Extremes Gewitter und das Fahrrad

Geschrieben am 28.06.2021 von Aaron Baufeld
Team: volldAMF
Kommune: Fellbach im Rems-Murr-Kreis

Aufgeben? Für mich normalerweise keine Option.
Heute habe ich dann meiner Gesundheit zuliebe den Ehrgeiz hinten angestellt. Eigentlich verzichte ich als Stadtradelstar 3 Wochen auf das Auto, so dass ich einen PKW nicht mal von innen sehe.
Bei der heutigen Radtour hat mich allerdings das Unwetter ca. 15km vor dem Ziel hart erwischt. Zuerst war es Wind und Regen - kein Problem, da muss man halt ein bisschen mehr kämpfen ;-) . Ca. 4km später war ich bereits klitschnass und war mitten im Gewitter. Die Blitze haben alle paar Sekunden die sonst so trübe Suppe ziemlich erhellt. Da auch schon die ersten großen Äste auf der Straße lagen und die Straßen teilweise schon fast nicht mehr befahrbar waren, habe ich dann doch das überhängende Dach einer Scheune als Unterstand genutzt. Dort stand ich dann, schon leicht frierend, Handyakku leer und habe überlegt, was ich jetzt tun soll. Hätte es nur geregnet und gewindet, da wäre ich sicher weiter gefahren. So hatte ich aber ziemliche Bedenken, ob das gut gehen würde sich noch 11km durch ein extremes Gewitter zu bewegen. Die nächste S-Bahn Station war leider über 5km Luftlinie weg, heißt die Öffis sind somit als Option auch rausgefallen. Ich hatte also noch 3 Optionen: warten und hoffen, dass es gleich aufhört - danach sah es aber nicht aus und es wurde auch langsam dunkel. Ohne Licht wäre es dann bei Dunkelheit noch gefährlicher geworden noch heimzufahren. Das nahestende Wohnhaus hätte mir bestimmt auch einen Platz zum Ausharren angeboten, aber auch hier das Problem mit der aufziehenden Dunkelheit. Und dort übernachten? Wer weiß, ob das überhaupt gegangen wäre.
Als mich ein Autofahrer mit SUV gefragt hat, ob er mich mitnehmen kann, habe ich schon gezögert und mir sind einige Fragen durch den Kopf gegangen. Was passiert mit meinem Versprechen beim Stadtradeln auf das Auto zu verzichten? Was muss ich mir jetzt anhören, und habe ich versagt?
Schlussendlich ist mir meine Gesundheit aber mehr wert. Ein verletzter oder gar toter Stadtradelstar bringt auch nix. Deshalb habe ich mich dazu durchgerungen und mich mit dem Auto heimfahren lassen. Das Fahrrad hat glücklicherweise ins Auto gepasst.

Ein solches Erlebnis hat man nicht alle Tage. Es zeigt aber auch, dass man mit dem Fahrrad doch manchmal ziemlich verletzlich ist und Autos nix böses sind. Mit dem Auto war es übrigens auch nicht gerade ungefährlich die Strecke zu fahren. Beim Auto kommt es einfach darauf an, es bewusst einzusetzen und manch Fahrt einfach mal zu hinterfragen, ob man dafür nicht doch das Fahrrad oder die Bahn nehmen kann.

Abschließend kann ich sagen, dass ich froh bin, dass ich diese Unterstützung erfahren durfte und gesund daheim angekommen bin. Die Radtour war übrigens trotzdem schön und hat Spaß gemacht. Heute habe ich die letzten 3 Stationen der Schnitzeljagd gefunden und die 1000km habe ich auch geknackt.
Ich werde diese Woche auf jeden Fall weiter radeln und das Auto stehen lassen und bin gespannt, was die Woche noch so bringt.

Wünsche euch allen eine gute Woche und immer genug Luft im Reifen. :-)

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