CYCLE STAR blog: Aachen


Das Rad rollt weiter (3. Woche STADTRADELN)

Image Written on 26.06.2021 by Florian Kretschmann
Team: Schwietering Powercyclists
Municipality: Aachen

Entstehung einer Fahrradstraße
Vor dem Radurlaub wurde nach der Altstraße auch ein Teil der Sittarder Straße für die Widmung als Fahrradstraße mit entsprechenden Markierungen vorbereitet (Stand 18.06.21). Auch diese ist Teil der geplanten Rad-Vorrang-Route von Brand nach Aachen. Gut zehn Tage später, nach dem Radurlaub, bin ich gespannt, ob die Teilabschnitte nun auch offizielle Fahrradstraßen sind.

Urlaubskonzept: Radurlaub
Da ich schon immer mal einen Radurlaub ausprobieren wollte, hatten meine Freundin und ich uns dazu entschieden die Mecklenburgische Seenplatte mit dem Rad zu erkunden. Haben uns aber darauf geeinigt, nur jeden zweiten Tag zu Radeln und den nächsten Ort anzufahren. Die Tage dazwischen waren daher fürs Wandern, Rudern oder Entspannen vorgesehen.

Neben den anfänglichen Schwierigkeiten sind wir doch pünktlich und ohne Probleme in Schwerin angekommen. Nach dem Sightseeing ging es dann doch 90 km Richtung Plau am See zu einem Campingplatz. Hier haben wir gemerkt, dass die Orte in Mecklenburg-Vorpommern ziemlich weit auseinander liegen und mussten rund 10 km bis zum nächsten Supermarkt radeln. Also wird darauf beim nächsten Mal auch geachtet. Nach zwei Tagen Aufenthalt ging es weiter nach Waren, einem unerwarteterweise touristischen Ort an der Müritz. Auch hier hatten wir zwei Tage Aufenthalt, bis es im Anschluss durch den Müritz-Nationalpark (eine sehr empfehlenswerte Strecke) nach Neustrelitz ging.

Die Rückfahrt verlief ohne Gleiswechsel und umgekehrter Wagenreihung sehr entspannt und ohne Probleme. Während der Umsteigezeit in Berlin blieb sogar noch Zeit für einen kleinen Abstecher zum Bundestag und Brandenburger Tor.

Mein "Radzit" zum STADTRADELN
1.
Als STADTRADELN-STAR habe ich natürlich, bevor es losgeht, versucht ordentlich die Werbetrommel zu rühren, doch leider mit weniger Erfolg als gehofft. Der Großteil meiner Freunde sind Alltagsradler*innen, dennoch hat da irgendwie die Motivation gefehlt sich für die Aktion STADTRADELN anzumelden. Wobei ich gestehen muss, dass ich die letzten Jahre als Alltagsradler ebenfalls an keiner Kampagne teilgenommen habe. Ebenso konnte ich nicht einmal mehr als die Hälfte meiner Arbeitskollegen dazu begeistern, für unser Team mitzufahren. Hier wurde meist das schlechte Wetter dafür verantwortlich gemacht.

Im Rahmen der Aktion STADTRADELN habe ich gemerkt, dass der Mensch ein Gewöhnungstier ist und es echt schwierig ist ihn aus seiner Komfortzone (Auto) auf den Sattel zu führen.

2.
In den drei Aktionswochen habe ich auch vermehrt auf verkehrliche Aspekte geachtet. So ist es scheinbar für manche Autofahrer noch schwierig mit einem Abstand von 1,50 m zu überholen. Manche gehen sogar noch einen Schritt weiter und quetschen sich in einer Fahrradstraße noch an zwei nebeneinander fahrenden Radfahrer*innen vorbei. Nachts wird der Vorrang der Rad-Vorrang-Route von Autos missbraucht, damit sie in einem Zuge in die Innenstadt zischen können. Nachts ist schließlich auch das Tempolimit egal. Verkehrsberuhigte Schwellen wären theoretisch eine Maßnahme, aber dann kommen wieder weit hergeholte Gegenargumente, wie "Der RTW kann dann nicht mehr mit Patienten mit Genickbruch da entlang fahren", aber das scheint in den Niederlanden z.B. ja auch zu funktionieren. Eine weitere Alternative wäre eine Längstrennung mittels Kopfsteinpflaster o.ä., wodurch auch die Autofahrer in der Spur bleiben und eher ungern überholen würden.

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Für mich rollt das Rad jedenfalls weiter, egal ob Regen, Wind oder Schnee. Denn ich habe in letzter Zeit gemerkt, dass quasi alles mit dem Rad möglich ist, was auch die interviewten Radler bei meiner kleinen Interviewreihe "Radlerstimmen" bekräftigten.

  • Man kommt immer zur gleichen Zeit an
  • Keine Parkplatzsuche erforderlich
  • Sehr geringer Platzverbrauch
  • Quasi jede Altersgruppe kann radeln und unabhängig mobil sein
  • Bei Pannen lässt sich das Fahrrad im Bus/Zug transportieren oder tragen/ schieben
  • Günstiges und umweltfreundliches Verkehrsmittel
  • Großeinkäufe lassen sich mit Hänger oder Lastenrad transportieren (über Aachen clever mobil lassen sich kostenlos Lastenräder leihen)
  • man bleibt fit, gesund und hat weniger Stress

  • Vielen Dank fürs Lesen, bleiben Sie fit und gesund!

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    Die (Rad-) Reise beginnt

    Image Written on 19.06.2021 by Florian Kretschmann
    Team: Schwietering Powercyclists
    Municipality: Aachen

    Heute geht es endlich los, der erste Fahrradurlaub steht an. Von Schwerin kreuz und quer durch die Mecklenburgische Seenplatte bis nach Neustrelitz. In Düsseldorf der Umstieg in den gebuchten Fernzug nach Berlin mit den kompliziert gebuchten Fahrradtickets. Heute ausnahmsweise vom Bahnsteig gegenüber. Ich checke noch flott den Plan mit der Wagenreihung und suche das Fahrradabteil. Abschnitt E. Check. Also marschieren wir mit unseren Rädern in den besagten Abschnitt, wo auch schon zwei andere Radler warten. Der Zug wird jetzt mit einer Verspätung von 5 min angezeigt. Nach wenigen Minuten rollt ein ICE ein und wir wundern uns, dass im Abschnitt E Wagen 38 und nicht 21 steht, also sprinten wir nach vorne und fragen unterwegs das Zugpersonal nach dem Fahrradabteil. Die Antwort war anders als mir lieb war: "Der Zug hat keins." Meine Freundin, die beiden anderen Radler, die uns folgten und ich schauten uns gegenseitig verdutzt an und überlegten was jetzt zu tun ist. Mit Hoffnung sind wir noch bis nach vorne gelaufen, aber auch da kein Fahrradabteil. Da höre ich von hinten einen der Radler: "Egal jetzt, einfach rein da!" und laufe ohne nachzudenken zur nächsten Tür. An der Tür angekommen steht das Fahrtziel München Hbf. Ich checke nochmal die Zuginfo am Bahnsteig und tatsächlich scheint sich der Zug nach München vorgedrängelt zu haben. Meine Freundin und die beiden anderen Radler sind schon im Zug und ich rufe nur: "Das ist der falsche Zug, der fährt nach München!". Die beiden Radler schauten sich verdutzt an und glaubten der Sache nicht ganz, während meine Freundin wieder ausstieg. Kurze Zeit später stiegen die beiden dann doch aus und sind mit uns über die Situation scherzend wieder zurück zu Abschnitt E gegangen. Unser Zug, schon sichtbar vor dem Bahnhof wartend, fuhr an und als ich mich umdrehte sah ich meine Freundin mit den beiden Radlern los laufen. Ohne nachzudenken renne ich hinterher und sehe beim laufen an der Fahrgastinformation einen erneuten Gleiswechsel, diesmal an einen anderen Bahnsteig. Nach dem Treppenlauf oben am Bahnsteig angekommen rollte dann auch schon der (diesmal richtige) Zug ein, jedoch mit umgekehrter Wagenreihung... aber wir waren froh endlich im Zug zu sein und haben flott die Fahrräder und das Gepäck verstaut. In Berlin ging es dann weiter mit dem EC nach Ludwiglust und zum Schluss mit der RB nach Schwerin. Alles pünktlich und ohne Probleme. In Berlin sind wir sogar extra auf einem anderen Gleis eingefahren, weil die Tür des Fahrradabteils auf der ursprünglich geplanten Ausstiegsseite defekt war.

    Heute stand dann noch Sightseeing, Essen und Routenplanung für die 80 km lange Tour morgen auf dem Plan. Ich freue mich schon auf morgen und das Bett.

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    Mehr als nur zwei Räder (2. Woche STADTRADELN)

    Image Written on 14.06.2021 by Florian Kretschmann
    Team: Schwietering Powercyclists
    Municipality: Aachen

    Die zweite Woche STADTRADELN ist vorbei und es hat sich einiges getan. Neben verschiedenen Radtouren entlang des Rheins konnte ich heute mit viel Freude einen kleinen Teil der Umsetzung der Rad-Vorrang-Route von Brand nach Aachen beobachten und freue mich auf die Fertigstellung der Altstraße als Fahrradstraße.

    Mehr als nur zwei Räder
    Vor einem Monat hatte ich mir einen gebrauchten (und lang ersehnten) Fahrradanhänger gekauft, welcher auch schon voll auf seine Kosten gekommen ist. So konnte ich u.a. 3x 120 L Blumenerde fürs Hochbeet, mehrere Bierkästen oder auch größere Pakete transportieren. Auch wenn ich für solche Zwecke zuvor immer eines der kostenlosen Lastenräder von Aachen clever mobil geliehen hatte, ist eine eigene Möglichkeit zum Transport von solchen Sachen etwas anderes. Wobei sich ohne E-Antrieb die Last des Hängers schon deutlich bemerkbar macht und dieser dann auch mehr schiebt und zieht.

    Einige Wochen später kam unverhofft ein zweiter Anhänger hinzu, nachdem ein Kollege seine Garage ausgemistet hat und ihn mir einfach geschenkt hat. Dieser ist deutlich größer, sodass ich damit sogar Möbel transportieren konnte.

    Das Fahrrad bewusster genießen
    Eigentlich ist das Fahrrad für mich einfach nur ein Transportmittel gewesen, um ohne Stau und Hektik ganz leicht von A nach B zu kommen. Vielleicht liegt es daran, dass mein ca. 8,5 km langer Arbeitsweg über den Vennbahnweg führt oder das schöne Wetter seinen Beitrag leistet, jedoch habe ich angefangen mich bewusster auf die Fahrten mit dem Fahrrad zu freuen. Aktuell erledige ich alles mit dem Rad (was ich eigentlich auch schon vorher getan habe) und freue mich jedes Mal, wenn ich auf den Sattel steigen kann. So geht es mit dem Rad mal zwei am Stau vorbei und mit strahlendem Sonnenschein im Gesicht zur Arbeit und wieder zurück und vielleicht wird unterwegs noch ein Zwischenhalt oder Umweg eingelegt, um dies und das zu besorgen (oder um einfach noch ein paar Kilometer zu fahren). Einfach weil es Spaß macht.

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    Viel Luft nach oben

    Written on 07.06.2021 by Florian Kretschmann
    Team: Schwietering Powercyclists
    Municipality: Aachen

    1. Woche STADTRADELN
    Neben meinen alltäglichen Arbeitswegen mit dem Rad bin ich diese Woche drei kleinere Touren gefahren. Einmal entlang des Rheins, dann im Sauerland und am Ende konnte ich mit meinem Fahrrad in der Eifel einfach vor mich hinradeln. Im Kopf die anstehende Radreise nach Norddeutschland, unter den Füßen die von Wurzelaufbrüchen vibrierenden Pedale. Da dachte ich mir, ich blogge einfach mal was Aktuelles (und Kurzes) zum Thema "Vernachlässigung des Radverkehrs" in Deutschland.

    Radweg vs. Straße
    Immer häufiger fällt mir sowohl in Aachen, wie auch in anderen Städten auf, wie schlecht manche Radwege bezüglich der Oberfläche sind. Ich meine als Alltagsradler gewöhnt man sich ja (leider) schon irgendwann an die schlechte Radverkehrsführung, aber dann kann es ja nicht sein, dass es zusätzlich auf manchen Strecken noch hubbeliger zugeht als auf einem Wurzel-Trail im Wald, während die parallel laufende Straße perfekt und frisch gemacht scheint... Bei baulich getrennten Radwegen oder gemeinsamen Geh- und Radwegen ist der Oberbau meistens durch Wurzeln aufgebrochen, oder einfach so aufgeplatzt. Dadurch, dass beim Straßenbau der Schwerverkehr maßgeblich für die Dimensionierung ist, kann es sein dass der Straßenbau bei einer Tiefe von ca. 70cm beginnt und daher auch deutlich resistenter gegen Aufbrüche ist. Für Radwege reicht da scheinbar eine einfache, wenige Zentimeter dicke Deckschicht. Nun sind ja Radwege schon deutlich schmaler und nicht ganz so tief verbaut, da kann es ja von den Kosten her eigentlich nicht viel ausmachen, diese Radwege besser auszubauen. Jeder kennt dieses Gefühl über eine schön asphaltierte Bahntrasse o.ä. zu fahren, da will man doch gleich 5x entlangfahren. Was müsste es dann für ein Gefühl sein, wenn die Radwege in der Stadt die gleiche Oberflächenqualität hätte? Dann würde man ja fast förmlich durch die Stadt "gleiten".

    Fahrradmitnahme mit der Bahn
    Nachdem ich in der ersten STADTRADELN-Woche viel mit dem Fahrrad in der Bahn unterwegs gewesen bin, sind mir noch eine Menge Sachen aufgefallen, die für den einen die Lust an Radreisen hemmen könnten. Zur Erkundung von NRW hatte ich als Alltagsradler meine Fahrräder anfangs nur in Regionalzügen mitgenommen, wo es ja auch mittlerweile durch den Ausbau von Fahrradabteilen auch mehr Abstellmöglichkeiten gibt. Bei der Fahrradmitnahme im Fernverkehr wird es leider sehr kompliziert, wie sich diese Woche bei der Planung des ersten Urlaubs herausgestellt hat. Geplant ist mit dem Zug nach Norddeutschland zu fahren, dort einige Touren mit Bett+Bike abzuradeln und am Ende auch wieder mit der Bahn zurückzufahren. Für die Buchung von Fernverkehrstickets mit Fahrradmitnahme bin ich nach kurzer Recherche auf die Vorgehensweise der entsprechenden Buchungsweise gestoßen:

    1. Bei der Verbindungssuche Häkchen bei "Fahrradmitnahme möglich" setzen
    2. Versuch eine Verbindung buchen
    3. Feststellen das die meisten Fahrradstellplätze schon ausgebucht sind
    4. Nach mehreren Versuchen eine Verbindung finden die passt
    5. Nach bahn.de ist es jetzt noch erforderlich, zusätzlich einen Fahrradstellplatz (kostenfrei) zu reservieren.
    6. Nach langer vergeblicher Suche nach der Reservierungsmöglichkeit feststellen, dass dieser Schritt bei Sparpreisen überhaupt nicht notwendig ist...

    Leider spart die Bahn mit Details wenn es um die Mitnahme von Fahrrädern in Fernverkehrszügen angeht. Im Zweifel wird auf der Webseite auf die Servicenummer verwiesen, wo ich nach 15min Wartschlange aufgelegt habe nach dem die Musik verstummt war. Wie es mit Tandems und Fahrradanhänger und Co funktioniert mag ich mir (erstmal) nicht ausmalen.

    Dennoch muss man sagen, dass sich mittlerweile vieles in puncto Radverkehr ändert. Die Wege werden besser, Schleichwege werden freigegeben, Fahrräder werden in Fahrradstraßen über das Auto gestellt und am Ende hat auch alles mit der Buchung eines Fahrradtickets im Fernverkehr geklappt und ich freue mich demnächst meine erste (Fern-)Radreise anzutreten. Die ausgewiesenen Themenrouten sind ja in der Regel sehr gut befahrbar und bieten immer ein schönes Fahrerlebnis mit faszinierenden Ausblicken. Ich bin gespannt und Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude!

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    Interviewreihe "Radlerstimmen" (STADTRADELN-Start in 5 Tagen)

    Image Written on 27.05.2021 by Florian Kretschmann
    Team: Schwietering Powercyclists
    Municipality: Aachen

    Bevor es mit dem Stadtradeln losgeht, gibt es seit 2 Tagen bis zum Start von STADTRADELN jeden Tag ein Gespräch mit Radfahrenden, die mir auf meinen Wegen begegnen. Dabei kommen Themen zu sprechen wie bspw. die Motivation sich auf das Rad zu schwingen sowie Wünsche für den Radverkehr für die Zukunft.

    Heute habe ich
    Justus G.,
    51 Jahre,
    berufstätig,
    aus Aachen,
    mit einem täglichen Arbeitsweg von knapp 8km getroffen.

    Warum haben Sie sich für das Fahrrad als Verkehrsmittel für den Weg zur Arbeit entschieden?
    Einmal aus ökologischen Gründen, es ist einfach gut für die Umwelt, hat eine gute CO2-Bilanz, quasi eine Nullbilanz sozusagen. Zum anderen ist es einfach praktisch muss ich sagen, ich bin immer zur gleichen Zeit schnell da und brauche keinen Parkplatz suchen, ich habe eigentlich keine Stressfaktoren wie bei einem Auto.

    Wie rüsten Sie sich für schlechte Witterungsbedingungen?
    Ich habe eine Regenhose, eine Regenjacke, also ich fahre auch bei Starkregen, das macht mir nichts aus.

    Was wünschen Sie sich für die Zukunft für den Radverkehr im Allgemeinen?
    Noch mehr ausgewiesene Fahrradwege, wo man am Stück durchgehend in die Stadt reinfahren kann. Das ist eigentlich das Wichtigste, mehr Fahrradwege.

    Vielen Dank für das Interview!

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    Das nächste Interview Radlerstimmen folgt morgen

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    Interviewreihe "Radlerstimmen" (STADTRADELN-Start in 6 Tagen)

    Image Written on 26.05.2021 by Florian Kretschmann
    Team: Schwietering Powercyclists
    Municipality: Aachen

    Bevor es mit dem Stadtradeln losgeht, gibt es seit gestern bis zum Start von STADTRADELN jeden Tag ein Gespräch mit Radfahrenden, die mir auf meinen Wegen begegnen. Dabei kommen Themen zu sprechen wie bspw. die Motivation sich auf das Rad zu schwingen sowie Wünsche für den Radverkehr für die Zukunft.

    Heute habe ich
    Sarah D.,
    26 Jahre,
    berufstätig,
    aus Aachen,
    mit einem täglichen Arbeitsweg von 3,5km getroffen.

    Fahrradverhalten: Sie erledigt das meiste mit dem Rad und fährt gelegentlich Fahrradtouren in ihrer Freizeit

    Warum haben Sie sich für das Fahrrad als Verkehrsmittel für den Weg zur Arbeit entschieden?
    Es ist die schnellste, flexibelste und bequemste Art die 3,5km zur Arbeit zu fahren. Zum einen da ich innerstädtisch wohne und es auch keine Parkplätze bei der Arbeit gibt und zum anderen da ich auf dem Heimweg Erledigungen machen kann und jederzeit spontan anhalten kann. Außerdem tut die Bewegung an der frischen Luft gut, da ich den ganzen Tag im Büro sitze.

    Wie rüsten Sie sich für schlechte Witterungsbedingungen?
    Da ich das Wetter in Aachen kenne, habe ich sicherheitshalber immer meine Regenhose zusammengefaltet in meiner Tasche dabei. Diese lässt sich sogar über die Schuhe ziehen und verhindert, dass meine Schuhe durch das Spritzwasser nass und dreckig werden. Man sieht zwar äußerlich ziemlich nass aus, jedoch bin ich immer wieder begeistert wie schön trocken man sich fühlt.

    Was wünschen Sie sich für die Zukunft für den Radverkehr im Allgemeinen?
    Ich wünsche mir, dass mehr nach der Devise "Wer Straßen säht, wird Verkehr ernten" gehandelt wird. Das zeigt sich beim Kfz-Verkehr, wenn Straßen ausgebaut werden und diese danach immer noch voll bleiben. Das gilt im Umkehrschluss natürlich auch für alle anderen Verkehrsarten, also z.B. auch für den Radverkehr. Wenn viel und gute Radinfrastruktur vorhanden ist, steigt auch der Radverkehrsanteil, auch wenn aktuell noch wenig Radfahrende auf einer Strecke unterwegs sind. Außerdem würde ich mich über ein faires Miteinander im Verkehr freuen und weniger "Autofahrer gegen Radfahrer" und eine damit verbundene Versteifung der Positionen. Darüber hinaus erachte ich es als sinnvoll, die vorhandenen Flächen im städtischen Raum fairer zu verteilen, bzw. gleichmäßiger zu bepreisen. Was ich damit meine ist, dass sich jeder bewusst machen sollte, das 10qm als Anwohnerparkplatz im öffentlichen Straßenraum 30€ im Jahr kosten, während ein Kinderzimmer von 10qm etwa 100€ im Monat, bzw. 1.200€ im Jahr kosten. Der Vergleich mit dem Quadratmeterpreis kann bei manchen Debatten die Augen über die Ungerechtigkeiten öffnen.

    Vielen Dank für das Interview!

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    Das nächste Interview Radlerstimmen folgt morgen

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    Interviewreihe "Radlerstimmen" (STADTRADELN-Start in 7 Tagen)

    Image Written on 25.05.2021 by Florian Kretschmann
    Team: Schwietering Powercyclists
    Municipality: Aachen

    Bevor es mit dem Stadtradeln losgeht, gibt es ab sofort bis zum Start von STADTRADELN jeden Tag ein Gespräch mit Radfahrenden, die mir auf meinen Wegen begegnen. Dabei kommen Themen zu sprechen wie bspw. die Motivation sich auf das Rad zu schwingen sowie Wünsche für den Radverkehr für die Zukunft.

    Den Anfang macht
    Franziska F.,
    57 Jahre,
    berufstätig,
    aus Bonn,
    mit einem täglichen Arbeitsweg von 5km.

    Fahrradverhalten: Sie erledigt alles mit dem Rad und fährt am Wochenende Touren mit dem Rennrad oder in den Urlaub mit ihrem Tourenbike.

    Sie habe ich auf meiner Radtour auf der Balkantrasse getroffen, sie war zu dem Zeitpunkt auf dem Weg von Bonn nach Wuppertal, ihre erste Zwischenetappe auf dem Weg nach Flensburg.

    Warum haben Sie sich für das Fahrrad als Verkehrsmittel für den Weg zur Arbeit entschieden?
    Weil das Fahrrad es mir möglich macht dann zu fahren, wenn ich muss und ich nicht nach der Arbeit noch auf die Straßenbahn oder den Bus warten muss. Mit dem Auto ist diese kurze Strecke völlig unsinnig und es gibt sowieso nur sehr wenig Parkplätze für Mitarbeitende.

    Wie rüsten Sie sich für schlechte Witterungsbedingungen?
    Das wichtigste ist vernünftige Kleidung, eine dichte Regenjacke, eine dichte Regenhose für die man gerne auch ein bisschen mehr Geld ausgibt. Ansonsten natürlich einen guten Helm, ein gutes Fahrrad mit guten Bremsen, damit man wirklich jeden Tag fahren kann.

    Was wünschen Sie sich für die Zukunft für den Radverkehr im Allgemeinen?
    In erster Linie bessere Radwege, bspw. der Radweg auf dem ich zur Arbeit fahre verläuft auf der linken Seite stadteinwärts und stadtauswärts mit einer Busspur zusammen, was meiner Meinung nach ziemlich unglücklich gelöst ist.

    Vielen Dank für das Interview!

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    Das nächste Interview Radlerstimmen folgt morgen

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