Runde(s) mit Tücken

Geschrieben am 09.07.2021 von Julia Garbers
Team: Schneverdingen Touristik
Kommune: Schneverdingen

Auf meinen Wegen von zu Hause in die Innenstadt komme ich durch mindestens einen Kreisverkehr. Egal, wie herum ich fahre, eine halbe oder eine dreiviertel Runde gehört immer dazu.

Ich bin ein großer Freund von Kreisverkehren und finde sie für den fließenden Verkehr wirklich praktisch. Aber auch nicht ungefährlich.

In der Regel vergeht keine Woche, in der mir nicht mindestens einmal in einem Kreisverkehr die Vorfahrt genommen wird.
Ein Muster ist hier deutlich erkennbar und ich kann zwei Personengruppen in meiner privaten kleinen Statistik hervorheben:
„Unsichere“ und "Abgelenkte".

Unangefochten auf Platz eins meiner bisherigen Beinahe-Kollisionen sind die „Unsicheren“. Unsichere und Uneinsichtige.

Viele Menschen haben sich die Verkehrs- und Vorfahrtsregeln für Kreisverkehre vermutlich selbst angeeignet, weil es zum Zeitpunkt ihrer Führerscheinausbildung noch keine gab.
Das ist jedoch kein Grund, aus der Unsicherheit (oder der Selbsteinschätzung eigener Unfehlbarkeit) heraus das eigene Verhaltung nicht zu überdenken oder gar Beschimpfungen abzufeuern.

Platz zwei, die "Abgelenkten", haben zwar vermutlich theoretische Fragen zu Kreisverkehren in ihrer Prüfung beantwortet, doch die Anwendung dieses Wissens scheint nicht so wichtig zu sein, wie das Telefon am Ohr oder die Zigarettenschachtel auf dem Beifahrersitz.

Ich hoffe, man verzeiht mir meine direkten Worte.
Mir ist sehr wohl bewusst, dass es auch unter den Radfahrern schwarze Schafe gibt. Auch in dieser Gruppe halten sich viele für unfehlbar, fahren riskant und unüberlegt. Ganz sicher gab es auch in meiner Fahrradhistorie schon brenzlige Situationen, die ich ebenso mitzuverantworten hatte wie der Gegenpart.

Doch damit sich alle Verkehrsteilnehmer auf den Straßen wohl fühlen, sollten sich ebenso auch alle an gewisse Regeln halten. Und damit meine ich gar nicht nur die, ohnehin gültige und wirklich gern auch zu beachtende, Straßenverkehrsordnung.
Vielmehr meine ich die Regeln
1. Setzt euren logischen Menschenverstand ein.
2. Bildet euch weiter, wenn ihr merkt, ihr könntet euer Wissen ein wenig auffrischen.

Meine Knautschzone als Fahrradfahrerin ist nun einmal nahezu nicht vorhanden und mein Appell ist einfach "Konzentriert euch bitte auf den Straßenverkehr und fragt bei Unsicherheit nach."

In diesem Sinne - auf ein Wiedersehen im nächsten Kreisverkehr.

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