Im Ammerland

Bild Geschrieben am 05.09.2021 von Philip Giertz
Team: Spaß mit Sport
Kommune: Leer im Landkreis Leer

Ähnlich wie der Ostfriesische Geestrücken besitzt auch das Oldenburger Land z.T. eine Geestlandschaft, deren Bestandteil das Ammerland ist. Auf dem Rad bieten sich viele Möglichkeiten, dorthin zu kommen.

Wer es ruhig haben möchte, der fährt zunächst an der Jümme entlang. Zuerst begegnet man der Pünte, eine jahrhundertealte Fährverbindung über die Jümme, die noch heute saisonal in Betrieb ist und per Hand bedient wird. Die Pünte verbindet Wiltshausen mit Amdorf und führt damit von Leer aus in die Leda-Jümme-Niederung.

In Stickhausen gibt es eine kurze mit feinem Schotter sanierte „Ortsumgehung“ für Radfahrer, die an der Bahnlinie entlang führt. Im Moment ist der Weg etwas zugewuchert, die Brennnesseln zu beiden Seiten dürfen mal geschnitten werden. Der Weg führt bis zum Betriebsbahnhof Stickhausen-Velde, auf dem bis in die 1970-er Jahre noch Züge hielten. Gesichert werden die Gleisabschnitte immer noch mit Formsignalen – die in 2020 sogar erneuert wurden. Erfreulich für Bahnromantiker, aber Digitalisierung geht anders…

Nach einem Abstecher an den Jümmesee, der auch für Schwimm- und Triathlon-Wettbewerbe genutzt wird, führt der Weg weiter Richtung Augustfehn, das man sehr gut südlich des Aper Tiefs umfahren kann, wenn man hinter der Schanze an der ehemaligen ostfriesisch-oldenburgischen Grenze den Radweg entlang des Kiessees nimmt.

Über Apen, Ocholt und Ohrwege und entlang der vielen für das Ammerland so charakteristischen Baumschulen erreicht man den bekannten Kurort Bad Zwischenahn. Dort gibt es viel Sehenswertes zu erleben, bspw. den Park der Gärten oder die Kurpromenade am Zwischenahner Meer, die auch den Mittelpunkt des Ortes bildet und zu einer Pause auf der Sitzbank einlädt. Wer weiter nach Oldenburg möchte, der kann den Radweg an der Bahnlinie bis Wechloy nutzen.

Auf dem Rückweg geht es ein Stück auf dem gut ausgebauten (und hochfrequentierten) Radweg – meist in einigem Abstand zum Ostufer des Zwischenahner Meeres – bis nach Dreibergen am Nordufer. Dort hat man einen schönen Blick auf das Wasser und kann Bad Zwischenahn auch mit dem Ausflugsschiff erreichen.

Weiter zwischen Dreibergen und Gießelhorst begegnet man einer unrühmlichen Ausnahme vom ansonsten gut ausgebauten und schlüssig beschilderten Radwegenetz. Neben der etwas wirr anmutenden Wegeführung ärgert insbesondere der nördlich am Segelflugplatz vorbei führende Abschnitt, der aus stark beschädigten und z.T. notdürftig mit Asphalt geflickten Betonfeldern besteht. Eine Zumutung für Radfahrer. Was haben sich die Verantwortlichen nur dabei gedacht, eine solche Buckelpiste als touristischen Radweg auszuweisen? Hier empfiehlt es sich tatsächlich, die Radwege an den Landstraßen zu nutzen.

Richtung Leer geht es anschließend bei strahlendem Sonnenschein über Westerstede ein Stück an der alten Bundesstraße 75, dann über Kleinsander, Hollen und Filsum zurück.

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