Fast verhinderter Bauhelfer - Mit Rad und Zug nach Bretten

Bild Geschrieben am 30.06.2021 von Familie Kordeuter
Team: Lastenrad & Co
Kommune: Waiblingen im Rems-Murr-Kreis

Zieht der beste Freund aufs Land hinter Bretten bei Karlsruhe, um dort mit seiner Liebe ein Haus zu sanieren, hilft man natürlich nach seinen Möglichkeiten. Normalerweise werden dann Fahrgemeinschaften gebildet und vier, fünf Mann verbringen den Tag auf der Baustelle. Als Stadtradel-Familie musste (zum Unverständnis der Freunde ^^) eine alternative Routenplanung her:

Waiblingen - Stuttgart: Fahrrad 12km
Stuttgart - Bretten: Regio 60km
Bretten - Baustelle: Fahrrad 7km

Das Abenteuer endete fast, bevor es angefangen hatte, denn Bodenfläche Straßenbahnschienen sind saugefährlich





Nach fachmännischem Gebiege blieb eine kleine Acht in der Felge zurück. Die Reise konnte mit ausgehängter Bremse und reduziertem Tempo weitergehen. Der Zeitverlust betrug dann fast eine Stunde, weil der Regio in Stuttgart natürlich schon abgefahren war. Die Zugfahrt selbst war hingegen echt entspannt und neue Leute lernt man dort trotz Corona kennen. Radfahrern verbindet eben! Bis zur Baustelle waren es vom Bahnhof noch gut 7km. Überschaubar also.

Fazit:

  • Mit der Kombination aus Rad und Zug ist man doppelt so lange unterwegs wie mit dem Auto. Allerdings muss man sich im Zug nicht aufs Fahren konzentrieren und hat den Kopf für andere Dinge frei.

  • Die Fahrzeit im Zug ist in Ordnung. Müsste man die ganze Strecke mit dem ÖPNV zurücklegen, wäre es ein Wochenendtrip. Bei Strecken bis 10km hat das Fahrrad die Nase vorn. Sowohl im Ballungsgebiet rund um Stuttgart als auch auf dem Land hinter Bretten.

  • Die Kosten für das Zugticket erscheinen mit 22€ ganz schön hoch. Wie verhält sich dazu die Fahrgemeinschaft? Geht man von 50ct Betriebskosten pro Kilometer (Quelle: Peter Hellwich, ACE) aus und einer Gesamtstrecke von 160km (Mitfahrer müssen auch abgeholt werden), so ergeben sich Kosten von 80€. Ab der vierten Person ist man in diesem Szenario also günstiger unterwegs. Natürlich gibt es auf beiden Seiten Variablen: Der Kilometerpreis schwankt je nach Fahrzeugtyp und Alter ganz gewaltig. Aber auch als Bahnfahrer hat man Möglichkeiten am Preis zu drehen (BahnCard).

  • Führt die Fahrt auf‘s Land, gewinnt die Fahrgemeinschaft. Führt sie in eine größere Stadt, würde ich immer den Zug bevorzugen. Vor allem bei langen Strecken!

    Strecke: 38km + 120 Bahnkilometer

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