Feiern & Radeln, Teil 2

Bild Geschrieben am 14.06.2021 von Richard Hackländer
Team: Christen mit Schwung
Kommune: Kaiserslautern

Am Sonntagmorgen radele ich zur Stiftskirche. Am Vorabend waren noch alle Plätze in der Außengastronomie belegt, viele haben die Freiheiten genossen, die wir vor der Pandemie als selbstverständlich ansahen. Nun ist es ruhig in der City und ich fahr mit meinem Rad durch die Fußgängerzone. In der angenehm kühlen Stiftskirche trifft sich an diesem Sonntag um 10 Uhr nur eine kleine Gemeinde, das Wetter lockt wohl mehr nach draußen.
Wieder wie gestern vormittags schwarz-weiß gekleidet, nachmittags im Radlerdress. Bernd Krüger vom Team „Christen mit Schwung“ hat zur Landstuhler Radrunde eingeladen. Seine Ortskenntnisse sind bewundernswert. Über Bremerhof, Wasserwerk, Alte Schmelz, Breitenau, Gelterswoog und Forsthaus Steigerhof radeln wir zur Burgruine Nanstein. Die Tour ist mit 48 km angekündigt und 14 Stadtradler sind dabei. Zwischen Alte Schmelz und Breitenau verliert die Hälfte den Anschluss, aber in Breitenau kommen wir wieder zusammen. „Mit Engeln reisen“, denke ich mir. An einigen Stellen durch den Wald wird es anspruchsvoll. Zwei rollen sich unfreiwillig ab, stehen aber ohne große Blessuren wieder auf. Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weiterradeln… Wobei ein Helm schon sinnig ist. Wir werden auf der Strecke belohnt mit dem Blick auf die Air Base Ramstein. Dort stehen die Flieger, die bereits im Landeanflug zu sein scheinen, wenn sie über mein Pfarrhaus fliegen. Und in der Burgschänke Nanstein kehren wir ein, trinken ein Bierchen oder genießen ein Eis. „Wir sind ja nicht auf der Flucht“, höre ich eine Radlerin sagen. Schließlich ist Sonntag. Als wir aufbrechen, vergessen wir nachzuzählen. Erst am Silbersee merke ich, dass einer fehlt. Martin wird angerufen, der Anschluss ist nicht mehr möglich, doch eine Flasche Wein wird zum Trost versprochen. Wir radeln beim künftigen Amazon-Großlager vorbei bis zum Opel-Kreisel, der innen zu meiner großen Überraschung einen Radweg bereithält. Am Vogelwoog trennen sich unsere Wege, es geht nach Hause. 52 km habe ich an diesem Sonntag geradelt.
Epilog: Am späten Abend telefoniere ich mit meiner Mutter in Mannheim und erzähle vom Stadtradeln und der Sonntagstour. Ich werde eingeladen, in die Quadratestadt zu kommen, es seien schließlich nur 65 km… Mit dem Fahrrad? Vielleicht in Kombination mit dem ÖPNV? Meine Mutter! Schaun mer mal.

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