Weiter geht die gute Fahrt …

Bild Geschrieben am 02.09.2021 von Martin Langlotz
Team: Offenes Team - Freinsheim
Kommune: Freinsheim im Landkreis Bad Dürkheim

Tag 6, die neue Woche beginne ich mit einer morgendlichen Fahrt Richtung Neustadt/Haßloch mit der Aussage ich bin spätestens 12.30 Uhr wieder zurück … suche den Fehler… In Haßloch angekommen überlege ich, den Blick immer auf die Uhr gerichtet, wie ich den Rückweg gestalten könnte. Die Entscheidung fällt auf die Variante Abkürzung!!! der Radwegbeschilderung folgend, auf direktem Weg wieder nach Mußbach. Hm … aus schnell zurück wurde eine Zick Zack-Fahrt durch die Weinberge auf verschmutzen, teils nicht asphaltierten Wirtschaftswegen. Was lernen wir daraus? Traue keiner Radwegbeschilderung der du noch nicht erfolgreich gefolgt bist oder habe Zeit und Bereitschaft schlechte Wege zu fahren oder gar zu schieben. Am Ende war ich dann doch schon 13.15 Uhr zu Hause … Stimmung „perfekt“ …
Am Nachmittag dann noch eine Fahrt ins Altleininger Tal mit Abzweig hoch nach Wattenheim. Schönes Tal unterhalb der Burg, aber leider fängt es an zu regnen, was aber auch keine Überraschung ist.
Tag 7, heute die Vortour für die morgige Fahrt mit meinem Freund Mirko. Ziel ist Wörth am Rhein, mit Rückfahrt am Rhein entlang bis Speyer. Ich lasse mich von meinem Garmin navigieren und entdecke neue Wege abseits der stark befahrenen Weinstraße von DÜW nach Forst. Allerdings auch Scharen von E-Bike-Touristen, die die volle Breite der Wege ausnutzen, um nebeneinander fahrend ihr Schwätzchen zu halten. Alles okay, wenn behelmt und trotzdem noch auf andere Verkehrsteilnehmer geachtet wird. Wenn ich dann allerdings „Oberschullehrekommentare“ wie: KLINGEL!!! zugerufen bekomme, weil ich mit einem „Achtung“ anstatt der Klingel auf mich aufmerksam mache, muss ich schwer an der Wahrung meiner Toleranz arbeiten … Jedenfalls werde ich zukünftig dann doch wohl wieder die stark befahrene Weinstraße bevorzugen.
Auf meinem weiteren Weg treffe ich dann noch auf andere Formen der scharweise Zusammenrottung …allerdings nicht als Hindernis auf meinem Weg, sondern elegant erhoben in der Luft. Störche gleiten filigran dahin, offensichtlich auf der Suche nach Nahrung für den Nachwuchs. Auch der Nachwuchs der Raubvögel macht sich hörbar bemerkbar und die Eltern stehen am Himmel in Nichts an Eleganz den Störchen hintenan. Als ich dann später am Rhein entlang Richtung Germersheim fahre, treffe ich doch noch auf ein tierisches Hindernis auf dem Boden. Gänse lümmeln auf dem Weg und sehen gar nicht ein, warum sie diesen zweibeinigen Wesen auf zweirädrigen Ungetümen Platz machen sollen. Schließlich waren sie schon immer hier am Rhein!
Tag 8, mit Mirko fahre ich heute die alt bekannten Wege ab DÜW. In Neustadt übernimmt Mirko dann die Führung, da er das kurze Stück Bundesstraße meiden will. Er entdeckt eine Radwegbeschilderung und wir folgen ihr … wie wird das wohl ausgehen … richtig, es fängt damit an, dass der Asphalt verschwindet und wir auf Waldboden unterwegs sind … "das ist nur ein kurzes Stück" „Zitat Mirko“ … na ja am Ende kommen wir auf Umwegen und wieder mal Zick Zack fahrend in Kirrweiler an.
In Herxheim bei Landau angekommen halten wir an, um den weiteren Weg zu entscheiden, da wir aufgrund des Umweg's durch den Wald aus dem Zeitplan gelaufen sind. Prompt erhalten wir ein sehr nettes Hilfsangebot einer jungen Frau, die uns behilflich sein möchte den richtigen Weg zu finden. Das Gegenteil an Freundlichkeit erfahren wir dann kurze Zeit später auf der Weiterfahrt. Kaum dass Mirko bemerkt hat, dass wir heute ja noch gar nicht angehupt wurden, überholt uns ein wild hupender SUV. Schön, danach auf dem Rheindamm zu landen und ohne lauten Straßenverkehr und hupende Zeitgenossen dahin zu gleiten. In Speyer wollen wir unseren Unterzucker mit Leckereien vom Bäcker wieder auffüllen. Doch der hat bereits ab 17 Uhr geschlossen. Gut, dass nebenan eine uns noch von unserer letztjährigen Rheinland-Pfalz-Rundfahrt bekannte Tankstelle ist. Bewährtes ist halt immer eine gute Alternative.
Auf der anderen Rheinseite kommen wir in Mannheim Rheinau in einen Stau, an dem wir aber entspannt auf dem Radweg vorbeifahren können. Einer der wenigen Fälle mit Vorteil für das Rad!
Tag 9, bin mal wieder in Haßloch gelandet und will eigentlich zur Straße von Böhl-Iggelheim nach Speyer fahren. Biege jedoch falsch ab und lande an der Aumühle. Mal wieder spät dran, entscheide ich mich erneut (wie der Affe im Disney Tierfilm, der schon mehrfach in Ohnmacht gefallen ist, nachdem er die Schlange unter dem Topf entdeckt hat, unter den er jedes Mal neugierig geschaut hat) für einen Radwegweiser, dieses Mal nach Speyer. Mit dem Auto wäre das wohl auch kein Problem, da die Autowegweisschilder sowie die Straßen in der Regel ja gut erkennbar sind. In meinem Fall leider jedoch wieder eine weitere Enttäuschung. Das Übliche, irgendwann mal keine Schilder mehr und die Krönung dann ein verwahrloster, mit Büschen zugewachsener und verwurzelter Weg. Natürlich bin ich auch in diesem Fall irgendwann in Speyer angekommen, aber entspanntes Reisen geht anders. Ich bin übrigens an diesem Tag auch nicht der einzige orientierungslose und wegsuchende Radler. Einem älteren Ehepaar (unterstelle einfach mal, dass sie verheiratet waren ?) geht es ähnlich wie mir.
Tag 10, nachdem ich nun schon mehrfach die Radwegbeschilderungen kritisiert habe will ich auch mal von einem positiven Erlebnis berichten. Die gibt es nämlich durchaus auch! Und zwar nicht zu wenig! Von Haßloch komme ich ohne Probleme nach Meckenheim, dem Radweg und dessen Beschilderung folgend.
Tag 11, am Samstagmorgen entscheide ich mich kurzfristig um und fahre keine größere Runde von Freinsheim weg, sondern kreise in Runden um Freinsheim, um dann zur Frühstückszeit Brötchen beim Bäcker für ein gemeinsames Frühstück zu Hause zu holen. Ich weiß nicht, wie oft ich auf meinen Runden beim Bäcker vorbeikomme, aber jedes Mal steht eine Menschenschlange vor dessen Tür. Samstags Morgen ist offensichtlich Brötchenholzeit.
Nach dem Frühstück und einer kurzen Arbeitseinlage, fahre ich dann nachmittags nochmal ins Altleininger Tal und treffe dort zufällig Mirko, der mich vor dem Regen „hintenraus“ warnt. Ich wähle daher alternativ den Weg über Höningen und die Lindemannsruhe, werde aber trotzdem ordentlich nass.
Tag 12, am Sonntagmorgen mal eine andere sportliche Bewegung. Ein entspanntes Läufchen durch die Weinberge mit meiner lieben, „Rennradgeduligen“ Frau. Anschließend wieder eine Fahrt zum Rheindamm. Dort treffe ich einen netten Rennrad-Fahrer aus Lingenfeld, der verständlicher Weise zu Hause eine Dusche einer regennassen Weiterfahrt vorzieht. Ich werde noch ab Haßloch so richtig nass und lande mal wieder auf unbefestigten Wegen mit ordentlich vielen Steinen. Die Quittung werde ich dann am Montag erhalten. Reifen Hinterrad platt!

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