CYCLE STAR blog: Willi Bott


Das wahre Landleben

Image Written on 18.06.2021 by Willi Bott
Team: Grüne Alltagsradler
Municipality: Warburg im Kreis Höxter

Also denn, Liebe Leute,

jetzzze geht das Stadtradeln zu Ende und mir sind noch viele Geschichten dazu eingefallen unterwegs - aber abends zu müde, um sie aufs Papier zu bringen.

So war ich jetzt bei meinem alten Freund Paule, der ist auf seine nun auch alten Tage Biobauer nebenbei aufm Dorf bei Witzenhausen. Und da ist bei dem tollen Wetter natürlich Heuernte für seine wunderschönen roten Kuhviecher angesagt. Also Arbeitsklammotten in die Fahrrad-Packtasche und hinne. Kennt Ihr das Niestetal östlich von Kassel an die niedersächsische Landesgrenze hoch in den Kaufunger Wald? Traumhafter Radweg vom Kasseler Bahnhof aus durch lange Wiesentäler in Wald eingebettet, dann oben am Umschlag-Pass auf gut 400 m geht’s auf eng schlängelnder, dadurch quasi auch Raserfreier Landstraße den Wald hinab nach Witzenhausen, wo dich unten Kirschbaum-Wiesen und Wacholderheiden empfangen.
Also bei Paule bin ich dann nicht Rad gefahren, weil Heuschwader und Frontlader am Fahrrad noch nicht erfunden sind.
Ich sach ja immer , wer wie ich als pupertierender Bauernjunge das Glück hatte, den Eicher MAMMUT mit ordentlich Zwischengas über die Dorfkreuzungen zu jagen, um dann mit 45 PS und ALLRAD mit dem Heupressengespann an hängiger Wiese nicht abzuschmieren, da haben sich soviel Nackenhaare vor Starksein hochgestellt, da brauchst Du dein Lebtag keine Harley und kein Porsche nett mehr. Deinen Mitmenschen mit lautem Brumm Brumm auf die Senkel gehen ist dann einfach ein für alle mal durch.
Und wer dem Rausch der Geschwindigkeit fröhnen möchte, der soll sich mal aufs Radel setzen und von Grimelsheim zur Diemel runterrauschen mit 60 und mehr Sachen. Das flattert ganz schön, nicht nur um sondern auch zwischen den Ohren.
Tags drauf haben wir dann den Bullen vom Bauernkollegen noch zu den Kühen auf die Weide gebracht. Soviel zum Thema Männerleben.

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Auf nach Wülmersen zur Mehlschwalbe

Image Written on 14.06.2021 by Willi Bott
Team: Grüne Alltagsradler
Municipality: Warburg im Kreis Höxter

Also liebe Leute, jetzze sitz ich mal in der Bahn und habe Zeit zum sinnieren:
Stadtradeln - wozu soll das gut sein???
Ja

  • Spaß am tagtäglichen Radlausflug in die Landschaft und Kilometer für die Mannschaft schrubben, das sieht man an der E-Bike Rush Hour auf den Feldwegen rund um unser Städtchen. Da kommen Stefanis kaum mit dem Trecker runter von ihrem Hof draußen bei Ossendorf.
  • Klima schützen, CO2 Fußabdruck schmälern, na ja, wenn denn mal auf unserer Einkaufsmeile so viel Radler wie Autocruiser unterwegs wären, dass wäre was!!
  • Apropos Auto und Radeln:
    So juckeln wir mit unserm Freund Joppi zur sonntäglichen Blümchen- und Kaffeerunde durchs Diemelland ins Café nach Wülmersen. Nach einer Stunde des Weges in Deisel dann großes Hallo: das ist doch der Hannes, der da sein Rad vom Heck seines dicken Daimler SUVs hievt. Der verkauft in unserm Städtchen Glück und Fernweh. „Jou, super Radl-Wetter heute, will auch zum Café .. rasch und wenig Zeit, muss noch nach Paderborn nachher, einen Fahrradträger fürs Auto abholen“..??!??
    Jou, denk ich, da hat sich der Tach doch gelohnt – 20 km radeln und 150 km mit 200 Ps SUV cruisen, da bleibt es weiter warm für uns alle!!
    Aber was reg ich mich uff--- Kaffee und Kuchen und Schnuddeln bei Rita fanden erst spät ein Ende und heimzus sind wir dann noch im Naturschutzgebiet am Langentaler Flugplatz die Wanderwege langgezockelt mit Götterblick hoch überm Diemeltal. Da war ich mein Lebtag noch nicht, so schön!

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    NABU Sonntagstour zum Orchideenparadies nach Liebenau -Grenzüberschreitend

    Image Written on 31.05.2021 by Willi Bott
    Team: Grüne Alltagsradler
    Municipality: Warburg im Kreis Höxter

    Endlich scheint die Sonne und es wärmt auf.
    Dieses Jahr ist vielleicht mies: Corona und Frühling kühl und nass allerwegens -aber dadefür – dem Regen wegen- blühen die Orchideen an den Hügeln unseres Heimatflüsschens umso prächtiger: Also kurzen Rundruf und die „NABU Familie“ aus Breuna kann der Verlockung zu einer gemütlichen Sonntagstour mit ihrem alten Förster nicht widerstehen.
    Und das E-Bike trägt ja jetzt nicht nur die älteren Semester schon mal locker auf die Hügel hinter den Nachbargemeinden. Mit Picknick, Hund und Herzenfreude trifft man sich vorm Wolfsloh in Niederlistingen, wo die ersten Schmetterlinge sich am dreizähnigen Knabenkraut – heißt nur so, beißt aber nicht – verköstigen. Auch dieses Jahr hat sich der darüber liegende Hügel im altehrwürdigen Buchenwald die weiße Decke der Bärlauchblüte überzogen, wobei die schon fleckig wird und sehr zeitig in ihren „Winterschlaf“ geht.
    Weiter geht´s.
    Ich sage Euch, wo einst mein Oppa mit seinem Miele Moped hingezuckelt ist, da ist heute die Ur-Oma – ehrlich, es ist eine mitgefahren!- ruck zuck , ganz ohne Krach und Gestank mit dem E-Bike auf dem Berge, dem Naturschutzgebiet „Warmberg“ hier hinter Liebenau.

    Und das ist erstmal ein Paradies jetzt im Mai. Da kommen die Natur-Spezialisten mit großen Fotoapparaten und Rucksäcken voller Bücher angereist von Gott weiß woher, wo du die Autokennzeichen erst googeln musst. Die haben schon einen richtigen Padd durch die bunte Pracht getreten- gaaanz schmal natürlich wegen dem Aufpassen, das nix kaputt geht.
    Da haben wir unser Picknick natürlich nicht mit reingeschleppt ins Schutzgebiet, sondern bei Kaffee und Stulle vor der Hecke gesessen und auf den Desenberg ganzweitweg geguckt.

    Dass hier so viele Orchis und andere sehr bunte Pflänzchen blühen, das stammt noch aus der Dinozeit: Damals war´s hier viel tiefer als heute, großes Meer – und ohne Überfischung wg Fischstäbchen für die Pfanne und Fischmehl für die Hühner und so.
    Jedenfalls haben sich die ganzen Gerippe der toten Meeresviecher am Grund immer weiter aufgetürmt, Meter um Meter. Als dann eines Tages die Erde mal wieder gebebt und sich gehoben hat, dann ist daraus unser Diemel Land mit den Kalk-Knochen Hügeln entstanden. Die sind so trocken und aber auch so nährstoffreich, dass diese ganzen Orchis und Co superoptimal hier wachsen können – es braucht nur ein paar Ziegen und Schafe, die die Dornen wegfressen, was seit hunderten von Jahren kein Problem war, heut wegen der ganzen globalen Vernetzung aber schon: Schaffleisch kommt aus dem neuseeländischen Gefriercontainer. Ja Schäfer heute, das ist schon sowas wie Nachtwächter: aus der Zeit gefallenes touristisches Highlight.

    Die großen Spezialisten unter den Orchis sind die Fliegen–Nachahmer: die haben das Testosteron als Ursprung aller Aktivität entdeckt und ihre Blüten sehen haargenau aus wie Fliegen, wie aus dem 3D-Drucker.Kommt jetzt ein Fliegerich daher und sieht aha , ein Frollein, der Dame will ich gutes tun und bestäubt mit seinem Gerammel die Blüte, Flora und Fauna übergreifender Sex sozusagen, der dem Fliegerich Entspannung bringt und der Fliegenragwurz die Bestäubung. Und die ganzen Diemelhänge stehen voll davon.
    Nun isses wie immer im Leben: einigen war das zu langweilig, haben gedacht: Fliege , kann doch jeder – sowie VW-Golf eben: hat doch jeder -und sind auf Porsche umgestiegen, sprich Bienenragwurz, und Lambo muss natürlich auch sein: Hummelragwurz….. und da ist das wahre Leben: destewegen kommen die Spezialisten mit ihren dicken Kameras!

    ..und darüber haben wir dann im Garten bei Bier und Obatza gemütlich Fazit gezogen: hundert Kilometer müssen nicht sein, um den Tag bunt auszufüllen. Die Schönheit liegt ja vor der Haustür, musst nur hingucken.
    Mein Oppa brauchte das alles nicht. Der hat sein Miele Moped abgestellt und mit dem Schäfer einen Schwatz gehalten.

    und wer s genauer wissen will: https://www.nabu-hofgeismar.de/altkreis-hog/diemeltal/

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    ein E-Bike für meine Schwester, eine Geschichte vorweg

    Image Written on 30.05.2021 by Willi Bott
    Team: Grüne Alltagsradler
    Municipality: Warburg im Kreis Höxter

    Huch , eben erfahr ich dass ich als Autoverzichter hier meine Geschichten „bloggen“ kann, nun denn:

    Also erstmal bevor ich hier an den Start ging, musste ich noch schnell das Auto nutzen, um meiner Schwester ein E-Bike zu organisieren. Die ist Frührentenerin auf ihrem Bauernhof im hessischen, da wo jetzt die Warburger Börde Rüben hingeliefert werden, weil die Zuckerfabrik da noch in Betrieb ist, jetzt fast bis Ostern wegen der vielen Rüben von Soest bis Frankfurt. Wenn das unser BobberLanz aus meinen Kindertagen wüsste; für den waren die 15 km mit zwei Pritschenwagen handgeladener Knollen schon eine Weltreise.

    Aalso meine Schwester, die hats ewwes am Herzen wegen der reichlichen Arbeit in Ihrem Leben zwischen Kindern, Küche, Kühen und Schwiegermutter - und zur Entspannung an Feiertagen Küchenarbeit in der befreundeten Landgastätte mit Saal.

    Und dann kam Corona über uns und das hat sie heftig niedergestreckt. So räumt sie jetzt noch ein halbes Jahr später ihre Waschmaschinewäsche auf zwei Körbe aus, die sie dann hinter der Scheune im Garten an die Leine klammert „ das bisschen Regen ist net schlimm, der Wind hat das bald wieder trocken“.
    Neulich hab ich sie mal mit meinem E-Bike besucht - von der Strecke wär der BobberLanz ganz neidisch geworden - da hat sie mich mit großer Freude aber auch mit sehr sehr wenig Puste die Treppe hoch in ihrer Bauernküche empfangen und gut gelaunt von ihren täglichen Spazierrunden durch die Gemeinde, jetzt auch ohne Rollator und mit Hund erzählt.
    Da haben wir im Familienrat beschlossen: Zur Erweiterung ihrer Runden bis an den Horizont in die Nachbargemarkung beglücken wir sie mit einem E-Bike.
    Also da bin ich sowas von Spezialist von- wie der Fuchs auf die Fährte: Kleinanzeige -Größe S und Rücktritt, nix neues aber Qualität , und passt! Abends in Bad Driburg eingeladen- Sattel, Lenker angepasst, und anderntags großes HALLO und gleich Proberunde auf dem Bauernhof mit Lupo keifend am Hinterreifen.
    Mit Helm und vielen „Pass-auf-Tipps“ zu Bremsen und Motorpower haben wir es dann noch bis weit hinter ihren Hähnchenstall hinter der Umgehungsstraße weit draußen in den Feldern des Ederlandes geschafft. Aber am ersten Hügel war dann die Puste wirklich alle – wie damals beim BobberLanz.
    Im sonnigen Herbst wollen wir beide dann bis zur Eisdiele nach Fritzlar radeln, sie wird es strahlend angehen.
    PS
    Ach so- hier steht jetzt ein E-Golf rum - das Queen-Mom-Auto für Arme – leise durch die Landschaft cruisen. wenn sich s jemand leihen will, soll er sich melden bei uns.

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