Der Weg ist das Ziel

Bild Geschrieben am 23.09.2021 von Maik Hasse
Team: Radministratoren
Kommune: Bremerhaven

Wer heute in Bremerhaven war, weiß, das Wetter war...wechselhaft, um es positiv zu beschreiben. Das Bild zum Artikel ist schon eine hübsche Ecke von Bremerhaven, das Wetter war da sogar kurz wenigstens halb trocken und trotzdem versprüht das Bild eigentlich mehr eine melancholische Tristesse.

Aber zu tun hatte ich trotzdem, ich wollte meiner Freundin eine Überraschung machen und ihr Donuts von dem neuen Laden in Bremerhaven mitbringen und danach noch meine Eltern besuchen, bevor sie ihn den Urlaub fahren.

Also ab auf's Rad in die Innenstadt, durch leichten Nieselregen. Nach 20 Minuten in der Schlange komme ich an die Theke und siehe da, die gewünschten Donuts sind heute schon ausverkauft. Mist. Gut, irgendwas hatte ich im Internet gelesen das in der Bürger 116 derzeit ein Pop-Up Store mit alternativen Lebensmitteln ist, vielleicht kann man ihr ja da eine Nettigkeit mitbringen, mit der langen Schlange hatte ich schließlich nicht gerechnet und war schon im Verzug, der Laden aber direkt um die Ecke.

Also dahin und...wieder nichts, Touren gibt es dort - sicherlich interessant - aber der komplett falsche Laden um mal eben was mitzubringen.

Also mit leeren Händen zu meiner Freundin, die sich sehr verständlich zeigte, aber nur kurz, schließlich musste ich noch zu meinen Eltern.

Keine 200m weiter ist dann die Straße wegen einem Großeinsatz gesperrt. Also umdrehen, ein Stück zurück und dann erst wieder in die richtige Richtung. Das Wetter hat mittlerweile auf gießende Eimer umgeschaltet und die Windböen drohen auch schon einen Rückwärts zu schieben.

Also durch dieses Schietwetter zu meinen Eltern, etwas aufwärmen, kurz quatschen, bevor es dann, glücklicherweise bei besserem Wetter, auf den Heimweg und einen kurzen Zwischenstopp im Supermarkt ging.

"Und das soll mich jetzt vom Radfahren überzeugen?" mag sich manch einer nun denken. Aber heute galt: der Weg ist das Ziel. Sicherlich hat mein Plan mit der Überraschung und dann noch der Ausweichplan nicht funktioniert. Sicher bin ich nass geworden, aber jetzt sitze ich hier und habe heute 20km geradelt, einfach so nebenbei.

Wäre ich jetzt hier auch noch zufrieden, wäre ich Auto gefahren? Sprit verbraucht, wieder näher am nächsten kaputten Teil dran, Parkgebühren bezahlt nur um mit leeren Händen da zu stehen? Das ist ärgerlich. Mit dem Fahrrad? Nun, wenigstens habe ich ein bisschen leichten Sport betrieben und was für die Gesundheit (und den Geldbeutel) getan, auch wenn sonst nichts geklappt hat. Trocken wird man von alleine, das Parkticket erstattet einem halt keiner zurück.

Und das ist das schöne am Alltagsradeln, wenigstens das hat man immer gemacht, auch wenn sonst nichts klappt.

Die Donuts bestelle ich dann aber nächstes mal vor.

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