Dreikreis-Tour

Bild Geschrieben am 07.09.2021 von Philip Giertz
Team: Spaß mit Sport
Kommune: Leer im Landkreis Leer

Zum Ende der ersten Stadtradel-Woche führt uns die heutige Tour durch drei Landkreise – na ja, die Nachbarkreise werden zumindest angekratzt.

Los geht’s Richtung Rheiderland, aber nach kaum zwei Kilometern das erste Ärgernis. Die Ampel in Leerort lässt Fußgänger und Radfahrer mal wieder extrem lange warten. Die aus Richtung Seeschleuse kommenden Kfz bekommen inzwischen gleich zwei Mal Grün. Die Programmierung dieser Ampel ist schlichtweg eine Frechheit, diskriminierend für alle Fußgänger und Radfahrer. Die zuständige Landesbehörde begründet diese Maßnahme mit der Anforderung, dass Rückstaus auf der Jann-Berghaus-Brücke unbedingt vermieden werden sollen, falls sich ein Schiff nähert und die Brücke geöffnet werden muss. Klar ist das grundsätzlich nachvollziehbar. Aber die langen Wartezeiten müssen Fußgänger und Radfahrer auch dann in Kauf nehmen, wenn nur wenige Kfz von der Brücke rollen. Und hier hört jegliche Verhältnismäßigkeit auf. Denn diese Schaltung geht auch flexibler! Es ist daher notwendig, dass die zuständige Landesbehörde die Ampel bedarfsgerecht und ausgewogen programmiert.

Ein paar Meter weiter am Radweg links der B 436 steht seit Kurzem das Zeichen „Verbot für Radverkehr“ (Zeichen 254 gemäß Anlage 2 StVO). Normalerweise sieht man dieses Zeichen als Radfahrer nur ungern, aber hier hat es schon seinen Sinn: Damit sollen die Geisterradfahrer auf der Jann-Berghaus-Brücke überzeugt werden, ihre Fahrt auf der rechten Brückenradwegseite fortzusetzen. Andernfalls sind laut Bußgeldkatalog mindestens 15 € fällig, wenn man erwischt wird.

Weiter geht es über Bingumgaste und Möhlenwarf, hinter Wymeer erreicht man den LK Emsland.

Ein kurzer Abstecher nach Herbrum führt uns zum Emswehr und zur Schleuse. Bis hierher reicht der Gezeiteneinfluss der Nordsee. Wer etwas Geduld mitbringt und den Zeitpunkt des Niedrigwassers abpasst, der kann insbesondere bei Springtide im Übergang vom Fallen zum Steigen des Wassers mit etwas Glück eine kleine Flutwelle beobachten, die bis an die Schleusenanlagen schwappt. In den ersten Minuten nach Flutbeginn steigt der Wasserstand dann sehr schnell um mehr als einen Meter an. Für die Binnenschifffahrt ist die Schleuse Herbrum von enormer Bedeutung. Sie verbindet das niederländische mit dem west- und mitteldeutschen Kanalnetz. Insbesondere wenn der Rhein unter Niedrigwasser leidet, ist diese Verkehrsachse essentiell.

Dem Dortmund-Ems-Kanal folgen wir bis zur Schleuse Bollingerfähr und wechseln anschließend auf den Radweg an bzw. etwas abgesetzt von der B 401, die entlang des Küstenkanals nach Oldenburg führt. Etwas öde und laut, aber dafür wird man mit einem gut instandgehaltenen Radweg entschädigt. Mit einem Mountainbike kann man übrigens auch den unbefestigten Betriebsweg direkt am Küstenkanal nutzen. Unterwegs geht der Blick zur Seite auf die schier endlosen Weiten des Moorgebietes Esterweger Dose, an deren Ende wir den LK Cloppenburg erreichen.

In Kamperfehn verlassen wir die B 401 und schwenken nach Nordwesten in Richtung des historischen Seemannsdorfes Barßel, welches viele Kapitäne hervorgebracht hat. Auch in Barßel ist der Gezeiteneinfluss noch spürbar, wenngleich deutlich schwächer. Für interessierte Besucher wurde auf der Fußgängerbrücke über die Soeste ein schwimmender Pegel eingerichtet, der den relativen Wasserstand und die Tidenphase anzeigt.

Zurück fahren wir ein Stück entlang der Leda durch die tiefliegende Leda-Jümme-Niederung, die früher bei Hochwasser oder andauerndem Regen regelmäßig überschwemmt wurde. Heute ist das Gebiet eingedeicht und vor Hochwasser schützt das 1955 erbaute Ledasperrwerk.

Bei Amdorf nutzen wir – mit Anlauf bei Grün – die in 1956 erbaute Bogenbrücke über die Leda, die als schmalste Autobrücke Deutschlands bekannt ist. Sie darf u.a. nur von Fahrzeugen mit einer Breite ü.a. von 1,8 m befahren werden, ein Breitenmaß, das heute so mancher Mittelklasse-Pkw überschreitet. Schauen Sie doch mal in Ihren Fahrzeugschein!

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