CYCLE STAR blog: Freiburg im Breisgau


Ich bin dann mal unterwegs

Image Written on 25.07.2021 by Patrick Schygulla
Team: Fraunhofer ISE
Municipality: Freiburg im Breisgau

Mit diesem letzten Post verabschiede ich mich in den Sommerurlaub. Am Samstagmorgen ging es frühmorgens zum Freiburger Hauptbahnhof, wo wir den Schnellzug in den Norden nahmen. Leider gab es zum Zeitpunkt der Buchung keine Fahrradplätze mehr in dem ICE, sodass wir gezwungen waren, unsere Räder in dem heimischen Fahrradraum zu lassen, und ganz radlos (aber zum Glück nicht völlig ratlos) in den Zug zu steigen. Mit den Spitzengeschwindigkeiten des ICEs von um die 250 km/h kann ich dann selbst mit dem Rennrad doch nicht mithalten, genieße es aber dennoch wie zuerst der Schwarzwald und die Richtung Norden immer flacher werdende Landschaft an uns vorbeifliegt. Ganz entspannt mit ausgestreckten Beinen und dem Reiseführer in der Hand vergeht die Zeit wie im Zuge. Bahnfahren ist definitiv meine Lieblingsart, lange Strecken zurückzulegen. Auf dieser Bahnfahrt entstand auch das Sonett des letzten Posts.

Nach nicht einmal zehn Stunden sind wir ganz entspannt in Eckernförde, nördlich von Kiel, angekommen. Hier wurden uns dankenswerterweise Räder zur Verfügung gestellt. Ich bin während der Stadtradelzeit mit einem Rennrad, einem Trekkingrad, einem Lastenrad und einem Tandem unterwegs gewesen. Insofern war es nur konsequent, jetzt auch noch ein Elektrofahrrad zu nehmen, auch wenn ich sonst diese Art von Vehikel eher meide, obschon ich deren Nutzen für manch andere Personen durchaus respektiere. Aber wie geht das Sprichwort: einem überlassenen Drahtgaul schaut man nicht ins Maul. Nach einem schönen gemeinsamen Abendessen an der Eckernförder Promenade ging es dann abends durch schöne schleswig-holsteinische Landschaften noch in die Ferienwohnung an der Schlei, wo wir mit dem letzten Photon des Tages um halb elf ankamen.

Heute nutzte ich den letzten Tag des Aktionszeitraums, um noch einmal ein paar Kilometer zu sammeln. An der Südseite der Schlei ging es nach Haithabu, einer rekonstruierten Wikingersiedlung. Neben wunderschönen Moränenlandschaften, möwenüberkreisten Strandbuchten und einem Spaziergang ums Haddebyer Noor gab es ein bemerkenswertes Museum zur Wikingergeschichte zu bestaunen. Und auf dem Rückweg erwischte uns dann sogar noch die obligatorische kalte Brause. Der Sonnenuntergang am Abend mit dramatischer Wolkenfärbung entschädigte jedoch im Übermaß dafür.

Ich werde jetzt hier noch eine schöne Woche mit dem Rad den Norden erkunden, bevor es dann mit meinen lieben Studienfreund*innen in zwei Wochen - natürlich ebenfalls mit dem Fahrrad - an den Vierwaldstättersee und weiter an die Rheinquelle bei Andermatt und anschließend am Rhein entlang bis an den Bodensee geht.

Ich hoffe, mit den Texten verschiedene Aspekte von Fahrradkultur aufgezeigt und Lust auf viele schöne Radunternehmungen gemacht zu haben. Das Schöne am Fahrrad ist, das hierbei Klimaschutz keinen Verzicht bedeutet, sondern einen wunderbaren Mehrwert an Lebensqualität. Allzeit gute und sichere Fahrt allen Leser*innen dieses Blogs und stets eine Daumenbreite Luft unter der Felge.

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Fahrradfreuden

Image Written on 25.07.2021 by Patrick Schygulla
Team: Fraunhofer ISE
Municipality: Freiburg im Breisgau

Vogelsang an einem warmen Sommermorgen
Erfüllt die Luft und mir das Herz mit Lust.
Ich schau hinaus, vergesse dabei alle Sorgen.
Die Alltagsmüh' verblasst, es schwindet jede Frust.

In diesem Hochgefühl zieht es mich in die Weite,
Ich eil' hinaus und steige auf mein Rad.
Meine Freundin fährt auch mit an meiner Seite,
Gemeinsam nehmen wir ein Frischluftbad.

Der Fahrtwind lässt die Haare munter schweben,
Beim Fahrrad fahr'n erblüht das ganze Leben
Und jeder Tritt bringt uns voran ein Stück.

Auf dem Sattel thront man wie ein lieber Kaiser,
Der Lärm und Stress der Stadt wird immer leiser,
Beim Radeln spürt man wahrhaftiges Glück.

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Das Rad in der Kunst

Image Written on 22.07.2021 by Patrick Schygulla
Team: Fraunhofer ISE
Municipality: Freiburg im Breisgau

Fahrräder sind nicht nur ein Schmuck für jede Garage und jeden Keller, sie verzieren auch Wohnräume und lassen sie gleich viel gemütlicher erscheinen. Meine Freundin und ich sind auch gerade dabei, Impressionen aus der Fahrradmetropole Amsterdam in Farbe festzuhalten, indem wir ein Bild zweier Fahrräder über einer Gracht malen, das sich nach Fertigstellung zu unseren anderen beiden Fahrradwanddekorationen gesellen wird. Es wird uns da immer an unseren schönen Radurlaub in den Niederlanden erinnern. Wat een mooi land om te fietsen!

Generell ist das Fahrrad ja ein beliebtes Objekt in der Populär- und Sakralkultur. Man denke z.B. nur an Max Raabe "Fahrrad fahrn", an Queen "I want to ride my bicycle" oder an Mendelssohn-Bartholdys "Gaben mir Rat und gute Lehren" oder "Es ist bestimmt in Gottes Rat" (ich denke, da hat sich der Komponist wohl etwas verschrieben ;-) vielleicht hat sich die Orthographie aber auch einfach seitdem geändert; klar ist, dass er das Rad gemeint haben muss, denn das wurde erfunden, als Felix Mendelssohn-Bartholdy acht Jahre alt war).

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Treffen sich zwei Radler...

Image Written on 19.07.2021 by Patrick Schygulla
Team: Fraunhofer ISE
Municipality: Freiburg im Breisgau

Treffen sich zwei Radler. Folgendes Gespräch entsteht:
"Hey, ist alles in Ordnung mit Dir? Du siehst irgendwie so traurig aus!"
"Ja, ja, alles gut, ich bin einfach von Natur trüb."
"Da weiß ich was dagegen. Ich glaube, Du musst einfach mal wieder eine schöne Tour unternehmen, den Schauinsland hochfahren oder so: ordentlich Gummi und viel Teer."

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Dreierlei Radtouren

Image Written on 18.07.2021 by Patrick Schygulla
Team: Fraunhofer ISE
Municipality: Freiburg im Breisgau

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen des Fahrrads. Es ging los mit einer spritzigen Rennradtour von Freiburg auf den Hochblauen bei Müllheim. Während ich mir auf dem Hinweg in der Rheinebene einen schönen 24-Schritt aufgebaut hatte, ist dieser beim Anstieg von Badenweiler auf den 1165 m hohen Hochblauen auf nur 18 km/h dahingeschmolzen. Für eine zusätzliche Kraftspritze beim Gipfelsturm sorgten zwei Kinder, die auf der Rückbank eines entgegenkommenden Autos saßen und ihre Köpfe und hochgereckten Arme aus dem Fenster streckten, um mich anzufeuern. Bei der Anfahrt war der Gipfel zwar noch wolkenverhangen, diese hatten sich aber rechtzeitig aufgelöst, sodass ich einen schönen Rundumblick mit einer Banane und einem Riegel genießen konnte. Auf dem Rückweg konnte ich den Gesamtschnitt dann insgesamt wieder auf über 20 km/h anheben. Es bestärkt einen, wenn man an einer Steigung mit 28 km/h an einem Pedelec-Fahrer, dessen elektrische Unterstützung nur bis 25 km/h geht, vorbeifährt.

Zuhause angekommen schnell ein Brot geschmiert und es folgt Radtour Nummer zwei: zusammen mit meiner Freundin und unserem Tandem, welches wir letztes Jahr gebraucht bei einem netten jungen Mann in Frankreich gekauft hatten, geht es an den Opfinger See, wo wir uns eine kleine Abkühlung beim Schwimmen gönnten. Auf dem Rückweg besuchten wir noch die Aufführung auf der Summer Stage des Theaters Freiburg, wo heute Abend georgische Instrumental- und koreanische sowie mexikanische Vokalmusik aufgeführt wurde.

Die dritte Radtour des Tages war die bescheidenste von allen, den anderen beiden jedoch kulinarisch haushoch überlegen. Die Tour führte nämlich nur 30 cm nach vorne, dann wieder 30 cm zurück und nochmal 30 cm nach vorne. Und das ganze zweimal. Zwar war ich auch wieder mit einem Rennrad (mit sehr dünnen Reifen) unterwegs, das Terrain wäre jedoch für ein Mountain- oder Gravelbike besser geeignet gewesen. Wir sind mit unserem Pizzaschneider auf jeden Fall sehr zufrieden :-).

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Wer wartet, gewinnt...

Image Written on 17.07.2021 by Patrick Schygulla
Team: Fraunhofer ISE
Municipality: Freiburg im Breisgau

... genau, und zwar an Fahrvergnügen, Sicherheit und Geschwindigkeit beim Fahrrad fahren. Diesem Motto gemäß habe ich mich heute Nachmittag auch mal ans Warten gemacht. Erst mal schön die Werkzeuge ordnen. Mein Sattel war schon rissig geworden und schrie nach einem Austausch. Die Bremsen habe ich auch erneuert und mit angenehmem Druckpunkt eingestellt. Dann noch die Kette gesäubert und mit neuem biologisch abbaubaren Kettenöl behandelt, meine Reifen wieder auf 4.0 bar aufgepumpt und den gröbsten Dreck entfernt. Und weil ich grad so in Schwung war und das Wetter noch hielt, habe ich gerade beim Rad meiner Freundin weiter gemacht und das ganze Programm wiederholt (bis auf den Sattel). Jetzt können die nächsten Kilometer kommen. Die Hände und das Gesicht (Wieso das Gesicht? Wie kommt die Kettenschmiere ins Gesicht?) waren schwarz mit Schmiere und es blieb eine Restschmiere an den Fingerkuppen und -nägeln selbst nach dreimaligem Händewaschen mit Seife und Duschen. Ausführliches Abwaschen nach einem leckeren Abendschmaus mit Spüli-Zelebrierung hilft dann auch diesen letzten Rest noch loszuwerden.

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(Ein) Hoch aufs Lastenrad!

Image Written on 17.07.2021 by Patrick Schygulla
Team: Fraunhofer ISE
Municipality: Freiburg im Breisgau

Es ist Freitagabend und der wöchentliche Großeinkauf steht an. Wie gut, dass es in Freiburg ein wunderbares Lastenvelo-Leihsystem gibt, über welches jede*r Freiburger*in sich relativ kurzfristig und kostenlos für bis zu drei Tage ein Lastenrad ausleihen kann. Es stehen Zwei- und die wesentlich komoderen Dreiräder zur Verfügung, manche davon sogar mit elektrischer Unterstützung.

Ich hatte heute Morgen Glück und konnte für 20 Uhr direkt noch ein solches Lastenrad reservieren. So ging es dann nach der Arbeit und einer kurzen Stärkung mit einer Gemüseschupfnudelpfanne ganz gemütlich zum Supermarkt. Dank des Lastenrads konnten auch Getränkekisten, die guten Schwarzwaldmilchglasflaschen und mehrere Kilogramm Weizen-, Roggen- und Dinkelvollkornmehl Teil der Einkaufsliste sein. Auf dem Parkplatz beim Verladen der Einkäufe wurde ich dann auch gleich von einem Herrn, der ebenfalls mit dem Fahrrad einkaufen gekommen war, lobend auf das Lastenrad angesprochen. Kurz bevor ich dann mit dem Lastenrad wieder zuhause angekommen war, habe ich sogar den Knopf gefunden, mit dem man die elektrische Unterstützung einschaltet (zu meiner Ehrenrettung muss ich dazu sagen, dass ich zum ersten Mal solch ein elektrisches Lastenrad ausgeliehen habe und dass ich die Unterstützung nur zu wissenschaftlichen Zwecken eingeschaltet ließ, um zu studieren, wie sich das Fahrverhalten verändert ;-). Und ja, die Auswertung des Experiments ergab, dass man wirklich rasant unterwegs sein kann und die 20 kg Beladung gar nicht mehr spürt. Der limitierende Faktor für die Fahrgeschwindigkeit ist nun nicht mehr die Beinmuskelkraft, sondern die Schlagloch- und Hubbeldichte der Straße. Beim Ausladen der Einkäufe vor dem Haus wurde ich dann direkt nochmal nett auf das Rad angesprochen, ob ich denn der mobile Bierverkäufer des Quartiers sei. Schon wollte ich aus meinem Lastenvelokasten etwas feil bieten und dadurch noch mehr Werbung für dieses tolle System machen. Aber da hat der Mann schon lachend abgewunken. Ich lud in Ruhe aus, stieg dann wieder hoch aufs Lastenrad und brachte es pünktlich zum Leihende zurück an seinen Standort.

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Hochgekrempelte Ärmel stehen auch uns Radler*innen

Image Written on 12.07.2021 by Patrick Schygulla
Team: Fraunhofer ISE
Municipality: Freiburg im Breisgau

Aufgrund der sich exponentiell ausbreitenden Delta-Variante des Coronavirus sind wir leider schon mitten in der vierten Welle, was man sehr deutlich am Replikationswert R ablesen kann, auch wenn die vermeintlich niedrigen absoluten Inzidenzzahlen eine falsche Sicherheit vorgaukeln. Meine erste CoViD-Impfung habe ich Anfang Juni erhalten, kurz nachdem die Priorisierung der Impftermine weggefallen war. Da nun endlich genügend Impfstoff vorhanden ist, sodass der limitierende Faktor nicht mehr die Dosenanzahl ist, sondern die Impfbereitschaft der Leute, ist es super wichtig, möglichst viele Menschen möglichst schnell vollständig gegen das Virus zu immunisieren.

Ich habe meinen Zweittermin daher heute Morgen vorgezogen und bin zum zentralen Impfzentrum Freiburg geradelt, wo seit letzter Woche auch ohne vorherige Terminvergabe Impfungen verteilt werden. Man steht zwar kurz in einer Schlange, um Einlass zu erhalten, aber insgesamt wird man sehr effizient und zügig durch die Stationen durchgeschleust, wofür man den Organisator*innen des Impfzentrums nur größtes Lob aussprechen kann. Ich möchte an dieser Stelle auch alle meine Blog-Leser*innen herzlich aufrufen und ermuntern, sofern nicht schon geschehen, die mittlerweile wirklich sehr niederschwellig verfügbaren Impfangebote wahrzunehmen.

Fahrrad fahren ist gesund und es hält gesund. Diese These kann man durch mehrere Punkten belegen. Es schützt das Herz-Kreislauf-System, was allgemein bekannt ist. Da man mit genug Abstand an der frischen Luft unterwegs ist, wird man seltener angesteckt. Ferner stärkt Bewegung das Immunsystem, was wiederum Infektionen vorbeugt. Man kann den Impftermin mit einer Radtour verbinden, was ich heute erfolgreich demonstriert habe. Wenn man geimpft ist, kann man auch endlich wieder ruhigen Gewissens beim Rennrad-Sportverein in einer großen Gruppe bei der Sonntagsausfahrt im engen Windschatten hintereinander herfahren. Und nicht zu vergessen sind hochgekrempelte Ärmel überaus windschnittig und reduzieren deutlich den Luftwiderstand beim Radeln im Vergleich zu langen schlabbrigen Ärmeltrikots ;-)

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Statt Rast geht's nach Rastatt

Image Written on 12.07.2021 by Patrick Schygulla
Team: Fraunhofer ISE
Municipality: Freiburg im Breisgau

Dieses Wochenende waren wir zu lieben Studienfreund*innen nach Rastatt eingeladen. Während meine Freundin bereits am Freitagabend mit dem Zug hinfuhr, kam ich zu der Zeit noch sportlichen Verpflichtungen auf unserem institutseigenen Beachvolleyballplatz nach, sodass ich meine Anreise auf Samstag verschieben musste. So eine weite Strecke als (noch) nicht komplett Durchgeimpfter mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückzulegen erschien mir viel zu unvernünftig und so habe ich die wesentlich weisere Entscheidung getroffen, lieber in einem Individualvehikel anzureisen. Warum nicht das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden? Da ich meine Freundin und unsere lieben Gastgeber*innen nicht allzu lange warten lassen wollte, beschloss ich, morgens bei Sonnenaufgang zu starten und mit den ersten Sonnenstrahlen des Tages die Fahrt Richtung Norden anzutreten.

Der Wecker klingelt um 4:40 Uhr - der Sonnenaufgang in Freiburg ist zwar zurzeit erst um 5:40 Uhr, aber bis mein Radlermüsli, bestehend aus Vollkornhaferflocken, Nüssen, Leinöl, Flohsamenschalen, Sonnenblumenkernen, Kürbiskernen und einer Banane, sowie der halbe Liter grüne Senchatee zubereitet und verzehrt sowie die übrigen Vorbereitungen getroffen sind, vergeht auch etwas Zeit. Fast pünktlich kurz nach sechs steht mein Rennrad vor dem Haus und ich stehe darauf. Noch kurz ein Photo geschossen, Daumen hoch und ab geht's. Für die frühe Stunde am Samstag ist schon relativ viel Autoverkehr unterwegs, aber sobald ich Freiburg verlasse, wird es gemütlicher und ruhiger. Ich habe auf einem kleinen Zettel alle Dörfer notiert, durch die ich durchfahren muss. Meistens finde ich den Weg auch sehr gut. Und wenn ich den Weg mal nicht gut finde, freue ich mich einfach, dass ich dann noch mehr Kilometer für mein Kilometerbuch sammle. Höhenmeter gibt es auf der Tour nur etwa 300, nämlich direkt am Anfang bei einem Schlenker durch den Schwarzwald bei Freiamt. Dort bewundere ich die von der noch sehr rötlich-gelben Sonne angestrahlte Hochburg hinter Sexau. Sobald die Rheinebene wieder erreicht ist, geht es mit einem strammen 24-er Schnitt durch Lahr, Offenburg, Achern bis Rastatt. Eines der Höhepunkte unterwegs war für mich der Gesang einer Goldammer. Seit kurzem versuche ich, Vogelstimmen systematisch zu lernen, höre draußen jedoch meistens nur Spatz, Krähen und Buchfink. Das wunderschöne und unverkennbare ziziziziziziziiiii-düh der Goldammer habe ich auf der Tour zum ersten Mal in der Natur gehört. Leider war ich mit meinen 30 km/h zu schnell vorbei, um länger zuzuhören oder den Vogel gar zu erspähen.

Pünktlich zum Mittagessen, eine leckere Polentapizza wird kredenzt, komme ich kurz vor 13 Uhr ganz gemütlich an. Es bleibt sogar Zeit, meinem treuen Drahtesel eine kleine Touri-Tour durch Rastatt zu geben und ihm die Sehenswürdigkeiten der Stadt, z.B. das barocke Schloss mit dem goldenen Mannle zu zeigen. Der Rest des Tages steht im Zeichen der Regeneration: Brettspiele spielen, über einer Feuerschale grillen und nach ca. einem Jahr sich endlich mal wieder sehen und gemeinsam lachen. Dafür hat sich jeder einzelne der 130 km der Radtour mehr als gelohnt.

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Lasst uns rocken, Fahrradsocken!

Image Written on 05.07.2021 by Patrick Schygulla
Team: Fraunhofer ISE
Municipality: Freiburg im Breisgau

Juchu! Heute beginnt endlich das Stadtradeln auch in Freiburg. Ich habe, um mir die Wartezeit auf den Start der Aktion zu verkürzen und die Vorfreude zu steigern, schon letzte Woche meine Fahrradsocken frisch gewaschen, gebügelt (normalerweise bügele ich meine Socken nicht), gefaltet und sauber im Sockenfach ganz vorne hin gelegt. Heute morgen war es dann soweit. Sogar das Wetter, das im Juli in Freiburg in anderen Jahren gerne auch mit stramm auf die 40 Grad Celsius zugehenden Temperaturen aufwartet, ist heute eher kühl, sodass der Gebrauch von Socken und festen Schuhen statt Sandalen durchaus gerechtfertigt ist. Und dann ab auf Rad! Eigentlich wie jeden Morgen, aber heute ist es doch auch besonders. Also, in die Socken, auf den Sattel, auf die Pedale und los... Halt! Nochmal kurz absteigen - stimmt, das Tracking in der App muss noch gestartet werden. Ok, zack, zack, und jetzt aber los! Es fühlt sich ganz gut an, jeden zurückgelegten Kilometer irgendwo gespeichert zu wissen. Aber irgendwie fühle ich mich auch beobachtet. Meine Pedaltritte werden mitgezählt, als schaute mir jemand beim Radeln über die Schultern. Da bremse ich an der roten Ampel vor der leeren Kreuzung lieber extra früh und warte extra lange ab, ... wie ich es sonst natürlich auch immer tue. So, am Institut angekommen. Track stopp, hmm, da haben andere Kolleg*innen aber schon mehr Kilometer zusammen... Vielleicht lässt sich abends der Heimweg ja ein wenig erweitern, damit ich auch über zehn Kilometer am ersten Tag komme. Die kleinen Räder auf meinen Fahrradsocken scheinen bei diesem Gedanken zustimmend zu nicken. Also, geht es nach dem Arbeitstag nicht direkt, sondern mit einem kleinen Abstecher entlang der Dreisam bei Sonnenschein und nunmehr deutlich höheren Temperaturen zurück nach Hause. Dass es jetzt deutlich wärmer ist als morgens, dass das Kilometertracking meine Radelambitionen anspornte, und dass entgegen dem naiven physikalischen Ansatz der Energieerhaltung bei konstanter kinetischer und potentieller Energie selbst an der flachen Dreisam Arbeit verrichtet werden muss, bekommen auch meine Fahrradsocken zu spüren hinsichtlich ihres Feuchtegrades und Salzgehaltes. Gut, dass ich für die kommenden Tage noch drei weitere Paare Fahrradsocken (sogar in unterschiedlichen Farben!) im Schrank vorbereitet habe.

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