CYCLE STAR blog: Koblenz


Schmidtenhöhe - Stadtradeln 2021 geht steil!

Written on 01.09.2021 by Marcel Hoffmann
Team: Artists4Future
Municipality: Koblenz

9% Steigung? Die Ellingshohl hoch? Wer zur Schmidtenhöhe will und bis zum 19. September ohne PKW unterwegs sein soll, tut sich das doch gerne an! Puh!



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Stadtradeln 2021 - Eine gesellschaftspolitische Willensbekundung

Image Written on 19.04.2021 by Marcel Hoffmann
Team: Artists4Future
Municipality: Koblenz

„Every time I see an adult on a bicycle, I no longer despair for the future of the human race.“

Dieses Zitat von H.G. Wells drückt eigentlich alles aus.
Nun lehren uns aber Krisen, dass Hoffnungen die Seele und Psyche nähren und uns motivieren, an einer besseren zukunftsorientierten und nachhaltigen Gesellschaft weiterzuarbeiten, jedoch keine Strategien sind, um Wege aus einer Krise aufzuzeigen. Dazu braucht es Ideen, Mut, und Taten.
Ich schätze Helmut Schmidt, kann seinem Ausspruch „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen“ aber nur wenig abgewinnen. Wer keine Visionen hat fährt auf Sicht, handelt kurz- bis mittelfristig und hat keine Ziele, die Generationen nach uns zu Gute kommen.

Im Klimaschutz haben wir genau das Problem. Seit Jahrzehnten. Wir erleben eine sich zuspitzende Krise und reagieren nur auf Sicht und unzureichend auf die Symptome des krankenden planetarischen Atmosphärensystems. Parallel häufen wir soziologische und klimawissenschaftliche Erkenntnisse an, die uns langfristige Strategien aus der Krise aufzeigen, Perspektiven und Visionen, die wir mithilfe unserer Technologie umsetzen könnten. Sofort.

Die weltweite Klimakrise umfasst alles. Daher ist es nahezu egal, an welchem Hebel jede Bürgerin und jeder Bürger privat ansetzt, um ein kleiner aber nicht wegzudenkender Teil der Gesamtlösung zu sein.
Der Umstieg vom PKW auf‘s Rad ist ein wichtiger Teil der Lösung. Jeden Kilometer, den wir mit unserer Körperkraft anstelle von fossilen Energieträgern zurücklegen, ist ein richtiger Schritt in eine kommunale Klimaneutralität.

Koblenz hat sich engagiert auf den Weg gemacht und eine Reduzierung seiner CO2-Äquivalente um 50% bis zum Jahre 2030 beschlossen. Doch eine Klimaneutralität wird unsere Stadt erst zur Mitte des Jahrhunderts erreichen können und insbesondere nur dann, wenn die gesamte Gesellschaft daran mitwirkt. Solange keine CO2-neutrale Energiebilanz im privaten und kommunalen Verkehrssektor erreicht wird, sei es durch einen flächendeckenden ÖPNV angetrieben mit Erneuerbaren Energien, oder durch private Elektromobilität, gespeist ausschließlich aus zertifiziertem Ökostrom, unterstützt durch eine intelligente und flächendeckende Ladeinfrastruktur, bleibt das Radfahren die einzige verbreitet anwendbare klimaneutrale Verkehrsart in unserer Stadt.

Das Radfahren wird von den meisten Menschen unserer Stadt geschätzt. Im aktuellen ADFC-Fahrradklimatest zeigen die Bürger•innen unserer Stadt auf, welche Veränderungen sie sich dringend in der Radinfrastruktur wünschen.

http://bit.ly/swr_adfc_radklima_rlp2020

Dabei geht es nicht nur um Radfernwege zum Anschluss touristischer Zentren in unserer Region; es geht ihnen um den Weg zur Arbeit, zur Schule oder ihren Weg zum Hausarzt. Radfahrer wollen zügig und gefahrlos durch die Stadt kommen; andere sicher, langsam und entspannt mit ihren Kindern. Alte und unsichere Menschen wollen sich geschützt fühlen, junge Menschen nicht ausgebremst. Lastenräder brauchen Platz und Stellflächen. Radparkflächen sollen diebstahlsicher werden.

Wenn wir es schaffen, Rad- und Fußverkehr mindestens gleichberechtigt zum Individual-Straßenverkehr und des ÖPNV aufzuwerten, schaffen wir zugleich eine Aufwertung des städtischen Klimas und Lebensgefühls mit neuen Räumen für Gesellschaft und Natur.

Auf den Weg dahin können wir täglich das Rad benutzen, um dieser Willensbekundung Nachdruck zu verleihen.

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