CYCLE STAR blog: Freinsheim im Landkreis Bad Dürkheim


Zieleinlauf im Abendrot

Image Written on 14.09.2021 by Martin Langlotz
Team: Offenes Team - Freinsheim
Municipality: Freinsheim im Landkreis Bad Dürkheim

Tag 20, am vorletzten Tag des Stadtradelns zieht es mich mal wieder in die „alte Welt“, die irgendwo hinter Schallodenbach beginnt und laut Überschrift eines älteren Artikels der Rheinpfalz „Ein Geheimtipp für Entdecker ist“. So ist diesem Artikel zu entnehmen, dass „sich dort bewaldete Hügel mit Tälern abwechseln, in denen beschauliche Dörfer und reizvolle Städtchen verstreut liegen. Es ist eine abwechslungsreiche „bucklige Welt“, wie geschaffen zum Entschleunigen und Genießen.“ Und womit lässt sich diese Welt wohl am besten erkunden? Richtig, mit bzw. auf zwei Rädern, muskelbetrieben selbstverständlich. Zum Holbornerhof hinauf muss ich auch prompt mal wieder anhalten und Bilder machen. Immer wieder beeindruckend diese Landschaft!
Bereits auf der Anfahrt entdecke ich aber auch auf dem Radweg zwischen DÜW und Frankenstein, dass der Herbst sich ankündigt. Die ersten Anhäufungen brauner, verwelkter Blätter sind zu erkennen. Genießen wir noch die verbleibenden schöne Tage, wobei auch der Herbst durchaus seine reizvollen Seiten hat.
Tag 21, am letzten Tag des Stadtradelns trete ich zur Königsetappe an: 262 km über die Südpfalz nach Bitche im Elsass und über Wörth am Rhein, am Rhein entlang nach Speyer und zurück. In Annweiler stoße ich auf auffällig viel Verkehr, wohl wieder mal durch eine Straßensperrung verursacht. Selbst die Polizei hat mit Blaulicht Schwierigkeiten durch den Autostau zu kommen. Autofrei hingegen der Radweg von Pirmasens nach Bitche. Sehr zu empfehlen. Es geht durch Wald und über Wiesen bis plötzlich einem aus der Ferne die mächtige Festung von Bitche in den Bann zieht. Auf dem Rückweg geht es dann Richtung Wissembourg erst einmal durchs Militärgebiet mit zahlreichen Hinweisen die Straße nicht Richtung des schönen Waldes zu verlassen. Auch das Elsass hat beschauliche Dörfer zu bieten, natürlich zusätzlich mit über die Grenzen hinweg bekannten Verpflegungsmöglichkeiten, die in der Vergangenheit den einen oder anderen bekannten Politiker bereits herbeigelockt haben. Für mich sind diese heute keine Option, da sie mit Sicherheit mit vollem Bauch dann Endstation für mich bedeutet hätten. Ach ja … und buckelig ist diese „Elsasswelt“ auch.
Von Wissembourg aus steuere ich Kandel an und bin mal wieder erstaunt, wie nah eigentlich unser Nachbarland Frankreich liegt und warum es gleich mehrere Kriege gebraucht hat, bis wir endlich zu einer friedlichen, schönen Freundschaft mit unseren Nachbarn gefunden haben.
Über Wörth geht es dann Richtung Rhein und ich freue mich schon, meine Gänsefreunde wieder zu sehen. Die Freude wird jedoch etwas getrübt. Der Asphalt ist weg bzw. aufgeraut. Mit stark eingeschränktem Tempo rüttelt es mich gen Germersheim. Meine Freunde waren übrigens da. Der raue Asphalt störte sie nicht im Geringsten.
Am Ende meines kleinen Tagesausflugs empfängt mich eine wunderschöne Abendsonne in Freinsheim. Die Haardt und der Friedhof sind in rotes Licht getaucht. Ein schöner Ausklang meiner Stadtradelzeit 2021!

Mein Fazit dieses Jahr: Es bleibt noch viel zu tun und für alle Verkehrsteilnehmer vor Allem auch noch viel zu lernen. Und mit alle meine ich auch wirklich alle. Radfahrer aller Couleur, Motorradfahrer, Autofahrer und auch Fußgänger schließe ich mit ein. Zu lernen gilt es aufmerksam zu sein, mitzudenken im Sinne von Verkehrsfluss, entspannter zu sein, nicht immer gleich andere mittels Hupe oder Gestikulieren belehren zu wollen, sondern besser durch eigenes Verhalten Positives vorzuleben.
Parkende Autos auf Radwegen müssen nicht immer sein, kann man aber auch im Einzelfall als Radfahrer mal gelassen umfahren. Mit dem Abstand beim Überholen gibt es jedoch meiner Meinung nach, keine Toleranz, schon gar nicht, wenn belehrend und hupend kein Blatt mehr zwischen Auto und Radfahrer passt. Das ist teils sehr grenzwertig und lebensgefährlich! Besonders irritiert es mich, als mich ein Auto, das es offensichtlich sehr eilig hat, mit sehr geringem Abstand überholt, am Heck ein Fahrradträger montiert, huckepack ein Rennrad. Dazu fällt mir nichts ein …
Und was bleibt zu tun? Radwege, Radwege, Radwege! Dabei ist mir aber auch bewusst, dass das abgesehen von den Kosten, kein einfaches Unterfangen ist. Das fängt schon damit an, dass Radfahrer ja nicht gleich Radfahrer ist. So ist der Rennradfahrer an sich ja grundsätzlich auf maximal schnelles Vorankommen programmiert. Es darf da auf keinen Fall etwas in den Weg kommen. Schon gar nicht, wenn er auf der Jagd ist. Zu jagen gibt es nämlich so einiges, z.B. imaginäre Bestzeiten, diverse Social Media Trophäen in der Zweit/Onlinewelt, überholende, schwergewichtige E-Bikefahrer, Traktoren, Triathleten mit Zeitfahrrad, etc.. Im Ernst, was ich meine ist, dass man durchaus nicht nur Autostraßen zum ungehinderten Vorankommen konzipiert, sondern auch mal bei der Konzeption von Radwegen an ein optimales Vorankommen der Radfahrer denkt. Keine unnötigen Schleifen, kein ständiger Wechsel von der einen auf die andere Seite, Zufahrmöglichkeiten nicht nur am Anfang und Ende des Radwegs, keine versteckten Radwege … es gäbe noch einiges aufzuzählen. Als Beispiel, wie es nicht sein sollte: Ortseingang Ungstein ist vielleicht maximal 3 Meter ein Radweg aufgezeichnet und das wars. Fährt man dann um die Ecke, sind rechts Parkplätze eingezeichnet. Was jetzt? Radweg oder Parkplätze?
Zum Schluss noch eine Anmerkung zur Werbung für das Stadtradeln. Während mich die Anzahl an Wahlplakaten unterschiedlichster Parteien fast erschlägt, erscheint mir die Werbung fürs Stadtradeln 2021 etwas lustlos zu sein. Ich habe auf meinen Touren so gut wie keine Werbeplakate für das Stadtradeln entdecken können, und wenn dann an unübersichtlichen Stellen. Auch die bunt bemalten dekorierten Räder, üblicherweise an den Ortseingängen, können mich nicht wirklich begeistern. Da bin ich von unseren französischen Nachbarn anderes gewohnt.
So jetzt aber genug genölt! Stadtradeln ist und bleibt eine super Sache, die ich absolut gut finde und die maximal zu unterstützen ist. Ich werde jedenfalls weiterhin Werbung dafür machen und möglichst viele Menschen versuchen davon zu überzeugen, dass die Alternative zum Auto durchaus auch mal das Fahrrad sein kann. In diesem Sinne wünsche ich mir mal wieder möglichst viele Radkilometer, auch wenn nicht immer als Ersatz für das Auto, und verabschiede mich vom diesjährigen Stadtradeln.
Radelnde Grüße
Martin

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Von Schnaken verfolgt …

Image Written on 14.09.2021 by Martin Langlotz
Team: Offenes Team - Freinsheim
Municipality: Freinsheim im Landkreis Bad Dürkheim

Tag 13, wie bereits angekündigt startet die neue Woche abends erstmal mit einem platten Hinterrad. Also erst mal Hinterrad raus, mit dem Mantel kämpfen – warum muss das eigentlich immer sein, am Ende verliert er ja doch, also könnte er doch gleich von der Felge gehen. Oh, Schlauch passt nicht, Ventil zu kurz. Gut, dass ich jetzt nicht schon unterwegs bin. Nicht, dass ich genau diesen Schlauch schon kilometerweit als Ersatzschlauch mit mir geführt habe. Wir lernen mal wieder 2 Dinge: Alles Schlechte hat auch etwas Gutes und überprüfe sehr genau Dein Material!
Mit Verspätung mache ich mich schließlich auf den Weg und kreise um Freinsheim. Es fängt an zu regnen und ich werde nass. Es wird dunkel. Licht an. Mein Akku des Rücklichts macht noch kurz vor Freinsheim in Herxheim am Berg schlapp. An der roten Ampel macht mich ein freundlicher Autofahrer darauf aufmerksam. Ich verstehe erst mal nicht, was er mir vom Fahrersitz aus über die geöffnete Scheibe der Beifahrerseite sagen will. Erwische mich aber schon dabei, wie ich im Hirn zunächst mal auf negativ programmiere, ehe ich dann auch kapiere, dass das doch sehr positiv ist … Meine Lupine auf volle Leistung, Freinsheim vor mir im Scheinwerferlicht, rolle ich bergab mit positivem Adrenalin im Blut nach Hause.
Tag 14, Heute starte ich zu einer längeren Tour mal wieder über Wörth am Rhein. Gleich zu Beginn an der Eisenbahnbrücke Freinsheim, ein Autoerlebnis. Im Gegensatz zu gestern Abend aber eins eher zum Aufregen … was ich natürlich nicht tue. Ich denke mir nur meinen Teil. Außerdem bin ich eh der Schwächere von Beiden. Ich frage mich allerdings, warum fahren 4 Autos infolge durch die enge Brücke, ohne auch nur im Ansatz darüber nachzudenken, dass Ihnen ja ein Fahrrad mit Vorfahrt entgegenkommt. Umgekehrt werde ich nur wenige Tage zuvor angehupt, weil ich von der anderen Seite kommend, den Schwung nutzend noch schnell durch die Brücke fahre.
Nach einer dann sonst schönen Fahrt, komme ich am Rhein an und will eine kurze Pause auf einer Bank einlegen. Kaum, dass ich sitze, fallen die Schnaken über mich her und fluchtartig sitze ich wieder auf meinem Rad und esse mein Brot lieber im Fahren, als dass ich von den Schnaken aufgefressen werde. Das sollte diese Woche nicht mein letztes Erlebnis mit Schnaken bleiben …
Tag 15, meine Wege heute führen mich um Maxdorf. Dabei fahre ich auch von Ellerstadt nach Fußgönheim und entdecke einen neuen Radweg. Gleich mal testen. Test bestanden. Schöner, auch mit dem Rennrad fahrbarer Radweg. Im Gegensatz dazu breche ich mal wieder meinen Versuch ab, den Rad-/Wirtschaftsweg von Maxdorf nach Lambsheim zu nutzen. Zu sehr verschmutzt von landwirtschaftlichen Fahrzeugen und noch dazu sehr uneben. Schade auch. Denke dieses Problem lässt sich nur durch getrennte Wege lösen.
Als ich schon auf dem Rückweg nach Freinsheim bin, treffe ich auf die Jungs vom Radtreff der Triathleten von Maxdorf und fahre ein kurzes Stück mit ihnen mit. Uff, ist das anstrengend … früher ist man da auch leichter mitgerollt. Man wird halt älter ?. An der Abbiegung kurz vor Ungstein, von Erpolzheim kommend verabschiede ich mich aus der Gruppe und fahre Richtung Freinsheim weiter. Dies ist übrigens auch für Radfahrer eine schwierige Passage. Denn man hat hier die Wahl zwischen Pest und Cholera. Entweder man fährt noch ein kurzes Stück bis Ungstein, um auf den Radweg auf der anderen Seite zu kommen oder man muss noch bis Höhe Wasserwerk auf der Straße fahren, um dann auf den Radweg gegenüber zu wechseln. Wie auch immer Herr „Oberschullehrer“ hat mich hier auch schon angehupt, bevor ich auf den Radweg wechseln konnte.
Tag 16, zur Erklärung meiner heutigen Tour muss ich einen kurzen Ausflug in das Jahr 2008 machen. Damals habe ich mit einigen Freunden in 7 wunderschönen Tagen (im Großen und Ganzen auch wettermäßig) mit dem Mountainbike die Alpen überquert. Und in Erinnerung daran bin ich heute mit einigen der „Alpenjungs“ gemeinsam unterwegs, allerdings im Pfälzer Wald. Keine Alpen, aber zweifelslos auch schön. Auf dem Rückweg kommen wir durch Neustadt und ich stelle fest, dass hier zwischenzeitlich ein neuer Radweg aufgemalt wurde. Die Farbe glänzt noch ganz frisch. Gut so! Im weiteren Verlauf geht er zwar auf den alten Radweg auf dem Bürgersteig über, aber wenn man schon auf dem Radweg ist, fährt man hier dann auch weiter. Das Sahnehäubchen wäre noch gewesen, wenn auch die Büsche, die in den Radweg reingewachsen sind geschnitten worden wären.
Ein grasser Unterschied zu den Alpen noch zum Schluss auf den letzten Metern Richtung „Autobahn und Stadt“. Autos ohne Ende. Vermutlich durch eine Umleitung ausgelöst reißt die Kette der Autos die uns überholen nicht ab.
Tag 17, nach nunmehr 1,5 Jahren coronabedingter Abstinenz, bin ich mal wieder zu einem Volkslauf, dem Flugplatzlauf in Speyer angemeldet. Mit dem Fahrrad anzureisen hat hier den Vorteil bereits aufgewärmt zu sein und man kann zusätzlich die verbleibende Zeit bis zum Start mit ein paar Schleifchen am Rhein verbringen. Bewegung ist allemal angesagt, denn Stillstand heißt geballte Schnakenattacke. So viele Hände hat man gar nicht um die Angriffe abzuwehren. Da der Lauf erst gegen 20 Uhr startet, ist für den Rückweg mal wieder Licht gefragt. Dieses Mal mit ausreichend Akkuleistung.
Tag 18, am Samstag geht es nochmal in den schönen Pfälzer Wald. Über Rotsteig am Kurpfalzpark vorbei hinter Lambrecht ins Elmsteiner Tal abgebogen. Den Weg zur Rotsteig hinauf zähle ich die mit Verbrennungsmotor angetriebenen Fahrzeuge. 36 an der Zahl. Echt wenig für sonst, was ich hier schon an Überholvorgängen erlebt habe. Ein einziges E-Auto kommt mir entgegen. Immer wenn ich hier fahre, habe ich die Vision einer auto- und motorradfreien Straße und einer alternativen elektrobetriebenen Transportmöglichkeit für die ganzen Wald- und Kurpfalzparkbesucher, die ich ja auf keinen Fall um ihr Walderlebnis bringen möchte. In Wachenheim würde sich doch sicher ein ausreichend großer Parkplatz finden, von wo aus mit Bus oder Bergbahn verschiedene Punkte im Wald anzusteuern wären. Vielleicht wird meine Vision ja mal irgendwann in der Zukunft Wirklichkeit. Schön wäre es.
Ganz anders die Straße Richtung Waldleiningen. Nur sehr wenige Autos und Motorräder. Sehr naturbelassen, eine Wohltat, man weiß gar nicht wo man überall hinschauen soll. Einmal muss ich einfach anhalten und ein Bild machen. Prompt kommt eines der wenigen Autos um die Ecke und hält sogar an, um nachzufragen, ob alles in Ordnung ist oder man helfen kann. Das passt perfekt in die positive Stimmung hinein.
Tag 19, vom Sonntag ist relativ schnell berichtet. Unser wunderbares Enkelkind Julia ist heute den ganzen Tag bei uns. Radfahren deshalb nur zu 2 Spielplätzen hin und wieder zurück.

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Weiter geht die gute Fahrt …

Image Written on 02.09.2021 by Martin Langlotz
Team: Offenes Team - Freinsheim
Municipality: Freinsheim im Landkreis Bad Dürkheim

Tag 6, die neue Woche beginne ich mit einer morgendlichen Fahrt Richtung Neustadt/Haßloch mit der Aussage ich bin spätestens 12.30 Uhr wieder zurück … suche den Fehler… In Haßloch angekommen überlege ich, den Blick immer auf die Uhr gerichtet, wie ich den Rückweg gestalten könnte. Die Entscheidung fällt auf die Variante Abkürzung!!! der Radwegbeschilderung folgend, auf direktem Weg wieder nach Mußbach. Hm … aus schnell zurück wurde eine Zick Zack-Fahrt durch die Weinberge auf verschmutzen, teils nicht asphaltierten Wirtschaftswegen. Was lernen wir daraus? Traue keiner Radwegbeschilderung der du noch nicht erfolgreich gefolgt bist oder habe Zeit und Bereitschaft schlechte Wege zu fahren oder gar zu schieben. Am Ende war ich dann doch schon 13.15 Uhr zu Hause … Stimmung „perfekt“ …
Am Nachmittag dann noch eine Fahrt ins Altleininger Tal mit Abzweig hoch nach Wattenheim. Schönes Tal unterhalb der Burg, aber leider fängt es an zu regnen, was aber auch keine Überraschung ist.
Tag 7, heute die Vortour für die morgige Fahrt mit meinem Freund Mirko. Ziel ist Wörth am Rhein, mit Rückfahrt am Rhein entlang bis Speyer. Ich lasse mich von meinem Garmin navigieren und entdecke neue Wege abseits der stark befahrenen Weinstraße von DÜW nach Forst. Allerdings auch Scharen von E-Bike-Touristen, die die volle Breite der Wege ausnutzen, um nebeneinander fahrend ihr Schwätzchen zu halten. Alles okay, wenn behelmt und trotzdem noch auf andere Verkehrsteilnehmer geachtet wird. Wenn ich dann allerdings „Oberschullehrekommentare“ wie: KLINGEL!!! zugerufen bekomme, weil ich mit einem „Achtung“ anstatt der Klingel auf mich aufmerksam mache, muss ich schwer an der Wahrung meiner Toleranz arbeiten … Jedenfalls werde ich zukünftig dann doch wohl wieder die stark befahrene Weinstraße bevorzugen.
Auf meinem weiteren Weg treffe ich dann noch auf andere Formen der scharweise Zusammenrottung …allerdings nicht als Hindernis auf meinem Weg, sondern elegant erhoben in der Luft. Störche gleiten filigran dahin, offensichtlich auf der Suche nach Nahrung für den Nachwuchs. Auch der Nachwuchs der Raubvögel macht sich hörbar bemerkbar und die Eltern stehen am Himmel in Nichts an Eleganz den Störchen hintenan. Als ich dann später am Rhein entlang Richtung Germersheim fahre, treffe ich doch noch auf ein tierisches Hindernis auf dem Boden. Gänse lümmeln auf dem Weg und sehen gar nicht ein, warum sie diesen zweibeinigen Wesen auf zweirädrigen Ungetümen Platz machen sollen. Schließlich waren sie schon immer hier am Rhein!
Tag 8, mit Mirko fahre ich heute die alt bekannten Wege ab DÜW. In Neustadt übernimmt Mirko dann die Führung, da er das kurze Stück Bundesstraße meiden will. Er entdeckt eine Radwegbeschilderung und wir folgen ihr … wie wird das wohl ausgehen … richtig, es fängt damit an, dass der Asphalt verschwindet und wir auf Waldboden unterwegs sind … "das ist nur ein kurzes Stück" „Zitat Mirko“ … na ja am Ende kommen wir auf Umwegen und wieder mal Zick Zack fahrend in Kirrweiler an.
In Herxheim bei Landau angekommen halten wir an, um den weiteren Weg zu entscheiden, da wir aufgrund des Umweg's durch den Wald aus dem Zeitplan gelaufen sind. Prompt erhalten wir ein sehr nettes Hilfsangebot einer jungen Frau, die uns behilflich sein möchte den richtigen Weg zu finden. Das Gegenteil an Freundlichkeit erfahren wir dann kurze Zeit später auf der Weiterfahrt. Kaum dass Mirko bemerkt hat, dass wir heute ja noch gar nicht angehupt wurden, überholt uns ein wild hupender SUV. Schön, danach auf dem Rheindamm zu landen und ohne lauten Straßenverkehr und hupende Zeitgenossen dahin zu gleiten. In Speyer wollen wir unseren Unterzucker mit Leckereien vom Bäcker wieder auffüllen. Doch der hat bereits ab 17 Uhr geschlossen. Gut, dass nebenan eine uns noch von unserer letztjährigen Rheinland-Pfalz-Rundfahrt bekannte Tankstelle ist. Bewährtes ist halt immer eine gute Alternative.
Auf der anderen Rheinseite kommen wir in Mannheim Rheinau in einen Stau, an dem wir aber entspannt auf dem Radweg vorbeifahren können. Einer der wenigen Fälle mit Vorteil für das Rad!
Tag 9, bin mal wieder in Haßloch gelandet und will eigentlich zur Straße von Böhl-Iggelheim nach Speyer fahren. Biege jedoch falsch ab und lande an der Aumühle. Mal wieder spät dran, entscheide ich mich erneut (wie der Affe im Disney Tierfilm, der schon mehrfach in Ohnmacht gefallen ist, nachdem er die Schlange unter dem Topf entdeckt hat, unter den er jedes Mal neugierig geschaut hat) für einen Radwegweiser, dieses Mal nach Speyer. Mit dem Auto wäre das wohl auch kein Problem, da die Autowegweisschilder sowie die Straßen in der Regel ja gut erkennbar sind. In meinem Fall leider jedoch wieder eine weitere Enttäuschung. Das Übliche, irgendwann mal keine Schilder mehr und die Krönung dann ein verwahrloster, mit Büschen zugewachsener und verwurzelter Weg. Natürlich bin ich auch in diesem Fall irgendwann in Speyer angekommen, aber entspanntes Reisen geht anders. Ich bin übrigens an diesem Tag auch nicht der einzige orientierungslose und wegsuchende Radler. Einem älteren Ehepaar (unterstelle einfach mal, dass sie verheiratet waren ?) geht es ähnlich wie mir.
Tag 10, nachdem ich nun schon mehrfach die Radwegbeschilderungen kritisiert habe will ich auch mal von einem positiven Erlebnis berichten. Die gibt es nämlich durchaus auch! Und zwar nicht zu wenig! Von Haßloch komme ich ohne Probleme nach Meckenheim, dem Radweg und dessen Beschilderung folgend.
Tag 11, am Samstagmorgen entscheide ich mich kurzfristig um und fahre keine größere Runde von Freinsheim weg, sondern kreise in Runden um Freinsheim, um dann zur Frühstückszeit Brötchen beim Bäcker für ein gemeinsames Frühstück zu Hause zu holen. Ich weiß nicht, wie oft ich auf meinen Runden beim Bäcker vorbeikomme, aber jedes Mal steht eine Menschenschlange vor dessen Tür. Samstags Morgen ist offensichtlich Brötchenholzeit.
Nach dem Frühstück und einer kurzen Arbeitseinlage, fahre ich dann nachmittags nochmal ins Altleininger Tal und treffe dort zufällig Mirko, der mich vor dem Regen „hintenraus“ warnt. Ich wähle daher alternativ den Weg über Höningen und die Lindemannsruhe, werde aber trotzdem ordentlich nass.
Tag 12, am Sonntagmorgen mal eine andere sportliche Bewegung. Ein entspanntes Läufchen durch die Weinberge mit meiner lieben, „Rennradgeduligen“ Frau. Anschließend wieder eine Fahrt zum Rheindamm. Dort treffe ich einen netten Rennrad-Fahrer aus Lingenfeld, der verständlicher Weise zu Hause eine Dusche einer regennassen Weiterfahrt vorzieht. Ich werde noch ab Haßloch so richtig nass und lande mal wieder auf unbefestigten Wegen mit ordentlich vielen Steinen. Die Quittung werde ich dann am Montag erhalten. Reifen Hinterrad platt!

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Und los geht es …

Image Written on 31.08.2021 by Martin Langlotz
Team: Offenes Team - Freinsheim
Municipality: Freinsheim im Landkreis Bad Dürkheim

Tag 1, mein erster Weg mit dem Rad führt mich zum Einkaufen nach Frankenthal. Läuft, es rollt ganz gut. Voller guter Vorsätze gleich mal den Radweg kurz vor Frankenthal ausprobieren … es läuft nicht mehr … zu viele Wurzeln … gleich wieder runter. Schade. Dann die nächste Euphoriebremse: Maske vergessen, liegt ja sonst im Auto … blöd. Okay auch das lässt sich lösen. Eine nette Dame, die ich anspreche (versteht mich wohl erst falsch und lehnt mein Anliegen erst laut und empörend ab), kauft mir (dann doch) in der Apotheke eine Maske … in schwarz, passend zu meinem Outfit (schwarze Radhose und schwarzes Radtrikot) … „darth vader“ kann dann doch noch einkaufen gehen.
Am Nachmittag dann nach DÜW zur Eröffnungsveranstaltung. Hinter Erpolzheim gibt es ja einen neuen Radweg, den doch gleich mal ausprobieren … hm, auch hier gleich wieder runter. Die Sandberge auf die ich treffe gefallen meinen Rennradreifen und mir überhaupt nicht. Schließlich will ich ja nicht auf der Nase, sondern heil in DÜW landen.
Am späten Nachmittag, dann noch zu einem Termin nach Mannheim … es hat sich nichts geändert … spätestens ab Oggersheim ist ein flüssiges Rad fahren unmöglich. Zu viele Ampeln und sonstige Hindernisse der Stadt. Auf dem Rückweg am Abend mit Licht, dann die Entschädigung: wenig Verkehr gestattet ein angenehmes dahinrollen.
Ach ja, die App, die hatte ich natürlich auch im Einsatz … voller Erwartung einer gegenüber dem Vorjahr verbesserten Version. Was soll ich sagen … um es mal in Anlehnung an Janosch (sollte jemand Janosch nicht kennen, ist ein Kinderbuchautor und sehr zu empfehlen) zu sagen: „Bruchstückstrecken“ der App gelöscht, Strecke von Garmin eingetragen, Sense aus!
Tag 2, heute einkaufen in Freinsheim … verdammt, schon wieder die Maske vergessen. Zurück Maske holen. Zweiter Anlauf: Okay dieses Mal Schlüssel für das Fahrradschloss und ein Eurostück für den Einkaufswagen vergessen. Letzteres lerne ich dann beim gelungenen Einkauf braucht man als radfahrender Einkäufer ja gar nicht, weil man ja einen Fahrradkorb oder einen Rucksack dabei hat, in den man gleich während des Einkaufs die Einkäufe platzieren kann.
Auf meiner Abendrunde dann meine ersten Erlebnisse mit Autofahrern. Zwischen Erpolzheim und Feuerberg steht mitten auf dem Radweg (den ich übrigens grundsätzlich fahre, weil er von der Bodenbeschaffenheit durchaus fahrbar ist) ein Auto, und gerade als ich daran vorbeifahren will, geht die Beifahrertür auf, wird aber auch gleich wieder geschlossen, als man mich wohl bemerkt hat. Einen Kommentar, dass es sich hier um einen Radweg handelt, kann ich mir nicht verkneifen. Hätte ich vielleicht aber auch etwas freundlicher zum Ausdruck bringen können. Später, als ich am Feuerberg vom Radweg runterfahre, biegt genau dieses Auto in Richtung Birkenheide ab und die Fahrerin gestikuliert entschuldigend in meine Richtung. Entschuldigung angenommen. Es gibt Gott sei Dank nicht nur Aggressionen zwischen 2- und 4-Rädern.
Ein weiteres „Autobegegnung-Erlebnis“ dann auf meiner weiteren Fahrt. Ein Erlebnis, das mir - man kann schon fast sagen regelmäßig - passiert. Kommen ein Radfahrer und ein Auto sich entgegen. Jeder hat ein Hindernis auf seiner Seite. Offensichtlich aus dem Recht des Stärkeren abgeleitet, fährt das Auto grundsätzlich als erstes ungebremst in die Engstelle rein. Da man nun halt auch tatsächlich der Schwächere (Klügere?) ist, gibt man halt klein bei.
Tag 3, früh morgens eine wunderschöne Fahrt durchs Zellertal und Kraft für den Tag getankt. Am späten Nachmittag, dann noch Lindemannsruhe. Hier allerdings sehr viel Verkehr. Ich frage mich, wo die vielen Autos im Altleininger-Tal hinwollen. Dazwischen eine Kiste Mineralwasser (allerdings nur die Flaschen) mit dem Rucksack nach Hause transportiert.
Tag 4, am Samstag dann die erste etwas längere Fahrt. Bei schönem, warmen Wetter fahre ich über Speyer nach Wörth am Rhein. Von dort suche ich den Weg an die Haardt, wobei ich feststellen muss, dass mein Garmin-Navi zwar durchaus schöne, mir noch unbekannte Wege findet, aber leider halt auch nicht immer. Und so landet man auch mal auf Schotterwegen oder fährt unnötige Schleifen in einen Ort hinein, um dann geradewegs wieder heraus zu fahren.
An der Tankstelle, wie gesagt, es war sehr warm an diesem Tag, dann noch eine nette Begegnung mit jungen Wandersleuten, die ebenfalls eine Erfrischung an der Tanke suchen. Wir philosophieren darüber, ob wirklich jedes E-Bike notwendig ist oder vielleicht in dem einen oder anderen Fall etwas Muskelkraft doch alternativ eher angebracht wäre.
Tag 5, heute die ersten Regentropfen auf meiner Fahrt, dieses mal „nur“ bis Lingenfeld. Regen und sandige Wirtschaftswege muss ich mal wieder feststellen, machen einfach keinen Spaß …

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