CYCLE STAR blog: Wilhelm Mooser


Wilhelm Mooser Stadtradel-Blog IV

Written on 05.07.2021 by Wilhelm Mooser
Team: Gymnasium Marktoberdorf
Municipality: Marktoberdorf im Kreis Ostallgäu

In gewisser Weise bin ich stolz auf mich, dass ich die drei Wochen durchgehalten habe und täglich, auch bei garstigstem Wetter, zu meinem Arbeitsplatz geradelt bin. Dies hätte ich wohl, ohne meine Stadtradelstarverpflichtung auf das Auto drei Wochen zu verzichten, nicht getan. Dabei konnte ich erfahren, dass es auch für Radler eigentlich kein schlechtes Wetter gibt, sondern nur schlechte Bekleidung, um dem Unwetter zu trotzen.
Nun gilt es, das Radeln, das in den vergangenen drei Wochen schon fast zur Gewohnheit wurde, auch in den kommenden Wochen und Monaten weiter zu pflegen. Dies habe ich mir fest vorgenommen. Die nötige Einstellung hierzu hat sich hierzu von Tag zu Tag verbessert. Aus der Intention als Vorbild für meine Schülerinnen und Schüler für Wochen komplett auf das Rad umzusteigen, ist ein echtes Bedürfnis geworden, mich täglich auf dem Rad, aber auch anderweitig zu bewegen und dem Körper und der Gesundheit etwas Gutes zu tun – vom Nutzen für die Umwelt und das Klima ganz zu schweigen.

Wilhelm Mooser

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Wilhelm Mooser Blog III

Written on 27.06.2021 by Wilhelm Mooser
Team: Gymnasium Marktoberdorf
Municipality: Marktoberdorf im Kreis Ostallgäu

Die erste Radelwoche war für mich, um einen Begriff aus dem Sport zu verwenden, eine angenehme Kür. Die Fahrt zum Arbeitsplatz am frühen Morgen bei strahlendem Sonnenschein war das reine Vergnügen. Noch mehr jedoch die Fahrt zurück am späten Nachmittag, nach bisweilen aufreibenden Schultagen, bei immer noch viel Sonne und warmen Temperaturen, an der frischen Luft und oft auch noch mit Wind im Rücken. Bei diesen Bedingungen waren die Anstrengungen der Schule wie weggeblasen.

Wenn sich auch in der zweiten Stadtradelwoche die Sonne rarer machte und meine Regenausrüstung immer häufiger zum Einsatz kam (siehe Foto), minderte dies den Spaß an der Bewegung im Freien in keinster Weise. Erst die Spielregel, die einem Stadtradelstar auferlegt ist, nämlich auf das Auto auch bei Wind und Wetter zu verzichten, ließ mich hautnah erfahren, dass Radeln im Regen nicht nur Pflicht ist, sondern seinen eigenen Reiz und Zweck hat.
Die Fahrt zur Schule an einem stürmischen und regnerischen Morgen lässt die oft problembehafteten Gedanken, die mir sonst vor Schulbeginn durch den Kopf gehen, fast nichtig erscheinen. Vielmehr beschäftigt mich dann das intensive Naturerlebnis, das in seiner atmosphärischen Intensität eine poetische Ader in mir weckt, die ich vorher an mir gar nicht kannte:

Läuft mir der Regen übers Gesicht am Morgen,
vergess‘ ich alle anderen Sorgen.
Beginnt das Wasser dann in den Kragen zu laufen,
ist der Schultag schon gelaufen.

Radeln stärkt nicht nur die Gesundheit und das Wohlbefinden, sondern kann sogar verborgene Talente an die Oberfläche spülen.

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Wilhelm Mooser Stadtradel-Blog II

Written on 19.06.2021 by Wilhelm Mooser
Team: Gymnasium Marktoberdorf
Municipality: Marktoberdorf im Kreis Ostallgäu

Auf meiner täglichen Radstrecke zur Schule begegneten mir vor dem Beginn des Stadtradelprojektes meist nur zwei bis drei Radfahrer, die wohl ebenso auf dem Weg zur Arbeit waren.
Bereits am ersten Montag der Stadtradelwochen hat sich diese Zahl mit acht Begegnungen fast verdreifacht und im Laufe der ersten Woche sogar jeden Tag nochmals stetig erhöht. Die traumhaften Witterungsbedingungen der vergangenen Woche haben den Verzicht auf das Auto leichtgemacht. Ebenso motivierend war die Begegnung mit Gleichgesinnten.
Die sich langsam bemerkbar machende Verbesserung meiner Radfahrkondition in Verbindung mit dem Gedanken, sich selbst und der Umwelt was Gutes zu tun, lässt meine Freude am Radeln täglich wachsen.
Der Spaß, den Radeln machen kann, lässt sich bei manchen Radlerkolleg*innen allerdings nicht immer so leicht feststellen. Mit angestrengter Miene, den Blick geradeaus gerichtet, begegnet man sich und nimmt scheinbar keine Notiz voneinander. Dabei wäre ein Blickkontakt, verbunden mit einem kurzen, freundlichen Gruß, so einfach und wohltuend. Hier könnten die Motorradfahrer, die meist bei einer Begegnung auf dem Motorrad mit einem freundlichen Winken ihr Gemeinschaftsgefühl zum Ausdruck bringen, uns Radlern ein Vorbild sein.
Das offene Visier unserer Radlerhelme erlaubt uns sogar, im Gegensatz zu den Motorradhelmen, ein gegenseitiges herzhaftes „Griaß di!“.

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Wilhelm Mooser Stadtradel-Blog I

Image Written on 19.06.2021 by Wilhelm Mooser
Team: Gymnasium Marktoberdorf
Municipality: Marktoberdorf im Kreis Ostallgäu

Ohne zu zögern habe ich zugesagt, das Projekt „Stadtradeln – Radeln für ein gutes Klima“ durch meine aktive Beteiligung zu unterstützen.
Meine Schülerinnen und Schüler weisen mich seit geraumer Zeit in den „Fridays for future“ – Aktionen darauf hin, dass jeder einzelne dazu beitragen kann, unser Klima und damit unsere gemeinsame Lebensgrundlage zu schonen bzw. zu verbessern.
Lippenbekenntnisse und Absichtserklärungen hierzu sind uns allen hinreichend bekannt. Im Allgäu lauten diese:
Ma misst ..., ma sott …, ma kennt …
Man müsste …, man sollte…, man könnte…
Vieles tun, um auch unsere Jugend in den Genuss eines guten Klimas in den kommenden Jahren und Jahrzehnten kommen zu lassen.
Es ist an der Zeit, dass die ältere Generation, der auch ich angehöre, echte Zeichen setzt und aktiv an der Schonung der Umwelt mitarbeitet.
Aus „Ma misst …, ma sott…, ma kennt“ wird für mich durch die Teilnahme am Stadtradeln ein:
„I machs ..., i duas…, i schteig aufs Rad!“
Das habe ich mir mindestens für die nächsten drei Wochen vorgenommen.
Als Pädagoge mache ich immer wieder die Erfahrung, dass Kinder und Jugendliche stärker auf das achten, was wir tun, als auf das, was wir sagen – getreu dem Bonmot von Karl Valentin:
„Wir brauchen unsere Kinder nicht erziehen, sie machen uns sowieso alles nach“.

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