Statt Rast geht's nach Rastatt

Bild Geschrieben am 12.07.2021 von Patrick Schygulla
Team: Fraunhofer ISE
Kommune: Freiburg im Breisgau

Dieses Wochenende waren wir zu lieben Studienfreund*innen nach Rastatt eingeladen. Während meine Freundin bereits am Freitagabend mit dem Zug hinfuhr, kam ich zu der Zeit noch sportlichen Verpflichtungen auf unserem institutseigenen Beachvolleyballplatz nach, sodass ich meine Anreise auf Samstag verschieben musste. So eine weite Strecke als (noch) nicht komplett Durchgeimpfter mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückzulegen erschien mir viel zu unvernünftig und so habe ich die wesentlich weisere Entscheidung getroffen, lieber in einem Individualvehikel anzureisen. Warum nicht das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden? Da ich meine Freundin und unsere lieben Gastgeber*innen nicht allzu lange warten lassen wollte, beschloss ich, morgens bei Sonnenaufgang zu starten und mit den ersten Sonnenstrahlen des Tages die Fahrt Richtung Norden anzutreten.

Der Wecker klingelt um 4:40 Uhr - der Sonnenaufgang in Freiburg ist zwar zurzeit erst um 5:40 Uhr, aber bis mein Radlermüsli, bestehend aus Vollkornhaferflocken, Nüssen, Leinöl, Flohsamenschalen, Sonnenblumenkernen, Kürbiskernen und einer Banane, sowie der halbe Liter grüne Senchatee zubereitet und verzehrt sowie die übrigen Vorbereitungen getroffen sind, vergeht auch etwas Zeit. Fast pünktlich kurz nach sechs steht mein Rennrad vor dem Haus und ich stehe darauf. Noch kurz ein Photo geschossen, Daumen hoch und ab geht's. Für die frühe Stunde am Samstag ist schon relativ viel Autoverkehr unterwegs, aber sobald ich Freiburg verlasse, wird es gemütlicher und ruhiger. Ich habe auf einem kleinen Zettel alle Dörfer notiert, durch die ich durchfahren muss. Meistens finde ich den Weg auch sehr gut. Und wenn ich den Weg mal nicht gut finde, freue ich mich einfach, dass ich dann noch mehr Kilometer für mein Kilometerbuch sammle. Höhenmeter gibt es auf der Tour nur etwa 300, nämlich direkt am Anfang bei einem Schlenker durch den Schwarzwald bei Freiamt. Dort bewundere ich die von der noch sehr rötlich-gelben Sonne angestrahlte Hochburg hinter Sexau. Sobald die Rheinebene wieder erreicht ist, geht es mit einem strammen 24-er Schnitt durch Lahr, Offenburg, Achern bis Rastatt. Eines der Höhepunkte unterwegs war für mich der Gesang einer Goldammer. Seit kurzem versuche ich, Vogelstimmen systematisch zu lernen, höre draußen jedoch meistens nur Spatz, Krähen und Buchfink. Das wunderschöne und unverkennbare ziziziziziziziiiii-düh der Goldammer habe ich auf der Tour zum ersten Mal in der Natur gehört. Leider war ich mit meinen 30 km/h zu schnell vorbei, um länger zuzuhören oder den Vogel gar zu erspähen.

Pünktlich zum Mittagessen, eine leckere Polentapizza wird kredenzt, komme ich kurz vor 13 Uhr ganz gemütlich an. Es bleibt sogar Zeit, meinem treuen Drahtesel eine kleine Touri-Tour durch Rastatt zu geben und ihm die Sehenswürdigkeiten der Stadt, z.B. das barocke Schloss mit dem goldenen Mannle zu zeigen. Der Rest des Tages steht im Zeichen der Regeneration: Brettspiele spielen, über einer Feuerschale grillen und nach ca. einem Jahr sich endlich mal wieder sehen und gemeinsam lachen. Dafür hat sich jeder einzelne der 130 km der Radtour mehr als gelohnt.

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