Meine Regenjacke war immer im Gepäck in dieser 3-wöchigen STADT-Radl-Saison21:

Bild Geschrieben am 26.07.2021 von Prof. Dr. Fabian Tobias Landthaler
Team: Dein JU-Bayern-Kreisverband Neu-Ulm (offenes Team)
Kommune: Landkreis Neu-Ulm

Die Ausgangsbedingungen für mich als STADTRADELN-Star 2021 sind in diesem Jahr alles andere als optimal gewesen, denn der Sommer 21 zeigt sich von seiner sehr launischen Seite. Immer wieder kam es zu willkürlichen sintflutartigen Wolkenbrüchen, und wenn es gerade mal nicht regnet, ist es in der Regel sehr schwül gewesen. Wer auf dem Fahrrad wie ich unterwegs ist, muss jederzeit damit rechnen, durchnässt oder verschwitzt am Ziel anzukommen.

Da musste ich jetzt komplett durch. Mir blieb gar nichts anderes übrig, als noch knapp zwei Wochen lang jeden Tag vom römischen Markt Kellmünz an der Iller zu meinen Außendienst-Arbeitsplätzen in den Kommunen des Regionalverbands Donau-Iller als Inklusionsbeauftragter der Gesamt-Jugend-Auszubildenden&Studierendenwerksvertetung für die Regierungsbezirke Württemberg-Hohenzollern & Allgäu/Bayerisch-Schwaben zu radeln. Denn meinen E-Auto-Schlüssel habe ich pünktlich zum Start der Aktion im Kreis Neu-Ulm am 05. Juli 2021 bei der Führerscheinstellle des LRA-NU an Herrn Manuel Fink abgegeben. Dieser Schlüssel wurde erst heute am Ende des Stadtradelns 2021 von ihm wieder rausgerückt.

Bislang habe ich Glück gehabt und war meist regenfrei durchgekommen. Meine Regenjacke habe ich angesichts der durchwachsenen Wetterlage, die laut Prognose wohl auch in den kommenden darauffolgendenTagen angehalten hatte, immer im Gepäck. Am 2. Dienstagabend freilich half auch das nicht mehr viel: Ich war auf dem Illertalradwanderweg unterwegs, als es in der Werkstraße in der Wielandstadt von Vöhringen immer düsterer wurde. Mein damiliger Tagesrückblick „Es tröpfelte sich ein. Zu Hause angekommen war ich völlig durchnässt, obwohl ich die Regenjacke anhatte.“

Als 21-jähriger und Referendar zum Diplom-Verwaltungsinformatiker (FH) fahre ich sehr gerne schmunzelnd auf dem Bayerisch-Schwäbischen Rothtalradweg zur Arbeit in die fuggerschen Perlen Memmingen, Babenhausen und Weißenhorn, insbesondere aktuell. „Da kann ich Kilometer bolzen, darum geht es beim Stadtradeln nun mal auch“. 2020 schaffte ich über 2700 Kilometer, in diesem Jahr stand ich nach einer Woche bei über 475 Kilometern. „Diesmal schaffe ich nur 1000 bis 1500 Kilometer“, sagte ich am Anfang. Der lange COVID19-Lockdown habe sich als Bermudadreieck zwischen meinem Bett, dem Heimarbeitsplatz und Pent-House-Couch erwiesen, wie ich es in meinem Podcast formulierte, deshalb bin ich wie so viele andere derzeit nicht in the Generation zett Top-Form. Immerhin nutzte ich beim Stadtradeln die Gelegenheit, meine Konditionen aufzubessern.

Was das Pendeln angeht, befand ich mich in einer für Radler geradezu traumhaften Situation. Meine kommunalen Arbeitgeber*Innen stellten mir einen Spind zur Verfügung, in dem ich Ersatzklamotten lagern konnte. „Ich konnte mich hier überall komplett trockenlegen“. Nasse Kleidungsstücke konnten auf Wäscheleinen in einem Lüftungsraum trocknen, auch Duschen stehen für mich an all den städtischen Bauhöfen unserer Region zur Verfügung.

Zudem konnte ich als Radler meine Drahtesel in einem abgeschlossenen Bereich abstellen. Dort gab es auch oft LEW-Kolbenluftpumpen, Werkzeuge und einige Ladestationen für Elektrofahrräder – für diese Angebote zeichnet der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) den Landkreis Neu-Ulm auch in diesem Jahr mit seiner verkupferten Silbermedaille für fahrradfreundliche Arbeitgeber aus.

Wer täglich wie ich radelt, betätigt sich sportlich und ist viel an der frischen Luft. Leider gibt es auch ganz negative Aspekte. Dazu gehört, dass Fahrradfahrer häufig sehr gefährlich leben. Das zeigt sich auch an einer Analyse, bei der Unfälle von kommunalen Mitarbeitern auf dem Weg zum örtlichen Rathaus in unserer Region und auf dem Rückweg nach Hause ausgewertet wurden. „Da sind überproportional viele Unfälle von Fahrradfahrern dabei“, stellte ich gleich fest. „Das dürfte repräsentativ sein, und daran sind bestimmt nicht nur wir, die Radfahrer schuld.“

Eigentlich erlebe ich keine Tour, bei der es nicht zu gefährlichen Situationen kommt. Die Gefährdungslage verschärfte sich zusätzlich durch die für Radfahrer oft sehr unübersichtliche und vollkommen unsichere Verkehrsführungen im Landkreis Neu-Ulm. Immerhin habe sich in jüngster Zeit manches echt zum Positiven gewendet, betonte ich gegenüber unserem CSU-Landrat Thorsten Freudenberger.

„In der Perle des Iller-Tales - CAELiuS MonS zum Beispiel habe ich das Gefühl, dass sich langsam etwas in die richtige Richtung bewegt. Und in der Hochschulstadt Neu-Ulm ist eine Fahrradstraße geplant, dann muss man nicht mehr durch die Stadtmitte NU am Straßenrand fahren. Leider dauert es in der Bundesrepublik Deutschland sehr lange, bis solche Projekte ungesetzt werden, obwohl alle Radwege viel günstiger sind als Straßen für Autos.“

Ich wünsche Ihnen und und Euch Fahrradfreunde allen ein gesundes und unfallfreien Fahrradsommer bzw. Radlherbst.

Ihr 1. STADTRADELN-Star des Landkreis Neu-Ulm 2021 - Landthaler

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