Rollenwechsel

Geschrieben am 18.07.2021 von Christian Kleusberg
Team: Grüne und Unabhängige
Kommune: Pegnitz

Einmal in der Woche mit dem Rennrad von der Arbeit nach Hause radeln. Dieses Vorhaben habe ich letzten Sommer zum ersten Mal umgesetzt. Praktisch heißt das: morgens mit dem Rennrad zum Pegnitzer Bahnhof fahren, das Rad in den Zug packen, mit dem Zug nach Nürnberg und die letzten Meter ins Büro wieder mit dem Fahrrad zurück legen.
Nach der Arbeit ziehe ich mir dann im Büro meine Radhose und mein Trikot an, deponiere meine „Zivilklamotten“ im Büro und starte dann meine Heimreise. In Nürnberg den Wöhrder See entlang nach Hersbruck und dann dem Lauf der Pegnitz folgend über Neuhaus a.d. Pegnitz nach Pegnitz.

Je länger man mit dem Fahrrad unterwegs ist, desto mehr bekommt man natürlich die unterschiedlichen Verhaltensweisen anderer Verkehrsteilnehmer mit. Am Wöhrder See in Nürnberg gibt es eigentlich ein gutes Miteinander von Fußgängern, Joggern und Radlern. Seinen eigen Teil kann man als Radfahrer dazu beitragen, indem man abbremst, wenn man sich den Fußgängern von hinten nähert und mit ausreichendem Abstand an ihnen vorbei fährt. Das ist leider nicht für jeden Radler selbstverständlich, wie ich oft beobachten kann.
Ausreichend Abstand halten ist leider auch für einige Autofahrer nicht selbstverständlich. Im Stadtverkehr wie auf der Landstraße wird viel zu knapp überholt, Sicherheitsabstand ist da scheinbar ein Fremdwort. Oder man wird überholt und wenige Meter danach bremst das Auto ab und biegt – womoglich noch ohne Blinker – rechts vor einem ab, so dass man selbst stark bremsen muss. Wenn man solche Verhaltensweisen bei Autofahrer*innen erlebt, die sogar noch selbst ein Fahrrad auf dem Gepäckträger transportieren, stellt sich die Frage, ob diese nicht selber schätzen, auf dem Fahrrad als vollwertiger Verkehrsteilnehmer wahrgenommen zu werden.
Glücklicherweise erlebe ich es auch oft anders: da suchen Autofahrer*innen Blickkontakt und kommunizieren so mit einem. Sie geben Handweichen, wenn sie einem beispielsweise beim Linksabbiegen die Fahrbahn überqueren lassen oder hupen „freundlich“, bevor sie einen überholen. Andererseits ist es für mich auch selbstverständlich, dass ich – wenn möglich – auf einer engen Landstraße schon mal rechts in eine Parkbucht einbiege, um Autos, die sonst nicht überholen können, vorbei zu lassen. Oder eben auch Autos vorlasse, um den Verkehrfluss zu beschleunigen.
Insgesamt wünsche ich mir, dass alle Verkehrsteilnehmer*innen versuchen, sich in andere hinein zu versetzen. Und nicht vergessen, dass sie selber Fußgänger*in oder Radfahrer*in sind, wenn sie aus dem Auto steigen. Oder auch Fußgänger*in oder Autofahrer*in, sobald sie vom Fahrrad steigen ;-)

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