STADTRADELN-Star Blog: Familie Kordeuter


So beliebt wie die Steuererklärung – der Recyclinghof

Bild Geschrieben am 19.06.2021 von Familie Kordeuter
Team: Lastenrad & Co
Kommune: Waiblingen im Rems-Murr-Kreis

Na, was verbindest du mit den Fahrten zum Recyclinghof?

Für mich war der Waiblinger Recyclinghof lange so etwas wie der Vorhof zur Hölle:
Lange Schlangen von Blech wälzen sich in unendlicher Langsamkeit in den Hof. Drinnen herrscht sengende Hitze, die Luft kocht und malt flimmernde Trugbilder. Die Gäste der Vorhölle kämpfen um die besten Plätze und der nächste Blechschaden ist nur einen vergessenen Schulterblick entfernt. Der Familienvater im Passat kläfft den Hipster mit dem Fiat Spider weg: „Ich war hier zuerst! Verschwinde!“
Anschließend laden beide ihre bis unter den Himmel vollgestapelten Kutschen aus, um mit nur mühsam unterdrückter Aggression die Containerberge als erster zu besteigen. Überwacht werden die Kontrahenten von gnadenlosen Aufsehern: „Da ist doch Styropor bei den Folien! Sofort aufhören!“ Der so Gescholtene zieht den Kopf zwischen die Schultern und läuft winselnd davon…

Was uns alle verbindet?
Schau dir das Foto an. Seit Beginn der Corona-Pandemie hat sich das Altpapieraufkommen um 20-30% erhöht. Ich habe mich ernsthaft gefragt, ob ich das Bild veröffentlichen soll. Die schiere Masse an Kartonagen ist peinlich. Einziger Lichtblick: Ich kann die Spuren meines Pandemie-Konsums mit dem Fahrradanhänger ganz geschmeidig bis vor den Container fahren und muss mich nicht mit den Autofahrern in die Schlange stellen.

Übrigens:
Kartonagen zu entsorgen gehört immer noch nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen, aber seit der Umgestaltung des Hofes hat sich die latent aggressive Stimmung merklich gebessert. Mein besonderer Dank gilt der unglaublich freundlichen und geduldigen Mitarbeiterin, die mit Eselsgeduld jede Recycling-Frage beantwortet.

Strecke: 2km

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Grenzen der Autofreiheit und der Freiheit mit Auto

Bild Geschrieben am 18.06.2021 von Familie Kordeuter
Team: Lastenrad & Co
Kommune: Waiblingen im Rems-Murr-Kreis

„Unglaublich, oder? Ich fahr‘ wieder EIN Mal ins Geschäft und jetzt isch – so wie ich des seh‘- isch hier Vollsperrung im Tunnel! Ein einziges S**eißmal fahr‘ ich wieder ins Geschäft mit’m Auto und es sieht so aus! Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll!“ - Fabian 5.51h; B29; Auffahrt Waiblingen Süd vor dem Kappelbergtunnel (Symbolbild rechts^^)

Das ist Autofrust, geballt in 44 wohlartikulierte Wörter oder auch die Grenzen der sogenannten automobilen Freiheit.

Aber der Reihe nach:
Eigentlich hatten wir uns als Stadtradel-Familie dazu verpflichtet, drei Wochen lang kein Auto von innen zu sehen. Das ist an 93,7% aller Tage im Jahr auch kein Problem (Quelle: Kordeuter 2021). Aber dann gibt es sie eben doch, diese 6,3% der Tage, an denen ein Auto sinnvoll und nützlich ist:

Zum Beispiel weil Kleinanzeigen-Inserate nicht auf einen warten und weil sich 70kg Material nicht so gut im Zug transportieren lassen. Glücklicherweise können wir im Bedarfsfall auf einige Optionen zurückgreifen und Fabian konnte spontan ein Auto bei seinem Arbeitgeber ausleihen. Die Reise führte ihn über Weil im Schönbuch nach Ertingen im Landkreis Biberach und anschließend wieder zurück.

Das Fahrzeug musste anderntags aber auch wieder zurückgebracht werden. Das Ergebnis hast du oben schon gelesen. Ganz ehrlich: Den Stress, jeden Tag mit dem Auto nach Stuttgart zu pendeln und unsere Lebenszeit im Stau zu verplempern, möchten wir uns nicht mehr geben. Waiblingen ist nur einen Katzensprung von der Landeshauptstadt entfernt. Und im Gegensatz zum oberen Foto sieht Fahrradpendeln so aus:

Strecke: 242 Autokilometer

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An der Belastungsgrenze

Bild Geschrieben am 17.06.2021 von Familie Kordeuter
Team: Lastenrad & Co
Kommune: Waiblingen im Rems-Murr-Kreis

Rund um den Sandkasten ist unser Rasen immer perfekt gesandet. Fast könnte man meinen, meine Tochter wollte später mal Greenkeeperin werden. Unterstützt wird sie dabei abwechselnd von anderen talentierten Nachwuchsrasenprofis. Nur für den Nachschub will mal wieder niemand sorgen, wodurch der Füllstand der Sandkiste einen bedrohlichen Niedrigstand erreicht hatte.

Der Baumarkt mit dem freundlichen Biber ist rund einen Kilometer entfernt und damit auch in Fahrdistanz für die Fahranfängerin. Gemäß dem Verursacherprinzip durfte sie mich deswegen begleiten. Warum bloß blieb trotzdem sämtliches Geschleppe an mir hängen? Was habe ich falsch gemacht? Lag es vielleicht an den 25kg pro Sack?

Mehr als zwei Säcke waren damit bei dieser Beschaffungstour nicht drin. Der Gepäckträger meines Multichargers ist für 60kg ausgelegt. 50kg Sand, ein dreijähriges Mädel und dessen Fahrrad überschreiten das minimal. In den Cargotaschen ließen sie sich aber sicher unterbringen und durch den tiefen Schwerpunkt war das Rad noch gut kontrollierbar.

Warum sie nicht selbst gefahren ist? Auf Baumarktparkplätzen bist du mit dem Fahrrad ein Exot, mit einem 16“-Rad und zwei Monaten Fahrpraxis akut gefährdet. (Abgesehen davon, dass die Mutter kurz vor dem Herzkasper stand)

Strecke: 2km

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Das Fahrrad mit dem Fahrrad in die Fahrradwerkstatt…

Bild Geschrieben am 14.06.2021 von Familie Kordeuter
Team: Lastenrad & Co
Kommune: Waiblingen im Rems-Murr-Kreis

Ohne hier einen Glaubenskrieg vom Zaun brechen zu wollen, aber Carbon ist doch echter Käse!
Was dem Autofahrer seine Chromfelge, ist dem Radler das Carbonrähmchen: beides chic, teuer und anfällig. So mussten wir heute Fabis Pedelec nach Grunbach schaffen und zurückkommen! Der Rahmen war angeknackst und sollte getauscht werden.

Fahrradtransport ohne Auto ist eine echte Herausforderung
Früher konnten wir unsere Räder einfach in den Kofferraum des Kombis schmeißen oder auf den Heckträger spannen. Danach schnell zum Mechaniker düsen und mit dem Auto wieder zurück. So einfach geht das jetzt nicht mehr.
Zum Glück haben nicht alle Familienmitglieder ein Faible für Carbon. Mit dem Mutterschiff (Alu!) lässt sich das Rennrad (Carbon!) nämlich hervorragend abschleppen. Gut gepolstert und fest verzurrt radelte ich das Ersatzrad zur Werkstatt, während Fabian mit dem lädierten Pedelec vorausfuhr. Das klappte ganz gut und mit knapp 30min Fahrzeit pro Strecke war der Zeitaufwand überschaubar. Trotzdem wäre mir eine Werkstatt in der Nähe lieber.

Jedoch:

Kennst du die Gemeinsamkeit von Fahrradwerkstätten und Orthopäden?

  • „Sorry, aber wir können Ihnen erst im Dezember einen Termin anbieten.“ - Uff! Glück gehabt! Nur ein halbes Jahr warten.
  • „Sorry, aber wir nehmen keine neuen „Patienten“ auf.“ - Dumm gelaufen!

  • Der Fahrradboom hinterlässt Spuren. Erst letzte Woche gab es dazu in der WKZ einen Artikel aus Händlersicht. Klar, kann ich alles nachvollziehen. Für uns als Vielfahrer hatte die schlechte Verfügbarkeit von Terminen aber die Konsequenz, dass wir nahezu alle Reparaturen und Wartungsarbeiten selbst durchführen. Selbst ist der Mann!
    Nur im äußersten Notfall suchen wir noch eine Werkstatt auf. Unsere Garage gleicht mittlerweile einer kleinen Fahrradwerkstatt.

    Strecke: 20km

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    Amuse-Gueule - 500l Heckenschnitt als Vorgeschmack

    Bild Geschrieben am 12.06.2021 von Familie Kordeuter
    Team: Lastenrad & Co
    Kommune: Waiblingen im Rems-Murr-Kreis

    Von der Stirne heiß rinnen muss der Schweiß… Wusste schon der alte Frieder.

    Uns hat die Junisonne heute beim Heckeschneiden ganz ordentlich ins Schwitzen gebracht. Einmal im Jahr müssen wir aber ran. Die Hainbuchen haben die Feuchtigkeit der letzten Wochen genutzt und sich mit Biomasse dafür bedankt.

    Gut komprimiert passt der Heckenschnitt zum Glück in zwei 250l Säcke und damit auf den Fahrradanhänger. Der lässt sich dankenswerterweise als Handwagen nutzen und direkt im Garten vollladen. Säcke müssen wir also nicht extra schleppen.

    Der Häckselplatz ist von uns nur einen Steinwurf entfernt und innerhalb von fünf Minuten erreicht. Der leichteste Teil der Übung :)

    Strecke: 3km

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    Hallo Waiblingen! - Die Stadtradel-Familie stellt sich vor

    Bild Geschrieben am 08.06.2021 von Familie Kordeuter
    Team: Lastenrad & Co
    Kommune: Waiblingen im Rems-Murr-Kreis

    Ein Blick auf Waiblingens Straßen aus Familiensicht
    Während der nächsten drei Wochen dürfen wir den Stadtradelblog mit Leben füllen. Wir wollen dich in unseren Familienalltag ohne Auto mitnehmen (und im besten Fall zum Selbstversuch anstiften). Uns geht es also nicht so sehr ums Kilometerfressen und die sportliche Herausforderung. Vielmehr gehen wir der Frage nach, wie gut man in Waiblingen und Umgebung dauerhaft ohne Auto zurecht kommt, ohne vor Verzweiflung in die Tischplatte zu beißen.

    „Ohne Auto“ und „Familie“ in einem Satz klingt unvorstellbar?
    Hätte man uns das vor ein paar Jahren vorgeschlagen, hätten wir lächelnd und winkend den Rückzug angetreten. Ne ne, wir lehnen dankend ab... Spinner! Im letzten Jahr haben wir uns aber gut ohne eigenen fahrbaren Untersatz eingerichtet. Die Gelegenheiten, an denen wir heute noch ein Auto brauchen, lassen sich an zwei Händen abzählen.

    Hier schreiben übrigens die Kordeuters, eine Normalo-Spießer-Familie aus dem Waiblinger Süden:
    Mutter, Vater, dreijährige Tochter und Kind Nr. 2, das sich auf Mitte Juli angekündigt hat. Beruflich radelt mein Mann jeden Tag 10km nach Stuttgart hinein und ich an drei Tagen 20km nach Schorndorf. Ansonsten stehen bei uns natürlich die ganz normalen Familienaktivitäten an: Der Sand aus dem Sandkasten hat sich auf wundersame Weise im Rasen verteilt und sollte dringend aufgefüllt werden, das Bier ist auch schon wieder leer und endlich Möbel im Kinderzimmer wären auch nicht schlecht. Je nach Zeitfenster, Wetter und Bauchumfang bestreiten wir die Familienlogistik mit oder ohne elektrischen Rückenwind. Kind Nr. 2 geschuldet genieße ich nun seit drei Tagen den Mutterschutz. Das heißt die Kilometer macht gerade hauptsächlich mein Mann, die anekdotische Evidenz stammt von mir.

    Allzeit gute Fahrt und viel Spaß beim Lesen.
    Ariane, Fabian und Louise

    PS: Falls du Fragen hast oder du uns einfach Rückmeldung geben möchtest, erreichst du uns über stadtradeln (at) remstalkind.de

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