrieben, sondern eine Vielzahl an verschiedenen Radwegen. Herrlich - vor allem für jemanden, der nicht nach Navi, sondern nur nach Schildern fährt (:

Der Fuldaradweg führt idyllisch langsam nach Süden durch wahnsinnig beeindruckende Täler. Kurz hinter Guntershausen beginnt der Eder-Radweg, welchem ich schlussendlich bis nach Wabern folgen konnte. Und auf dem Radweg bei Altenburg traf ich auf einen anderen "Allein-Radelnden", mit dem ich ins Gespräch kam und schlussendlich bis Wabern gemeinsam unterwegs war. Es entstanden schnell interessante Gespräche über das Erkunden mit dem Rad und der Art und Weise Dinge auf dem Fahrrad wahrzunehmen. Ein nettes Gespräch, aber in Wabern fuhr er weiter in Richtung Edersee und ich folgte nun dem Hessischen Fernradweg R4, um in Richtung Borken zu fahren.

In oder vor Borken wollte ich unbedingt den Schwalm - Radweg finden, der mich bis nach Treysa führen sollte. An dieser Stelle muss einfach betont werden, wie schlecht der Schwalmradweg in Wabern ausgeschildert ist. Hätte meine Begleitung von Samstag mir nicht einige Tipps am Telefon gegeben, hätte ich in Wabern definitiv auf mein Handy mit Maps oder Routenplaner zurückgreifen müssen, da hier eigentlich schon der Schwalm - Radweg beginnen hätte sollen. Über den R4 zu fahren, war eine tolle einfache Lösung, die jemand anderes für mich gefunden hatte. Jedoch hatte ich dank des R4´s ein sehr lustiges Erlebnis mit einer Bahnschranke, an der ich mit Fernsprechanlage den Fahrdienstleiter bitten musste, die Bahnschranke zu öffnen, sodass ich die Bahngleise überqueren konnte - auf der anderen Seite musste ich dann natürlich auch Bescheid geben, dass ich heil angekommen bin. Und siehe da, als ich das Schauspiel fotografieren wollte - extra für diesen Stadtradeln-Blog - da fiel mir auf einmal das Schwalm-Radweg Schild in den Blick und ich wusste, dass ich gefunden hatte, wonach ich gesucht hatte.

Also ging es weiter bis kurz vor Borken - da entdeckte ich den Seen - Rundweg, welcher mir ebenfalls bei dem Telefonat empfohlen wurde. Na dann, der Borkener See soll so schön sein mit dem Naturschutzgebiet, das muss ich mir anschauen. Also der Route gefolgt, wahnsinnig schöne Ausblicke genossen und mich am Ende in Borken mit Kaffee und Kuchen belohnt.

Im Anschluss ging es dann endlich weiter nach Treysa - dort sollte es dann weiter über den den Bahnradweg Rotkäppchenland, welcher gleichzeitig auch der Radweg-Deutsche-Einheit ist, nach Neustadt (Hessen) gehen. An einem Anstieg vor Momberg hatte ich urplötzlich einen Biker hinter mir - ich war leicht verwirtt, drehte mich aber erst auf der Kuppe angekommen um und sah einen Herren auf einem E-Bike (ich bitte vielmals um Entschuldigung, aber das muss an dieser Stelle so betont werden) und wusste, warum derjenige hinter mir war - ich war nicht langsam den Berg hoch, aber mit dem E-Bike ist es halt eine Spur einfacher als nur mit der reinen Muskelkraft (und den einigen Kilometern, die ich schon in den Beinen hatte). Aber wir kamen durch meinen Kommentar über sein E-Bike schnell ins Gespräch und fuhren bis Momberg gemeinsam - dort endete seine Tour - und die seiner Frau. Und dann erinnerte ich mich, ich hatte vor dem Anstieg zwei E-Biker überholt gehabt, Mann und Frau! Aber von der Frau war kurz vor Momberg weit und breit nichts zu sehen! Direkt sprach ich ihn darauf an, ob er seine Frau nun einfach zurück gelassen hatte - er meinte, sie kenne das nicht anders von ihm... das lasse ich wohl lieber unkommentiert

Weiter ging es für mich von Neustadt über den Hessischen Fernradweg R2, welcher gleichzeitig auch immer noch der Radweg Deutsche Einheit ist, über Stadtallendorf und Kirchhain nach Cölbe, wo ich auf den Lahnradweg auffuhr. Zwischenzeitlich musste ich unbedingt noch einmal anhalten, um diesen wundervollen Zaun aus Fahrrädern zu fotografieren. Und am Ende hieß es, einen bekannten Weg für die letzten Kilometer über Marburg nach Gießen.

Am Ende des Tages saß ich insgesamt gut achteinhalb Stunden im Sattel und war insgesamt fast zehneinhalb Stunden unterwegs. Ich habe eine Menge gesehen, ich habe Landschaften, die ich aus dem Zug schon einmal gesehen hatte, viel intensiver wahrgenommen, ich habe viele Menschen gesehen, gegrüßt und mit manchen bin ich auch ins Gespräch gekommen. Ich bin über viele verschiedene Radwege gefahren mit der unterschiedlichsten Beschaffenheit, manche Wege fand ich schnell, manche nicht so schnell - aber am Ende des Tages freute ich mich darauf, mich am Abend mit meiner Begleitung von Samstag auszutauschen, was wir alles erlebt hatten auf dem Weg - und beim nächsten Mal fahren und erleben wir einfach wieder zusammen!

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