Menschen und Begegnungen

Geschrieben am 12.07.2021 von Klaus Pfaff
Team: Sommerradeln
Kommune: Aichhalden im Landkreis Rottweil

Oft sind es doch die Menschen und Begegnungen, welche einem Moment oder einer Situation eine besondere Note verleihen. Deshalb möchte ich in diesem Blog von ein paar solcher Begegnungen berichten.

Vielfach lief der Einstieg in eine Unterhaltung in ähnlicher Art und Weise ab.
Jemand sieht mich, sieht dann das Fahrrad und das Gepäck, worauf ein verstohlener Blick auf die Tretkurbel folgt. Als nächstes kommt die Frage, "wohin geht's". Ich sag dann, "nach Rügen". Darauf folgt ein ungläubiger Blick kombiniert mit einem Moment des Schweigens - ich denke das ist der Moment der internen Datenverarbeitung. Danach findet die eigentliche Unterhaltung ihren weiteren Verlauf. Weiter oben im Norden kam dann die Variante mit der Zwischenfrage (nachdem das Ziel klar war), "sie sind aber nicht von hier, wo kommen sie den her". Ansonsten der gleiche Verlauf.
Als ich im Odenwald einen relativ steilen und langen Schotterweg hochfuhr, stand oben am Berg (Aussichtspunkt) ein e-Mountain-Biker und meinte "sportlich, sportlich". Danach kam der Ablauf wie oben beschrieben. Nach der kurzen Phase des Schweigens meinte er, "wer diesen Berg mit diesem Gepäck und ohne Unterstützung hochfährt und oben noch ein Lächeln auf dem Gesicht hat, der schafft es auch nach Rügen". Im späteren Verlauf des Gesprächs meinte er noch "die Schwaben, die sparen halt und fahren deshalb mit dem Rad in den Urlaub".
Ein anderes Mal fragte mich ein Schweizer, der mit dem e-Bike unterwegs war nach dem Weg. In der danach folgenden Unterhaltung erzählte er mir, dass er seinen Enkel vom Bahnhof abholen wolle um mit ihm zusammen eine mehrtägige Radtour zu unternehmen. Offensichtlich verbindet Radfahren generationsübergreifend.
Auch traf ich 3 Freunde, welche ein verlängertes Wochenende für einen gemeinsamen Männer-Radausflug nutzten. Auch hier scheint das Radfahren zu verbinden.
Dann war da noch eines abends ein Mitbürger - vermutlich afrikanischer Herkunft, Mitte Zwanzig - auf dem Weg zum Fußballtraining. Er sah mich verloren mit meinem „Zweirad-LKW“ vor einer Großbaustelle stehen und half mir unaufgefordert dort durchzukommen, was mir einen mehrere km langen Umweg erspart hat.
Oder die Kellnerin in einem Gasthaus an der innerdeutschen Grenze, die mir erzählte, dass ihr Mann schon immer morgens um 4:00 Uhr zur Arbeit musste und er eines morgens (noch zu Zeiten des kalten Krieges) seine Windschutzscheibe frei kratzte, gerade ins Auto einstieg, als 2 Männer an seine Scheibe klopften und verunsichert fragten, "sind wir hier im Westen".
Das sind nur einige wenige der vielen interessanten Begegnungen / Unterhaltungen der letzten 2 Wochen.

Im Allgemeinen kann ich sagen, dass ich immer (ob im Westen oder im Osten, ob im Norden oder im Süden) auf freundliche und hilfsbereite Menschen gestoßen bin, die wann immer möglich mir Auskunft gaben, andere hinzuzogen um Antworten zu finden, mir einen Stellplatz für das Zelt (wenn nötig) gewährten, ....
Ich hatte weit mehr Sympathie, Mitgefühl und Hilfsbereitschaft erfahren als ich je erwartet hätte.

In Kürze werde ich noch ein Fazit meiner Reiseerfahrung veröffentlichen - bis bald.

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