Wo Fuchs, Hase und Radler sich "Gute Nacht" sagen

Bild Geschrieben am 05.07.2021 von Klaus Pfaff
Team: Sommerradeln
Kommune: Aichhalden im Landkreis Rottweil

Der Hase kam leider zu spät um "Gute Nacht" zu sagen - obwohl, vielleicht war auch ich zu spät dran. Wie dem auch sei, wir beide waren auf jeden Fall die ersten, welche sich gleich am nächsten Morgen begrüßten.
Ich bin weiterhin mit den 800 plus km entlang der früheren innerdeutschen Grenze beschäftigt. Es kamen noch die letzten Ausläufer des Harzes, aber ansonsten wurde es inzwischen flacher. Was jedoch blieb, war die Idylle, viel Natur und lange Wege durch Gegenden, wo sich nicht so viele hin verirren. Ich dachte mir so manches mal wenn jetzt mein Rad seinen Dienst quittiert, dann wird es spannend - zumal das Mobilfunknetz in dieser Gegend auch nicht immer das Beste ist. Es war auch nicht immer ganz einfach die Grundversorgung sicherzustellen. Wenn man durch Ortschaften kam und Einheimische nach einem Bäcker, Metzger oder Lebensmittelmarkt fragte, war die Reaktion oft ein mitleidiges Kopfschütteln, die Erfolgsquote bei der Herbergssuche war noch bescheidener. Dabei zeigte sich, daß die Chancen auf der westlichen Seite der früheren Grenze oft besser waren. Insgesamt ist festzustellen, dass außerhalb großer Städte oder touristischer Hotspots die Lebensverhältnisse sich keinesfalls angeglichen haben. Straßen sind im Osten oft noch schlecht, vernünftige Radwege Fehlanzeige, Gebäudezustände, ...
An manchen Stellen sieht man, daß sich schon was tut, aber es gibt noch viel zu tun.
Vor diesen Hintergründen war es wichtig, genau zu überlegen, wo und wann es etwas zu essen oder eine Unterkunft geben könnte. Ich fragte mal eines abends 2 Männer, welche vor einem Haus standen, nach einem Gasthaus / Unterkunft. Um mir eine kompetente Antwort geben zu können, wurden gleich noch ein Nachbar und ein Passant in die Diskussion mit einbezogen. Trotz aller Mühe war die Antwort: 2 Ortschaften weiter könnte es gut sein, dass es etwas gibt, allerdings wären es ca 10 km zu fahren, es ginge über einen Berg und würde nicht in der Richtung liegen, in die ich wolle. Und so war doch das eine oder andere Mal, das Zelt, die Natur und die Tiere meine Freunde - wenngleich ich mit manchem Insekt auf Kriegsfuß stand.

Demnächst mehr von meiner Reise.

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