CYCLE STAR blog: Sea-Watch e.V. - Zivile Seenotrettung an Europas Grenzen


...doch lieber zurück radeln?

Image Written on 22.08.2021 by Zara Freudenberg
Team: Die Barracudas der Liebe
Municipality: Sea-Watch e.V. - Zivile Seenotrettung an Europas Grenzen

Unser letzter Tag. Wir wachen auf weil Wiebke uns zum Frühstück weckt. Kaffe ist schon serviert, aber auch frisches Obst, Käse und Brot werden kredenzt. Kurz danach muss Wiebke schon wieder los, doch wir dürfen uns so lange Zeit lassen wie wir brauchen, also fahren wir eh nicht vor 12 Uhr los. In Delft besuchen wir noch einen Verwandten von Luc. Auch hier bekommen wir erneut Frühstück- davon kann man ja eh nicht genug haben. Um 16 Uhr fährt unser Zug aus den Haag ab nach Hannover. Für unsere Fahrräder war es leider nicht möglich Tickets online zu buchen. Die Hotline die dir die Tickets verkaufen kann war leider wegen des baldigen Streiks überfordert oder sonstwie nicht erreichbar. Alternativ kann man Fahrradtickets wohl auch am Deutsche Bahn Schalter kaufen, doch das bringt dir natürlich wenig wenn du in Holland bist, wo es nur NS Verkaufsstellen gibt. Wir haben uns also Fahrradkarten für den holländischen Teil der Reise besorgt und wollten die deutschen Tickets dann beim Schaffner in Deutschland nachlösen. Als wir dann in Zwolle in unseren deutschen IC einstiegen, kam der Schaffner direkt und war außer sich dass wir keine Fahrradtickets hatten. Es wäre gegen die Regeln und er hat keinen Bock auf uns "Troublemaker", während wir ihm lediglich unsere Situation näherbringen wollten. Er wollte jedoch direkt die Polizei rufen, da wir für Verspätung seines Zuges sorgen und dafür bezahlen müssen. Trotz Schock und Empörung unsererseits, und unseren Zug-gebundenen Tickets, sind wir mit unseren Fahrrädern auf den Bahngleis, als die Bahnhofspolizei auftauchte. Die beiden Frauen waren ähnlich irritiert von dem Verhalten des Schaffners wie wir und wunderten sich wieso er uns nicht einfach Fahrradtickets verkauft hat. Immerhin hatten wir ja auch Tickets für uns als Personen besorgt. Der Zug war jedoch wortwörtlich abgefahren, insofern brauchten wir einen Alternativplan. Wir sollten stattdessen mit den Regiozügen nach Deutschland einreisen. Hier kann man sich Fahrradtickets in Automaten im Zug kaufen und wir haben ja ein Zugticket für einen teureren Zug, das sollte also hinkommen. Das Bahnhofspersonal meinte wir sollten den Kontrolleuren einfach unsere Geschichte erzählen und dann würden die uns schon ohne gültiges Ticket fahren lassen. Zur Sicherheit haben wir sogar ein Zettelchen von ihr geschrieben bekommen um unsere Geschichte durch sie verifizieren lassen zu können.
Dazu ist es glücklicherweise nicht gekommen. In den nächsten Zügen haben Luc und ich jedem Kontrolleur die Geschichte von unserer Odyssee mit der versuchten Bestellung der Fahrradtickets, sowie von der Begegnung mit dem überraschend aggressiven Schaffner erzählt- und wurden jedes Mal durchgewunken. Schlussendlich sind wir knapp zwei Stunden später als geplant angekommen, dafür haben wir an vielen Orten angehalten, durch die wir auf dem Hinweg mit dem Fahrrad durch sind. Unglaublich dass wir gerade über eine Woche Fahrrad gefahren sind um einen Ort zu erreichen, der nur gut 5 Stunden Zugfahrt entfernt ist.
Unsere Fahrradfahrt ist nun so richtig vorbei, Zuhause erwarten uns warme Duschen und weiche, trockene Betten. Ich kann's kaum erwarten Mal wieder richtig entspannt zu schlafen...

Nur unser Spendenziel ist noch nicht erreicht! Spendet gern, reichlich und viel! Oder wenig und/oder ungern, das geht auch!:)
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Einbürgerungsverfahren ausstehend

Image Written on 21.08.2021 by Zara Freudenberg
Team: Die Barracudas der Liebe
Municipality: Sea-Watch e.V. - Zivile Seenotrettung an Europas Grenzen

Das Wetter scheint sich damit abgefunden zu haben dass wir so oder so hier bleiben, also kriegen wir zwar weiterhin graues windiges Wetter, aber auch die Sonne scheint! Nach einem schönen Frühstück im Park mit meiner guten Freundin Whitney, fahren Luc und ich also an den Strand. Wir gleiten durch die Dünen und wäre ich nicht so fertig nach über 600km Fahrerei, hätten wir das bestimmt auch noch länger machen können. Aber allzu scharf auf die ganzen Hoch's und ab's der Dünen bin ich dann auch nicht. Wir biegen also zum Strand ab und uns fällt auf wieso eine Fahrradtour zum Strand gar nicht so sinnvoll ist; klar kannst du zum Strand fahren, aber nicht ans Meer! Unsere schwer bepackten Fahrräder durch den Sand zu schieben ist ein krasser Kraftakt, der uns das Ganze nicht wert ist. Da bleiben wir lieber neben der Strandbar und unseren Fahrrädern und gehen einzeln ins Wasser. Wenig Leute haben sich heute ins Wasser getraut, aber wir waren unter ihnen! Heute Abend werden wir in Delft schlafen, bei einer Freundin von Luc. Bis nach Delft sind es nur ca 10km. Ich bin früher dennoch immer mit dem Zug gefahren. Leider, denn die Strecke ist echt schön und auch gar nicht so lang. Bei Luc's Freundin Wiebke werden wir gebührlich empfangen. Auf dem längsten Balkon den ich jemals gesehen habe, wurde Brot, Käse, Antipasti und Bier aufgetischt. Sogar ein eigenes Zimmer mit Bett dürfen wir heute unser eigen nennen. Der Übergang in die Zivilisation geht schleichend voran, bald können wir wieder Teil der normalen Gesellschaft sein.

Und nicht vergessen; wir machen das nicht nur aus Spaß,sondern auch um Spenden für Sea-Watch zu sammeln! Also zieh ruhig deine Spendierhosen richtig um an <3
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Finish Line

Image Written on 20.08.2021 by Zara Freudenberg
Team: Die Barracudas der Liebe
Municipality: Sea-Watch e.V. - Zivile Seenotrettung an Europas Grenzen

Das war auf jeden Fall die urbanste Nacht die wir bisher hatten. Doch sie war auch trocken und gemütlich, und das war uns das wichtigste. Heute schaffen wir es bis nach den Haag. Ein Freund von mir bietet an dass wir bei ihm übernachten können, lustigerweise in meiner alten Wohnung. Wir fahren noch einmal durch Utrecht- eine schöne Stadt. Das Wetter ist grau, aber relativ trocken. Wir ziehen also los. Über Woerden, wo das Wetter so richtig anzieht. Wie üblich, beenden Luc und ich unsere Pausen am liebsten wenn der Regen stärker wird und/oder der Wind so richtig zulegt. Ansonsten macht das Ganze ja auch keinen Spaß. Da wir heute bei meinem Freund Tom unsere Geräte aufladen können, können wir unsere Musik ganz laut aufdrehen und unsere Boxen bis aufs Letzte nutzen. Laute Musik hilft ungemein bei der doch teilweise eintönigen Beschäftigung. Wir radeln durch die Gegend, es ist schön zu beobachten wie sich die Architektur gemächlich ändert, außerdem gibt es hier wirklich viele schöne Ecken. Ich habe in den letzten Tagen wahrscheinlich mehr von Holland gesehen als in den drei Jahren in denen ich hier gewohnt hab. Dennoch ist mein absolutes Highlight als wir endlich am Strand ankommen und der Himmel rot eingefärbt ist von der untergehenden Sonne. Wir treffen uns dort mit Tom und laden ihn auf unser klassisches Dinner ein: One-Pot-Pasta. Wir sitzen am Strand, genießen Wein und Essen und freuen uns das Ganze geschafft zu haben! Gleichzeitig frage ich mich auch was jetzt kommt. Wie verbringt man eigentlich seine Zeit wenn man nicht den ganzen Tag Fahrrad fährt?

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Ein typischer Sommertag in Holland

Image Written on 20.08.2021 by Zara Freudenberg
Team: Die Barracudas der Liebe
Municipality: Sea-Watch e.V. - Zivile Seenotrettung an Europas Grenzen

Es regnet. Das Zelt ist noch nass als wir es frühmorgens einpacken, genauso wie die Hälfte meiner Klamotten. Erstmal geht's zu Bakker Bart um uns vorgebackene Köstlichkeiten zu besorgen, sowie um die Örtlichkeiten aufzusuchen. Heute wollen wir es bis nach Utrecht schaffen. Das sind gute 80 km. Die Niederlande begrüßen uns weiterhin mit wehenden Fahnen; der Westwind fegt stark und peitscht uns nicht selten den Regen direkt ins Gesicht. Unseren Musikboxen gehen langsam die Akkus aus... Ich bin am überlegen heute doch wieder einen Campingplatz anzuvisieren. Ich bin zwar kein großer Fan von denen, aber eine warme Dusche, fließend Wasser und Strom klingen momentan einfach sehr verlockend.
Soweit sind wir aber noch gar nicht. Bevor wir überhaupt unsere Tour starten können, tauschen wir noch den Mantel vorne an meinem Fahrrad aus. Der Geweberiss der neulich schon für einen Platten gesorgt hat kann nicht anderweitig repariert werden als durch einen neuen Mantel. Also eröffnen wir unsere kleine Werkstatt vor Decathlon; inklusive frisch gebrühtem Kaffee!
Dann geht's los. Soviel Fahrrad zu fahren hat sowohl etwas meditatives, als auch etwas kämpferisches. Man fährt die ganze Zeit die Straße herunter und hat viel Zeit zum Nachdenken. Doch dann zieht der Wind auf und auch im niedrigen Gang fällt es dir schwer dich mit all deinen Sachen diese Straße herunter zu rollen. Aber was willst du machen? Du bist hier, mitten in der Pampa, weil du zum Meer willst. Bei 18 Grad und Regen ist diese Aussicht nicht super verlockend, aber das ist nunmal der Plan.
Trotz des Wetters bleibt die Laune gut und wir sind begeistert von unserem Durchhaltevermögen. Wir schaffen es bis nach Utrecht und schlafen auf dem günstigsten Campingplatz überhaupt. Es gibt nur eine kalte Dusche, aber es ist dennoch himmlisch. Wenn es so weitergeht schaffen wir es morgen schon uns den Sonnenuntergang am Meer anzuschauen! Drückt uns die Daumen! Vor allem auch für besseres Wetter....

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Endspurt

Written on 19.08.2021 by Katina Schubert
Team: DIE LINKE
Municipality: Sea-Watch e.V. - Zivile Seenotrettung an Europas Grenzen

Schreckliche Nachrichten erreichten uns in den vergangenen Tagen aus Afghanistan. Die Bilder von Menschen, die sich lieber an startenden Flugzeugen festklammern als den Taliban in die Hände zu fallen, werden bei mir noch lange nachklingen. Ebenso wie die Reaktionen der deutschen Bundesregierung, deren größte Sorge wieder einmal die Vermeidung der Flüchtlingsaufnahme zu sein scheint. Und so ist der Einsatz für legale, sichere Fluchtmöglichkeiten, für Aufnahmeprogramme noch einmal wichtiger. Berlin ist aufnahmebereit! Und solange des die europäischen Regierungen nicht sind, brauchen wir NGOs wie Sea-Watch, die die Rettung der Geflüchteten im Mittelmeer organisieren. Und dafür brauchen Sie unsere Spende! Ich habe hier auf Stadtradeln eine Spendenkampagne gestartet und daher bitte ich um Ihre und Eure Spende, um diese wichtige Arbeit zu unterstützen.

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An apple keeps a day keeps the doctor away... but not the rain!

Image Written on 18.08.2021 by Zara Freudenberg
Team: Die Barracudas der Liebe
Municipality: Sea-Watch e.V. - Zivile Seenotrettung an Europas Grenzen

Nach einer gemütlichen Nacht im Zelt, haben wir uns morgens noch eine schöne warme Dusche gegönnt. Wir hatten darauf gehofft dass sich das Wetter aufhellt, doch es bleibt grau und wechselhaft. Wir geben es auf, auf das Ende des Schauers zu warten, weil der nächste eh gleich kommt. Bevor wir den Platz verlassen fällt uns auf, dass mein vorderer Reifen komplett platt ist. Wahrscheinlich wegen des Geweberisses im Mantel. Wir flicken den Schlauch, beschließen aber auch dass wir mir einen neuen Mantel besorgen müssen. Unter anderem deswegen wollen wir heute bis nach Apeldoorn fahren; das sind ca. 80 km. Hier gibt es einen Decathlon von dem wir auch noch andere Dinge brauchen. Es regnet fast durchgehend und der Wind fegt stark gegen uns. Mein Regenponcho ist zwar groß, aber wirkt dadurch auch als Windsegel- sehr unpraktisch! Also trage ich ihn häufig als "Muskelshirt", was aber natürlich der Funktionalität krass entgegensteht. Dafür belustigt es Luc, also immerhin das.
Ansonsten gab es bei uns nur eine Kaffeepause aber mehrere Apfelpausen! Also zum Arzt müssen wir wohl vorerst nicht :) Doch drückt uns gerne die Daumen für besseres Wetter!
Unser erster richtiger Tag Fahrradtour in Holland ist aber auch etwas ernüchternd. Auch hier gibt es winzige Abschnitte auf der Fahrbahn die für das Fahrrad ausreichen sollen. Die Wegbeschilderung findet plötzlich auf Pollern statt die man dann irgendwie am Boden lesen soll. Im Gegensatz zu Schildern hat es natürlich den Vorteil dass sie nicht umgedreht werden können, aber ständig anhalten zu müssen um sich das durchzulesen kann ja auch nicht die Lösung sein. Da es so geschüttet hat haben wir davon erstmal kein Foto für euch. Generell hat der Regen uns etwas die Lust am fotografieren genommen, aber ein paar sind schon noch zusammengekommen :)

Jetzt wo Malchow weg ist, haben wir leider auch nicht mehr seine coole App parat die uns trackt und uns danach unsere gefahrene Route aufzeigt. Ich hab das Mal mit Google Maps für euch aufgezeichnet, wobei da nicht unsere (un-)geplanten Umwege mit drauf sind :)



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Monday Blues

Image Written on 17.08.2021 by Zara Freudenberg
Team: Die Barracudas der Liebe
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Ich wache auf weil der Regen auf mein Zelt plätschert. Ich mag den Sound von Regen, solange ich selber trocken bleiben kann. Kurz darauf höre ich Luc und Malchow wie sie ihre sieben Sachen zusammenkratzen; im Regen ist eine Hängematte nur noch halb so gemütlich! Kurz darauf kommt Luc zu meinem Zelt um mir Kaffee zu bringen. In Deutschland hatten wir richtig Glück mit dem Wetter und ich hab mich schon gefragt ob ich mir die Hälfte meines Gepäcks auch hätte sparen können. Doch jetzt sind wir in Holland und das Wetter konnte nicht wechselhafter sein. Mein Regenponcho war auf jeden Fall kein vergeudetes Gepäck! Das Wetter lässt uns nur sehr langsam aus den Puschen kommen, außerdem können wir mit Malchows Verband eh nicht gut und weit durch den Regen fahren, und wir wollen ja eh in der Nähe von Hengelo bleiben. Als es sich etwas aufhellt, packen wir also unsere Sachen und begeben uns auf den Weg nach Hengelo. Es regnet und windet natürlich immer wieder hart. Willkommen in den Niederlanden! Mit Brille im Regen zu fahren ist übrigens auch immer noch nicht empfehlenswert.
Das Wetter entspannt sich nur bedingt- wahrscheinlich sind die Niederlanden traurig dass Malchow schon so schnell wieder abfährt. Wir verbringen den Tag mehr neben unseren Fahrrädern als auf ihnen, aber das muss ja auch Mal sein. Nachdem Malchow abgefahren ist beschließen Luc und ich eine Nacht auf einem Campingplatz zu verbringen. Hier können wir alle unsere Geräte wieder voll aufladen, die das auch echt nötig hatten. Mit dem letzten Prozent Akku sind wir auf dem Platz angekommen! Wir gönnen uns ein richtiges Abendessen in Form von One-Pot-Pasta und genießen die regnerische Nacht aus unserem trockenen Zelt hinaus...

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Een hartelijk welkom!

Image Written on 17.08.2021 by Zara Freudenberg
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Heute haben wir die Grenze passiert! Wenn man das Ganze wirklich als Grenze bezeichnen kann. Hätte man es mir nicht gesagt, hätte ich gedacht es sei ein ganz normaler Fahrradweg. Für mich ist es kaum vorstellbar dass es früher richtige Grenzen mit Grenzkontrollen innerhalb der EU gab. Ich bin mir meines Privilegs der Bewegungsfreiheit bewusster denn je und bin dankbar dafür Europäerin zu sein. In den Niederlanden eingetrudelt haben wir uns erstmal mit holländischen Goodies vom Albert Heijn eingedeckt. Auch eine Flasche Sekt durfte nicht fehlen. Immerhin haben wir unser Etappenziel erreicht! Außerdem hat mein Bruder Geburtstag und normalerweise zelebrieren wir mit Sektfrühstück. Warum sollte mich seine Abwesenheit davon abbringen seinen Geburtstag und sein Leben zu feiern?
Da wir eh nicht weit ins Landesinnere vorstoßen wollen, gestalten wir den Tag ganz entspannt. In der Nähe von Oldenzaal gibt es einen "paalcampeeren" Spot auf dem Luc und Martin letztes Jahr schon einmal waren. Auf diesen Plätzen ist es legal eine Nacht zu zelten. Es gibt nur ungefähr 50 dieser Orte in den ganzen Niederlanden und viele wurden im Juni 2020 geschlossen. "Unser" Spot sollte laut Internet allerdings noch offen sein, also haben wir noch ein bisschen Zeit in Enschede verplempert bevor wir uns auf die Socken zum Schlaflager gemacht haben. Die Barrikaden vor Ort machten eindeutig klar dass dieser Ort wohl leider doch schon geschlossen wurde. Zwei Leute die wir dort getroffen haben meinten, dass das Campen hier schon seit einem Jahr nicht mehr offiziell erlaubt sei. Gleichzeitig meinten sie aber auch, dass wir hier sicherlich dennoch nächtigen könnten. Mittlerweile hatte die Dämmerung schon eingesetzt und es wird zu spät nach etwas anderem zu suchen. Wir hatten uns darauf gefreut Mal legal frei stehen zu können, aber so sind wir halt zurück in der Illegalität- auf einem vergleichbar einsehbaren Fleck. Die Stimmung lässt sich davon aber null beeindrucken; auch nicht von der Wettervorhersage für den nächsten Tag: 17 Grad und Regen. Ich freue mich über mein Zelt und meinen Regenponcho. Doch das Fehlen Schutzbleche könnte mir nun zum Verhängnis werden....



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Insekten sind wie PCR Tests

Image Written on 17.08.2021 by Zara Freudenberg
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Wir haben es leider nicht bis nach Holland geschafft. Aber bis kurz davor! Schlussendlich haben wir unser Nachtlager in Ochtrup, also sehr kurz vor der Grenze aufgebaut. Warum wir es nicht geschafft haben? Wir waren gestern recht lang wach, haben die Sternschnuppennacht bewundert und sind spät ins Bett. Dementsprechend spät sind wir auch aufgestanden. Der steile Weg zum Nachtlager der mich am Abend zuvor noch geärgert hat, sollte jetzt für Freude sorgen denn ich durfte ja runterfahren! Gott sei Dank fahr ich eh nicht auf voller Geschwindigkeit, denn plötzlich blockierte mein Vorderrad auf der Schotterstraße und ich bin mitsamt Fahrrad hingefallen. Mir ist nichts weiter passiert außer einem Schrecken, aber was war da passiert? Wir vermuten ein Stein ist hochgeflogen und hat sich im Schutzblech verhangen und es ist zu Bruch gegangen. Dann sind die restlichen Teile aufgestaucht und das Rad war durch den Stein blockiert. Leider habe ich vergessen das Ganze fotografisch genau zu dokumentieren, insofern bleibt nur zu hoffen dass ihr es auch so versteht :)
Naja, nachdem Luc also schon mein hinteres Schutzblech abgebaut hatte weil der neue Mantel zu breit dafür war, kam nun also auch mein vorderes ab. Da er an meinem alten Fahrrad in Holland auch schonmal mutwillig das Schutzblech entfernt hat, hege ich langsam den Verdacht er hat etwas gegen Schutzbleche- zumindest bei mir.
Naja, nachdem das geregelt war konnten wir entspannt den Berg runter und sind ins nächste Örtchen zu einer süßen Bäckerei. Durch Kaffee und Rumkugel gestärkt ging es weiter. Richtiges Frühstück gab es erst gegen 16 Uhr als wir an der Ems eine Pause gemacht haben. Hier konnten wir uns außerdem auch waschen- unsere Mitmenschen sind uns sicherlich dankbar :)
Immer hinter Malchow hinterher "rasend" fliegen einem auch viele Tierchen ins Gesicht. Am liebsten direkt in die Nase. Dieses Mal hat's ein Wesen wirklich tief rein geschafft, es hat sich schon so wie ein PCR Test angefühlt! Mit viel Schnäuzerei hab ich das Ganze in den Griff bekommen, aber es ist genauso unangenehm und eklig wie man es sich vorstellt!
Wir sind also weiter gen Westen gefahren, doch als es halb 8 war mussten wir einsehen dass auch wenn wir sehr nah an den Niederlanden sind; wir würden niemals im Hellen dort ankommen können. Damit wir noch einen guten Schlafspot auskundschaften können, haben wir uns also entschieden die Nacht in Ochtrup zu verbringen.
Abends haben wir uns dann nochmal einen Plan gemacht; da Malchow am Dienstag in Hannover bei seinem Arzt sein muss, wird er Montag mit dem Zug abfahren. Als Student kann er ab der Grenzregion umsonst nach Hannover zurückfahren, also werden wir nicht zu tief ins Landesinnere vordringen. Wenn wir Malchow dann unter Tränen am Gleis verabschiedet haben, werden Luc und ich uns aufmachen gen Küste! Wir wollen nach den Haag. Bis Freitag müssen wir da sein, ich bin dort mit einer Freundin verabredet. Malchow wird uns als Antrieb fehlen, doch 50km/Tag schaffen wir bestimmt auch allein- mit jeder Menge Kaffeepausen :)
Also; bleibt dabei um unsere holländischen Abenteuer mitzuerleben!
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Halbzeit!

Written on 14.08.2021 by Katina Schubert
Team: DIE LINKE
Municipality: Sea-Watch e.V. - Zivile Seenotrettung an Europas Grenzen

Viele hundert Kilometer sind schon gefahren, zahlreiche Kilogramm CO2 eingespart. Und: Bewegung im Alltag macht Spaß, ist gesund und gerade bei kürzeren Strecken hat man auf dem Rad häufig auch noch einen Zeitvorteil. Die Nutzung des eigenen PKW ist bloße Gewohnheit und man sagt, um eine Gewohnheit zu ändern, braucht es sieben Wochen. Diese Challenge ist dafür leider zu kurz, aber vielleicht bleiben ja einige dabei!

Die Kilometer sind aber nur eine Seite der Medaille. Hierbei sollen ja auch Spenden für Sea-Watch erfahren werden, und hier bitte ich Euch und Sie recht herzlich: Spendet an diese sehr verdienstvolle NGO, die das leistet, woran die Staaten Europas seit Jahren mit Vorsatz scheitern: Seenotrettung im Mittelmeer.

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Hoch hinaus!

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Team: Die Barracudas der Liebe
Municipality: Sea-Watch e.V. - Zivile Seenotrettung an Europas Grenzen

Die Nacht im Zelt mit der Luftmatratze war sehr erholsam. Direkt morgens fällt Luc auf dass seine Steuergabel lose ist. Also war klar dass wir möglichst schnell zu einem Fahrradladen sollten- denn leider hatten wir nicht das passende Werkzeug dafür dabei. Ein paar Orte weiter, in Bünde, haben wir "Lukas der Fahrraddoktor" entdeckt- der Mann hat seinen Job äußerst gut gemacht! Luc's Fahrrad war wieder fit, er hat uns allen noch etwas Luft in die Reifen gemacht und noch 5 Euro für unsere Kampagne gespendet! Also, wenn ihr Mal in Bünde seid können wir euch diesen Fahrradladen nur wärmstens empfehlen!
Danach mussten wir gut 500 Höhenmeter erklimmen! Zwischenzeitlich hat das Ganze auf jeden Fall aufgehört Spaß zu machen. Mein Hintern fängt an wehzutun, meine Hände sind leicht taub an den äußeren Hälften. Aber die Stimmung hellt jedes Mal wieder auf wenn wir den Berg wieder herunterfahren! Leider kann ich nicht ungebremst runter, denn mit dem ganzen Gepäck vorne und hinten drauf verhält sich so ein Fahrrad doch ganz anders als ohne. In Hilter haben wir noch eine kurze Bierpause eingelegt, bevor wir in Bad Iburg einkaufen waren. Der kurze Weg zum Supermarkt ging leider erneut recht steil bergauf, genauso wie der Weg zu unserem Schlafplatz. Nach einer recht langen Suche nach einem geeigneten Ort für uns, konnten wir noch vor Einbruch der absoluten Dunkelheit unsere Betten aufstellen. Nach viel Geplänkel sind wir erneut viel zu spät ins Bett. Dabei wollen wir morgen knapp 100km schaffen- bis nach Enschede! Immerhin erwarten uns wohl wenig Hügel und Berge auf dem Weg...

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Besonderer Tag 2

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Team: Die Barracudas der Liebe
Municipality: Sea-Watch e.V. - Zivile Seenotrettung an Europas Grenzen

Die Nacht in der Hängematte hatte wenig Schlaf für mich übrig- anders als Luc und Martin hab ich keine schmale "normale" Isomatte dabei, sondern eine richtig luxuriöse Luftmatratze. ich dachte das sei ein Vorteil, doch sie ist zu groß für die Hängematte, also werd ich die nächsten Nächte wohl immer das Zelt aufbauen müssen. Naja, falls es regnen sollte hab ich auf jeden Fall den längeren gezogen gehabt :))
Ich war also schon sehr früh wach, hab die beiden aber ausschlafen lassen. Schlussendlich sind wir erst gegen Mittag so richtig losgekommen. Das Wetter war unglaublich also haben wir uns erstmal im Mittellandkanal gewaschen und am Wasser gefrühstückt. Auch die Sea-Watch Fahne haben wir endlich an Luc's Fahrrad gemacht. Malchow ist trotz seiner Einhändigkeit mit Abstand der schnellste! Luc und ich radeln mit unseren Packdrahteseln immer in halbwegs entspanntem Tempo hinterher. Am Wasserkreuzweg haben wir frisch gezapftes, relativ kaltes, dafür sehr teures Bier bekommen! Frisch gestärkt sind wir dann den Weserradweg runter und haben uns an den formidablen Straßenwegen erfreut!
Die Nacht haben wir dann in einem der Bürgerwälder von Löhne verbracht....

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Wir nehmen Fahrt auf!

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Gestern sind wir endlich losgekommen. Erstmal sind wir erneut nach Laatzen gefahren, dieses Mal um beim Decathlon nach Gadgets für die Reise fündig zu werden. Leider war das nur bedingt erfolgreich, aber immerhin hat Luc jetzt auch eine Hängematte, sowie 20 Euro gefunden! Von dem Geld gibt's dann hoffentlich bald Eis. Wir mussten also erstmal nach Laatzen radeln, aber danach wieder zurück zum Ausgangspunkt, denn wir haben uns doch entschieden an die holländische Küste zu radeln! Davor mussten wir allerdings noch "Mal eben" mein Hinterrad ausbauen um den Mantel zu wechseln. Denn schon der Rückweg aus Laatzen war nur noch mühsam machbar mit meinem sehr platten Reifen. Der Mantel war hinüber, also haben wir ihn kurzerhand ausgewechselt. Am späten Nachmittag ging's dann also erst los auf unsere eigentliche Tour. Wir sind größtenteils am Mittellandkanal entlang, bis wir immerhin endlich aus der Region Hannover rauswaren. In der Nähe von Sachsenhagen haben wir unsere Hängematten und Lichterkette aufgehangen und das Nachtlager aufgeschlagen...

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Seenotrettung ist #unverhandelbar!

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Die Sea-Watch Kommune radelt nun schon seit einer Woche und meine Feunde und ich fahren auch bald auf unsere Tour. Vorab gibt es hier aber noch ein paar Updates wieso es sich bei uns verzögert: Vor wenigen Wochen hatte ich einen kleinen Unfall beim Bouldern und bin dabei umgeknickt. Die Diagnose: Bänderriss. Ich dachte ich könnte die nächsten Wochen gar nicht Fahrrad fahren, geschweige denn hunderte Kilometer! Dann hat sich mein Kumpel Martin, der auch mit möchte, mit einer Rasenmäherklinge in die Hand geschnitten! Wir waren uns also ziemlich sicher dass Luc uns mit einem sehr großen Lastenrad durch die Gegend fahren muss (Unten seht ihr ein Foto von dem anvisierten Krankentransport. Luc hatte sich auch schon bereit erklärt) Dazu wird es aber wohl nicht kommen. Meinem Fuß geht es schon so viel besser- gestern bin ich nach Laatzen (und zurück) geradelt um bei der Hannoverschen Aktion zur bundesweiten Kampagne #unverhandelbar dabeizusein! Das waren nur 30 km insgesamt, aber das ging recht schmerzfrei mit meinem Fuß. Martin hat letzte Woche schon eine Fahrradtour gemacht und fleißiger km gesammelt. Er muss am Montag nochmal zum Arzt und dann ist klar ob er wirklich mitkommen kann... Also bitte drückt eure Daumen für uns und ihn!
Da jetzt allerdings zwei Drittel von uns gehandicapped sind, und die Corona Situation so unvorhesehbar ist, haben wir uns dagegen entschieden in die Niederlande zu fahren. Da wir euch und uns aber versprochen haben ans Meer zu kommen werden wir zur deutschen Küste fahren! Ob Nord- oder Ostsee verraten wir noch nicht. Wo würdet ihr lieber hin fahren?



PS: Die süße Hündin die ich im Anhänger mit zum Aktionstag genommen habe muss die Tour über leider zuhause bleiben. Da sie noch nicht lange bei mir wohnt wäre das zu aufregend für sie. In den zwei Wochen wird meine beste Freundin bei mir einziehen und die Kleine verwöhnen.

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