Wach werden an der frischen Luft

Bild Geschrieben am 18.07.2021 von Anna Wackerow
Team: foodsharing Ludwigsburg e.V.
Kommune: Landkreis Ludwigsburg

Und schon wieder ist eine Woche um. Wahnsinn, wie die Zeit vergeht!

Mit dem Klimacamp startete die zweite Woche zwar sehr anstrengend, aber vor allem auch sehr schön. Zweieinhalb Tage auf dem Akademiehof mit Höhen und Tiefen und mit vielen tollen Gesprächen.

Auf den Bildern seht ihr ein paar Eindrücke aus dem Camp. Am Freitag Nachmittag war ich die erste, die da war, deshalb bestand das Camp anfangs nur aus drei Stühlen und meinem Fahrrad. Auf der Wäscheleine haben wir am Sonntag unsere vom Unwetter durchweichten Handtücher, Decken usw. getrocknet. Die anderen Bilder sind selbsterklärend, denke ich ;)

Nach einer Nacht im strömenden Regen und Wind auf dem Akademiehof und langen und vollen Tagen brauchte ich jetzt erst mal eine Woche, um mich wieder zu erholen. Deshalb habe ich diese Woche auch nicht so viele Kilometer sammeln können. Aber Auto gefahren bin ich auch nicht, also alles gut.

Als ich Samstag früh ins Camp gefahren bin, um die Nachtschicht abzulösen, ist mir aufgefallen, dass ich vergessen habe, den Akku von meinem Fahrrad aufzuladen. Also musste ich den gesamten Weg ohne Unterstützung fahren. Da habe ich wieder gemerkt, welchen großen Anteil mein Motor an meiner Mobilität hat. Es macht eben einen großen Unterschied, ob ich völlig abgehetzt und durchgeschwitzt am Ziel ankomme, oder ob ich auch nach 20 Kilometern noch fit und motiviert bin. Ich fahre zwar meistens sowieso ohne Unterstützung, da ich meistens sowieso schneller als 25 km/h bin. Aber es sind eben die wenigen Momente beim Anfahren und am Berg, die darüber entscheiden, ob die Strecke eine Qual oder eine Bereicherung ist.

Obwohl ich in der Nacht nur knapp 4 Stunden Schlaf hatte (nicht zu empfehlen) und mein Fahrrad nur mit meiner Muskelkraft antreiben musste, hat mir die Fahrt ins Camp richtig gut getan. Ich wurde in den 20 Minuten richtig wach und habe mich viel besser gefühlt, als ich angekommen bin.
Insgesamt ist mir diese Woche richtig bewusst geworden, dass ich immer richtig wach werde, wenn ich mich aufs Fahrrad setze. Egal zu welcher Tageszeit, wenn ich müde bin und losfahre werde ich gleich wacher und auch viel besser gelaunt. Manchmal fällt es mir schwer, mich selbst anzutreiben, aber wenn ich dann eine foodsharing-Abholung habe oder aus sonst einem Grund gezwungen bin, mit dem Fahrrad irgendwohin zu fahren, geht es mir gleich viel besser. Diese Erkenntnis hat zwar leider noch nicht dazu geführt, dass ich mich einfach jeden Morgen aufs Fahrrad setze, um gut gelaunt in den Tag zu starten, aber was nicht ist, kann ich noch werden.

Nach dem Camp ist in meiner Woche dann nicht mehr so viel passiert, aber Erholung muss auch mal sein. Jetzt haben wir noch 4 Tage vor uns und ich bin gespannt, auf welchem Platz unser Landkreis schlussendlich landet. Also alle nochmal kräftig in die Pedale treten! Ich sehe auch zu, dass ich die nächsten Tage nochmal ein paar Kilometer sammel.

Wusstet ihr eigentlich, dass jeder gefahrene Fahrradkilometer der öffentlichen Hand ein paar Cent einbringt? Und zwar nicht nur im Vergleich „Auto vs. Fahrrad“, sondern sogar im Vergleich „auf der Couch sitzen bleiben vs. Fahrrad fahren“. Das liegt daran, dass Fahrradfahrer*innen fitter werden und somit die gesetzlichen Krankenkassen entlastet werden. Ein Autokilometer dagegen kostet den Staat ein paar Cent. Die Erklärung hierfür ist noch naheliegender: KFZ-Steuer und andere mit dem Auto verbundene Steuern reichen nicht, um die durch den PKW-Verkehr verursachten Kosten zu tragen. Der Auto-Verkehr wird also subventioniert, während der Fahrradverkehr finanzielle Vorteile für die öffentliche Hand hat. Ich finde, auf dieser Grundlage sollte jede*r Politiker*in sofort einen starken Ausbau der Radinfrastruktur befürworten!

Und mal ganz abgesehen davon: Den eigentlichen Vorteil durch meine bessere Gesundheit und Fitness hat ja nicht meine Krankenversicherung oder der Staat, sondern ich. Sollte ich er Krankenkasse nämlich Kosten verursachen, bedeutet das ja, dass ich gesundheitliche Schwierigkeiten habe. Also mir selbst zu Liebe: mehr Fahrrad fahren!

Euch noch einen schönen Stadtradeln-Endspurt und viel Glück im Straßenverkehr! Bleibt gesund!

Viele Grüße
Anna

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