Wilhelm Mooser Blog III

Geschrieben am 27.06.2021 von Wilhelm Mooser
Team: Gymnasium Marktoberdorf
Kommune: Marktoberdorf im Kreis Ostallgäu

Die erste Radelwoche war für mich, um einen Begriff aus dem Sport zu verwenden, eine angenehme Kür. Die Fahrt zum Arbeitsplatz am frühen Morgen bei strahlendem Sonnenschein war das reine Vergnügen. Noch mehr jedoch die Fahrt zurück am späten Nachmittag, nach bisweilen aufreibenden Schultagen, bei immer noch viel Sonne und warmen Temperaturen, an der frischen Luft und oft auch noch mit Wind im Rücken. Bei diesen Bedingungen waren die Anstrengungen der Schule wie weggeblasen.

Wenn sich auch in der zweiten Stadtradelwoche die Sonne rarer machte und meine Regenausrüstung immer häufiger zum Einsatz kam (siehe Foto), minderte dies den Spaß an der Bewegung im Freien in keinster Weise. Erst die Spielregel, die einem Stadtradelstar auferlegt ist, nämlich auf das Auto auch bei Wind und Wetter zu verzichten, ließ mich hautnah erfahren, dass Radeln im Regen nicht nur Pflicht ist, sondern seinen eigenen Reiz und Zweck hat.
Die Fahrt zur Schule an einem stürmischen und regnerischen Morgen lässt die oft problembehafteten Gedanken, die mir sonst vor Schulbeginn durch den Kopf gehen, fast nichtig erscheinen. Vielmehr beschäftigt mich dann das intensive Naturerlebnis, das in seiner atmosphärischen Intensität eine poetische Ader in mir weckt, die ich vorher an mir gar nicht kannte:

Läuft mir der Regen übers Gesicht am Morgen,
vergess‘ ich alle anderen Sorgen.
Beginnt das Wasser dann in den Kragen zu laufen,
ist der Schultag schon gelaufen.

Radeln stärkt nicht nur die Gesundheit und das Wohlbefinden, sondern kann sogar verborgene Talente an die Oberfläche spülen.

Bild

Teilen: Facebook | Twitter