Feiern & Radeln, Teil 1

Bild Geschrieben am 14.06.2021 von Richard Hackländer
Team: Christen mit Schwung
Kommune: Kaiserslautern

Was für ein Wochenende! Nach den regnerischen Wochen zeigt sich das Wetter seit Beginn des Stadtradelns von seiner schönsten Seite. Stadtradeln leicht gemacht. Denn bei Regen überlege ich mir sonst schon, ob ich bei meinem Termin nass ankommen möchte.
Was für ein Wochenende! Am Samstag und am Sonntag feier ich jeweils morgens einen Gottesdienst und nachmittags fahre ich bei Stadtradeln-Touren mit. Alles mit dem Fahrrad. Ob das gut geht?
Am Samstagmorgen kleide ich mich an mit weißem Hemd, schwarzer Hose und gleichfarbigen Schuhen, nehme meine großen Packtaschen und „packe meinen Koffer“: Der schwarze Talar mit dem weiße Beffchen stopfe ich in den Kleidersack, der zusammengerollt in die Packtasche passt. Hoffentlich knickt nicht das Beffchen. In die andere Tasche kommt mein Tablet, Liedblätter und Geschenke für die Seniorinnen und Senioren. Denn es geht hinauf zum Kursana Domizil in die Alex-Müller-Str. Wer mich so bepackt sieht, könnte meinen, ich hätte eine mehrtägige Tour vor mir. Dabei sind es nur 850 Meter. Oben angekommen begrüßen mich die Mauersegler mit ihren grellen Rufen. Ich entdecke ihre typischen Nistkästen unter den Dächern der Wohnblocks. Als Radfahrer sieht man einfach mehr.
„Atemlos durch die Stadt“? Ich habe Zeit zum Durchschnaufen. Denn im Seniorenheim werde ich zunächst getestet, während der Speisesaal nebenan sich mit einer erwartungsfrohen und dankbaren Gemeinde füllt. Die Pandemie verhindert noch den Gemeindegesang, so dass ich solo aus dem neuen Gesangbuch singe. Denn beim klassischen Liedgut könnten viele auch ohne Liedblatt einstimmen. ;-)
Für den Nachmittag ziehe ich meine Radlerhose und ein rotes Hemd an. Ich möchte von weitem zu sehen sein, wenn ich beim Radpilgern der Stiftskirche der Schlussmann bin, um sicherzustellen, dass keiner unbemerkt liegen bleibt. Ich bin gewissermaßen der barmherzige Samariter, der in der Not mit Werkzeug und Erste-Hilfe-Tasche da ist. Gott sei Dank geht alles gut. Pfr. Matthias Jung, der Initiator des monatlichen Radpilgerns, führt die Gruppe von 15 Leuten an. Alle Altersgruppen sind bei dieser leichten Tour zum Klostergarten in Otterberg vertreten. Zunächst fahren wir den Lautertal-Radweg entlang. Ab dem Kreuzhof folgen wir wegen des Neubaus der Radlerbrücke der Umleitung. nach Otterbach. Der z.T. geschotterte Wirtschaftsweg ist inzwischen gut befahrbar. Gegenseitige Rücksichtnahme ist uns auf der Tour wichtig. Die E-Biker und schnellen Radelnden warten immer wieder und lernen, auch dem Langsamsten noch eine Trinkpause zu gönnen.
Die Sonne entfaltet ihre Kraft und wir genießen es, entlang des kühlen Otterbachs im Schatten nach Otterberg zu radeln. Das Streckenprofil ist flach, Stadtradeln leichtgemacht! Im Klostergarten werden wir mit Abstand von Bärbel Nittner durch den Klostergarten geführt. Pfingstrose, Christrose, Passionsblume, Johannisbeere… beim Vortrag merke ich erst, wie viele Pflanzen biblische Bezüge haben. Ein einladender Garten mit Sitzgelegenheiten inmitten eines Blütenmeeres. Ich sehe viele Insekten wie den Zottigen Bienenkäfer, Wildbienen und die Lederwanze und bekomme gleich die Erklärung. An diesem „Segensort“ des Bistums Speyer wird nicht gespritzt. Ich muss an den Wochenpsalm, Psalm 36, denken, den wir am Morgen noch gebetet haben: „Herr, du hilfst Menschen und Tieren.“ Hier im Klostergarten gibt es ein harmonisches Miteinander und vieles zu entdecken. Auch Wildwuchs wird zugelassen, der Mensch bestimmt nicht allein. Dieser Ort im Schatten der Abteikirche ist eine Oase in unserer schnelllebigen Zeit, ich komme bestimmt wieder.
Für die Rückfahrt nehmen wir den gleichen Weg, insgesamt bin ich an diesem Samstag 29 km gefahren und habe „by the way“ einige Leute kennengelernt.

BildBildBild

Teilen: Facebook | Twitter