3. Woche

Geschrieben am 27.09.2021 von Gert Pohlenz-Schohaus
Team: Fairrad
Kommune: Aurich im Landkreis Aurich

Meine 3. Woche
Es war für mich sehr interessant und hat auch Spaß gemacht, mal über drei Wochen die täglich geradelte Strecke zu notieren. Hätte nie gedacht, im Alltag durchschnittlich fast 20 km pro Tag mit dem Fahrrad zurückzulegen, ohne dabei besondere Touren unternommen zu haben. An zwei Tagen konnte ich nicht Rad fahren und eine größere Radtour kann ich erst am 29.9. starten.
Besonders gefreut hat mich, dass so viele Menschen in der Gruppe Fairrad des Weltladens so engagiert mitgeradelt sind. Eine Teilnehmerin hat geschrieben: „Mein Stadtradeln hat mega Spaß gemacht und geht ohne Liste weiter“. Es erhöht einfach die Lebensqualität, entspannt durch die Stadt zu radeln, während sich Autofahrer genervt durch die Straßen quälen.
Mit dem Stadtradeln geht auch die Faire Woche zu Ende. Beide Aktionen waren erfolgreich und haben dazu beigetragen, den Blick für den Klimawandel zu schärfen und eigenes Verhalten zu reflektieren.
Da passt es so gar nicht in diesen positiven Eindruck, wenn man unterwegs große Schilder mit der Aufschrift „Kein Solarpark in Extum oder Walle“ liest. Wie soll denn eine Energiewende gelingen, wenn man zwar regenerative Energien befürwortet, aber doch bitte nicht in der eigenen Umgebung?
Um das Radfahren in Aurich noch attraktiver zu machen und damit den CO2-Ausstoß zu reduzieren, sind weitere Anstrengungen nötig.
Einen menschenleeren Marktplatz oder die breite Norder Straße nicht mit dem Fahrrad befahren zu dürfen, ist ein Unding. Und viele Drückampeln für Fußgänger und Radfahrer*innen müssten dringend anders eingestellt werden. Am Wallster Weg zum Beispiel muss man oft zwei Ampelphasen warten, bevor man die Emder Straße überqueren kann, die Große Mühlenwallstraße auf Höhe des Hoheberger Weges zu überqueren, ist regelrecht gefährlich und es gibt viele weitere Beispiele, wo die grüne Welle für Autofahrer in Aurich absolute Priorität hat.
Es geht auch anders: Als ich zum ersten Mal in Groningen geradelt bin, kam ich aus dem Staunen nicht heraus. Auch an großen Kreuzungen haben gleichzeitig alle Autos „rot“ und alle Fahrräder „grün“. Ich befürchtete Chaos und Massenkarambolage, aber es lief wie geschmiert.
Zum Abschluss meines Berichtes noch ein Vorschlag für eine kleine, feine Radtour abseits vom Autoverkehr: Von Walle zuerst an der Alten Ehe entlang und dann weiter über Dimmtstückweg und Nadelburg. Am Ende dieses gut befahrbaren Weges überquert man die Moordorfer Straße und biegt dann gleich links in den Achter-Land-Weg ein. Über die Gasthausheimer gelangt man dann auf den Ol Streek in Tannenhausen. Jetzt geht es lange geradeaus- vielleicht noch mit einem kleinen Abstecher zum Badesee - und kommt dann an den großen Biohöfen vorbei „Am Speisegraben“ ins Naturschutzgebiet. Dort gibt es viele Wander- und Radfahrmöglichkeiten und am Ende dieses Weges kann man zu Fuß durch das Hochmoor bis zur Dobbe, einem kleinen Hochmoorsee in der Nähe des Ewigen Meeres, kommen. Auf dem Rückweg führt eine kleine Brücke über den Abelitz-Moordorf-Kanal in den Wald. Der Königskeil ist ein schöner, ruhiger Wald mit vielen Wegen und einem kleinen See. In südlicher Richtung gibt es mehrere Ausgänge aus diesem Waldgebiet und über die Utlandshörner Straße gelangt man über Georgsfeld wieder zurück nach Walle.

Teilen: Facebook | Twitter