Einkaufen mit dem Rad. Was sonst?

Bild Geschrieben am 19.09.2021 von Christian Szyska
Team: Auf dem Leinpfad
Kommune: Bonn

Die Nachricht ist von Simon. „Lust auf einen Kaffee?“ „11 Uhr?“ „OK, wie immer?“ „Ja!“. Samstagvormittagsroutine. Es ist kurz vor neun. Die großen Taschen an den Gepäckträger und auf geht’s. Zunächst nach Beuel auf den Markt, denn dort kann ich die bei uns so beliebten Wildschweinbratwürste kaufen. Das ist schnell erledigt, vor dem Café Cultura sehe ich Jörg. Kurz das Rad abgestellt und ein kleiner Schnack. 9:25 über die Kennedybrücke zum anderen, den Biomarkt am Martinsplatz. Hier ist schon einiges los, doch am Gemüsestand kann ich schnell das Grünzeug für die nächste Woche kaufen. Einmal kurz durch die Stadt – 9.50 - zur Kölnstraße. Die erste Überraschung für heute: Vor meinem bevorzugten Bioladen hat die Stadt einen Fahrradbügel aufstellen lassen. Jetzt kann die von Autos befreite Fläche – ca 8 qm – wirklich als Fahrradparkplatz genutzt werden. Auch die bislang übliche Rückeroberung des Geländes durch den MIV ist damit unterbunden. Also Rad angeschlossen und rein zu Denn's. 10.20: Ich hänge die inzwischen deutlich schwereren Packtaschen ans Rad. Zurück in die Innenstadt. Bis 11 habe ich noch etwas Zeit.
Komme an der Einfahrt der Marktgarage vorbei. Langsam stauen sich die Autos in die Garage. Vor Urzeiten habe ich das auch mal gemacht. Ich kann mich lebhaft an das lange Warten auf einen Parkplatz, die länger werdenden Arme beim Schleppen der Einkäufe und das nervende Anstehen am Kassenautomat erinnern. Mit dem Rad fahre ich bis direkt vors Geschäft, rein, raus und weiter. So macht es sogar Spaß, in viele Läden zu gehen. Mit der Zeit hst sich auch mein Einkaufsverhalten geändert. Jetzt brauche ich nicht mehr den Einkaufswagen bis an die Belastungsgrenze zu beladen. Das Fleisch nicht mehr aus der Kühltheke, sondern vom Metzger, italienische Pasta im Feinkostladen, Kaffee bei der Rösterei. Ob das teuerer ist? Ja klar. Aber es schmeckt besser. Und leisten kann ich es mir auch. Das Geld geht ja nicht für‘s Auto drauf. Ich wende den Blick von der wartenden, CO2 erzeugenden Schlange. Die Armen, sie haben noch nicht einmal mit dem Shoppen begonnen – und ich bin so gut wie fertig.
Da kommt schon Simon. Wir setzen uns ins Café, wo ich für die drei Euro, die ich nicht fürs Parken zahlen muss, einen leckeren Cappuccino bestelle.

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