STADTRADELN-Star Blog: Esslingen am Neckar


Danke, schön wars

Geschrieben am 08.06.2021 von Hansjörg Albrecht
Team: Esslinger Stadtverwaltung radelt
Kommune: Esslingen am Neckar

Drei Wochen Stadtradeln 2021 in Esslingen sind zu Ende.

Sabine Frisch, die Stadtradeln- Koordinatorin bringt es in ihrer abschließenden Rundmail an alle Teilnehmenden so auf den Punkt:

"Der STADTRADEL-Zeitraum ist vorbei und alle Kilometer sind eingetragen. Vielen Dank, dass Sie alle mitgemacht und das Fahrrad als „Null-Emissions-Fahrzeug“ genutzt haben und damit einen Beitrag zum Klimaschutz und für eine lebenswerte Stadt geleistet haben.
In diesem Jahr sammelten 1.231 Radfahrer:innen ihre Fahrradkilometer für die Stadt Esslingen, darunter 12 Parlamentarier:innen. Insgesamt wurden 224.698 km zurückgelegt. Rechnerisch wurden dadurch 33 t vermieden. 44 Teams traten gegeneinander an – darunter viele altbekannte Teams aber auch etliche neue. Zum Vergleich: im vergangenen Jahr legten 681 Radfahrende in 30 Teams insgesamt 183.093 km zurück.
Die detaillierten Ergebnisse für die verschiedenen Gewinn-Kategorien finden Sie übersichtlich aufbereitet unter www.stadtradeln.de/esslingen.
Der Sonderwettbewerb für Schulen und Kindertageseinrichtungen wurde mit freundlicher Unterstützung durch die Stadtwerke Esslingen SWE ermöglicht.
Über Preisgelder können sich die drei Schulen mit den meisten Kilometern freuen:
1. Eulengang - Georgii-Gymnasium 250 € 32.286 geradelte Kilometer
2. EduRAD Mörike Team 200 € 21.500 geradelte Kilometer
3. Schule Innenstadt ES 200 € 11.493 geradelte Kilometer

Unter den Grundschulen und Kindertageseinrichtungen wurden die Preisgelder von je 200 € verlost. Gewonnen haben:
Grundschule Waisenhofschule
Kindertagesstätte Neckarsträßler
..."

Ein tolles Ergebnis! Chapeau und Danke fürs Mitmachen auch von meiner Seite.
Bis zum nächsten Mal in 2022.
Allzeit gute Fahrt wünscht
Hansjörg Albrecht

Teilen: Facebook | Twitter

Von Infrastruktur, Sicherheit und Gefühlen

Geschrieben am 20.05.2021 von Hansjörg Albrecht
Team: Esslinger Stadtverwaltung radelt
Kommune: Esslingen am Neckar

Kaum ein Bericht über Fahrradthemen kommt heutzutage ohne Verweis auf eine besondere Gefährlichkeit des Radfahrens aus. Während die Gesamtzahl der Verkehrstoten seit vielen Jahren rückläufig ist, nehme die Zahl der getöteten Radfahrer zu, ist oft zu lesen. Aber solange die Zahl nicht zu dem massiven Anstieg an Radfahrenden insgesamt sowie der gestiegenen Gesamtkilomterleistung ins Verhältnis wird, taugt sie nur für billigen Alarmismus.

Der Ruf nach Sicherheit ist verständlich und berechtigt. Aber nicht immer ist alles, was sich sicher anfühlt, auch tatsächlich sicher. Und nicht alles, was sich nicht sicher anfühlt, ist tatsächlich gefährlich. In der Zeit, die ich als Radfahrender überblicke, war Sicherheit lange Zeit gar kein Thema, obwohl im Vergleich zu heute weit mehr Verkehrsteilnehmer gestorben sind. (rund 16.000 im Jahr 1973) Was ist seither passiert? Es kamen die Gurtpflicht, Airbags, ABS und ESP, bessere Fahrwerke und Reifen, Sensoren und Assistenten und was nicht sonst noch alles.
Und Radinfrastruktur? Gab es nicht. Wenn doch, dann um die Radler von der (Auto-)Fahrbahn zu bekommen, um den (Auto-)Verkehr "flüssiger" zu machen - Wege, angelegt von Experten der Automobilisierung und optimiert für die Bedürfnisse von Autofahrern. Den Platz dafür hat man zumeist den Fußgängern weggenommen, mit allen negativen Folgen.

Der motorisierte Verkehr hat stark zugenommen. Der Radverkehr auch. Was seit einigen Jahren auffällig und folgerichtig ist: Radelnde treten jetzt mehr und mehr auch als Interessensgruppe(n) auf und werden entsprechend wahrgenommen. Das ist gut so. Wie wir alle uns in urbanen Räumen bewegen, bedarf dringend der Neubewertung. Wenn von künftiger Radinfrastruktur die Rede ist, stellt sich aber schon die Frage, wem sie eigentlich dienen soll. Die entsprechenden Aushandlungsprozesse werden von Interessenverbänden medienwirksam inszeniert. Nur auf den ersten Blick überraschend: vom Autoverkehr getrennte Radwege finden sowohl ADFC als auch ADAC gut - natürlich aus unterschiedlichen Gründen.

Die wegetechnische "Beseitigung" des Radverkehrs zur "Verflüssigung" des Autoverkehrs nach altem Muster wird weder mehr Sicherheit bringen, noch wird es dazu führen, dass der Autoverkehr abnimmt. Klimawirksam ist nur die Verringerung des Autoverkehrs. Dass wird ohne Anpassung und Neuschaffung von Infrastruktur nicht möglich sein - einerseits. Andererseits wird es nicht reichen, nur auf mehr Infrastruktur zu warten und auf die technischen Lösungsvorschläge der Industrie zu hoffen. Die effizientesten Änderungen sind beim Verhalten jedes/jeder Einzelnen zu erzielen.

Weniger Wege mit dem Auto, mehr Wege mit dem Rad, das ist schon heute möglich. Und dass das nicht Wenige bereits begriffen haben, ist m.E. schon deutlich spürbar. Nicht nur weil mehr Menschen öfters Rad fahren, sondern weil auch mehr "Motorisierte" durchaus Willens und in der Lage sind, sich diesbezüglich umsichtig und rücksichtsvoll zu verhalten.

Differenzierte Analysen zum Thema Sicherheit liefert folgender Blog, der etliche (gefühlte) Wahrheiten ins Reich der Mythen verweist.

https://radunfaelle.wordpress.com

Teilen: Facebook | Twitter

Auf Augenhöhe

Geschrieben am 20.05.2021 von Hansjörg Albrecht
Team: Esslinger Stadtverwaltung radelt
Kommune: Esslingen am Neckar

Radfahrende wissen es zu schätzen, wenn beim Überholen der vorgeschriebene Abstand eingehalten wird. Dass Unfälle im Längsverkehr äußerst selten sind, wissen die meisten nicht. Dooring-Unfälle sind ebenfalls sehr selten. Man kann sie vermeiden, indem man selbst immer ausreichend Abstand hält. Ich weiß es zu schätzen, wenn sich alle umsichtig verhalten. Ich bin bisher gut damit gefahren, immer auch mit dem Gegenteil zu rechnen und damit dass manche Verkehrsteilnehmer:innen in innere Konflikte geraten und zu irrationalen Verhaltensweisen neigen, wenn ihnen Radfahrer auf Augenhöhe begegnen. Antizipiert man das, geht der eigene Puls nicht so hoch, wenn der Fall mal eintritt.

Wenn viele Menschen alltäglich in wechselnden Rollen unterwegs sind, wirkt sich das auf das Betriebsklima im Gesamtsystem eher hilfreich und mäßigend aus, als dass es einen "Krieg auf den Straßen" entfacht. Der ist meines Erachtens in erster Linie ein Medienphänomen. Weniger lesen, mehr radeln. Das ist gut für den Blutdruck und sorgt für einen kühlen Kopf.

Teilen: Facebook | Twitter

Fußgängerzonen...

Geschrieben am 20.05.2021 von Hansjörg Albrecht
Team: Esslinger Stadtverwaltung radelt
Kommune: Esslingen am Neckar

Die Entscheidung, in der Esslinger Innenstadt das Radeln zuzulassen, ist gut und richtig. Zugegeben, das ist nicht mein bevorzugtes Terrain, ich bin vorwiegend auf Straßen unterwegs und in Innenstädten bewege ich mich überwiegend als Fußgänger.

Leser der Esslinger Zeitung berichten von Radlern, die zu knapp an Fußgängern vorbeifahren und zu schnell unterwegs sind. Meine Einschätzung: das sind eher Ausnahmesituationen als die Regel. Passieren sollte das trotzdem nicht.


Sich als Radelnder mit einer Klingel anzukündigen ist ratsam. Menschen könnten schwerhörig oder in ihrem Sehvermögen eingeschränkt sein. Immer langsam fahren, wachsam sein, versuchen zu antizipieren, welchen Weg/Ziel Fußgänger jeweils verfolgen. Bei sich kreuzenden Wegen Blickkontakt suchen. Nicht noch vor der querenden Person durchfahren sondern deutlich hinter ihr passieren, so dass sie ihren Weg ohne Verzögerung fortsetzen kann. Frühzeitig und erkennbar die eigene Route anpassen. Bei Blickkontakt kann man seine bevorzugte Richtung mit einer Geste ankündigen. Fakt ist: wer mit dem Rad in Bereichen unterwegs ist, die überwiegend Fußgängern vorbehalten sind, hat sich der Situation anzupassen.
Gehwege sind tabu. Ausnahme: Kinder plus Begleitung. Manche Fußgänger sind verträumt und abgelenkt. Bitte nicht vergessen, das ist nicht verboten!
Allerdings kann man auch als Fußgänger Umsicht walten lassen, z.B. den Blickkontakt suchen, zügig weitergehen, wenn Wege überkreuz gehen, anstatt erschreckt innezuhalten oder zurückzuspringen.

Wer zuerst zurücklächelt hat schon halb gewonnen.

Teilen: Facebook | Twitter

Logbucheintrag

Geschrieben am 07.05.2021 von Hansjörg Albrecht
Team: Esslinger Stadtverwaltung radelt
Kommune: Esslingen am Neckar

Premiere: Seit dieser Woche kann ich die vom Grünflächenamt genutzte Dusche in der ehemaligen Hausmeisterwohnung des Technischen Rathauses mitbenutzen. Der Arbeitstag beginnt viel besser, wenn man gut durchgelüftet und wachgeradelt - und frisch geduscht - seinen Bürotag beginnt.Herzlichen Dank an alle, die das möglich gemacht haben!

Teilen: Facebook | Twitter

„Einen Vorsprung im Leben hat, wer da anpackt, wo die anderen erst einmal reden“ (John F. Kennedy)

Geschrieben am 04.05.2021 von Hansjörg Albrecht
Team: Esslinger Stadtverwaltung radelt
Kommune: Esslingen am Neckar

Ich pendle mit dem Rad von Ludwigsburg nach Esslingen, das sind ca. 30 Kilometer von Tür zu Tür, der Einfachheit immer flach am Neckar entlang. Warum mache ich das? Weil ich gern sportlich radle und weil mir etwas fehlen würde, wenn ich darauf verzichten würde. Während mit anderen Verkehrsmitteln (Staus, Verspätungen) das Pendeln eher verlorene Zeit ist, gewinne ich auf dem Rad mit jedem Weg ein Stück Lebenszeit und eine Extraportion Fitness. Und ich schade nicht dem Klima!

Die Spielregel für „Stadtradeln-Stars“ (wer hat sich nur den Namen ausgedacht?) ist, dass sie sich sozusagen als Versuchskaninchen verpflichten, drei Wochen lang auf das Auto (!) zu verzichten und stattdessen mit dem Rad (!!) zu fahren und darüber zu berichten resp. zu bloggen. Der Hintergedanke dabei: Die Aussicht auf Geschichten von Läuterungen, von Umkehr und von Einsicht, auf Geschichten, die Bock machen aufs Radfahren - auf dass möglichst viele es nachmachen und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Soweit so gut.

Radfahren hat in vielerlei Hinsicht mit Aufmerksamkeit zu tun. Im Straßenverkehr sowieso, aber seit geraumer Zeit sorgt es auch in den Medien für jede Menge „traffic“. Was wird nicht alles geredet und geschrieben: aktuell hat die Stuttgarter Zeitung, das Leitmedium in der Autostadt, einen "Megatrend" ausgemacht und schickt sich an, sich in den nächsten Monaten ausführlich damit auseinanderzusetzen. Es wird um Infrastruktur gehen, um Sicherheit, um die Gründe für den Trend, um die „Szene“, um den den Radsport, um den Radkauf und um Tipps, wie man mit Kindern sicher unterwegs ist, darum, wie sich das Bild vom Radfahren wandelt, wie Radverkehr zum Politikum wird und was die Wissenschaft am Thema interessiert, das Thema Pedelecs und die Käuferschicht der Senioren werden ebenso aufgegriffen wie der wirtschaftliche Aufschwung der Radbranche und - natürlich - das Aufregerthema Radfahrer im Wald.

Wohin die Blog-Reise in den nächsten Wochen geht? Wir werden sehen. Ich bin kein Blogger, ich gehöre zu keiner „Szene“, ich bin kein Radaktivist, ich missioniere nicht. Ich bin ein Verkehrsteilnehmer wie jede(r) andere. Ich fahre mit dem Verkehrsmittel meiner Wahl, mit dem Fahrrad. Wenn die Zeit und die Kondition es zulassen, werde ich das ein oder andere Thema des „Megatrends“ aufgreifen - quasi aus Praktikersicht.

Teilen: Facebook | Twitter