"Raindrops keep fallin' on my head"

Bild Geschrieben am 14.07.2021 von Markus Diepold
Team: Radlradler
Kommune: Gunzenhausen

Regen, immer wieder Regen. Dieses Stadtradeln 2021 kann eine echte Herausforderung sein, wenn man sich kategorisch dazu entschließt, auf den Einsatz des von Wind und Wetter geschützten „Faradayschen Käfigs auf vier Rädern“ zu verzichten. Denn egal bei welchem Wetter man am Morgen aus dem Haus geht - ob bei Landregen, Dauerregen, Starkregen, Platzregen, Sprühregen, Nieselregen oder warmem Regen - in jedem Fall entfällt die komfortable Option, einfach ins Auto zu steigen und sich den Wetterverhältnissen zu entziehen.
So kann man die Sache sehen, muss sie aber nicht. Denn erst die echte alltägliche Konfrontation mit dem Wetter vor Ort fördert das Nachdenken über die lokale und globale Witterung sowie das Verständnis um die Zusammenhänge rund um das allgegenwärtige Thema Klimawandel. Und angesichts vieler überschwemmter Häuser auch hier in unserer Region wird einem klar, dass Beschwerden über fahrraduntaugliches Wetter ein Jammern auf sehr hohem Niveau ist, zumal es ja eine Erfindung namens Regenponcho gibt. Natürlich kann man auch ohne Poncho einfach dem Regen trotzen und mit der Einstellung aufs Rad steigen, dass durchnässte Klamotten wieder trocknen. Schwieriger wird es allerdings, wenn das Fahrrad nicht nur für Freizeitfahrten, sondern auch für den Weg zur Arbeit benutzt wird. In meinem Fall wären Schüler*innen wahrscheinlich nicht erfreut, wenn sie ihre Prüfungen mit Wasserflecken zurückbekommen. Wenn man also tatsächlich in Betracht zieht, mit dem Fahrrad als alltägliches Verkehrsmittel das Auto zu ersetzen, gilt es neben den harten Faktoren – d.h. den Kauf eines passenden Fahrrades – auch die weichen Faktoren zu berücksichtigen: Dazu zählen eben die Anschaffung eines passenden Regenponchos oder die Bereitstellung eines geräumigen Stellplatzes für das Rad. In unserer Garage wird dem Fahrrad im Verhältnis sogar mehr Platz als dem Auto eingeräumt (siehe Bild). Müsste ich das Fahrrad immer erst aus der hintersten Ecke der Garage holen, würde auch mein innerer Schweinehund oftmals gewinnen (was er ansonsten ohnehin oft genug tut) und mein Hintern würde auf dem schön gepolsterten Autositz landen.
Ein Umstieg vom Auto aufs Rad ist also oft mit einem radikalen Umdenken verbunden. Fahrradfahren ist gerade bei Regen umständlicher und aufwendiger. Doch ein Umdenken scheint immer notwendiger zu werden. Denn der so komfortable faradaysche Käfig hat einen entscheidenden Nachteil: Er bewegt sich meistens nur fort, wenn man Erdöl aus der Erde buddelt und verbrennt. Und das kann in übertriebenem Maße neben den bekannten Auswirkungen auch noch etwas anderes nach sich ziehen: sauren Regen...

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