Vom Ostseestrand und dem Traum einer autofreien Welt

Geschrieben am 18.06.2021 von Iris Hartings
Team: Schiffenberger Zwerge
Kommune: Gießen

Der so viel versprechend klingende Anfang meines Titels beschreibt leider nicht meinen eigenen Urlaub. Am Dienstag bekam ich Fotos und eine Nachricht meiner Freundin, die sich auf zwei Rädern durch ganz Deutschland strampeln möchte. Mal hier ein paar Tage, mal dort übernachten. So lange, wie es dauert. Und da waren sie: Aufbruchfotos. Und dann: Fahrrad vor See, Zelt in der Pampa, Sonnenaufgang und Ostseeküste.
Ich sitze hier zu Hause in Wieseck und träume ein wenig mit.

Ja, so ist es, das Radeln: frau ist mittendrin. Kann Gerüche wahrnehmen, kann die Sonne im Gesicht spüren oder die Regentropfen. Kann neben sich den Reiher starten sehen und seinen graziösen Flug fast mitfühlen (Wieseckaue). Kann die Atmosphäre spüren, die einen Ort umgibt, an dem frau vorbeiradelt oder auch mal anhält. Das echte Leben. Im Auto ist all das nicht vorhanden. Was ein Verlust.

Ich freue mich auf das kleine Fest am Wochenende hier vorm Bürgerhaus und in der Philosophenstaße. Gießen autofrei? Als Pfarrerin habe ich viel übrig für die großen Träume. Wie wäre es denn, wenn das, was dem Leben schadet, weniger würde? Und unser weltgesellschaftlicher Autokonsum zählt leider deutlich zu den Dingen, die uns allen, den Tieren, Pflanzen, der Atmosphäre, unseren Kindern, schaden.

Ja wie soll das denn gehen ohne Auto?

Wir haben ja selbst auch eins. Aber es macht Spaß, es drei Wochen stehen zu lassen. Mein Tipp: Auch mal probieren! Wer weiß, was passiert.

Heute gab es noch ein Interview mit der GAZ. Da habe ich glaube ich gesagt, dass ich gar nicht so doll sportlich bin und "nur" Alltagsradlerin. Darum lande ich schließlich auf Platz 4 meiner Gruppe, mit 260 km (mit über 100 km Abstand zum dritten Platz). Also denke ich kollektiv: mit 11 aktiv radelnden Personen haben wir über 2500 km geschafft. Das ist doch gar nicht schlecht. Glückwunsch an uns!

Und an alle, die während dieser Zeit ohne Auto waren. Und an alle, die kräftig in die Pedalen getreten haben. Weiter so!

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