FFH-Suche, Tag 7

Bild Geschrieben am 16.06.2021 von Thilo Braun
Team: Modis ITO GmbH Erfurt
Kommune: Erfurt

Auf der Veranstaltung am Samstag zur Alleebaum-Pflanzung habe ich von einem Mitarbeiter von Ministerin Siegesmund ein Heft bekommen mit dem Titel: „Steppengebiete des Thüringer Beckens – Inseln der Vielfalt“.
Es behandelt mit viel Liebe zum Detail die Trockenrasengebiete in Thüringen, und davon gibt es gar nicht so wenige. Und die enthaltenen Karten sind so ausreichend detailliert, dass es leicht ist, auf kommot bei entsprechender Vergrößerung die Zugangspunkte zu finden und als Zielpunkt zu setzen.

So habe ich zunächst einen Trockenrasen nordwestlich von Erfurt (ca. 9 km) aufgesucht, und dann das Naturschutzgebiet Unstruttal (mit Radwanderweg) zwischen Nägelstedt und Großvargula (weitere 22 km).
Ein längerer Aufenthalt am Eingang zum Trockenrasengebiet nordwestlich von Erfurt ohne Gehörschutz empfiehlt sich allerdings nicht. Der Lärmterror der unmittelbar daran vorbeigeführten Bundesstraße verhindert recht erfolgreich jeden Eindruck eines Idylls.
Was mich übrigens wirklich geärgert hat: Wenn schon jemand im Schutzgebiet illegal grillen muss, warum nimmt er dann nicht wenigstens den Dreck wieder mit?

Eine Aufarbeitung der FFH-Gebiete wie für die Trockenrasen würde ich mir für alle FFH-Gebiete wünschen, selbst wenn die Artikel nur im Internet verfügbar wären. Denn damit könnten interessierte Menschen auch etwas damit anfangen und man könnte auch etwas steuern, wo Besucher hingehen sollen und wo nicht.
Als ich nämlich erklärte, dass das Auffinden von FFH-Objekten wie Kirchen ja noch relativ leicht sei, weil sie hoch aufragten, der Enzian-Erdfall bei Plaue aber nicht, bemerkte ein weiterer Teilnehmer der Veranstaltung, dass das auch gar nicht gewünscht sei, da sie bereits ein Problem mit Geo-Caching hätten.
Vielleicht müssen wir lernen, Dinge nicht mehr zu Tode zu lieben und empfindliche Gebiete nicht zu betreten oder zumindest auf den Wegen zu bleiben. Und natürlich keine Pflanzen abzureißen oder sonstwie Dinge mitgehen zu lassen. Fotos als Erinnerung müssen einfach reichen.

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