CYCLE STAR blog: Nikolaj Krieg


Stadtradeln - FAZIT

Image Written on 18.09.2021 by Nikolaj Krieg
Team: DIE GRÜNEN Hagen
Municipality: Hagen

Gestern war offiziell ENDE. Ich bin auf 244 km gekommen - gutes Mittelfeld. Im Rahmen des Stadtradelns wurden von 285 aktiven Menschen auf knapp 60.000km ca. 9t CO2 eingespart und nur wenige haben komplett auf das Auto verzichtet. Aufs Jahr und jeden Menschen in Hagen gerechnet könnten so ca. 100.000 t CO2 eingepart werden. Das sind rund DREI VIERTEL ALLER C02-Emissionen die im Hagener Straßenverkehr pro Jahr entstehen.

Warum im Verkehr-Klima-Kontext hauptsächlich nur von Umweltprämien, Ladesäulen, Wasserstoff und E-Fuels gesprochen wird, ist bei Kenntnis dieser Zahlen absolut unverständlich. Ich habe oft darüber nachgedacht, warum Radfahren nicht "trendet".

Auf viele Emissionen, die wir Menschen verursachen, hat man als Einzelner kaum Einfluss - bei der persönlichen Mobilität schon! Anders als bei vielen anderen Maßnahmen zum Klimaschutz spart man beim Radfahren sogar noch Geld und Platz (hat Jan Böhmermann gestern im ZDF schön mit SIMCITY illustiert).

Das Statusdenken - "mit einem Auto bin ich wer und ohne ..." - ist das Problem. Anders herum erfährt man als Radfahrender wenig Wertschätzung (siehe Radwege - wenn vorhanden, das Verkehrsklima allgemein und gegenüber Radfahrenden).

Da muss sich noch sehr viel tun.

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Elternrikscha

Image Written on 16.09.2021 by Nikolaj Krieg
Team: DIE GRÜNEN Hagen
Municipality: Hagen

3 Wochen ohne Auto - kein Problem. Aber ich zweifle, ob ich mich je vom ausgliehenen Tandem trennen kann. Heute mit 2 Kids unterwegs - funktioniert!

Grundsätzlich könnten die Kids auch mit ihren eigenen Rädern fahren... auf diesem Weg sind nämlich größtenteils Radwege vorhanden - das ist in Hagen extrem selten. Doch auch hier gibt es ein paar kurze, nicht-kindgerechte und damit entscheidende Lücken. Es fehlen Bordsteinabsenkungen oder es ist unklar wo man langfahren soll um zum Anfang des Radweges zu gelangen.

Aus diesen Gründen gibt es das Elterntaxi-Phänomen mit all seinen Nachteilen. Schade, den Kindern gehen deswegen viele Erfahrungen verloren. Sie sind erst später selbstständig unterwegs und dann umso mehr in Gefahr.

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Das Haar in der Suppe

Image Written on 15.09.2021 by Nikolaj Krieg
Team: DIE GRÜNEN Hagen
Municipality: Hagen

Die Mobilität mit dem Fahrrad bietet viele Vorteile - es ist gesund, spart Geld und nebenbei schont es Ressourcen und ist nahezu emissionsfrei. Weil das zu gut klingt oder man Gewohnheiten nicht infrage stellen möchte, ist man motiviert doch ein Haar in der Suppe zu finden. Wenn man einmal von Sicherheit und Komfort absieht fallen da noch genau zwei Dinge ins Auge:

1. Zeit - Wie viel länger benötige ich für die Strecke von A nach B mit dem Fahrrad?

Das kann man kaum seriös beantworten – es kommt ja auf die jeweilige Strecke an. Heute bin ich aus Haspe zu einem schwedischen Möbelhaus nach Wuppertal gefahren. Tür zur Tür, überland, hin und zurück (31 km) habe ich ca. 1 Stunde 40 Minuten gebraucht – laut Maps benötigt man mit dem Pkw für diese Strecke ca. 40 Minuten ohne Verkehr bis 1 Stunde 10 Minuten. Dauert also schon etwas länger mit dem Rad.

Innerorts sieht es schon besser aus. Anfang dieses Jahres musste unser Auto zur Werkstatt – also mit Fahrrad auf dem Dach hin und dann zurückradeln. Und am nächsten Tag umgekehrt. Auf der Strecke von ca. 2 x 10km (hin und zurück) war ich mit dem Auto 38 Minuten und mit dem Fahrrad 48 Minuten unterwegs – Staufrei und ohne Parkplatzsuche gerade mal 10 Minuten Unterschied. Das ist vertretbar.





Zu 2. schreibe ich noch in mein Stadtradelfazit. Noch genau 2 Tage ohne Auto liegen vor mir. Ich vermisse es nicht.

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Stadtradeln 14. Tag: Gefährdungsstreifen

Image Written on 10.09.2021 by Nikolaj Krieg
Team: DIE GRÜNEN Hagen
Municipality: Hagen

Heute hab ich mal frei gemacht – ich wollte endlich mal wieder eine sportliche Runde drehen. Die Runde hat (wie man sieht) sehr schöne Abschnitte und man kann die Ruhe und die deutlich bessere Luft wirklich genießen. Nur hinkommen muss man erstmal - ohne Auto natürlich!

Da ich keine Lust auf Drängelgitter habe fahre ich auf den Schutzstreifchen entlang der L700 in Richtung Gevelsberg, biege dort nach Norden ab und kurbele mich nach Sprockhövel herauf.

Man kann es drehen und wenden wie man will – die Hagener Schutzstreifen sind wirklich grottenschlecht und eine systematische Gefährdung von Radfahrenden. Sie sind einfach zu schmal und im Alltagsverkehr orientieren sich die Kraftfahrenden an der gestrichelten Linie und kommen bedrohlich nahe. Mein heutiges Fazit zu diesen Streifchen:

Wo es geht sollte man vermeiden dort lang zu fahren – ich war heute vielleicht 4 km dort unterwegs und wurde u. A. extrem eng von einem Sattelschlepper überholt und auf dem Rückweg von einem SUV, welches immer weiter nach rechts AUF den Schutzstreifen schlingerte abgedrängt. Ich bin wirklich Einiges gewohnt – aber das ist definitiv zu viel. Das kann man niemandem zumuten. Ich erinnere mich an den PopUp-Radstreifen im letzten Jahr. Der war zwar nicht perfekt – aber er hätte mir heute einiges Adrenalin gespart. Das Schlimmste ist, dass die Lokalpolitik – allen voran die Hasper SPD - sich jeder Lösung dieses Problems in den Weg stellt. Ich wollte mal mit dem damaligen Bezirksbürgermeister, der für die vorzeitige Entfernung des PopUp-Streifens sorgte, gemeinsam dort lang fahren – um ihn mal etwas Schutzstreifenfeeling spüren zu lassen:

Er hat kurz vorher abgesagt.

Wenn es dann doch nicht anders geht und man doch einen Hagener “Gefährdungsstreifen“ benutzen muss, mein Rat:

Fahrt NICHT in der Mitte und auch
NICHT am rechten Rand (DEN sollte man nicht nur beim Radfahren meiden ;-))
SONDERN auf der linken Kante des Schutzstreifens.

Fahrzeuge von hinten werden in der Regel entweder hinter Euch bleiben oder einen ordentlichen Überholvorgang (mit Spurwechsel) durchführen. Man hat einfach keine Reserven uzm Ausweichen wenn man mittig oder sogar rechts fährt – außerdem bietet jede unachtsam geöffnete Autotür große Chancen auf einen Krankenhausaufenthalt.

Mir ist heute nur noch nach sicherem Radfahren – daher werde ich mal schauen was heute bei der Critical Mass so los ist. Beim „Schwarm-Radfahren“ nach §27 StVo habe ich noch nie Gefahr gespürt – nicht einmal auf oder neben Schutzstreifen.

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Stadtradeln - Fazit Woche 1

Image Written on 05.09.2021 by Nikolaj Krieg
Team: DIE GRÜNEN Hagen
Municipality: Hagen

So nun ist eine Woche Stadtradeln vorbei – mein bisheriges Fazit:

Um das Auto bin ich bisher gut herum gekommen – es gab aber auch keine „Notlagen“ in denen man zwingend auf das Auto hätte zurückgreifen müssen – Schlechtwetter war nicht angenehm aber (mit der richtigen Kleidung) auszuhalten. Mit knapp 100km liege ich bis jetzt im guten Durchschnitt der vielen Stadtradler*innen. Obwohl ich schon vorher meistens das Fahrrad genutzt habe, sind nun doch ein paar neue Strecken hinzugekommen, auf denen ich sonst eher mit dem Auto gefahren bin. Hier fallen einem direkt Unzulänglichkeiten an der Infrastruktur auf. Sei es der vernachlässigte Grünschnitt, widersprüchliche Beschilderung oder blockierende Pkw - am Ende drängt sich einem schon der Eindruck auf, dass man als Radfahrender in Hagen Verkehrsteilnehmer 2. Klasse ist. Entspricht der roten Laterne im Fahrradklimatest (ADFC). Soviel zu den negativen Eindrücken.

Andererseits (Positives): Fahren konnte man streckenweise doch ganz gut. Neben den vielen alltäglichen Wegen (Arbeit, Einkäufe, Elternrikscha statt #Elterntaxi) habe ich nun auch ENDLICH das ausgeborgte Tandem mit meiner Tochter ausprobiert.

Der Nachwuchs ist erfreut - Fahrradfahren macht (eben) auch in Hagen Spaß und somit steht der gemeinsamen Sternfahrt am 19.09.2021 ab Hasper Torhaus nichts im Wege!

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Stadtradeln 2. Tag: Sternfahrt und Wetter

Image Written on 29.08.2021 by Nikolaj Krieg
Team: DIE GRÜNEN Hagen
Municipality: Hagen

Heute war ich in Sachen Sternfahrt.Ruhr unterwegs.

2019 führte die Sternfahrt nach Hagen –dieses Jahr ist Lünen dran. Trotzdem hat u. A. Hagen einen Sonderstatus – Hagen und Menden sind nämlich die frühesten Startpunkte. Die GESAMTE Sternfahrt beginnt sozusagen am Hasper Torhaus am 19.09.2021 schon um 9:45 Uhr und zur gleichen Zeit in Menden. In Unna fällt der Startschuss beispielsweise erst zur Mittagsstunde.

Im Vorfeld wollen wir natürlich möglichst viele Menschen informieren - so dass wir schon in Hagen eine stattliche Anzahl Radfahrende erreichen. Also gilt es in verschiedenen Stadtteilen Flyer und Plakate zu verteilen. Meine Agenda also: Materialien aus Eilpe abholen und in der City, Eppenhausen und Hohenlimburg abliefern. Von dort aus wird dann weiterverteilt. In Hohenlimburg habe ich mir bei Freunden auch noch ein wirklich besonderes Fahrrad für die Sternfahrt ausgeliehen… dazu später mehr.

Gesamtstrecke ca. 33 Kilometer bei schönstem Fahrradwetter… nein, das war es heute WIKRLICH nicht – es war so nass, dass man sich in der Straße spiegeln konnte! Aber es gibt ja kein schlechtes Wetter sondern nur falsche Kleidung – obwohl ich gar nicht so schlecht ausgestattet bin, denke ich nach dem heutigen Tag über weitere Ergänzungen nach – auf der Innenseite blieb es aber einigermaßen trocken und sogar atmungsaktiv. Dass das möglich und sogar gar nicht so schlimm ist, muss ich insbesondere für konservative (Verkehrs)politiker noch dringend ergänzen. Das Fahrrad gilt (aus der Dienstlimousine heraus betrachtet) immer noch nur als Schönwetter-Verkehrsmittel – kleiner Hinweis daher an Alle die sich angesprochen fühlen: Als hydrophober Mensch, sollte man(n) sich nicht immer als Maß aller Dinge verstehen.

Nun auch mal was Positives über Hagen: An der Badstraße gibt es nun rote Hinweisflächen um die Radfahrenden besser auf den einzigen wirklichen Radweg nur für Radfahrende (Zeichen 237 - in Hagen so selten wie die blaue Mauritius) in der Innenstadt (oder sogar ganz Hagen?) zu leiten. In mittelschneller Vorbeifahrt verpasst man die „Auffahrt“ auf den eher nach Trampelpfad aussehenden Zwei-Richtungs-Radweg (Länge ca. 100m) nämlich und ist dann REGELWIDRIG auf dem Bürgersteig unterwegs. Allerdings hängt auch noch ein irreführendes Schild für Fußgänger dort.

Doch auch die andere Seite (Negatives) muss wieder zu Wort kommen: Viele Radwege waren zugeparkt – das Hagener Ordnungsamt soll ja auf Zack sein – Heute sah es allerdings mehr nach „Wilder Westen“ als nach geordneten Verhältnissen aus. Beispielsweise durften Fußgänger und Radfahrer auf dem für Letztere freigegebenen aber zugeparkten Bürgersteig (Augustastraße) Geschicklichkeit und Reaktionsvermögen trainieren. Schön ist das nicht – dafür gefährlich für alle Beteiligten und einem friedlicheren Zusammenleben auch nicht gerade zuträglich.

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Stadtradeln 1. Tag: Los gehts!

Written on 28.08.2021 by Nikolaj Krieg
Team: DIE GRÜNEN Hagen
Municipality: Hagen

Mehr Rad in Hagen wagen - das war das Motto der Fahrradsternfahrt.Ruhr 2019 nach Hagen! Aus dem Orga-Team der Sternfahrt ist das Bürgerforum www.Verkehrswende-Hagen.de hervorgegangen dem auch ich angehöre. Mit verschiedenen Mitteln versuchen wir die Bedingungen für Radfahrende in Hagen zu verbessern. Je mehr Menschen das Fahrrad im Alltag einsetzen umso größer wird der Druck auf Entscheider und Verantwortliche endlich auch die entsprechende Infrastruktur „nachzureichen“. Was viele Menschen davon abhält:

Wie kann ich Gepäck, Einkäufe oder Kinder, die noch nicht selbst am Straßenverkehr teilnehmen können, mit dem Fahrrad transportieren?

Das Lastenrad ist in aller Munde – doch ziemlich teuer ist es auch. Meine Alternative dazu ist ein Fahrradanhänger. Damit sind schon meine Kinder gefahren und heute habe ich damit Deckenpanele (Länge 2,60m ) transportiert . Mit vorsichtiger Fahrweise hat das gut funktioniert – allerdings wurde ich auf dem Weg auch wieder mit der dürftigen Hagener Fahrradinfrastruktur konfrontiert:

Ein Gebüsch, dass ich letztes Jahr im RADar! gemeldet habe, ist mittlerweile über den halben benutzungspflichtigen Rad- und -Fußweg gewuchert. Auf der anderen Hälfte steht eine Laterne. Wie blanke Ironie hängt daran ein Wahlplakat: „Weniger Auto, mehr Raum zum Leben!“ oder zum Radfahren? Aber damit nicht genug. Hinter der Unterführung geht es weiter. Wieder ein Dschungel! Diesmal aber aus Ampeln, Laternen und Schildermasten – ich schlängele mich mit Hänger drum herum – auch diesen Missstand hatte ich dem WBH gemeldet - die Antwort in bestem Maschinensprech: Neuer Status: abgeschlossen - Bemerkung: Guten Tag! Diese Meldung liegt uns bereits vor! Was das heißen soll, weiß ich nicht.

Das ist erstmal genug Hagen-Bashing - zurück zum Thema: Ein Wocheneinkauf ist mit Anhänger auch gut zu bewerkstelligen – zum Thema Kindertransport haben wir im Bürgerform unsere Erfahrungen gesammelt und einen kleinen Ratgeber geschrieben: https://verkehrswende-hagen.de/fakten-gegen-vorurteile-3-kinder-an-bord/ Das Problem „Transport mit dem Fahrrad" ist also in großen Teilen gelöst – diesem Maßstab muss ich als Stadtradeln-Star dann natürlich auch in den nächsten 3 Wochen gerecht werden – denn tatsächlich halten wir als Familienhaushalt ein Auto vor – an manchen Tagen sicherlich eine Versuchung.

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